Limerick (Irland)
Von Gedichten, Regen und einem Milch-Markt - Limerick (Irland) Reiseziele international

Neuester Testbericht: ... touristischer Attraktion, und durch St. Mary's Cathedral zu ihren architektonischen Höhepunkten bei. Während der Bürgerkriege im 17. Jahrh... mehr

Von Gedichten, Regen und einem Milch-Markt
Limerick (Irland)

dik1609

Name des Mitglieds: dik1609

Produkt:

Limerick (Irland)

Datum: 22.09.17

Bewertung:

Vorteile: Schönes Bild bei der Ankunft

Nachteile: Nur wenige echte Höhepunkte

Von jeher liebe ich Limericks, also die kurzen, in aller Regel scherzhaften Gedichte in fünf Zeilen mit dem Reimschema aabba und einem relativ festen metrischen Schema. Und weil diese Gedichtform angeblich in der irischen Stadt Limerick entstanden sein soll, freute sich mich darauf, diese heimliche Literatur-Hauptstadt im Rahmen einer Irland-Rundreise im März des Jahres kennen lernen zu dürfen. Ich war also gespannt auf Limerick, rief mir während der Anreise diverse Fünfzeiler ins Gedächtnis zurück - und entdeckte dann vor Ort nichts, aber auch absolut gar nichts, was mit Limericks zu tun haben könnte. Über den Besuch in Limerick berichte an dieser Stelle dennoch gern.

Allgemeine Informationen
===================
Limerick ist die Hauptstadt der Grafschaft Limerick in der Provinz Munster im Südwesten der Republik Irland. Die Stadt hat rund 57.000 Einwohner, mit Vororten etwas mehr als 90.000 Einwohner. Sie ist historisches Zentrum der Region und in einigen Bereichen Zentrum für den Westen Irlands. Der größte Fluss Irlands, der Shannon, durchfließt die Stadt und mündet hinter Limerick als Shannon Estuary in den Atlantik.
Die Stadt war seit 812 Ort einer Wikingersiedlung, jedoch gibt es Hinweise auf frühere Siedlungen im Gebiet. Nach der Vertreibung der Wikinger erbauten die Normannen die Stadt im 12. Jahrhundert neu und trugen durch Bauten wie King John's Castle, Limericks bekanntester touristischer Attraktion, und durch St. Mary's Cathedral zu ihren architektonischen Höhepunkten bei. Während der Bürgerkriege im 17. Jahrhundert spielte die Stadt eine wichtige Rolle. Sie wurde durch Oliver Cromwell und zweimal durch die Williamiten belagert, ehe die Auseinandersetzung mit dem Vertrag von Limerick beendet wurde. Die Stadt wurde als einzige in Irland nie erobert. Den Einwohnern Limericks wird wegen dieses Umstands ein gewisses Selbstbewusstsein nachgesagt. Limerick erfreute sich durch seine privilegierte Lage und als Zentrum eines großen Umlands stets relativen Wohlstands.
Die landesweite Hungersnot verursachte ab 1845 den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt, der erst ab den 1960-er Jahren gebrochen wurde. Limerick ist unter anderem auch durch Drogenschmuggel in Europa bekannt geworden, welcher von zwei rivalisierenden Banden, dem Dundon- und dem Keane-Callopy-Clan, kontrolliert wird. (Informationen: Wikipedia).

Unser Besuch
===========
Es waren nur einige Stunden, die unser Aufenthalt in Limerick dauern sollte. Der Bus parkte direkte am Ufer des Shannons - und unmittelbar nach dem Aussteigen mussten die Fotoapparate gezückt werden, denn das Motiv war einfach sehenswert: Hier der Fluß, dort eine steinerne Brücke, und dahinter das Schloss. Das sah wirklich gut aus. Und dann ging es zu Fuß über die Brücke und in die Stadt, vorbei an der Kathedrale, erneut über den Shannon. Es gab keine Anzeichen von fünfzeiligen Gedichten, dafür aber viele Restaurants, Cafés und Geschäfte - und immer wieder Regen. Die Ennis Street ist die Haupt-Einkaufsstraße Limericks, aber ich hatte zuvor von einem alten Milch-Markt an der Mungret Street gelesen - und genau den wollte ich aus reiner Neugierde besuchen. Der hielt nicht alles, was ich mir davon versprochen hatte, zumal auf dem ummauerten Markt-Gelände am Tag unseres Besuchs, einem Sonntag, bei weitem nicht alle Stände besetzt waren. Aber: Hier gab es interessante lokale wie internationale Köstlichkeiten. Hier wurde gegrillt, hier wurde gebacken, hier wurden Getränke ausgeschenkt (nur Milch habe ich nicht gesehen). Die normalen Verkaufsstände dagegen erwiesen sich dagegen als wenig aufregend, aber dafür gab es sogar an diesem regnerischen Tag Live-Musik in nicht einmal schlechter Form - da wurde gern ein paar Minuten zugehört.

Wir hatten nicht zu viel Zeit in Limerick, zudem spielte das Wetter einfach nicht wirklich mit. Also verließen wir den Milch-Markt wieder, um noch eine Kleinigkeit zu essen und anschließend in angenehmer Atmosphäre Flüssigkeit zu uns zu nehmen. Und dafür ist die Umgebung des Milch-Markts einfach perfekt geeignet, denn hier gibt es eine ganze Reihe von Imbissbetrieben, Restaurants und Pubs. Wir genossen also Lammfleisch und Bier - und dann mussten wir uns auch wieder Richtung Bus begeben, wobei ein heftiges Gewitter einerseits dafür sorgte, dass wir den nicht ganz trocken erreichten, andererseits dafür, dass wir mit einem wunderschönen Regenbogen am Himmel belohnt wurden. Zeit, uns das Schloss von innen anzusehen, hatten wir nicht mehr. Und auch die weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt wie die Kathedrale der heiligen Maria oder das Kunstmuseum wurden bestenfalls kurzer Blicke gewürdigt. Es ging weiter - ins angeblich schönste Dorf Irlands. Und auch das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Aber das ist ein anderer Bericht.

Meine Meinung
===========
Limerick kann man sich anschauen, muss man aber nicht. Für viele Flugreisende indes ist die Stadt erster Anlaufpunkt in der Republik Irland, denn nur wenige Kilometer von Limerick entfernt liegt der Flughafen Shannon, der unter anderem von der Fluggesellschaft Ryanair regelmäßig und von vielen europäischen Zielen aus angeflogen wird. Für die Fluggäste allerdings ist Limerick dann zumeist nur eine Durchgangsstation. Wenn sie sich nur kurz in der Stadt aufhalten, verpassen sie nicht viel. Wie schon erwähnt: Die Burg sieht beeindruckend aus, die Kathedrale auch. Der Milchmarkt ist nett - nicht mehr, nicht weniger. Ansonsten ist dies eine Stadt wie es sie dutzendweise in Europa gibt. Und auch die von mir so geliebten Gedichte sind hier nirgendwo zu finden. Aber dennoch möchte ich den Besuch in Limerick dazu nutzen, meinen Lieblings-Limerick an dieser Stelle niederzuschreiben. Und das ist er:
There was a young lady of NigerWho smiled as she rode on a Tiger
They came back from the ride
With the Lady inside
And the smile on the face of the Tiger.

Fazit: Kann man sehen, muss man nicht