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Das deutsch-polnische Mekka
Gora Sw. Anny

Name des Mitglieds: AnDrahs
Produkt:
Gora Sw. Anny
Datum: 16.02.02, geändert am 25.02.02 (2924 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: preiwsert, nicht hyperkommerzialisiert, viel kultivierte Natur, meditativ, beeindruceknd auf stille Art
Nachteile: kein Halligali-Reiseziel, die Franziskaner beten hier nur und brauen kein Bier
Was die meisten der heutiger Bewohner Schlesiens einigt, ist ihre katholische Konfession. So trifft der bekennende Deutsche den erklärten Polen, wenn schon nicht anderswo, dann eben auf dem Weg in den Himmel und der führt alle Schlesier nicht am St. Annaberg vorbei. So haben Moslems ihr Mekka, die Franzosen ihr Lourdes, die deutschen nach Mariazell, die Polen ihre „Jasna Góra“ und die Schlesier, egal ob deutscher oder polnischer Abstammung, nach St. Annaberg.
Das war nicht immer unproblematisch: Unter Bismarck galt Katholischsein als undeutsch und wurde unter der Überschrift „Kulturkampf“ auch mit Gewalt bekämpft. Die Nazis hatten es auch nicht gerne, wenn man lieber sein Herrgott als den Führer grüßte, während die polnischen Kommunisten die „klerikale Macht“ so fürchteten, dass sie sie entgegen der Weisung aus Moskau tolerierten. St. Annaberg hatte jedoch trotzdem seine Anziehungsk
raft nie verloren.
Geographie
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Die Schlesische Hochebene liegt zwischen Tarnowitz (Tarnowskie Góry) und Oppeln (Opole), auf dieser Ebene befindet sich die höchste Anhöhe von Chelmer Massivs, der sog. Georgsberg, auch als Berg der heiligen Anna bekannt (406 Meter ü.N.N.). Geologisch wird sein Gesteinskern durch Kalkstein und Basalt dominiert und ist vulkanischen Ursprungs. Auf dem Gipfel des Berges befindet sich ein Kloster, mit der Basilika, die rund um den Kult der gnadenbringenden Figur der Heiligen Anna Selbstdritt entstanden war.
Wenn man von Oppeln nach Kattowitz oder in die Gegenrichtung unterwegs ist, egal ob mit dem Auto, Zug oder sonst noch wie, kann diese markante Anhöhe nicht übersehen. Es ist weit und breit der einzige Berg, der sich über die recht flache schlesische Hochebene erhebt. Vom weiten her sieht man schon den grünen Hügel und die Dächer der Kalvarienkapellen, die über den grünen Walddach hinausragen.
Entscheidet man sich hinaufzugehen oder hinaufzufahren, taucht man in den Schatten des Waldes ein. Die Straße windet sich in Serpentinen hinauf und so bekommt man gelegentlich – zwischen den Bäumen - auch mal den Überblick über ganz Oberschlesien... von Oppeln bis Gleiwitz und von den Sudeten im Süden bis in die Stober Wälder... über die fruchtbaren Felder und die grünen wiesen sowie die stinkend qualmenden Schloten. Das ist Oberschlesien!
Das Sanktuarium und die Franziskaner
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Angeblich befand sich auf dem „hohen Berg bereits im Frühmittelalter eine kleine Kappelle zum Hl. Georg. Bevor auch hier mit dem Aufkommen des mittelalterlichen St. Annenkultes Ende des 15 Jh. ein kleines Holzkirchlein erbaut, der Vorläufer der heutigen Basilika.
In 1655 hatte Graf Melchior Ferdinand von Gaschin , der Eigentümer dieses Gebietes in die Kirche auf dem Berg die Franziskanermönche aus Gleiwitz herkommen lassen. Gle
ichzeitig mit Ankunft der Franziskaner hat man mit dem Bau der ersten hölzernen Klosteranlage angefangen. Später wurde das Klostergelände den Mönchen offiziell geschenkt.. 1810 mussten die Mönche das Kloster verlassen. Es wurde 1811 zugunsten des preußischen Staates kassiert und säkularisiert. Erst 1859 durften die Franziskaner aus Westfalen wieder kommen. Anno 1871 brach unter Bismarck der sog. „Kulturkampf“ aus, der in einer wiederholten Vertreibung der Minoriten gipfelte. Sie durften erst 1887 wieder zurückkehren. Die dritte Vertreibung der Mönche hatte in der NS-Zeit stattgefunden: Im November 1940 wurde hier ein Durchgangslager für Rumäniendeutsche eingerichtet und am 19. Juni 1941 wurde den Franziskanern befohlen, das Kloster binnen 48 Stunden zu verlassen. Im Gegensatz zur gnadenreiche Figur der Hl. Anna, die unter abenteuerlichen umständen gerettet werden konnte, hat sich außer den Bauten selbst wenig erhalten, denn das Kloster wurde wieder mal säkularisiert und enteignet. Vermutlich wurden die meisten kostbaren Antiquitäten zur Finanzierung des Krieges oder zu eigenen Gunsten von Nazibonzen verscherbelt. Die Anlage wurde dagegen zum Lazarett und Erholungsheim der Wehrmacht umfunktioniert. Die Franziskaner sind auf den Berg der Hl. Anna im Jahre 1945 zurückgekommen. Seitdem sorgen sie sich bis heute um das Heiligtum.
Sehenswürdigkeiten:
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St. Annen-Basilika
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Die erste Kirche wurde hier in den Jahren 1480-1485 errichtet. Die Stifter waren Nikolaus und Christoph Strzalla hatten sich zu diesem Zwecke verschulden müssen. Die älteste amtliche Erwähnung von der Kirche stammt aus 25. Juni 1516: Ein Dokument bestätigt die Übergabe der Kapelle auf dem Berg an den Pfarrer von Lesnitz, dem Fortan die seelsorgerischen Pflichten oblagen.
Es ist eine einschiffig gemauerte Kirche. Sie hat eine Größe von 38x12x12 Meter und wurde im Stil des Barock erbaut. Die Malereien
über dem Mitteldurchgang knüpfen an das Leben der Heiligen Anna an. In der Basilika befinden sich 6 Seitenaltare, von rechts: der Altar der Mutter Gottes, des Hl. Peters, des Hl. Antonius, der Hl. Hedwig (Königin v. Schlesien), des Hl. Franziskus und des Hl. Josefs. 1673 wurde die Kirche aufwändig umgebaut. Ihr heutiges gotisch-barockes Aussehen verdankt die Basilika der in den Jahren 1957-1964 durchgeführten Renovierung, durchgeführt von Familie Josef, Maria und Georg Mischke aus Löbschütz (Luboszyce). Ein wenig Aufmerksamkeit verdient ebenfalls die Orgel.
Die gnadenreiche Figur
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Obwohl auf dem Berg schon früher eine St. Annenkirche existierte, gewann der Annenkult erst später zunehmend an Bedeutung, nachdem dort – der Sage nach - der Sachsenfürst Georg 1504 diese Figur mit aus Frankreich als Kriegsbeute nach Oberschlesien gebracht haben sollte. Darin soll sich ursprünglich ein Knochenstück der Heiligen befunden haben. Alsbald fand sie zu ihrem heutigen Wohnsitz auf dem „Hohen Berg“, heute St. Annaberg genannt.
Die Figur der Hl. Anna wurde mit Sicherheit von einem Meister noch im 15. Jh. aus einem Stück Lindenholz geschnitzt. Sie ist 66 cm hoch und stellt drei Personen dar: In der Mitte steht die Hl. Anna, die in ihren Armen zwei Kinder hält. In ihrer Rechten hält sie ihre Tochter – Muttergottes und Jungfrau Maria, in ihrer Linken hält sie ihren Enkel - das Jesuskind, das entsprechend seiner Bedeutung größer dargestellt worden ist als seine Mutter. Die Figur wurde mehrfach symbolträchtig bemalt, was man allerdings selten sieht, weil sie in verschiedene Prunkgewänder gekleidet wird, so dass normalerweise nur die drei Köpfe zu sehen sind.
1799 waren laut Klosterchronik die heiligen Reliquien aus der Figur verschwunden. Man hatte sie nach Genehmigung durch die Breslauer Kurie durch andere ersetzt. Währen des Zweiten Weltkriegs wurden die im Kloster ansässigen Franziskaner von
den NS-Machthabern vertrieben. Damit die Fugur nicht verloren gehen konnte wie zahlreiche anderen wertvollen Gegenstände, wurde sie von einem Mönch gegen eine Kopie ersetzt. Das Original fand dann vier Jahre lang Zuflucht im Oppelner Kloster der Franziskanerinnen, bevor es über Proskau (Prószków) und Glatz (Klodzko) nach dem Krieg zusammen mit den Franziskanern heimkehren konnte.
Der Paradiesplatz
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Ein viereckiger (36x51 m), vom Kreuzgang gesäumter Hof bildet die Verlängerung der Basilika und wird kurz „Paradiesplatz“ genannt. Er wurde im Jahre 1768 errichtet und war 1804 sowie 1886 umgebaut worden. An den Wänden befinden sich die Kreuzwegstationen. Unter den Arkaden befinden sich 15 fast hundertjährige Beichtstühle. Zum Süden hin befindet sich die Kapelle der Muttergottes von Fatima. Den Paradiesplatz kann man durch drei Tore betreten. Das Haupttor ist nur über eine 70-stufige Treppe zu betreten, das Nordtor über eine Treppe genannt „Ave Maria“, während das dritte „Päpstliche Tor“ wurde 1983 anlässlich einer Papstvisite so umgebaut, dass das „Papamobile“ hindurchfahren konnte. Direkt daneben befindet sich die Sankt Annenkapelle, welche 1804 angebaut wurde, um den Pilgern ein Blick auf die gnadenreiche Figur zu ermöglichen, weil diese lange Zeit immer zugedeckt blieb und nur während der Gottesdienste aufgedeckt wurde.
Die Lourdes-Grotte
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Dort, wo ehedem in einem Steinbruch Basalt abgebaut wurde, errichtete man in den Jahren 1912-1914 eine Lourdes-Grotte, dem gleichnamigen französischen Sanktuarium in Kalkstein nachempfunden, zuvor hatte das Kloster den Steinbruch seinem Besitzer abgekauft und abgesichert, weil sein weiterer Betrieb die Klostergebäuden bedrohte. Neben jener großen Grotte befinden sich in 14 kleineren Grotten in Stein gehauenen Kreuzwegsstationen.
Die Kalvarie
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Die Kalvarie wurde in den J
ahren 1700-1709 dank Graf Georg von Gaschin errichtet. Zuerst waren die drei großen Kirchen und Kapellen des Leidens Christi, später die anderen (über 40) zig Kapellen gebaut. Die schönste Kirche ist hier die Kreuzkirche mit der Gruft der Stifterfamilie von Gaschin, die auf dem Weg zum Pilgerheim liegt. Die jüngste Kapelle wurde 1910 eingeweiht. Der Kalvarienweg - sollte man ihn vollends beschreiten wollen - ist 15 km lang.
Das Ehrenmal
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St. Annaberg wurde nach dem Ersten Weltkrieg eine wichtige politische Rolle zuteil, als hier 1921 zum Ende des Dritten Schlesischen Aufstandes eine blutige Entscheidungsschlacht zwischen den polnischen Aufständischen unter Wojciech Korfanty und den deutschen Verteidigerkräften aus Freikorps, Polizei und Freiwilligen stattfand. Korfanty mit seinen Anhängern akzeptierten nicht das Ergebnis der Volksabstimmung und wollten größere Teile Schlesiens an Polen angegliedert sehen, als dies der Versailler Vertrag vorgesehen hatte.
Das heutige Denkmal wurde anstelle des deutschen Ehrenmals errichtet, das von 1938 bis 1946 hier stand und allen gefallenen Schlesier der Nachkriegszeit (Erster Weltkrieg) erbaut worden war.
Die Grundsteinlegung des deutschen Ehrenmals erfolgte am 23.August 1936. Am 22.05.1938 wurde das Ehrenmal feierlich unter reger Teilnahme der Vertreter des NS-Regimes eingeweiht. Er diente fortan als ein Gegengewicht zu der katholischen Wallfahrtsstätte. Hier fanden später zahlreiche NS-Kundgebungen statt.
Nach dem Krieg wurde dieses Denkmal auf Geheiß polnischer Verwaltungsorgane gesprengt. Die Ausschreibung um das Nachfolgemahnmal zu Ehren der polnischen Aufständischen gewann Ksawery Dunikowski. Sein monumentaler Entwurf wurde an exakt der selben stelle realisiert wie sein deutscher Vorgänger. Er wirkt sogar noch bedrohlicher, trister und monumentaler: Vier mir Reliefs verzierten massiven Granitpylonen „beschützen“ das „ewige Feuer“.
Das Amphitheater
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Die unmittelbar östlich des Denkmals befindliche breite Treppe führt auf eine weiter unten gelegene Terrasse, die mit Platten aus rotem Sandstein ausgelegt ist. Von dort führt eine weitere Treppe zur Feierstätte, die einem antiken Freilichttheater nachempfunden ist. Das Amphitheater liegt 34 m unterhalb des Denkmals. Es wurde in den Jahren 1937-38 durch die Deutschen gebaut. Mit seinem Fassungsvermögen von bis zu ca. 50 000 Personen gehört es zu den größten Objekte dieses Typs in Polen. Es besteht aus Kalkstein und hat eine Oberfläche von 20.250 Quadratmeter. Das Amhitheater liegt in einem Park, dessen Fläche ursprünglich 38 ha betrug. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Park erweitert.
Aufstandsmuseum
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Wer sich für die Geschichte rund um den Kulturkampf, die Volksabstimmung, das polnische Kulturleben vor dem Zweiten Weltkrieg interessiert, als Schlesien noch deutsch war, kann im „Muzeum Czynu Powstanczego“ seinen Wissensdurst stillen. Das Museum ist im sog. „Polnischen Haus“ (Dom Polski) und einem neueren Anbau untergebracht. Das Haus diente vor dem Krieg als Sitz und Treffpunkt eines polnischen Kulturvereins. Leider ist das Museum für den Außenstehenden nicht zuletzt wegen seines herkömmlichen Konzeptes kein muss und wegen der fehlenden Unparteilichkeit (viel polnische Propaganda) nicht ohne Vorsicht zu genießen.
Der Naturlandschaftspark
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Das Gebiet um den St. Annaberg ist von zahlreichen einzigartigen Naturschönheiten (seltene Pflanzen, geophysikalische Formationen, ein einzigartiges Mikroklima) geprägt. Daher wurde auf dort 1988 auf einem Gebiet von 5.150 ha ein Naturlandschaftspark gegründet. Weitere anliegenden 6.275 ha wurden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Fünf bestehende höfische Parkanlagen (Żyrowa, Lichynia, Wysoka, Kalinów, Kalinowice) wurden ebenfalls in diesen Landschaftsschutzgebiet
ebenfalls integriert. Diese Naturschätze sind mit vier Lehrpfaden für Radler wie Wanderer gut erschlossen:
1.) Rundweg um den St. Annaberg;
2.) Weg von St. Annaberg über Zyrowa ach Ligota Górna;
3.) Weg von St. Annaberg nach Zalesie Slaskie über die geplanten Naturreservate „Boze Oko“ und „Grafik“
4.) Weg von Zyrowa nach St. Annaberg über das geplante Reservat „Lesisko“
Darüber hinaus stellt St. Annaberg einen Knotenpunkt dar, wo sich 6 ausgezeichnete touristische Wanderpfande kreuzen (Der Einfachheit halber – falls sich jemand dafür interessiert und mehr recherchieren möchte - verwende ich hier die gängigen polnischen Bezeichnungen.):
1.) Szlak im. Powstanców Slaskich (Pfad d. Schlesischen Aufständischen);
2.) Szlak III. Powstania Slaskiego (Pfad des 3ten. Schelsischen Aufstandes);
3.) Szlak im. Kapitana Roberta Oszki (Haptmann-Oschko-Pfad)
4.) Szlak spacerowy im. Ksawerego Dunikowskiego (Ksawery-Dunikowski-Wanderpfad);
5.) Szlak im. Jana Pawla II. (Johanns-Paul II. - Pfad);
6.) Szlak flory i fauny (Fauna-und-Flora-Pfad).
Unterkunft:
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Großen Luxus sucht der Spendenfreudige Tourist in dieser Gegend vergebens. Stattdessen findet man hier zahlreiche kleine Pensionen und Privatquartiere. Überlegenswert ist allerdings auch eine Übernachtung im Pilgerhaus (Dom Pielgrzyma), das 1938 eingeweiht und 1989 erweitert wurde. Die (2-, 3- und Mehrbett-) Zimmer sind zwar spartanisch eingerichtet, dafür aber sauber und selbst für polnische Verhältnisse sehr preiswert. Das Pilgerhaus, das über 2000 Gäste aufnehmen kann, bietet ebenfalls die Möglichkeit der Vollverpflegung. In der Eingangshalle finden gelegentlich Ausstellungen statt. Für Interessenten – hier die Kontaktadresse:
Al. Jana Pawła II
47-154 Góra św. Anny
Tel.: +48 (077) 461 54 88
Fax.: +48 (077) 461 54 88 w. 22
Der Ort: r><br>°°°°°°°°
Wegen den paar nicht gerade beeindruckenden Häusern und den ca. 500 Einwohner alleine, würde wohl niemand hierher einkehren. Das Dorf wurde 1679 erstmals urkundlich erwähnt und entstand rund um das Kloster, dem es dienstverpflichtet worden war. Daher überwogen hier zunächst die Handwerker. Außer der Forst- und Landwirtschaft sowie Steinabbau und –Bearbeitungsgewerbe lebt die kleine Ortschaft vor allem von den Pilgern, obwohl der Kommerz hier noch keine dominierende Rolle spielt. Zugegeben, es gibt hier zahlreiche Kunst-, Buch- und Devotionalienläden. Da die meisten Pilger vollends im Kloster versorgt werden, findet man hier nicht allzu viele Gaststätten. Obwohl die meisten Besucher zu Fuß oder auf dem Fahrrad hierher kommen, ist das kein großer Mangel, denn weitere, größere Ortschaften sind in wenigen Minuten erreicht, wenn man sich für eine Abkürzung und nicht einen offiziellen Pilgerweg entscheidet. Auch ein sog. Nachtleben sucht man hier vergebens, denn außer Gebeten und Meditationen wird in einem anständigen Wallfahrtsort kein weiterer Zeitvertreib des Nachts geboten.
Touristeninformation:
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Lesnicki Osrodek Kultury i Rekreacji
Leśnica, ul. Powstańców Śl. 1
Tel.: +48 (077) 461 53 91
Fazit:
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Ist also St. Annaberg eine Reise wert? Als alleiniges Reiseziel würde ich St. Annaberg nicht empfehlen, wenn man kein gläubiger Katholik ist. Wer sich jedoch für ehrliche Religiosität interessiert, einen Einblick in die Mentalität der heutigen Schlesier gewinnen möchte und für die Schätze der kultivierten Natur ein offenes Auge hat, der sollte an dieser Perle Schlesiens nicht einfach vorbeifahren – unabhängig seiner Konfession. Diese Meinung vertraten offensichtlich auch die protestantischen Könige Preußens wie Friedrich Wilhelm II. und Friedrich Wilhelm IV. Dass die Schlesien besuchenden katholischen Politiker aller Länder und kirchlich
en Würdenträger diesen Ort nicht gerade meiden (z.B. Achille Ratti - der spätere Papst Pius XI – oder Karol Wojtyla, der „polnische Papst“ Johannes Paul II), versteht sich von selbst. St. Annaberg ist ein kleiner, stiller, meditativer Wallfahrtsort ohne großen Bimbamborium, denn die St. Annenfigur gilt nicht aus wundentätig, sondern nur „gnadenreich“. Dank dem deutschstämmigen Oppelner Bischof Alfons Nossol, werden seit einiger Zeit in der Basilika jeden Sonntag um 15:30 Uhr – neben dem vielen polnischen – auch deutsche Gottesdienste gefeiert. Zusätzliche geistlichen Dienste in deutscher Sprache kann man ebenfalls problemlos buchen. St. Annaberg ist also ein empfehlenswerter Reiseziel für Interessierte wie Kenner, ungeeignet jedoch für Ballermann-Freaks. Die beste Reisezeit reicht von Mai bis Allerheiligen.
Fazit:
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07.03.02
Klasse Bericht! Kein Wunder, dass Du hier 'ne Krone bekommen hast! Danke auch fuer den netten Kommentar zu meinem SMC Bericht! CU Stef