Regel Nummer 1 - Phil Town
Wie werde ich reich? - Regel Nummer 1 - Phil Town Sachbuch

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Neuester Testbericht: ... aufweisen 3. Das Unternehmen ist am Markt deutlich unterbewertet 4. Die Markttechnik muss für einen Kauf sprechen. Wem das b... mehr

Wie werde ich reich?
Regel Nummer 1 - Phil Town

dowalf

Name des Mitglieds: dowalf

Produkt:

Regel Nummer 1 - Phil Town

Datum: 19.02.08, geändert am 29.07.10 (1879 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: griffiges Konzept mit persönlicher Note

Nachteile: Zuschnitt auf US-Aktienmarkt, methodisch zumindest anfechtbar

Autor:
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Phil Town dürfte den meisten Deutschen nicht unbedingt als bekannter Investor oder Ratgeber bekannt sein. Er kommt halt aus Amerika und hat das Geschäft auch nicht von der PIke auf gelernt.

Als ehemaliges Armeemitglied war er zunächst im Tourismusgeschäft tätig und hat sich dem Bereich Aktienanlage als Autodidakt zugewandt. Dementsprechend sind seine Anlagerezepte auch eher handgestrickt und hemdsärmelig. Der ausgebildete Kaufmann findet da doch den einen oder anderen Einwand. Andererseits hat er angeblich mit eigenen Aktieninvestments ein großes Vermögen gemacht. Das allein wäre aber noch kein Grund zum Kauf des Buches, denn Ratgeber mit dieser Selbstbewertung gibt es auch in Deutschland von Bodo Schäfer bis Markus Frick genug...

Strategie:
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Welche Strategie will uns Phil Town nun schmackhaft machen?

Die Grundvoraussetzungen für den Kauf einer Aktie lt Phil Town sind:


1. Das Unternehmen muss dem Käufer vom Produkt, von der Servicequalität oder von anderen Merkmalen her bekannt und persönlich sympathisch sein. Der Käufer sollte auch das Umfeld des Unternehmens einigermaßen kennen und das Geschäftsmodell verstehen.

2. Das Unternehmen muss herausragende finanzielle Kennzahlen wie ROI, Eigenkapitalwachstum und Cash-Flow-Qualität aufweisen

3. Das Unternehmen ist am Markt deutlich unterbewertet

4. Die Markttechnik muss für einen Kauf sprechen.

Wem das bekannt vorkommt, der irrt sich nicht. Das ist im Kern die Botschaft von Graham, die durch Warren Buffet bekannt geworden ist. Also ist Phil Town zumindest kein völlig exotischer Ratgeber.

Kritische Wertung:
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Auch wenn ich nur die englische Ausgabe ganz gelesen habe, so gibt es doch einige Einwände gegen die Regel Nummer 1:

Viele Dinge aus dem Buch sind auf die USA zugeschnitten. Das beginnt bei den empfohlenen Webseiten, die fast ausschließlich US_Unternhemen abdecken, erstreckt sich aber auch auf mehr dortige Eigenheiten. So ist es für den Autor zum Beispiel egal, ob ein Unternehmen Dividende zahlt oder nicht. Das mag für die USA zutreffen, wo oft traditionell gar keine Dividende gezahlt wird oder die Dividende ein reines Marketinginstrument ist. In Deutschland und Europa ist die Dividende aber fast immer ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtrendite.

Ein ganz praktischer Punkt für mich ist auch, dass ich in Deutschland bisher überhaupt kein Unternehmen gefunden habe, das die sehr harten Auswahlkriterien erfüllt, von Untebewertung und Markttechnik einmal ganz abgesehen. Auch Unternehmen wie SAP und Microsoft fallen locker durch, weil sie halt doch die eine oder andere Delle im Ertragswachstum haben.

Zu den technischen Auswahlkriterien (Charttechnik im weiteren Sinn) ist anzumerken, dass Town nur vier der zahlreichen Instrumente herausgreift, und das in einer Ausprägung, die sich nach meiner REcherche in Deutschland mit kostenfreien Tools praktsich nicht abbilden lässt. Es gibt allerdings eine (englische) Homepage, auf der Phil Town offensichtlich viele seiner Instrumente ganz oder fast kostenlos anbietet. Dort werden auch aktuelle (amerikanische) Aktienempfehlung nach REgel Nr. 1 diskutiert. Man steht also markttéchnisch nicht völlig im Regen, wenn man denn eher in den USA investieren will.

Die praktischen Beispiele sind trotz des offensichtlichen ERfolgs wenig überzeugend. Einmal fallen sie meistens sowieso in einen Boomphase am Aktienmarkt (2005 bis 2005). Andererseits sieht der Leser mit Staunen, dass die so anspruchsvolle Mehthode, die doch eher mit ruhiger Hand in verborgene Perlen investieren soll, zu hektischen Kauf- und Verkaufsoperationen in oft immer den gleichen Werten führt. Das kann dann wohl kaum so einfach und nervenschonend sein, wie immer wieder im Buch behauptet (mit 15 Minuten Aujwand pro Woche zum Millionär....).

Und zum Schluss meldet sich noch der Betriebswirt in mir: Die Methode zur Ermittlung des jetzigen und künftigen Aktienwertes entpricht ganz eindeutig nicht den Vorstellungen der deutschen BWL. Man hat uns ja auch 2000 am Neuen markt erklären wollen, diese Bewertungsmethoden seien völlig überholt, um dann kurz darauf mit ansehen zu müssen, wie sich fast alle dortigen Aktien dem betriebswirtschaftlich korrekten Wert 0 näherten... Und die, die das nicht taten, hatten erstaunlicherweise auch betriebswirtschaftlich einen höheren Wert. Allerdings muss ich eingestehen, dass Phil Towns Bewertungsmethode einigen auch gängigen Methoden (halbwegs seriöser Art) recht nahe kommt.


Trotz der vielen Kritikpunkte möchte ich nicht völlig von dem Buch abraten. Es bietet zumindest einen handlichen Zugang zur Buffet-Methode und prakische Hilfen über die Webseite ruleonenivestor.com.

Preis:

Ich habe die englische Ausgabe für rd 10 Euro als Paperback erworben, die deutsche ist deutlich teurer, wie auch oben in der Produktbeschreibung mit 29.99 Euro zu sehen.

Ansonsten gilt aber der Generalverdacht wie bei Schäfer oder Frick: Es scheint immer noch profitabler zu sein, über die Methode zu schreiben als sie anzuwenden ;-))

Ich habe das Werk inzwischen auch in Deutsch gelesen, muss aber am Bericht deswegen nichts ändern.

Fazit: Wer Mujt hat und auch gern in den USA investiert, kann es versuchen.