Lorengau (Papua-Neuguinea)
Lorengau liegt auf den Admiralitätsinseln an der Seeadlerbucht ! - Lorengau (Papua-Neuguinea) Reiseziele international

Neuester Testbericht: ... auf Manus Island. 1944 wurde die Insel von Australien und den US zurückerobert. INTERNIERUNG Dieses Lager wurde 2001 gebaut, um Asylwerb... mehr

Lorengau liegt auf den Admiralitätsinseln an der Seeadlerbucht !
Lorengau (Papua-Neuguinea)

celles

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Lorengau (Papua-Neuguinea)

Datum: 12.06.16

Bewertung:

Vorteile: total exotisch

Nachteile: abgelegen

Grüß Gott aus Wien !

Bei unserer Schiffreise nach Papua-Neuguinea kamen wir auch nach Lorengau. Dies war auch für die Crew sehr aufregend, weil dort schon Jahre lang kein Schiff mehr hingekommen war und alle, auch die Einwohner, waren sehr gespannt.

Eigentlich kannte ich Lorengau auch nicht und es klingt nicht nur deutsch, sondern ist es auch. Sie ist die Hauptstadt am Seeadlaer Harbor (Seeadlerhafen) und hat rund 5000 Einwohner.
Lorengau liegt auf der Insel Manus, die zu den Admiralitätsinseln zählt und ist auch gleichzeitig deren allergrößte Insel. Sie ist 100 x 30 km groß und liegt im Durschnitt 40 m über dem Meeresspiegel. Die Gesamtbevölkerung soll 50.000 Einwohner ausmachen.


ANREISE

Für die Einreise ist ein Visum erforderlich. Das haben wir von der Reederei bekommen, denn es würde auch keine Botschaft von Papua-Neuguinea in Österreich geben. Wir müssten uns nach Belgien wenden, aber die Erteilung eines Touristenvisums ist bei Einreise am Flughafen von Port Moresby auch möglich. Wir kamen aber von Australien per Schiff.

Die Anreise nach Lorengau kann sehr mühsam per Schiff sein, daher hat man auch einen Flughafen errichtet. Der Momote Airport wird nur von Air Niugini bedient und die Flüge gehen nach Kavieng, Lae, Port Moresby und Madang. Der Flughafen hat nur eine Landebahn und er liegt 4 m über dem Meeresspiegel. Dies ist nicht viel, wenn der Meeresspiegel weiter ansteigt.


VEGETATION

Das meiste der Insel ist mit urwüchsigem Regenwald / Dschungel bedeckt und ist zumeist auch Flachland. Nur der Dremselberg ist 718 m hoch. Wir haben auch gesehen, dass vieles undurchdringbar waren. Man konnte auch keine Wege dorthin sehen.


WIRTSCHAFT

Tourismus ist eigentlich keine Einnahmequelle, es sei denn, dass wieder ein Kreuzfahrtschiff vorbeikommt und mühsam an Land tendert. Wir waren mit Hapag-Lloyd dort und dies war ein Mega-Ereignis und viele Bewohner kamen zum Touristenschauen zum Tenderhafen.

Eine wichtige Einnahmequelle ist der Verkauf und die Verschiffung von Kopra (getrocknetem Kokosnussfleisch). Die Insel lebt auch von den Einnahmen durch die Internierungen auf der Insel.


GESCHICHTE

Die ersten Aufzeichnung stammten von Alvaro de Saavedra aus dem 16.Jh. Im 2.Weltkrieg hat Japan Lorengau besetzt und man sieht noch viele Einrichtung. Die Australier hatten auch Interesse an Manus Island und zogen sich beim Einmarsch der Japaner in den Dschungel zurück. 1942 errichteten die Japaner eine Militärbasis, die 1944 in der Admiralitätsinselkampagne von den USA attackiert wurde. Im Seeadler Hafen wurde eine Basis der Allierten errichtet, die man erkennen kann. Auch führten die Australier Prozesse gegen japanische Militärs auf Manus Island. 1944 wurde die Insel von Australien und den US zurückerobert.


INTERNIERUNG

Dieses Lager wurde 2001 gebaut, um Asylwerber dort einzuquartieren. 2016 meinte Papua, dass dies alles illegal wäre. Eine Lösung steht noch aus, aber Australien bezahlt gutes Geld an Lorengau, dass dort Asylwerber ihre Verfahren abwarten. Dies ist alles auch ins Australien nicht ganz unumstritten.


BASIS

Reste kann man noch erkennen, in erster Linie die vielen Hangar. Der Flughafen ist das beste Relikt, von dem auch schwere Bomber starten konnten. Die Basis fand nach dem Krieg ein Ende und die Ausrüstung und die Basis wurden ins Meer gebulldozert oder in Gruben versenkt.


KLIMA

Lorengau liegt nahe des Äquators, rund 225 km südlich von diesem entfernt und somit mitten in den Tropen. Die Koordinaten sind 2° Süd und 147° Ost. Die Temperaturen sind das ganze Jahr hindurch fast gleich und die Unterschiede in der Temperatur ist zwischen Tag und Nacht größer. Die Werte bewegen sind am Tag zwischen 30 und 31 Grad das ganze Jahr hindurch. In der Nacht sinken sie kaum unter 23 Grad.

In Lorengau regnet es sehr oft und die geringsten Werte sind im August und September mit rund 90 mm und der meiste fällt Im April mit 390 mm. 8 Monate im Jahr liegen die Niederschläge jenseits der 200 mm.


TENDERHAFEN

Der Hafen ist eigentlich auch für reguläre Schiffe vorgesehen, aber der war dermaßen voll mit maroden Schiffen, dass man tendern musste. Vielleicht war auch der Tiefgang unseres Schiffes zu groß, um am langen Betonanleger anlegen zu können. Das Schiff ganz am Anleger war sehr heruntergekommen und neben dem restlichen Blau war mehr Rost vorhanden, aber die Einheimischen sind kaum etwas anderes gewohnt.

Der Empfang war sehr beeindruckend und "halb Lorengau" war anwesend in normaler Kleidung, während die Künstler Bastrock anhatten und auch bunte Elemente aus Stoff über die Brust gewickelt hatten.
Ein schwarzer Mann, der war aber schwarz bemalt von Kopf bis Fuß, Haare eingeschlossen, machte einen Tanz mit einem Speer und einer blutigen Speerspitze. Dies sah echt wild aus.

Viele der Leute hatten einen roten Mund und rote Zähne, was vom Kauen der Beetelnüsse herrührte. Musiker mit grünen Pflanzen im Haar spielten sitzend auf Baumstämmen ohne Rinde und dies machte einen lauten Eindruck. Auch Mädchen in Schuluniform waren zu sehen.


HAFENGEBIET

Am Hafen gab es auch ein altes, mobiles Geschütz in türkiser Farbe, das eventuell noch funktionierte und auch ein alter, grüner Traktor von grober Bauart, der nahe des großen Banyanbaums stand, unter dem viele Schutz von der Sonnen suchten.

Auch war der Boden recht matschig und es gab viele große Pfützen von den starken und permanenten Niederschlägen. Die Fischer legten dort auch mit ihren kleinen, weißen Schiffen an.


DISTRICT COURT

Das Bezirksgericht befand sich hinter einem hohen Gitterzaun und wurde bewacht. Die Bauweise war aber recht unspektakulär.


POSTAMT

Das Postamt sah gar nicht so schlecht aus und war im Vergleich zu den anderen Gebäuden auch relativ schön. Die hellbraune Vertäfelung aus Holz machte das Haus sympathisch, wohingegen das große, weiße Schild am Dach machte einen weniger schönen Eindruck. Auch verfügte dies über eine hohe Antenne und eine große Parabolschüssel.


PNG POWER

Dies war in einem grauen Hangar mit braunem Dach aus Wellblech untergebracht. Dies war ein Relikt von der Basis und war auch eingezäunt, aber eine Art von Militärarchitektur.


MARKT

Der Markt war eingezäunt und nur durch ein Tor zu begehen. Dieser bestand aus langen Ständen, die alle überdacht waren und mit Schindeln bedeckt. Dies kam uns auch zugute, weil auch starke Regenfälle einsetzten und wir uns auch unterstellen mussten.

Auf den unendlichen langen, grauen Theken wurde Obst und Gemüse feilgeboten und diese Waren waren auch immer von schlichten Preisschildern begleitet. Nicht so schön fand ich, dass man auf den Rücken gelegte Schildkröten verkaufen wollte. Bemerkenswerter waren schon die Handtaschen aus Naturfasern. Der Markt war sehr belebt und viele Leute tummelten sich dort, schauten oder kauften.

Es gab auch Stände mit Fischen, die nicht mehr so gut rochen und auch nicht so gut aussahen. Andere Pulte boten Kosmetikartikel, Spielzeug und Alltagsbedarf.

Hinter dem Markt erstreckte sich eine große und recht gut gepflegte Grünfläche, die auch für Sport genutzt wurde.


ST MICHAEL KIRCHE

Die Kirche stand etwa 7 Minuten außerhalb des Zentrums. Sie war eher von simpler Natur, etwas hochgestellt auf einer Plattform, die über 5 Stufen zu erreichen war. Die Stützmauern waren aus alten, grauen Ziegeln mit einem braunen Metallgitter obenauf.

Die Kirche hatte ein leicht schräges, flaches Dach, das zwei Fenster überspannte und der Kirchturm war von dreieckiger Form und aus Holz. Im oberen Bereich hing ein graues Holzkreuz und eine Aushöhlung mit Statue und darunter ein kleines Portal mit einem Rundbogen auf Säulen. Dahinter waren auch spärlich Palmen zu erblicken.

Wir waren in dieser Kirche auch drinnen und es gab dort einen Fliesenboden in der Mitte mit beidseits Holzbänken und der Altar war auch weiß und rot bedeckt. Von oben gab es durch die Fenster einen großen Lichteinfall. Bilder und Statuen habe ich keine gesehen, dafür viele Blumen in hohen, weißen Vasen beidseits des Altars. Auch ein Holzpult und ein hohes Holzkreuz standen links und doch noch eine weiße Christusstatue. Der Eingang war braun vertäfelt, aber aus einem seltsamen Material, nicht aus Holz.

Daneben stand auch noch eine andere Kirche. Diese war aber geschlossen und aus grünem Wellblech mit einem einfachen Turm mit Spitzdach und einem kleinen Portal. Beide Seiten des Dachs waren relativ flach und es war eher ein Zweckbau. Dafür stand dort auch eine schöne, große Marienstatue.

Beide Kirchen wurden 1995 eröffnet und dafür hatte man auch eigens einen Gedenkstein geschaffen. Die Ventilation war durch die lockere Bauweise auch recht gut und die Rillen der Fenster ermöglichten einen guten Durchzug.


WANDGEMÄLDE

Die meisten Häuser waren potthässliche Wellblechhütten, aber dies hat man teils auch geändert. Das schönste Gemälde war für mich eine Strandszene, die historische Ereignisse zeigten wir Musik und Trommelei am Strand, tanzende Frauen und Auseinandersetzungen, die auch teils tödlich endeten. Darunter wurden Schildkröten aufgesprüht.


HOTEL

Ein kleines Hotel haben wir auch gesehen, das über Häuser mit Zimmern verfügte und auch eine Lobby, in der man ausgestopfte Krokodile sehen konnte.


SHOPPING

Im Manus One Stop Shopping Center gab es alles, was man für seine Ernährung aber auch seine Gefährte und fürs Fischen braucht. Dies alles war in einer größeren Wellblechhütte untergebracht.


STRÄNDE

Es gab auch Strände, an denen die Einheimischen badeten. Diese erschienen mir aber nicht sauber und auch der Abgang war nicht einfach wegen der rauen Kanten und schroffen Felsen. Des weiteren standen dort auch rostige Ölfässer herum und ich hätte dort keinen Fuß hingesetzt.


FAZIT

Lorengau ist kein Ziel, das man bewusst für eine Reise wählt, sondern im Zuge einer Reise mitbesuchen kann. Große Sehenswürdigkeiten sucht man dort natürlich vergebens und auch die kleinen muss man gründlich suchen.
Es ging auch mehr darum, das Leben der Leute in Lorengau kennenzulernen und wir wurden auch nett begrüßt und auf der Straße etwas skeptisch beäugelt, weil man kaum friedliche Weiße dort bis dato gesehen hatte.

Gehsteige gab es teils auch und manche Straße war auch asphaltiert, wohingegen die Dorfstraßen nicht befestigt waren und voller Pfützen waren. Die Autos fuhren auch recht fleißig herum und man musste aufpassen.

Danke fürs Lesen

Celles

Fazit: s.o.