Sony STR DE485
Klang vom Kino zu Hause ? - Sony STR DE485 AV-Receiver

Produkttyp: Sony AV Receiver

Neuester Testbericht: ... auch nicht. Meine Playstation 3 ist über HDMI an den TV angeschlossen und FBAS ist nunmal die qualitativ schlechteste Signalvariante, di... mehr

Klang vom Kino zu Hause ?
Sony STR DE485

Hollgo

Name des Mitglieds: Hollgo

Produkt:

Sony STR DE485

Datum: 22.06.10, geändert am 22.06.10 (864 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: + 5x 80 W Verstärkerleistung + Dolby Digital, DTS & ProLogic Kompatibel

Nachteile: - kein HDMI-Eingang/Ausgang - nur zwei digitale Eingänge - kein digitaler Ausgang

In den Kinos hatte die digitale Tontechnik in Form von Dolby Digital Surround schon lange Zeit, bevor auch nur an eine Umsetzung der Wiedergabe von dieser Technik für den Hausgebrauch zu denken war, mit Erfolg Einzug gehalten. Ende der 90´er Jahre begann dann endlich der Trend hin zu Verstärkern oder Receivern, die eigens für die Wiedergabe von digitalem Dolby Digital 5.1 Surroundsound auch für das heimische Wohnzimmer konzipiert wurden. Nachdem die Preise für diese Geräte ein wenig gefallen waren, schlug ich Anno 2003 zu - der Sony STR-DE 485 Receiver sorgt seither für den digitalen Raumklang in meinem Wohnzimmer...

=== So kam ich zum Gerät ===

Einen DVD-Player und dafür auch reichlich Lesefutter (DVDs in DD 5.1 Sound) hatte ich schon vor dem Kauf des Receivers schon längere Zeit gehabt. Somit war also nur noch ein passender Dolby-Digital fähiger Verstärker zu "besorgen", um meinen "Surroundsound"-Traum in Erfüllung gehen zu lassen
Ein Angebot bei Mediamarkt machte mich anno 2003 aufmerksam: ein Sony STR-DE 485 Dolby Digital Receiver für ganze 199 Euro, incl. Magnatboxen für gar nur 249 Euro - also ein ganzes "Surround"-Set für 249 Euro - das war ja wirklich mal ein Angebot. Allein die Magnatboxen waren damals schon für nicht unter 100 Euro zu bekommen, und der Receiver war unter 300 Euro ebenso kaum zu bekommen. Also hingefahren, angeschaut und mitgenommen....

=== Erster Eindruck ===

'''Vorderseite / Frontplatte'''

Der Sony STR DE 485 macht schon einen recht wuchtigen Eindruck, wenn man vor ihm steht. Mit seinen Abmaßen von25 cm x 41,5 cm x 14 cm nimmt er schon gehörig Platz im "Hifi-Rack" ein, entspricht aber mit seiner Breite von 41,5 cm exakt den Standardabmassen für "normale" Hifi-Geräte und passt entsprechend gut in ein Hifi-Rack. Der Einsatzzweck des Receivers ist in Sony-typischen golden Lettern auf der Frontplatte des Gerätes oben rechts angebracht "Digital Audio Video Control Center" heisst es da - darunter der Zusatz "Digital Cinema Sound - Cinema Studio EX. Besonders fällt beim ersten Blick auf das Gerät die genau in der Mitte der Frontplatte plazierte Menuwahlscheibe auf, durch die man sich (wie ich später noch erläutern werde) durch mehrere Funktionsmenus des Receivers wählen kann. Rechts auf der Frontplatte finden wir den massiven, fernbedienbare Lautstärkeregler des Gerätes vor, darüber sechs Eingangswahltaster, allesamt in runder, silbrigchromiger Druckknopfoptik, Das alphanumerische Display des Receivers ist 8-stellig und in Form einer digitalen Segmentanzeige gehalten. Unterhalb des Displays sind die Bedienelemente auf einer im 80° Winkel nach hinten geneigten Frontplatte angebracht. Hier sitzten neben der bereits erwähnten Menuwählscheibe noch etluche weitere Tasten und Schalter, die, wie das gesamte Gerät allesamt einen gut verarbeiteten Eindruck machen. Links unten auf der Frontplatte ist schließlich der Kopfhörerausgang in Form einer 5 mm Klinkenbuchse angebracht, die automatisch das Gerät über ein dann deutlich hörbares Relais stumm stellt, wenn ein Kopfhörer angeschlossen wird.

'''Geräterückseite / Audio- und Videoein- und -ausgänge'''

Die Geräterückseite enthält die gesamten verfügbaren Anschlüsse des Gerätes.
Im einzelnen sind dies die folgenden:

* 1 digitaler und 1 optischer digitaler Eingang
* 1 AM- (Wurfantenne) und ein FM Antenneneingang (coaxial)
* Multi Channel In: 2x Front, 2x Rück, 1 Center und 1 Subwoofereingang (Bauform allesamt in Cinch (coaxial)
* Analoge Eingänge (Stereo-Cinch) für:
- CD /MD-Tape/ DVD-LD/Video1 / Video 2
* Analoge Ausgänge (Stereo-Cinch) für:
- MD-Tape /Video1
*Dazu FBAS-Videoeingänge (Cinch) für:
- DVD--LD / Video1/Video2
* sowie FBAS Videoausgänge für:
- Video1/Monitor

Außerdem mit dabei: ein separater Subwoofer-Ausgang (Subwoofer Out) in Cinch-Form, an die der Subwoofer der 5.1 Lautsprecher Anschluß findet.

'''Klemmen statt "Bananen"'''

Die Lautsprecher werden allesamt über Kabelklemmen an die Anlage angeschlossen. Die hochwertigeren, schraubbaren Lautsprecheranschlüsse (für "Bananenstecker") sucht man also vergeblich an dieser Stelle....
Sämtliche Anschlüsse sind sauber beschriftet, sodass der Anschluß erleichtert wird.
Die Anordnung der Cinch-Eingangs- und -ausgangsanschlüsse ist - verstärkerüblich - in mehreren Reihen neben- und übereinander angeordnet.
Da wir es mit einem Receiver (also Verstärker mit eingebautem Radio (FM)-Teil) zu tun haben, fehlen an der Geräterückseite sonst bei Verstärkern schonmal gesehene zweipolige Stromanschlußbuchsen.

'''Die Fernbedienung'''

Die rudimentärsten und wichtigsten Gerätefunktionen kann man auch über eine beiliegende Fernbedienung steuern. Mit dieser Steuerung kann man sämtliche der verfügbaren sechs Eingänge steuern, dazu kann man dank der vorhandenen Zifferntasten z.B. einen Sony-CD Player oder einen Sony-Fernseher bedienen.
An Receiverfunktionen sind mit der Fernbedienung neben den besagten Eingangsquellen und An/Aus auch die Lautstärke, die Schallfelder(Cinema EX) und der Stereo (2CH) - Modus an- und abschaltbar.
Die Bedienung liegt dabei recht gut in der Hand und wird mit 2x AAA-Zellen betrieben. Wie der Rest der Anlage macht auch die Fernbedienung einen gut verarbeiteten Eindruck. Die Gummitasten sind recht strapazierfähig, haben einen angenehmen Druckpunkt und reagieren auch prompt auf die Nutzereingaben.

Allerdings ist der STR DE 485 eher ein Gerät, welches dank der vielen Tasten und Schalter wohl eher "aus der Nähe" bedient werden möchte, besonders das Setup per Menu ist eher eine Sache, die man "direkt am Gerät" denn über die Fernbedienung unternehmen sollte...

=== Installation ===

Nachdem ich alle dem Gerät beiliegenden Teile durchgeschaut und auch einen Blick in den deutschsprachigen, 55 Seiten umfassenden deutschen Teil der mehrsprachigen Anleitung geschaut hatte, ging es an die Integration des Verstärkers in meinen bestehenden Gerätepark. Dazu suchte ich mir zunächst einen günstigen Platz. In meinem Fall findet der Receiver neben dem TV auf einer rollbaren, über 2m breiten TV-Kommode seinen Platz. Da ich noch einen Minidisc- und einen extra CD-Player anschliessen wollte, war klar, dass das Gerät ganz unten stehen muss. Da ein Gerät wie ein Verstärker/Receiver recht ordentlich Wärme während des Betriebes aufnimmt und an die Umgebung abgeben kann(155 W Leistungsaufnahme), sollte man darauf achten, dass man das Gerät nicht allzu sehr von der Luftzufuhr abschneidet. Idealerweise sollten 10-20cm Platz hinter und neben dem Gerät Platz sein um eine ausreichende Kühlung sicherzustellen.
Auf meiner TV-Kommode ist dies der Fall. Also das Gerät aufgestellt und zunächst den digitalen Eingang des Gerätes per Cinch mit dem digitalen Ausgang des DVD-Players verbunden. Dann kamen die Lautsprecher dran, die ich bereits im Raum verteilt hatte (Schema s.u.). Nachdem die Lautsprecherkabel an den zugehörigen Klemmleisten angedockt waren und auch der Subwoofer per Cinch am Subwooferausgang des Gerätes angeschlossen war, war die digitale Seite der Installation schon beendet. Nun mussten nur noch die analogen Verbindungen des MD- und CD-Players mit den entsprechenden Quelleneingängen des Gerätes verbunden werden- zum Schluss noch den Stromstecker angesteckt und dann den Receiver zum 1. Mal angeschaltet...
Insgesamt dauerte die ganze Installation knappe 10-15 min - es ging also recht fix...

=== Warum Stereo kein Raumklang ist ===

Das Grundprinzip: um einen realistischen Raumklang wiederzugeben, reichen die beiden schon seit den 70´er Jahren des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Stereokanäle einfach nicht aus. Bei Stereo wird das Klangsignal einfach über zwei getrennte Kanäle übertragen - ein linker und ein rechter Kanal. Dabei werden bei der heutzutage üblichen Stereoabmischung beide Kanäle ein wenig überlagert, um den Klangeindruck für den Hörer noch realistischer zu machen. Prinzipiell kann man über Stereo als Hörer wenigstens aussagen, aus welcher Richtung der Klang kommt.
Für das Anhören von Musik reicht Stereo in der Regel aus, es sei denn, man will sich z.B. ein Live-Konzert von DVD anschauen - spätestens hier ist der Wunsch nach "echtem" Raumklang dann gegeben.
Denn das, was Stereo bietet, hat mit "echtem" Raumklang nichts zu tun. Man kennt das von Filmen: Geräusche, die in der Aufnahme eigentlich von "hinter dem Hörer" kommen müssten, wirken,per Stereo übertragen, ganz einfach nicht klar ortbar. Nur 2 getrennte Tonkanäle - das ist einfach zu wenig für die Übertragung von "richtigem" Raumklang.
Spätestens hier setzt die neuere Raumklang- bzw. Surround-Sound-Technik an.


=== Dolby Digital 5.1 kurz vorgestellt ===

'''Der analoge Vorgänger'''

Die "Surround Sound", zu deutsch "Raumklang" - Technik gab es zunächst nur als analoge Ausgabe. Die Kinos waren wieder einmal Vorreiter dieser Technik. Viele Kinos hatten schon zu Beginn der 1990´er Jahre die analoge Variante der Raumklangtechnik in ihren Sälen eingebaut.
Hier zogen die Hersteller von Hifi-Elektronik ein paar Jahre später mit analogen Verstärkern oder Receivern für den Heimbereich nach. Vorreiter der Raumklangtechnik war schon damals die Firma Dolby Labs - die bis dato eigentlich vornehmlich durch ihre Rauschunterdrückungsschaltungen für die Wiedergabe/Aufnahme von analogen Kassetten bekannt geworden waren.
"Dolby Surround", dabei wurde dem analogen Stereosignal, wie es jede normale Hifi-Anlage eigentlich auch verarbeiten und wiedergeben kann, einfach die Signale für die beiden hinteren Boxen beigemischt. Entsprechende Verstärker/Receiver, die analoges Dolby Surround wiedergeben konnten, hatten einen entsprechenden Decoderchip eingebaut, der die dem Stereosignal quasi "huckepack" mitgegebenen Surround-Informationen auslesen und entsprechend auf die 5 ansteuerbaren Boxen verteilte.
Mit Aufkommen der DVD-Technik Ende der 90´er Jahre wurde schließlich, wie so viele andere Übertragungstechniken auch, die analoge Surroundsound-Technik digitalisiert.

'''Lets go digital'''

Dolby Labs entwickelte die analoge Technologie im Laufe der 90´er Jahre weiter - bis die ersten Kinos dann mit "digitalem Surroundsound" werben konnten. Die neue, digitale Technik brachte gegenüber der analogen Technik allerlei Vorteile. Es musste nicht mehr auf das mittlerweile veraltete Stereo-Signal zurückgegriffen werden, die digitale Tontechnik als solche erwies sich darüber hinaus als einfach überlegen gegenüber der analogen Technik (auch, wenn viele "Puristen" heute wieder auf die analoge Schallplatte zurückgreifen, für den "Raumklang"-Part ist das einfach so...) Bald gab es ein Schlagwort: Dolby Digital 5.1. Dolby, klar, ist der "Erfinder" der Technologie, "Digital" ist auch klar, aber 5.1 ?

'''Die 5 + 1 Kanäle + die passenden Boxen'''

Dolby Digital 5.1 verfügt, im Gegensatz zu Stereo mit nur 2 Tonkanälen, über ganze 5 Tonkanäle.
Folgende Kanäle sind folgendem Zweck zugeordnet:

_Kanal 1: Ton vorne rechts_
_Kanal 2: Ton vorne zentral_
_Kanal 3: Ton vorne links_
_Kanal 4: Ton hinten links_
_Kanal 5: Ton hinten rechts_

Ein weiterer Zusatzkanal (der X.1 - Kanal) ist für die tiefen Frequenzen des Tonsignals vorbehalten. Der Hintergrund: das menschliche Ohr ist nicht in der Lage, tiefe Frequenzen von unter 100 Hz räumlich einer Quelle zuzuorten.

Aus der Vielzahl der Kanäle, die bei Dolby digital - vollkommen unabhängig voneinander - übertragen werden, ergibt sich ein - im Vergleich zu Stereo - höherer Bedarf an Lautsprecherboxen, die die einzelnen Kanäle übertragen. Ein "klassisches" Dolby Digital Boxenset besteht daher idR. aus 5 kleinen Satellitenboxen und einem sog. "Subwoofer" mit eingebautem Verstärker, der die tiefen Frequenzen wiedergibt. Jeder Box ist also exakt ein Tonkanal zugeordnet - wie bei Stereo auch, nur kommt man hier eben mit zwei Boxen aus (Stereo = 2
Tonkanäle)

=== Das Setup der Boxen ===

Nachdem die Installation, d.h. in diesem Fall das Anstecken/Anklemmen der Kabel
an die entsprechenden Anschlüsse der Anlage soweit abgeschlossen ist, geht es ans "Feintuning". Dazu muss man die 5 Satellitenboxen entsprechend ihres jeweiligen Kanals, den sie wiedergeben sollen, im Raum plazieren.
So kommen die Boxen für front rechts, front Mitte (Center) und front links entsprechend in die - jeweils vom Hörer aus gesehen - dafür vorgesehenen Positionen. Die Centerbox steht idR. unterhalb oder oberhalb des Fernsehers bzw, bei Beamern der Leinwand. Links und rechts davon wird - idealerweise auf gleicher Höhe - die linke und die rechte Frontbox aufgestellt , bei Bedarf auch an die Wand gehängt.Dabei ist ein Winkel linke/rechte Frontbox zum Hörer von 45° ideal. Entsprechendes gilt für die rückwärtigen Boxen, nur werden diese eben seitlich bis hinter der Sitzposition der späteren Hörer aufgestellt. Direkt hinter dem Hörer sollten die rückwärtigen Boxen nicht aufgestellt werden - 20 ° zum Hörer bis jeweils neben dem Hörer sind hier die idealen Werte. Idealerweise ist der Abstand der jeweiligen Frontboxen sowie der Rückboxen in etwa gleich weit von den späteren Hörern/Zuschauern eines Filmes z.B. bemessen.
Bei diesem Receiver ist es jedoch auch möglich, den Abstand der Centerboxen bis zu 1,5 m näher und den Abstand der rückwärtigen Surroundlautsprecher bis zu 4,5 m näher an die Hörerposition aufzustellen. Entsprechende Klangunterschiede im Klangbild kann man dann ggf. noch durch das Setup ausgleichen.
Der Subwoofer kann übrigens dort hin gestellt werden, wo Platz ist. Wie schon erwähnt, sind tiefe Frequenzen für das menschliche Ohr generell nicht ortbar - da spielt es also keine Rolle, wo der "Bass" steht...

=== Setup der Anlage ===

Das Einschalten des Gerätes dauert immer ein wenig. Das liegt an den im Gerät eingebauten MosFET Kondensatoren, die sich erstmal kurz aufladen müssen, bevor die Verstärkerstufe des Gerätes aktiv werden kann.
Sind die Boxen aufgestellt, geht es an das Setup am Receiver. Hier ist zunächst einmal einzustellen, mit welcher Art Boxen man arbeitet. Zur Auswahl stehen die "normalen" Lautsprecherboxen (Norm. Sp) oder die von mir genutzten kleinen Satellitenboxen (Small Sp.) . Durch die mittlere Menuwahltaste kann man nach Druck auf die "Setup"-Taste nun nachfolgend die in Praxi vorliegenden Abstände der Surroundlautsprecherboxen mit dem Receiver abgleichen. Einstellbar sind neben dem Boxentyp (wie ich schon erwähnte) auch die Abstände der hinteren und vorderen Surroundboxen und der Centerbox zum Hörer. So kann man den Receiver praktisch auf seine jeweilige räumliche Situation einstellen, denn nicht jedes Zimmer ist auch wirklichgeometrisch ideal für ein Raumklangerlebnis zugeschnitten. Auch, wenn die Position der Boxen in unterschiedlichen Höhen vorliegen sollte, kann man dies noch per Setup ausnivellieren. Für die Surroundboxenpaare Front und Rück kann man Boxenabstände von 5 m bis runter auf 1,5 m - jeweils in 0,5m Schritten - nachregeln. Die Centerboxabstände kann man von 3,5 m bis 1,5 m variiert einstellen. Der Unterschied zu den Abständen der restlichen Boxen zu dem Centerlautsprecher sollte, wie schon angedeutet, nicht mehr als 1,5 m ausmachen...

=== Klangoptionen ===

Verschiedene Filme, die man über den Receiver anhören möchte, haben eventuell auch leicht verschiedene Klangbilder zu bieten. Diesen Umstand kann man durch die Wahl eines passenden Schallfeldes am Receiver Rechnung tragen. Schaut man sich z.B. ein Live-Konzert an, ist die Einstellung "Concert" die richtige Wahl. Für die meisten Filme reicht mir persönlich die Voreinstellung "Cinema Studio EX A". Dieses Setup bringt für mich immer noch das beste Klangbild herüber.

Folgende Schallfeld-Vorgaben nutze ich in der Regel:

_Cinema Studio EX A_

Dieser, auch "Cary Grant Theatre" genannte Modus ist für die meisten Arten von Spielfilmen gut geeignet und wird von mir standardmässig beim Anschauen von DD 5.1 gemasterten DVDs verwendet.

_Cinema Studio EX B_

Action- und Sciencefiction-Filme kommen in diesem Modus am Besten bei mir rüber. Der Modus ist auch bekannt unter "Kim Novak Studio Mode". Der Klangunterschied zum "A"-Modus ist besonders bei den actiongeladenen Szenen ein wenig besser...

_Cinema Studio EX C_

Musicals und Filme mit viel Musik ("Mamma Mia" z.B.) sind in diesem Modus am schönsten anhörbar.

_Norm Surr._

Diesen Modus nehme ich immer, wenn ich Stereo-gemasterte Musik (MP3/CD) über die Anlage hören möchte. Das Stereosignal wird dabei - surroundsoundähnlich - über alle 5 Boxen plus dem Subwoofer wiedergegeben.

_Stereo über den Dolby Digital Receiver_

Für die Wiedergabe "normaler" Stereomusik kann den Receiver auch auf den 2 Boxen Stereobetrieb durch Druck auf die Taste "2 Ch, St." umschalten. Ich finde dies allerdings wenig "prickelnd", da hier ganz einfach nur 2 der fünf Boxen und der Subwoofer für die Bässe angesprochen werden. Der Stereoeffekt ist zwar vorhanden, allerdings wirkt diese Einstellung doch ein wenig wie "halbe Kraft".
Ich nehme deshalb die Einstellung" Norm Surround", die die Wiedergabe von Stereoquellen über sämtliche 5 Boxen plus dem Subwoofer ermöglicht. Der Stereoeffekt ist immer noch dabei, aber der Sound kommt eben über alle angeschlossenen Boxen. Für mich ein guter Kompromiss.



=== Der Radioteil (FM-Tuner) ===

Neben dem Surroundverstärker mit seinen vielen Einstellungs- und Klangmöglichkeiten ist in dem STR DE 485 auch ein "waschechter" FM- und AM-Tuner (UKW und Mittelwellenradio) eingebaut, der sogar den Empfang von RDS (Radio Data System) beherrscht. RDS ist im Prinzip nichts anderes als eine vom jeweiligen Sender ausgestrahlte Senderkennung. In meinem Fall habe ich den Tuner über meinen Kabelanschluss angeschlossen. Dadurch bekomme ich mehr als 30 Kanäle "eingetunt".
Beim Suchen der Kanäle kann man auch auf ein Auto-Tuning zurückgreifen.In diesem Modus durchsucht das Gerät das gesamte FM-(UKW)-Frequenzband von 87,5 - 108 MHz nach Kanälen durch und stoppt beim nächsten gefundenen Kanal. Sendet der Sender RDS, wird der Sendername im Display angezeigt.
Dank RDS kann das Gerät so auch die Uhrzeit, den Programmtyp und weitere RDS-Textfunktionen (die allerdings recht limitiert sind gegenüber dem klassischen, vom TV bekannten Videotext) ausführen. Speichern kann man auf drei Speicherbänken (A,B,C) jeweils bis zu 10 Sender, sodass also insgesamt 30 Sender speicherbar sind. Möchte man einen Sender mit einem bestimmten Programmtyp (PTY) hören, kann man per "PTY"-Taste danach suchen. Es ist leider so, dass die meisten Sender zwar RDS senden, aber eben keine PTY-Information. Für diese Sender ist diese Funktion daher wertlos...
Der Empfang der Sender über Kabel ist einfach hervorragend. Störungen und Einstreuungen hatte ich über Kabelempfang noch nie. Mittelwelle (AM) habe ich nie gebraucht, daher kann ich hierzu auch nichts weiter sagen.

=== Klangqualität und Surroundsounderlebnisse allgemein ===

Die Klangqualität des STR DE 485 ist durchgehend hervorragend. Dank der mehr als für mich und meine räumlichen Verhältnisse 5x 80 W Musikleistung des Receivers ist für mich schon bei mittleren Lautstärkeeinstellungen eine vollkommen ausreichend laute Klangwiedergabe erreicht.

'''Dolby Digital (AC3)'''

Die Kanaltrennung des Dolby-AC3-Signals übernimmt der Receiver absolut zuverlässig. Sobald eine Dolby-Digital 5.1 gemasterte Tonspur über die über einen optischen Eingang angeschlossene Playstation 3 geliefert wird, zeigt der Receiver über den optischen Eingangsmodus des Video 1-Eingangs dies an ("Dolby Digital 3/2").
Alles weitere hängt dann im Zusammenspiel der Qualität der gemasterten Dolby-Spur , die von der DVD/Bluray kommt mit dem Receiver und den Boxen ab. In den meisten Fällen ist das Klangerlebnis einfach überragend. Zuletzt überzeugte mich besonders die AC3-Tonspur (Dolby Digital 5.1) der Bluray "Illuminati". Der Pistolenschuss - in der Kirche abgefeuert - zischte hörbar an meinem Kopf vorbei. Stimmen auf dem Petersplatz kamen so realistisch von hinten an mich heran, dass ich mich manchmal umdrehte, ob da keiner wäre ...
Das "Erlebnis" Raumklang ist aber eben auch stark von der Güte der Tonspur abhängig. Wurde hier seitens der Tonmacher gut gearbeitet, ist mit dem STR DE 485 eine absolut überzeugende Wahrnehmung von Dolby digitalem Raumklang möglich.

'''DTS'''

Auch DTS-Tonspuren kann der Receiver abspielen. DTS ist eine leichte Abwandlung der Dolby Digital Technologie.Die Datenraten von DTS-gemasterten Tonspuren sind allerdings deutlich höher als bei Dolby Digital. Aus der höheren DTS-Datenrate allein kann man allerdings nicht unbedingt eine bessere Klangqualität ableiten.Die Meinungen hierüber gehen auseinander."Puristen" meinen jedenfalls, bei der Wiedergabe im Vergleich zu Dolby Digital eine höhere Dynamik und, ein gutes Audio-Equipment vorausgesetzt, klarere Wiedergabe zu erreichen. Ich habe kaum Unterschiede feststellen können. Es muss allerdings gesagt werden, dass ca. 80-90 % der Filme ausschliesslich in Dolby Digital gemastert sind. Ab und an findet man zusätzlich eine in DTS gemasterte Tonspur auf einer Bluray oder DVD vor. Die Anlage beherrscht jedenfalls beide Formate, sodass man im Zweifel die Wahl hat...

'''Stereo'''

Die Musikwiedergabe (MP3/Audio CD) ist über die Anlage zwar nicht so schön "stereomässig", wie ich es von meiner "richtigen" und ebenfalls noch vorhanden Stereoanlage gewohnt bin, aber über "Norm. Surr." kann ich doch behaupten, dass man auch über den Dolby Digitalreceiver schon ganz ordentlich auch Stereomusik hören kann. Muss das Gerät auch nicht unbedingt spitze beherrschen, meiner Meinung nach - der Sinn und Zweck des Gerätes ist eben ein anderer...

=== Videoanschlüsse ?===

Die ebenfalls am Gerät vorhandenen Videoanschlüsse in Form von Cinch FBAS EIn- und Ausgängen nutze ich übrigens auch nicht. Meine Playstation 3 ist über HDMI an den TV angeschlossen und FBAS ist nunmal die qualitativ schlechteste Signalvariante, die man so haben kann. An dieser Tatsache merkt man auch, dass das Gerät ein wenig älteren Datums ist. Moderne Dolby Digitalreceiver verfügen hier schon über HDMI- und teilweise auch YUV-Videoanschlüssen. Brauche ich allerdings auch jetzt nicht, mir kommt es da eher auf den Klang an und der passt bei diesem Gerät nach wie vor...

=== Technisches ===

* 5x80 W Verstärkerleistung
* 155 W Verbrauchsleistung
* RDS - UKW / Mittelwellen Tuner (FM/AM)
* Signalrauschabstand(Radiomodus): Mono 76 dB/Stereo 70 dB
* 30 speicherbare Radiosender
* digitale Signalverarbeitung von: Dolby Digital / DTS /ProLogic
* 6 analoge Eingangsquellen
* Fernbedienung

=== Resumee ===

Auch nach mittlerweile fast 7 Jahren bin ich immer noch mehr als zufrieden mit dem Sony STR DE 485. Auch im Zeitalter, wo schon der von der Bluray implementierte Dolby Digital True HD 7.1 Sound "ins Hause" steht, sehe ich keinen Anlass, umzusteigen. Einerseits ist der neue Standard abwärtskompatibel, andererseits reicht mir das Sounderlebnis ganz einfach so, wie es ist. Ob von Bluray oder DVD - das Gerät kommt mit jeder gebotenen Tonspur super zurecht. Auch die Funktionenvielfalt reicht mir so. Darüber hinaus war das Gerät in den 7 Jahren noch nicht einmal defekt, was ganz klar für die hervorragende Verarbeitung dieses Gerätes spricht. Bemängeln kann man aus heutiger Sicht die nicht vorhandenen HDMI-Anschlüsse und der eine oder andere digitale Eingang mehr hätte dem Gerät auch nichts geschadet. Der optische und der coaxiale (elektrische) digitale Eingang des Gerätes teilen sich nämlich eine Eingangsquelle (Video1). Entweder, man hört über Video1 über den optischen Digitaleingang (worüber die PS3 bei mir angeschlossen ist) oder über den elektrischen digitalen Eingang....
Dennoch bin ich damals wie heute mit dem Gerät immer noch absolut zufrieden.
Ein neuer Dolby Digitalreceiver steht für mich jedenfalls aktuell nicht zur Debatte...

Fazit: Ein Receiver, mit dem ich auch nach 7 Jahren Nutzung immer noch zufrieden bin...

Verarbeitung:    
Zuverlässigkeit:    
Bedienkomfort:    
Ausstattung:    
Installation: