Kylemore Abbey (Irland)
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Eine Perle in Connemara
Kylemore Abbey (Irland)

dik1609

Name des Mitglieds: dik1609

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Kylemore Abbey (Irland)

Datum: 29.08.17

Bewertung:

Vorteile: Sehenswertes Schloss, beeindruckender Garten, wunderschöne Lage

Nachteile: Keine festgestellt.

Im Rahmen einer Rundreise durch Irland stand ein Tagesausflug nach Connemara an. Über die beeindruckenden Landschaften im Westen der Grünen Insel habe ich hier bereits berichtet, doch dieser Ausflug beinhaltete für die Reisegruppe noch etwas ganz Besonderes, nämlich den Besuch von Kylemore Abbey. Und weil der so beeindruckend war, gibt es über dieses Benediktinerkloster einen gesonderten Bericht, der im Folgenden zu lesen ist.

Allgemeine Informationen
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Kylemore Abbey ist die älteste irische Benediktinerinnenabtei. Das 1665 gegründete Kloster ist nach mehreren Umzügen seit 1920 in dem 1871 fertiggestellten Schloss Kylemore in Connemara im County Galway untergebracht. Das Schloss und der Viktorianische Mauergarten von Kylemore wurden von dem Großindustriellen und Politiker Mitchell Henry (1826-1910) und dessen Ehefrau Margaret Henry (1829-1874) erbaut. Die Architekten des Schlosses waren James Franklin Fuller und Ussher Roberts. Der Bau dauerte vier Jahre, von 1867 bis 1871. Die Henrys hatten neun Kinder. Während eines Urlaubs in Ägypten erkrankte Margaret Henry an der Ruhr und verstarb innerhalb weniger Tage am 4. Dezember 1874. Sie wurde nach Kylemore zurückgebracht und in dem für sie errichteten Mausoleum beigesetzt. Als Mitchell Henry am 22. November 1910 verstarb, wurde auch seine Asche an der Seite seiner Frau hier bestattet. Zwischen 1877 und 1881 ließ Mitchell Henry eine Gotische Kirche zum Andenken an seine Frau erbauen. Im Julin 1903 war der englische König Edward VII. in Begleitung seiner Tochter Prinzessin Victoria zu Besuch in Kylemore. Es gab Gerüchte, der König wolle das Schloss kaufen und als königliche Residenz nutzen, es war ihm aber wohl zu teuer. Am 22. September 1903 verkaufte Mitchell Henry das Schloss und die Ländereien für 63.000 Pfund an den Herzog von Manchester. Finanziert wurde der Kauf größtenteils von dessen Schwiegervater, dem Ölbaron Eugene Zimmermann. Als der 1914 verstarb, erwarb der Londoner Bankier und Immobilienmakler Ernest Fawke das Anwesen, der es so lange verwalten ließ, bis ein neuer Käufer gefunden war. 1920 erwarb das Benediktinerinnenkloster das Schloss und 405 Hektar Land für etwas mehr als 45.000 Pfund. (Informationen: Wikipedia).

Der Ort des Geschehens
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Kylemore Abbey liegt im Westen Irlands, in Connemara. Die Postanschrift lautet Kylemore Abbey & Victorian Walled Garden, Kylemore, Connemara, Co.Galway, Irland. Im Internet gibt es ausführliche Informationen unter www.kylemoreabbey.com (nur in englischer Sprache). Über die N 59 und die R344 ist das Anwesen aus Galway und Dublin kommend mit dem Auto einfach zu erreichen. Von Galway gibt es auch Busverbindungen. Kylemore Abbey ist ganzjährig geöffnet, jeden Tag von 9 bis 18 Uhr (letzter Einlass ist 17.30 Uhr). Eine normale Eintrittskarte kostet 13 Euro, Senioren zahlenm 10, Studenten 9 Euro. Zudem gibt es vergünstigte Familien- und Gruppen-Eintrittskarten.

Was es zu sehen gibt
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Ein Besuch sollte sich nicht auf wenige Minuten beschränken, denn es gibt Einiges zu sehen, wenn die Eintrittspforte erst einmal passiert ist. Neben dem Schloss, dessen Erdgeschoss für die Öffentlichkeit geöffnet ist und in dem es auch Audio-Vorführungen über das Leben vor Ort in der Vergangenheit gibt, stellt der Garten des Anwesens ein Muss dar. Der ist ein gutes Stück vom Eingang und Schloss entfernt. Für alle, die ungern weite Wege fußläufig zurücklegen, gibt es einen regelmäßig verkehrenden Shuttle-Bus-Service. Eine gotische Kirche und das oben bereits erwähnte Mausoleum sind zudem einen Abstecher wert. Zudem gibt es auf dem Anwesen mehrere Restaurations-Betriebe sowie wunderschöne Waldpfade und Ufer-Wanderwege. Wer nur kurz Zeit hat (75 bis 90 Minuten aber sollten das Minimum sein) kann die restaurierten Räume im Schloss selbständig mit Hilfe von Informationstafeln erkunden - und dann sollte es auf jeden Fall noch in den ummauerten viktorianischen Garten gehen, am besten mit dem Shuttlebus. Für alle, die mehr Zeit haben, gibt es auch (kostenlose) Führungen mit entsprechenden Erläuterungen durch Schloss und Garten.

Meine Meinung
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Wie das zumeist so bei Reisegruppen ist: Wir hatten nicht viel Zeit, um Kylemore Abbey zu erkunden. Rund zwei Stunden standen uns zur Verfügung, von denen einige Minuten schon benötigt werden, um die herrliche Lage des Schlosses am Pollacappul See inmitten der Berglandschaft Connemaras zu bewundern und noch vor Passieren des Kassenhäuschens erste Fotos vom eindrucksvollen Gebäude zu schießen. Es war Anfang März, als wir hier zu Gast waren. Und das Wetter war unbeständig. Als wir aber mit dem Reisebus bei Kylemore Abbey ankamen (eine ausreichende Zahl an Parkplätzen ist vorhanden), war es gerade trocken. Und damit war klar, dass wir zu Beginn unserer Besichtigung den viktorianischen Garten inspizieren wollten. Also: Ab in den Shuttlebus, fünf Minuten Fahrt, 'raus aus dem Bus. Und schon standen wir an der Teestube, hinter der der Eingang zum mitten im Torfmorr gebauten ummauerten Garten zu finden ist. Klar ist, dass Anfang März eher wenig Blühendes hier zu entdecken ist, der Besuch des Gartens erwies sich aber dennoch als lohnenswert und nahm auch mehr als eine halbe Stunde in Anspruch.

Zu sehen sind auf 2,4 Hektar hier ein formaler Blumengarten, eine Kalkbrennerei, Gewächshäuser, ein kleines Wäldchen, ein Bergbach, ein Steingarten, eine Nussbaumplantage der Kräuter- und der Küchengarten, Staudenrabatte, Schnittblumenbeete, ein Farngarten - und das einfach hübsch aussehende Hausdes Obergärtners am Rande der Mauern. Das alles wirkte trotz der eher ungünstigen Jahreszeit für einen Besuch sehr gepflegt und mit ein wenig Vorstellungskraft wurde auch deutlich, wie schön das alles später im Jahr aussehen muss. Schade nur, dass das Teehaus nicht geöffnet hatte, denn ein warmes Getränk hätten wir gern nach unserem ausgiebigen Garten-Spaziergang zu uns genommen. So aber ging es wieder mit dem Shuttlebus zurück zum Eingangsbereich.

Als nächstes stand die Schlossbesichtigung an, wobei es vom Eingang zum grauen Granit-Mauerwerk nur wenige Schritte sind. Das war durchaus interessant. Es ging durch die äußere Halle mit ihrem Eichenholz-Fußboden, dann durch die innere Halle mit einem imposanten Treppenhaus, das ebenfalls aus Eiche gebaut wurde. Weiter ging es durch den Salon, den Gemeinschaftsraum und den Speisesaal bis hin zum hinteren Saal. Eine audiovisuelle Vorführung (die es einmal stündlich auch in deutsch gibt) verdeutlicht das Leben im Schloss und in der Abtei, deren oberen Stockwerde übrigens heute noch von Nonnen bewohnt und genutzt werden - wobei ich hoffe, dass die freundlicher wirken als die, die bei der Vorführung zu sehen waren.

Insgesamt also hatten wir zwei Stunden Zeit in Kylemore Abbey. Nach Garten- und Schlossbesichtigung (auf die gotische Kirche und das Mausoleum verzichteten wir) blieben noch ein paar Minuten, um sich im Shop des Besucher-Zentrums umzusehen und um im angrenzenden Café noch einen Tee und ein Stück Kuchen zu verzehren. Und dann ging es wieder zurück zum Bus, wobei erneut noch ein paar Fotos vom beeindruckenden Schloss geschossen werden mussten. Einig waren sich alle Mitglieder der Reisegruppe, dass dieser Besuch absolut lohnenswert war. Ich gestehe aber auch ein, dass ich nicht zwingend noch mehr Zeit hätte hier verbringen müssen - die zwei Stunden reichten mir völlig aus. Übrigens war in unserem Falle das Eintrittsgeld schon im Preis für den Tagesausflug enthalten. Aber die geforderten 13 Euro empfinde ich als nicht zu viel Geld für ein Anwesen, auf dem problemlos auch ein halber Tag verbracht werden kann.

Fazit: Ein Besuch, der sich lohnt