Türkei
Land der Sonne und der Freunde - Türkei Reiseziele international

Neuester Testbericht: ... und irgendwie gefällt mir Griechenland da schon viel besser als die Türkei. Preise: Die Preise für einen Türkeiurlaub gibt... mehr

Land der Sonne und der Freunde
Türkei

Sternenseher

Name des Mitglieds: Sternenseher

Produkt:

Türkei

Datum: 10.08.01, geändert am 10.08.01 (42 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Billig, Freundlich, Immer Sonne

Nachteile: Manchmal schmuddelig, Fremde Sprache

Ich möchte Euch in dieser Kategorie einmal etwas über unser Traumreiseland erzählen. Es sind grundsätzliche Dinge, Erinnerungen und Eindrücke von einem wunderbaren, irgendwie unbekannten, vieleicht zunächst auch fremden, faszinierenden und sehr gastfreundlichem Land. Es handelt sich um ein Land im Südosten Europas oder im Südwesten Asiens.

Dieses Land hat ungefähr 65 Millionen Einwohner, ist seit 1923 eine demokratische Republik, über 65 % der Bevölkerung lebt in den Städten, 30 % der Bevölkerung sind Jugendliche bis 15 Jahre, die Küstenlinie beträgt ungefähr 8000 Kilometer, Schnee kennt man nur in den Bergen und in den östlichen Landesteilen, die Arbeitslosigkeit beträgt meistens über 25 % und die Inflation beträgt durchschnittlich 100 %.

Ihr wisst, welches Land ich meine? Ich werde Euch noch ein paar historische Daten nennen:

In der Altsteinzeit gab es, nachgewiesenermassen, in der Region bereits Jägerkulturen. Im 7. Jahrtausend vor Chr. entstanden die ersten städtischen Siedlungen. nachweislich werden diese anfänglichen Kulturen ca. 2300 Jahre v. Chr. von anderen Kulturen, besonders aus Mesopotamien überlagert, aber nie ausgelöscht.

1800 bis 1100 v. Chr. gründen die Hethiter mit Troja einen bedeutenden Handelsplatz. Diese werden dann aber von den griechischen Völkern vertrieben, welche sich im 1100 Jahrhundert v. Chr. an den Küsten dieses späteren Staates ansiedeln.

1000 - 4. Jahrhundert v. Chr., die Griechenstädte erleben ihre Hochblüte und erobern fast die gesamte Küste Kleinasiens.

334 v. Chr. und 3 Jahrhundert, Alexander der grosse erobert Kleinasien und das persische reich. Nach dem Tod von Alexander kämpfen die Makedonier um die Herrschaft. Pergamon geht als Sieger hervor und wird Herrscher über das Reich.

2. Jahrhundert v. Chr. bis 3. Jahrhundert n. Chr., die Römer erobern die bekannte Welt und auch Kleinasien. Kaiser Augustus proklamiert den Weltfrieden. Gemeint ist die römische Herrschaft ü
ber die Welt.

333 - 1000, Kaiser Konstantin verlegt die Hauptstadt des römische Reiches nach Byzanz. Das Christentum wird Staatsreligion. Kleinasien wird das Land des Oströmische Reiches bis im 7. Jahrhundert der "Arabersturm" einsetzt.

1071 - 13. Jh., im Anatolischen Binnenland entsteht das Seldschukenreich. An der Küste setzen sich währenddessen die Kreufahrer fest und errichten gewaltige Festungen und Burgen.

1326 - 19 Jh., die Osmanen werden zur Regionalmacht in Anatolien. 1453 erobert Sultan Mehmet II das alte Byzanz, benennt es in Konstantinopel um. Die Küstenstädte bleiben weiterhin in griechischer Hand. Das Osmanische reich expandiert. Irgendwann stehen die Türken vor Wien. Doch Zwietracht und Machtgeplänkel lassen das Reich zerfallen. Der Untergang wird mit der Flotte der Osmanen, welche die Schlacht bei Cesme im Jahre 1770 verlor, besiegelt. 1821 - 30 erkämpfen die Griechen ihre Unabhängigkeit von den Osamen, ebenso die Afrikaner und die Balkanländer.

1923 - 1950, Kriege mit den Griechen verdrängen diese vom Festland. Mustafa Kemal, später nannten ihn seine Bürger Atatürk, gründete die türkische Republik. Er beginnt eine umfangreiche Erneuerung der Türkei und versucht sie zu europäisieren. Er stirbt 1938 und hat ein grosses Werk vollbracht. Noch Heute wird er der Gründer der neuen Türkei genannt. Sein Werk und Verdienst istr international anerkannt.

1950 - 1980, es gibt zahlreiche wirtschaftliche Probleme und politische Konflikte. Die Armee, sie sieht sich als Wahrerin der Ideale Atatürks an, ergreift mehrfach die Macht mit einem Staatsstreich ( 1960, 1971 und 1980 ). Jedesmal wird die Herrschaft aber wieder abgetreten.

1980 beginnt dann der wirtschaftliche und touristische Boom in der Türkei. Turgut Özal, wird Ministerpräsident und forciert dieses Entwicklung extrem. Er sieht in ihr die Lösung der internen Probleme. Eine Modernisierungswelle setzt ein, welche die Türken bis zu diesem zeitpun
kt nicht gekannt haben. Einhergehend setzte aber auch die Inflation immer neue Rekorde in die Wirtschaftsbücher. Eine globale Verarmung setzte ein.

1995 kommt dann eine Partei namens Die Islamisten an die Macht. Auf Druck der Armee wird sie jedoch 1998 entmachtet. Neuwahlen bringen einen linksnationalen Ministerpräsidenten und eine ungefähre Stabilisierung der Verhältnisse.

Seit Anfang der 50 ger Jahre kommt jedoch noch ein weiteres Problem auf die Türken zu. es handelt sich um die sogenannte Kurdenfrage. Dieses Volk, es lebt im Ostteil der Türkei verlangt Unabhängigkeit von der Türkei und eine internationale Anerkennung als eigenständiger Staat. Terrorismus war die Folge und erlebte seine Spitzen in den Jahren 1995 bis 1999. Beendet wurde der Terror mit der Verahftung des Kurdenführers Öcalan. Zumndest vorerst.

So genug der Geschichte. Ich glaube, Ihr wisst nun, um welches Land es sich handelt. Falls nicht: Es ist die Türkei.

Persönliche Erlebnisse:

Vor mittlerweile 11 Jahren flogen wir das erste mal in die Türkei. Genauer gesagt in die türkische Ägais, nach Bodrum. Es war ein Last Minute-Flug. Aus lauter Frust über dieses "tolle" Wetter in Deutschland und die ganze Touristen-Abzocke in anderen südeuropäischen Staaten, entschieden wir uns für einen Schnitt, was die Urlaubsgewohnheiten anging. Bis zu diesem zeitpunkt waren wir immer mit dem Auto in den Urlaub gefahren. Das war uns dann doch ein wenig zu weit. Hätten doch ca. 3800 Kilometer vor uns gelegen. Also wurde aus der Urlaubspremiere gleichzeitig eine Flugpremiere.
Wir flogen von Hannover aus zum Flughafen nach Dalaman. In Bodrum gab es zu der Zeit noch keinen Airport. Unser Jungfernflug war alles andere als schön. Wir hatten über Deutschland und Österreich das wohl heftigste Gewitter, was man sich nur so vorstellen konnte. Achterbahnfahren war angenehmer und dabei hasse ich Achterbahnen wie die Pest.
Zu guter Letzt sind wir dann aber nach 3 1/2
Stunden in Dalaman gelandet. 200 Kilometer von unserem Zielort, Bodrum, entfernt. Es stand uns nun eine mehr als vierstündige Busfahrt bevor. Zunächst jedoch traf uns beim Aussteigen aus dem Flugzeug ein Schlag. Wir waren in Hanover bei satten 14 Grad losgeflogen. Als wir aus dem Clipper ausstiegen, wir standen auf dem Vorfeld, hatten wir über 30 Grad. Es war kurz vor Mitternacht.
Die Pass- und Zollkontrolle ging sehr schnell und schon bald saßen wir im klimatisierten Reisebus. Eine Tour startet, die wir niemals vergessen werden. Um nach Bodrum zu gelangen, mussten wir den Taurus, ein Gebirgsmassiv fast so gross wie die Alpen und auch so hoch, passieren. Der Bus schraubte sich unerbittlich die Serpentinen herauf und neben uns war der Abhang. Immer tiefer wurden die Abgründe, die Leitplanke zusehends kleiner und schwächer und wir rutschten immer weiter in unsere Sitze. Nach ca 1 Stunde hatten wir uns an den Anblick gewöhnt und genossen nur noch einfach diese Wahnsinnsaussicht. Trotz der Dunkelheit konnte man die Ortschaften und deren Lichter sehen und das Meer mit zahlreichen kleinen Pünktchen, Lichter von Schiffen, bildeten einen traumhaften Ausblick. Nach einer ganzen Weile ging es dann wieder bergab und wir näherten uns wieder der Küste. Die ersten Ortschaften tauchten auf und die ersten Hotels wurden angefahren.

Einen kleinen Zwischenfall gab es noch auf der Hintour. Der Busfahrer fuhr zu einem Hotel, welches in einer Sackgasse lag. Die Fahrbahn war an der Einfahrt mit einer herrlichen Palme versehen, welche die Strasse teilte. Als die Gäste ausgeladen waren, setzte der Fahrer des Busses zurück. Wenden war ja nocht möglich. Er wollte uns offenbar von seinen fahrerischen Fähigkeiten überzeugen, er gab jedenfals alles und vor allen Dingen so richtig Gas. Ein Aufschrei, ein gewaltiger Rumms und die Palme parkte in der Heckscheibe des Busses. Zum Glück saßen dort keine Leute mehr. Ja, so endet eine Rennfahrt mit den besten Busfahrern der Welt. Der arme
Kerl hate wohl links und rechts in den Ausenspiegel gesehen, die mittige Palme aber schlichtweg vergessen oder übersehen. Inschallah!
In Deutschland wäre das nun ein Grund gewesen, die Polizei zu rufen, einen Abschleppwagen, einen Psychologen für den Busfahrer ( das sind meistens selbstständige Sub-Unternehmer der Touristikveranstalter und schlecht versichert ). Aber nicht so in der Türkei. Sichjerlich, der Mann hat sich geärgert, aber nun war es sein Problem, die übrigen Fahrgäste zu verteilen. Also ran an den Werkzeugkasten, die lange Eisenkette rausgeholt, einmal um die Palme geschlungen, einmal um die Heckbleche des Busses, einmal Gas und der Bus war wieder fahrbereit. Weiter ging die Fahrt.
Das war mein erster Eindruck von der Mentalität der Türken. Improvisationstalent und eine Unerschütterlichkeit, die ihres Gleichen sucht.

Morgens, gegen 4 Uhr, waren wir dann an unserem Hotel. Oh, Gott! Was für eine Kaschemme. Der Barkeeper stockbesoffen, und der Hotelchef selbst an der Rezeption. Wenn das mal gut geht. Unsere Bedenken zeigten sich jedoch in den Folgetagen als absolut unbegründet und ungerechtfertigt. Später dazu mehr.

Zur Begrüssung wurden wir erst einmal verköstigt. Es gab Faldenbrot und geschnetzeltes Hühnerfleisch. Also Chicken-Döner. Dann wurden wir auf die Zimmer gebracht. Wir kamen in einen Innenhof mit einen Swimmingpool von 6 mal 12 m und einem Laubengang zu den Zimmern. Insgesamt hatte dieses Hotel 60 Betten mit 30 Zimmern. Klein aber fein, wie sich herausstellte. Nachdem wir uns eingerichtet hatten und einen Moment in den Betten schlummerten, gingen wir gegen 10 Uhr zum Frühstück. Wir kamen dazu aus unserem Zimmer heraus, gingen durch die rezetionshalle und traten auf einen vermeintlichen Innenhof. Da traf uns der Schlag.

Als wir aus der Eingangtür heraustraten, blendete uns die Sonne und der Anblick, der sich uns bot. Vor uns standen die Tische und Stühle des Restaurants, ein wunderbares Wasserspiel suchte sich
seinen Weg aus einer künstlichen Feldwand heraus durch die Tischreihen, Sonnenschirme aus Palmwedeln spendeten Schatten für die Sitzplätze und die ganze Hotelanlage war zum Meer hin offen. Wir blickten direkt auf das Mittelmeer. Das Hotel lag direkt am Strand. Wir konnten vom Frühstückstisch aus, nach 10 m, in das Mittelmeer steigen. Wir waren sprachlos und ein wohliger Schauer überkam uns. Wir fühlten uns einfach nur wohl. Dann kam auch schon der Chef, wir nannten ihn später nur noch so, und fragte nach unserem Befinden. Er zeigte uns einen Tisch und bat uns zu setzen. Schon wieselte ein jüngeres Mädchen herand und stellte Oliven, Melone, Butter, Käse, Wurst und Baguettes auf den Tisch. Dieses Mädchen war die Tochter vom Chef. Kurz darauf kam dann auch der "stockbesoffene" Barkeeper und begrüsste uns herzlich auf österreichische Art. Wolfgang würde er heissen und der eigentlch Chef hier im Hotel sein. Die Türken hätten Wien nicht erobern können und nun seien die Wiener dabei die Türken zu erobern. Und das würde auch gelingen. Wolfgang war eine Seele von Mensch und seine Frau, Marianne, ebenso.

Im Laufe der 14 Tage, die wir in dem Hotel waren, wurden wir richtig verwöhnt und lernten sehr viel von der Denkensweise und Lebensart der Türken. Die Frau vom Chef war eine Deutschlehrerin und Geschichtslehrerin. Wir haben endlose Nächte, oft bis zum Sonnenaufgang am Strand verbracht und uns über Gott und die Welt unterhalten. Wir fühlten uns einfach nur wohl und vergassen den Rest der Welt. Eines Tages kamen wir darauf zu sprechen, dass wir uns die Halbinsel Bodrum doch einmal gerne vom Wasser aus ansehen würden. Der Chef, er heisst eigentlich Mustafa, fragte, ob wir am Nachmittag etwas vorhaben würden, udn wir verneinten. Wir sollten doch dann um 13 Uhr an der Rezeption sein. Gesagt, getan. Wolfgang und Marianne waren dabei und Mustafa höchstpersönlich. Wir gingen zum Strand und stiegen in ein Schlauchboot mit einem mördermässig grossen Aussenborder. Oh
weh! So hatten wir uns eine Tour aber nicht vorgestellt. Es ging ungefähr 300 m auf das Meer hinaus und Wolfgang, ein breites Grinsen im Gesicht, hatte er unsere Gedanken etwas erraten, steuerte auf eine Segeljacht zu. Der hielt tatsächlich auf diese schneeweisse Jacht von bestimmt 15 m Länge zu. Und tatsächlich. Mustafa stand auf uns sagte lapidar: "Mein Boot." Boot nannte er dieses Schiff. So etwas habe ich beim Grand Prix in Monaco gesehen. Ihr wisst schon, bei der Formel 1, wo die ganzen Cruiser im Hafen liegen. Wir liefen jedenfals mit diesem Schiff den ganzen Nachmittag an der Küste Bodrums entlang. Ein unvergessliches Erlebnis.

Ja so war unser erster Urlaub in der Türkei. 14 Tage waren wie im Flug vergangen. Es gab noch so viele Eindrücke, aber ich will hier keinen Roman schreiben ( im Moment jedenfalls noch nicht ). Die Stadt Bodrum habe ich überhaupt nicht erwähnt und ihre Sehenwürdigkeiten, oder die versunkene Stadt in der Nähe von Bodrum, die antiken Ausgrabungsstätten und und und.

Die Türkei, sie bietet einfach für jeden Menschen etwas, ist ein Land, wo Träume noch realisiert werden können. Das eigentlich Geheimnis der Türkei st jedoch, diese eigenartige Stimmung die einen spätestens nach 2 Tagen überkommt. Stress und Unruhe sind vergessen. Probleme und Hektik werden einfach verdrängt. Nein, verdrängt ist das falsche Wort. Sie geraten einfach in Vergessenheit. Land, Leute und das Wetter machen einfach glücklich und zufrieden. Die Gastfreundschaft der Türken ist grenzenlos und offen und ehrlich. Natürlich gibt es gewisse Spielregeln. Der Tourist sollte sich schon dankbar zeuigen für die freundliche Aufnahme in dem Gastland. Damit meine ich nicht materielle Aufmerksamkeiten. Natürlich freuen sich die Türken über ein Trinkgeld. Viel mehr aber über offene, ehrliche Worte und aufmerksames Zuhören. Freunde, die man in der Türkei gewinnt, sind Freunde für das ganze Leben. Freundschaft ist in der Türkei ein sehr hohes Gut und es wird
gepflegt. Allein dafür lohnt sich eine Reise.

Überzeugt Euch selbst davon und sucht nicht die Touristenhochburgen und kommerziellen Veranstaltungen. Geht durch die Strassen der ortschjaften und mach Augen und Ohren auf. Seid offen für die Eindrücke und empfänglich. Ihr werdet ein Urlaubserlebnis haben, wie ihr es noch nie hattet. Versporchen.

Danke für Eure Geduld und Aufmerksamkeit. Ich beende hier meinen Bericht, denn ich könte noch so viel schrieben und wüsste nicht wo ich fortfahren udn wo ich enden sollte. So gigangtisch die Türkei ist, so unermesslich sind meine Erfahrungen und Eindrücke. Ich liebe dieses Land und meine türkischen Freude.

PS: Der unten angegebene Preis ist ein Durchschnittspreis für eine Woche in der Hochsaison( bei HP und 4 Sternen und Flug )!

Fazit: