Lissabon
1 Tag in Portugals Hauptstadt - Lissabon Reiseziele international

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1 Tag in Portugals Hauptstadt
Lissabon

chan5

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Lissabon

Datum: 17.11.10, geändert am 17.11.10 (1069 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Burg, Kloster, Turm, Stadtbild insgesamt, angenehmes Klima, große Plätze, Hügel an sich

Nachteile: Hügel wenn man sie laufmäßig nicht gewohnt ist

Heute möchte ich mich vor der Uni mal an den Lissabon Reisebericht herantrauen. Im September diesen Jahres habe ich zusammen mit meinen Eltern eine Woche Urlaub an der schönen Algarve in Portugal gemacht und einen Tag davon sind wir mit unserem Mietauto auch zur 300km entfernen Hauptstadt Portugals gefahren. Ob sich die etwa 3stündige Fahrt (pro Weg) gelohnt hat, werde ich im Folgenden erläutern.


~.*.~ Allgemeine Infos zu Lissabon ~.*.~
Land: Portugal
Stadt: Lissabon
Einwohner: etwa 500000
Fläche: 84,7km²
Bevölkerungsdichte: 5900 Einwohner pro km²


~.*.~ Wo genau liegt Lissabon ~.*.~
Portugals Hauptstadt Lissabon befindet sich auf der Iberischen Halbinsel, ganz im Westen an der Atlantikküste an der Flussmündung des Tejo. Lissabon ist bekannt dafür auf 7 Hügeln erbaut zu sein und dementsprechend geht es in der ganzen Stadt ständig auf und ab.


~.*.~ Wie sind wir nach Lissabon gekommen? ~.*.~
Wie bereits gesagt, wir haben Urlaub in Lagos an der Algarve gemacht. Von dort aus sind es bis Lissabon etwa 300km und man braucht mit dem Auto 2,5 - 3 Stunden. Von Lagos aus sind wir die A22 bis Albufeira gefahren und ab dort haben wir dann die A2 gen Norden genommen. Auf dieser Autobahn in Richtung Lissabon muss man Gebühren in der Höhe von ungefähr 15 Euro zahlen. Zunächst fährt man eine lange Strecke mitten durch das Land, ohne wirklich etwas zu sehen. Erst kurz vor Lissabon kommt man dann wieder in mehr besiedeltes Gebiet. Um nach Lissabon rein fahren zu können, muss man zunächst die Tejo Brücke passieren (die optisch übrigens sehr schön ist und an die Golden Gate Bridge erinnert). Die Fahrt über die Brücke kostet nochmal etwa 4,50 Euro für PKWs. Nachdem man über die Brücke fährt ist man so ziemlich direkt in Lissabon und kann ab dort entweder den Schildern oder doch besser dem eigenen Stadtplan folgen.


~.*.~ Was kann man in Lissabon alles machen? ~.*.~
BELÉM
Wir hatten uns schon vor der Fahrt entschieden, dass wir uns zuerst die Sehenswürdigkeiten vom Stadtteil Belém, direkt am Tejo gelegen, ansehen wollen. Diese Entscheidung war fahr technisch in jedem Fall gut, da wir von der "Ponte 25 de Abril" (besagte Brücke) sehr schnell und problemlos dort hinkamen.

Turm von Belém (Torre de Belém)
Dies war unsere erste Adresse in Lissabon. Wir haben direkt davor einen Parkplatz bekommen (es war etwa 10Uhr) und mussten bis zum Turm schließlich nur noch 2 Minuten laufen. Der Torre de Belém gehört seit 1983 zum UNESCO Weltkulturerbe und liegt direkt am Tejo - er ist wohl das bekannteste Wahrzeichen von Lissabon. Der 1515 erbaute Turm diente einst als Wachturm und wurde vor langer Zeit zerstört, aber glücklicherweise wieder aufgebaut. Dieser Turm ist im manuelinischen Stil erbaut und hat das schlimme Erdbeben von Lissabon zum Glück unbeschadet überstanden. Der Eintritt ist für Erwachsene etwa 3 Euro, aber wir hatten für etwa 9 Euro (wenn ich mich richtig erinnere) ein Kombi Ticket für den Turm und das nahe Jerónismos Kloster gekauft. Dieser Turm ist aus schönem hellen Stein erbaut, recht schmal und er sieht von unten gar nicht so hoch aus. Im Inneren stellt man dann aber fest, dass die Flächen und vor allem die Treppen sehr eng sind und dass es davon doch relativ viele gibt. Im ersten "Stock" gibt es draußen sozusagen eine Art Terrasse, von der aus man einen herrlichen Blick auf den Tejo und die Brücke hat. Die Zimmer im Inneren des Turms, besser gesagt die einzelnen Stockwerke, gehörten je einer anderen wichtigen Person. Von jedem Stock aus konnte man durch Fenster nach draußen sehen und den Ausblick genießen. Hinzukommt, dass diese detaillierte Bauweise mit den Türmchen und Verzierungen absolut schön und beeindruckend war. Im noch engeren Keller konnte man Kanonen und eine Art Gefängniszellen sehen.

Hieronymus Kloster (Monsteiro dos Jerónimos)
Dies war unsere zweite Adresse in Lissabon. Da wir vor dem Turm umsonst und ganz gut standen sind wir die 15 Minuten zum nahen Kloster zu Fuß gelaufen. Da wir schon das Kombi Ticket im Turm gekauft hatten, mussten wir uns hier glücklicherweise nicht lange anstellen, sondern konnten direkt durch den Eingang durch marschieren. Das Kloster ist ist wohl der bedeutendste Bau der Manuelinik (portugiesische Variante der Spätgotik) und ich fand es schon von außen absolut beeindruckend. Der längliche Bau aus hellem Kalkstein mit den ganzen detaillierten Verzierungen erinnert beinahe an ein Schiff. Das 1544 fertiggestellte Kloster hat mich vor allem durch diese wahnsinnig schöne Architektur mit dem Gewölbe, den vielen Bögen und deren Verspieltheit beeindruckt. Beschreiben kann man das leider kaum, aber sehr gut zur Geltung kam der Reiz der Bauweise im Innenhof mit den Kreuzgängen. Von dort aus hatte man je einen tollen Ausblick zur anderen Seite und konnte die Pracht erst richtig wahrnehmen. Das Kloster selbst erinnert dann mehr an eine sehr sehr schöne Kathedrale - sehr hoch - sehr groß - wundervoll. Das Kloster hat mir persönlich fast noch besser gefallen als der Turm, gerade weil dieser Bau so imponierend, riesig und einfach nur bezaubernd ist.

Padrao dos Descobrimentos
Diese Statur ist ein Entdeckerdenkmal und sie steht direkt am Fluss Tejo.Sie steht dafür, dass Portugal eine alte Seefahrernation war bzw. ist und stellt ein Schiff da, auf dem sich z.B. der berühmte Heinrich der Seefahrer befinden. Da sich dieses Denkmal in direkter Nähe des Turms bzw. des Klosters befindet, kann man es sich schon angucken. Es ist recht groß, aus hellem Stein und kommt vor allem vor der Brücke richtig gut zur Geltung.


CHIADO & BAIXA
Weiter ging unsere Stadttour nun in der Innenstadt von Lissabon. Von Belém aus ist der Weg eigentlich gar nicht weit, aber durch das Gewirr der engen und hügeligen Straßen, oft mit wenig Schildern, muss man sich erst mal durch kämpfen und dann muss man noch Glück haben, dass man einen einigermaßen zentralen Parkplatz findet. Wir haben diesen an Largo Camoes, im Stadtteil Chiado gefunden. Dieser Platz an dem das Parkhaus liegt war in jeder Karte eingezeichnet und zu Fuß bloß 5 Minuten von der Haupteinkaufsstraße entfernt.

Auch hier waren die Straßen SEHR hügelig und so ist es zu Fuß doch auf Dauer etwas anstrengender, da man es von zu Hause ja nicht gewöhnt ist. Nun sind wir durch die Gassen (und einige Geschäfte^^) erst mal zur RUA AUGUSTA, der Haupteinkaufsstraße gelaufen und von dort aus Richtung Wasser zum riesengroßen Praca do Comércio. Dieser Platz mit der Reiterstatue in der Mitte gehört zu den wichtigsten Plätzen in Lissabon. Bis zum Erdbeben 1755 befand sich hier das königliche Uferschloss. Nun steht man aber vor dem Arco da Rua Augusta - sozusagen dem Tor zur Baixa - der Innenstadt von Lissabon. Die Rua Augusta ist eine Fußgängerzone, relativ breit und von schönen Häuserfassaden an den Seiten gesäumt. Hier gibt es sehr viele Geschäfte und in der Mitte der Straße Cafés. Biegt man in die Rua de S. Justa ein, so kommt man zu einem echten Aufzug Elevador S Justa, der sozusagen ins nichts führt. Eigentlich wollten wir mit diesem in die Höhe fahren, aber leider war die Schlange etwas zu lang. Beeindruckend ist dieser alte Fahrstuhl mitten in der Stadt aber dennoch. Früher hat der Personenaufzug den Stadtteil Baixa mit dem höhergelegeden Stadtteil Chiado verbunden. Läuft man die Rua Augusta bis zum Ende durch, so kommt man zum Rossio Platz, ebenfalls sehr groß und auch mit tollen Statuen und architektonisch tollen Gebäuden wie z.B. dem Theater. Ein kurzes Stück dahinter befindet sich dann das Hard Rock Café. Das Hard Rock café befindet sich in einem hohen, roten Gebäude und ist mit dem bekannten Schriftzug dekoriert. Im Inneren kommt man zunächst am Shop vorbei (große Auswahl, ordentlich, nette & hilfsbereite Verläuferin mit flüssigem Englisch) bevor man zum café kommt. Wir wollten eigentlich nix trinken und nur das Café anschauen und das durften wir laut den Bedienungen auch. Wie gewohnt gab es auch hier viele Gitarren, Bässe & Drum Sticks von berühmten Rockgrößen und das 2stöckige Hard Rock café von Lissabon ist somit auch interessant.

In der Innenstadt ist aber nicht nur die Rua Augusta sehenswert sondern auch die schachbrettmäßig angelegten Seitenstraßen. Auch hier gibt es viele Geschäfte und vor allem auch Restaurants und Cafés. Mir hat dieser Straßenirrgarten sehr gut gefallen, weil es hier irgendwie gemütlich war.


ALFAMA & CASTELO DE SAO JORGE
Unser nächstes Ziel war schließlich der Stadtteil Alfama und insbesondere das Castelo S. Jorge, eine alte Festungsanlage mit Burgruine auf einem von Lissabons Hügeln. Diese von den Mauren erbaute Burg wurde beim Erdbeben 1755 stark beschädigt. Dort hin zu gelangen war auf Grund der Hügel der Stadt allerdings gar nicht so einfach und so musste man einen Umweg in Kauf nehmen. Ich fand das allerdings nicht ganz so schlimm, da man so weitere Eindrücke des Stadtteils Alfama sammeln konnte und vor allem, weil man auf dem Weg dahin an der Sé vorbeigekommen ist, einer sehr schönen Kirche. Da die Burg wie gesagt auf einem Hügel liegt, musste man stark bergauf laufen, was doch relativ anstrengend war. Man hätte auch die berühmte Straßenbahn 28 nehmen können, aber auch die war ständig mehr als überfüllt. Als wir dann endlich bei der Burg angekommen waren, mussten wir feststellen, dass das Gelände riesig war. Der Eintritt hat für 3 Personen etwa 11 Euro oder so gekostet, war also nicht ganz so hoch. Man konnte nun auf dem Gelände herumlaufen und hatte einen wahnsinnig tollen Ausblick auf die vielen roten Dächer und die vielen Plätze von Lissabon. Allein deswegen hat sich der Aufstieg zur Burg schon gelohnt. Wir hatten Glück, dass gutes Wetter war und man dementsprechend sehr weit gucken konnte. Weiter konnte man dann natürlich auch zur "eingefallenen" Burg bzw. dessen Ruine gehen. Im Inneren kam mir diese Burg so ursprünglich vor und die Reste waren noch dazu sehr gut erhalten und gut angelegt, auch mit dem Park davor. Der Park selbst ist voller Bäume die Schatten spenden und auf denen man sich super ausruhen kann. Die streunenden Katzen störten mich nicht und ich fand sie eher niedlich. Zur Burg, die von einem "Graben" umgeben ist gelangt man über eine Art Brücke. Passend zu der "Burgstimmung" hat im Inneren ein portugiesischer Gitarrenspieler Musik gemacht, die sehr schön war. Man konnte auf der Burg sogar noch herumlaufen und hatte von den noch erhaltenen Türmen erneut einen ganz tollen Ausblick auf Lissabon und das Umland. Also meiner Meinung nach ist diese Burg ein wirkliches Muss für jeden Lissabon Touristen! Es war sozusagen mein Highlight von unserem Städtetrip. Alfama als Stadtteil selbst ist dann vor allem für die SEHR engen Gassen bekannt, durch die die Straßenbahn (Tram - ähnlich) nur gerade so durchpasst. Außerdem befinden sich im Wirr Warr der Hügel viele Treppen und Sackgassen und Gebiete dieses Stadtteils erinnern irgendwie tatsächlich ein wenig ans Mittelalter, wie im Reiseführer beschrieben.



~.*.~ Sauberkeit & Sicherheit? ~.*.~
An der Sauberkeit habe ich wirklich nichts auszusetzen. Anders als bei anderen südeuropäischen Städten war Lissabon echt aufgeräumt und sauber und es hat auch nicht gestunken. Die Stadt ist ordentlich, gut erhalten und man fühlt sich dort nicht unwohl oder so. Auch an der Sicherheit habe ich an sich nichts auszusetzen, da ich nie "Angst" hatte. Allerdings muss man dazu sagen, dass sich in der Straße mit den Restaurants viele, teil musizierende, Bettler befunden haben. Die waren aber nicht aggressiv oder aufdringlich. Hier merkte man aber schon, dass in Lissabon auch Armut herrscht.


~.*.~ Essen und Trinken ~.*.~
Wir haben am Mittag in einer der Seitenstraßen der Rua Augusta in einem Restaurant gegessen. Die gesamte Straße war voller Restaurants und überall waren die Preise in Ordnung und es gab vor allem viele Fischgerichte. Abgesehen von den angesprochenen Bettlern war die Atmosphäre gemütlich und es ließ sich im Schatten der Hausfassaden auch gut aushalten. Ich hatte mir Muscheln bestellt und war sehr zufrieden damit. Trinken kann man sonst an sich in jedem Touri oder Kiosk Shop günstig kaufen. Verdursten muss man also nicht.


~.*.~ Shoppen ~.*.~
Hier werde ich nicht mehr groß drauf eingehen, weil ich zuvor schon einiges dazu geschrieben habe. Die Haupteinkaufsstraße ist die Rua Augusta - dort gibt es sehr viele Geschäfte wie z.B. H&M und Bershka, aber auch viele coole Shops mit portugiesischen Marken. In den vielen Seitenstraßen der Rua Augusta kann man ebenso gut shoppen. Beim Fußballstadion soll es auch noch ein riesiges Shopping Centrum geben, aber wir hatten dafür am Ende leider keine Zeit mehr.


~.*.~ Fazit ~.*.~
Lissabon ist meiner Meinung nach eher eine Stadt, die im gesamten beeindruckend ist. Es gibt hier zwar keine Freiheitsstatur oder Eiffelturm, dafür ist das Stadtbild aber selbst mehr als schön. Das liegt wohl vor allem an den Hügeln und weiterhin auch an der portugiesischen Bauweise mitsamt der roten Dächer. Weiterhin gefallen mir die großzügigen Plätze der Stadt sehr gut, da man sich dort gut ausruhen kann. Auch toll waren der Turm von Belém in Verbindung mit dem Jerónimus Kloster. Beides sehr beeindruckende Bauten, die wirklich sehenswert sind. Am besten gefallen hat mir aber das Castelo de Sao Jorge. Die Burgruine, auf bzw. in der man rum laufen kann ist absolut ursprünglich und hat mich sehr interessiert und dazu kommt der geniale Ausblick auf Lissabons rote Dächer, seine Plätze, den Tejo und die Ponte 25 de Abril, die wirklich stark an die Golden Gate Bridge erinnert.

Meiner Ansicht nach ist Lissabon auf jeden Fall einen Ausflug wert und unser Tagestrip hat sich gelohnt. Anstrengend war er, aber dafür waren wir um viele Eindrücke reicher! Ich vergebe somit 5 von 5 Sterne an Portugals Hauptstadt Lissabon!


Liebe Grüße,

Chan5

Fazit: Lissabon hat einiges zu bieten und insgesamt ein sehr schönes Stadtbild!