


Neuester Testbericht: ... aber gut ausgebaut. Wer sich für archäologische Fundstätten interessiert,der kann im Gebiet von Vila do Bispo interessante Zeugnisse au... mehr
Algarve im Westen
Vila do Bispo

Name des Mitglieds: browny2008
Produkt:
Vila do Bispo
Datum: 21.05.10
Bewertung:
Vorteile: ruhige und schöne Gegend
Nachteile: nur mit dem Auto zu erreichen
In meinem heutigen Bericht gehts mal wieder um ein Reiseziel. Es liegt in Portugal,und zwar am westlichsten Punkt der Algarve.
Früher meinte man es sei das Ende der Welt. Irgendwie stimmt das ja auch,wenn man vernachlässigt,dass man ab diesem Punkt nur noch mit dem Schiff weiter westwärts-Richtung Amerika-kommt.
Vila do Bispo nennt sich dieser Bezirk. Er umgrenzt die Umgebung von Sagres bis Burgau und hat wohl die schönsten Strände Portugals zu bieten-die Costa Vicentina..
Es sind mehr oder weniger die im Süden Portugals gelegenen Strände,die vom Massentourismus heimgesucht werden.
Die wesentlich reizvolleren,im Westen gelegenen Strände dagegen sind eher noch in Camperhand. Wer gerne seine Ruhe haben möchte ist mit diesen versteckten Stränden der Costa Vicentina bestens bedient.
Das einzige Manko aber ist der Weg dorthin. Busse fahren keine,eine Bahnstrecke gibt's ebenfalls nicht. So bleibt nur das Auto übrig.
Manchmal muss man sich über lange,holprige und oft steinige Wege hinwegquälen bis man zum Ziel kommt. Doch ist man erst einmal vor Ort,dann sind die Strapazen vergessen und man fühlt sich fast wie Robinson Crusoe. Mit dem einzigen Unterschied,dass man heute überall,egal wie klein auch der Strand sein mag,ein Strandrestaurant vorfindet. Aber Essen und Trinken gehört halt einfach dazu. Wenigstens gibt's keinen Trubel und kein Geschrei.
Im Bezirk von Vila do Bispo findet man aber auch noch andere Sehenswürdigkeiten als die herrliche Küste,wie z.B. die kleine Kapelle Nossa Senhora de Guadalupe. In sie hat sich angeblich schon Heinrich der Seefahrer zum Beten zurückgezogen. Die Kirche befindet sich ungefähr auf halbem Weg von Lagos nach Vila do Bispo.
Weiter geht's mit dem Örtchen Raposeira. Auch hier findet man Spuren von Heinrich dem Seefahrer. Hier soll er in einem Haus gewohnt haben,von dem leider nur noch der Türsturz vorhanden ist. Viele der noch dort stehenden Häuser haben Türen aus dem 15.und 16.Jahrhundert.
Dann gibt's da Sagres. Das kennen wohl viele Touristen. Hier treffen West-und Südküste aufeinander. Sagres Gründung geht auf die vorrömische Zeit zurück. Heinrich der Seefahrer lebte und arbeitete hier. Von hier aus wurden die Entdeckungsreisen per Schiff gestartet,die sich bis in den Golf von Guinea erstreckten.
Die Festung Sagres zeugt noch heute von einem Zeitalter,das in die Geschichte eingegangen ist. Leider muss man aber dazu sagen,dass die heutigen Portugiesen mit der letzten Restaurierung dieser riesigen Anlage absolut daneben gegriffen haben. Alle Mauern wurden in Beton gegossen und weiss übertüncht. Eine gelungene Sanierung solch einer geschichtsträchtigen Anlage sieht meiner Meinung nach wirklich anders aus. Schade drum! Doch das ist ein Kapitel für sich: Viele der noch vorhandenen Castelos und Palacios wurden mit dieser Restaurierungsweise absolut zerstört.
Warum man alte Mauerwerke,Monumente und Plätze,die oft noch im Originalzustand waren so verschandeln muss,bleibt ein Rätsel. Portugal hatte nie einen Krieg im Land,so wurde auch so gut wie nichts zerstört. Alles zerfiel,und niemanden hat es gekümmert.
Weiter nach dem Cabo de Sao Vicente...der äussersten Spitze des südwestlichen Portugals.
Hier findet man heutzutage nur noch fliegende Händler mit allem möglichen Schnickschnack.
Einen deutschen Bratwurststand gibts übrigens auch dort:"Die letzte Bratwurst vor Amerika". Der Besitzer lässt seine Bratwürste nach deutschem Rezept bei einem protugiesischen Metzger herstellen.
An diesem Kap weht immer ein starker Wind. Auch im Hochsommer ist es angebracht,sich einen Pullover mitzunehmen.
Man ist auch immer gut beraten eine Kappe auf dem Kopf zu haben. Auch wenn man es nicht spürt,die Sonne Portugals brennt heftig auf einen herab,und durch den Wind, der an der gesamten Westküste herrscht,bemerkt man den Sonnenstich und den Sonnenbrand erst dann,wenn es schon zu spät ist.
Hier im südwestlichsten Teil Europas sind die Gefahren die das Ozonloch mit sich bringt übrigens am heftigsten.Sogar die Schafe müssten hier eigentlich eine Sonnenbrille tragen.
In unmittelbarer Nähe des Kap-Leuchtturms befinden sich noch Überreste des Castelos von Sao Vicente. An diesem wurde glücklicherweise noch nichts mit Beton übergossen,auch hat es keinen weissen Farbanstrich erhalten. Es ist wie es immer war, aus Stein gemeisselt...und genau so sollte es überall sein.
Nach Sagres wie auch nach Cabo Sao Vicente führt nur eine Strasse. Kommt man von Faro muss man mit einer Fahrzeit von etwa einer Stunde rechnen. Die Autobahn die vom Flughafen in Richtung Westen geht endet kurz nach Lagos. Von da ab muss man die Landstrasse benutzen. Die Strasse ist aber gut ausgebaut.
Wer sich für archäologische Fundstätten interessiert,der kann im Gebiet von Vila do Bispo interessante Zeugnisse aus der Vergangenheit entdecken.
Die Menhire die man in Marmeleiro,Vale de Gato de Cima,Amantes und Pagrao,Gasga,Milhrei und vielen anderen Orten findet,sind teilweise bis zu 5000 Jahre alt. Aus Kalksandstein konisch zugehauen und mit reliefartigen Mustern versehen,erinnern sie an längst vergessene Totenrituale oder Fruchtbarkeitsriten.
Fast der gesamte Küstenabschnitt von Cabo Sao Vicente bis nach Aljezur,etwa 40km,ist heute ein Naturschutzgebiet, das man aber jederzeit betreten darf. Nur Grillen sollte man nicht,denn dieses Gebiet ist im Sommer immer strohtrocken. Oft gibt es bis zu einem halben Jahr keinen Tropfen Regen.
Die Westküste ist überaus abwechslungsreich. Mal sieht man rote Felsen,mal sind sie grau und mal sind sie fast schwarz. Steile Abhänge,die leicht bis zu hundert Meter hinabgehen,und flachere Hügel wechseln sich ab. Dazwischen liegen wunderschöne Sandstrände. Manche sind leicht mit dem Wagen zu erreichen,manche aber nur zu Fuss.
Für Wellenreiter/Surfer ist diese Küste ein Paradies. Durch den steten Wind gibt's hier meterhohe Wellen. Dafür aber ist es mit dem Baden nicht so toll. Der Atlantik auf dieser Seite erreicht auch im Hochsommer keine 18 Grad Wassertemperatur. Etwas wärmeres Wasser findet sich im südlichen Teil der Algarve. Aber auch hier darf man keine 24 Grad erwarten.
Fazit und Empfehlung:
Wer gerne mal was anderes erleben möchte als Hotelburgen,überfüllte Strände und lautes Geschrei,der ist an der Westküste der Algarve gut aufgehoben.
Eine Vielzahl von einsamen Buchten, wahnsinnig schönen Sandstränden,günstigen Restaurants mit hervoragendem Essen und tollen Panoramen verwöhnen den Besucher aufs Angenehmste.
Einziger Wermutstropfen ist die Anreise. Nach Sagres gibt es sicher Touristenbusse. Zu den wunderschönen Küstenabschnitten kommt man allerdings nur mit dem Auto.
Ein Ausflug lohnt sich aber auf alle Fälle. Wenn man schon mal in Südportugal ist,dann sollte ein Besuch der Costa Vicentina mit auf dem Programm stehen.
Fazit: Einfach scheee
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