Mobility Bahncard 100
Mein Sommer 2012 - Teil 5 / Meine Reisegrundlage - Mobility Bahncard 100 Rabattsystem

Neuester Testbericht: ... der die Hauptkarte zahlt und womöglich ohnehin über eine Bahncard 50 verfügt (so wie ich), der muss schon seeehr viel Bahn f... mehr

Mein Sommer 2012 - Teil 5 / Meine Reisegrundlage
Mobility Bahncard 100

friedel1910

Name des Mitglieds: friedel1910

Produkt:

Mobility Bahncard 100

Datum: 22.09.12

Bewertung:

Vorteile: Zug fahren im Zeitraum X zum Festpreis

Nachteile: man darf nicht krank werden, denn Umtausch oder Rücknahme ist nicht

Wie bereits erwähnt... Ich war diesen Sommer extrem viel unterwegs auf Reisen. Für die ersten beiden Drittel nutzte ich die Bahn. Hierbei kam mir ein spezielles Angebot der DB zugute. Ich kaufte mir zwei Mal einen...

OOOOOOOOOO DEUTSCHLAND-PASS OOOOOOOOOO

Das ist - wenn man so will - eine Art BahnCard 100, allerdings als "Monatsscheibe", wenn ich das mal so sagen darf.

Es war ein kleines Stück Abenteuer, welches ich mir mit dem Kauf meines Tickets gegönnt hatte. Und ich wollte erFAHREN, wie sich das anfühlt, wovon Otto Normalverbraucher bei einem Preis von 3990 EUR (BahnCard 100; 2. Klasse wohlgemerkt) im Regelfall wohl nur träumen kann. Ja, zuvor hatte ich mir schon oft ausgemalt, wie schön es wäre, eine BahnCard 100 zu haben. Aber ist das wirklich so toll???

Zunächst möchte ich das Traumprodukt, die BahnCard 100, vorstellen.

OOO Produktbeschreibung BahnCard 100 OOO
(Quelle: www.bahn.de)

"Als BahnCard 100-Inhaber zahlen Sie einmal und fahren ein ganzes Jahr in Deutschland mit der Deutschen Bahn - wohin Sie wollen, wann Sie wollen, sooft Sie wollen - ohne dafür Fahrkarten zu lösen.
Auch Ihr Ehe- oder Lebenspartner profitiert mit einer ermäßigten BahnCard 25 oder einer ermäßigte BahnCard 50 als Partnerkarte. Lebt mindestens ein Kind bis einschließlich 17 Jahren im gemeinsamen Haushalt, erhalten Ehe- oder Lebenspartner mit gemeinsamen Hauptwohnsitz eine kostenlose BahnCard 25.
Zusätzlich erhalten Kinder bis einschließlich 17 Jahren, die im gemeinsamen Haushalt leben, ihre eigene kostenlose BahnCard 25.
Auf Wunsch können Sie die BahnCard 100 um die praktische Kreditkartenfunktion erweitern. Der Kreditkarten-Jahrespreis entfällt für Sie!"

*** Konditionen ***

BahnCard 100 bei Einmalzahlung:
1. Klasse: 6.690,- Euro
2. Klasse: 3.990,- Euro

BahnCard 100 im Abonnement (Mindestlaufzeit ein Jahr)*:
1. Klasse: 619,- Euro (monatl.)
2. Klasse: 369,- Euro (monatl.)

Ich bin entsetzt, denn: 12 x 369 EUR = 4428 EUR. Boah, da langen die aber tüchtig zu, wenn man sich diese Investition nicht mit einem Mal leisten kann.

Wie auch immer...
Auf einen interessanten Aspekt möchte ich noch hinweisen (Quelle: www.bahn.de)

"Bei der BahnCard 100 ist das City-Ticket inklusive, d.h. Sie können als BahnCard 100-Inhaber alle öffentlichen Nahverkehrsmittel in den City-Gebieten der 120 einbezogenen Städte kostenlos nutzen."

So, bis hierher nur zum Vergleich. Jetzt stelle ich erst einmal das von mir in diesem Sommer genutzte Produkt vor.

OOO Produktbeschreibung Deutschlandpass OOO
(Quelle: www.bahn.de)

"1 Monat quer durch Deutschland. Zum Beispiel für nur 99,- Euro für alle bis 18 Jahre.
Heute nach München, morgen nach Berlin und übermorgen nach Hamburg - mit dem Deutschland-Pass sind Sie einen Monat in ganz Deutschland unterwegs und können jederzeit spontan entscheiden, welche Stadt Sie am nächsten Tag entdecken möchten.

Holen Sie sich jetzt Ihren Deutschland-Pass, der innerhalb des Geltungszeitraums maximal einen Monat gültig ist, und machen Sie diesen Sommer zu einem Sommer voller Erlebnisse. Reisen Sie zwischen dem 18.06. und dem 31.08.2012 einen Monat lang beliebig oft in der 2. Klasse quer durch Deutschland. Auch im ICE.

Den Deutschland-Pass erhalten Sie vom 18.6. - 24.8.2012. Bitte geben Sie bei der Bestellung außerdem Ihr Alter, den Namen (bei 2 Personen beide Namen) und beim Deutschland-Pass Familie die Anzahl der eigenen mitreisenden Kinder an. Familienkinder unter 15 Jahren fahren kostenlos mit, wenn Sie beim Kauf auf den Pass eingetragen wurden."

*** Konditionen ***

* Preis *
Bis 18 Jahre: 99,- Euro
Bis 26 Jahre: 249,- Euro
Ab 27 Jahre: 299,- Euro
2 Personen: 449,- Euro

* Gültigkeit *
- 2. Klasse; Kein Übergang in die 1. Klasse
- Keine Zugbindung
- ICE Sprinter gegen Aufpreis.
- City Night Line ist nicht möglich.

* Verkaufszeitraum *
18.06.2012 - 24.08.2012

* Reisezeitraum *
Einen Monat lang im Zeitraum 18.06.2012 - 31.08.2012

So, damit hätten wir das Jahresticket vorgestellt und auch eine Art Monatsticket (welches leider nicht immer erhältlich ist). Und dann gibt es noch, und auch darauf möchte ich hier zwecks besserer Vergleichbarkeit der Angebote und dem Versuch einer Kosten-Nutzen-Rechnung kurz eingehen, eine Art Tageskarte - das Quer-durchs-Land-Ticket.

OOO Produktbeschreibung Quer-durchs-Land-Ticket OOO
(Quelle: www.bahn.de)

"Einen Tag lang deutschlandweit unterwegs - und das schon für 42,- Euro in allen Regionalzügen in der 2. Klasse.
Am besten Sie nehmen Ihre Freunde einfach mit auf Deutschlandtour. Denn bis zu vier Mitfahrer zahlen jeweils nur 6,- Euro."

*** Konditionen ***

* Preis *
42 EUR Basispreis, für bis zu 4 weitere Mitfahrer je 6 EUR

* Gültigkeit *

Alle Regionalzüge (RB, IRE, RE) und S-Bahnen der DB und anderer teilnehmender Eisenbahnen in der 2. Klasse.

Das Quer-durchs-Land-Ticket gilt montags bis freitags von 9 Uhr - an bundeseinheitlichen Wochenfeiertagen bereits ab 0 Uhr - bis 3 Uhr des Folgetages für beliebig viele Fahrten.

+++ Meine Erfahrungen / Meine Meinung +++

Das Quer-durchs-Land-Ticket ist mit Sicherheit eine gute Sache, allerdings käme es wohl nur in Betracht, wenn man nur von A nach B, nicht aber zurück will am gleichen Tag. Ich habe mir das in der Vergangenheit mehrfach ausgerechnet an verschiedenen Beispielen. Für die Fahrt in den Urlaub kann ich mir die Nutzung vorstellen, nicht aber für Tagesausflüge. Ein Städtetrip von Erfurt nach Dresden und zurück oder auch nur von Erfurt nach Leipzig und zurück würde z.B. nicht funktionieren.

Was ich vermisse im Sortiment der Deutschen Bahn ist so eine Art Wochenkarte, ein 7-Tage-Ticket für den kleinen Urlaub.

Der Deutschland-Pass ist eine tolle Sache, aber leider nicht immer erhältlich. Außerdem muss man die Beurteilung "tolle Sache" ein bisschen einschränken, d.h. für Leute, die keine Bahncard 50 haben, lohnt es sich auf jeden Fall. Für den Partner, der nur 150 EUR zahlt, lohnt es sich auch auf jeden Fall. Wenn man Kinder mitnimmt, lohnt es auch.
Derjenige, der die Hauptkarte zahlt und womöglich ohnehin über eine Bahncard 50 verfügt (so wie ich), der muss schon seeehr viel Bahn fahren, damit es sich lohnt. Dazu später im Text mehr.

Die BahnCard 100 klingt verlockend, aber man muss sich mal haarklein ausrechnen wie oft man wie viel fahren müsste, um erst einmal mit +/- Null rauszugehen.
Gehen wir mal von Otto Normalverbraucher aus, der sich viel leistet und - nachdem er von Montag bis Freitag emsig gearbeitet hat - sich jedes Wochenende einen Städtetrip gönnt. Von Erfurt ans Meer (und das ist von der Fahrzeit her kaum zu schaffen, kürzere Strecken kosten aber eben weniger, deshalb nehme ich es mal so als Berechnungsgrundlage) zahlt man ungefähr 100 EUR pro Strecke, macht bei vier Wochenenden im Monat hin und zurück ca. 800 EUR. Der Bahncard-50-Besitzer zahlt 400 EUR. Und - wir erinnern uns - bei monatlicher Zahlweise kostet uns die Bahncard 100 auch schon mal 369 EUR im Monat. Überzeugt das da noch? Eindeutig nein! Denn mal ehrlich: Wer fährt schon wirklich JEDES Wochenende weg? Und wer fährt jedes Wochenende SO WEIT weg? Sobald man nur nach Berlin fährt (was zeitlich realistisch zu schaffen wäre) liegen wir beim halben Fahrpreis und es macht finanziell keinen Sinn mehr.
Meine Erkenntnis: Die BahnCard 100 dürfte nur was für Leute sein, die Montag bis Freitag dienstlich weite Strecken zurücklegen. Für Otto Normalverbraucher nicht nur (fast) nicht bezahlbar, sondern auch nicht lohnend.

Kommen wir nach diesen ersten Einschätzungen zurück zum Deutschland-Pass.

Der Deutschland-Pass ist aus meiner Sicht so etwas wie der kleine Bruder des Interrail-Tickets. Eben auf Deutschland-Basis und nicht auf Europa-Basis. Ich hatte mich schon mehrfach gefragt, warum es keinen Railpass für das eigene Land gibt. Nun hatte ich es. Vorübergehend.

Einen Makel hat der Deutschland-Pass gegenüber dem Interrail-Ticket, welches man sowohl für die Nutzung in mehreren Ländern als auch für ein Land erwerben kann. Beim Interrail-Ticket gibt es einerseits - wie beim Deutschland-Pass auch - ein 30-Tage-Ticket, andererseits aber auch die Möglichkeit das man an X von Y Tagen reisen kann (Interrail = Den Ein-Land-Pass erhalten Sie als Flexi-Pass, mit dem Sie innerhalb 1 Monats an 3, 4, 6 oder 8 wählbaren Tagen reisen können. Lt. www.bahn.de). Dieses Reisemodell ist gut, denn man will ja nicht nur auf der Bahn hängen, sondern sich auch was anschauen.

Wir wollen aber nicht nörgeln, sondern uns mit dem Deutschland-Pass beschäftigen:

Seine eindeutigen Vorteile sind...
... dass man zu jeder Zeit (also nicht erst ab 9 Uhr morgens) fahren kann und
... dass man nicht nur Regionalzüge, sondern auch IC und ICE nutzen kann.
... kostet (z.B. in unserem Fall) - gerechnet für beide Personen - nicht mehr als das Hopperticket in Thüringen (vorausgesetzt, dass man tatsächlich JEDEN Tag fährt)

Klare Nachteile sind...
... dass es ihn nur von Mitte Juni bis Ende August gibt (und das ist genau die Hauptsaisonzeit an der Ostsee, also der Zeitraum, in dem die Quartiere ins Unbezahlbare gehen. Sprich: Was man am Ticket einspart, zahlt man bei der Unterkunft drauf. Berge & Meer? Meer zumindest kann man somit schon mal vergessen.
... dass man CityNightLine damit nicht nutzen darf, denn bei so einem eingegrenzten Reisezeitraum wäre das sehr nützlich.

Warum habe ICH mir den Pass gekauft?

Drei bzw. vier oder sogar fünf Punkte sprachen dafür:
- Die Information kam kurzfristig (die Mail mit dem Angebot erreichte mich am 14.06. und am 18.06. startete sowohl der Verkauf als auch ich meine Reise). Ich hatte genau zum Verkaufsstart des Tickets meinen ersten Urlaubstag und - was selten vorkommt!!! - nichts geplant.
- Wer weiß, ob es ein solches Angebot noch einmal gibt und wenn ja wann.
- Wer weiß, wenn es dieses Angebot noch einmal gibt zu welchem Preis.
- Der zweite Pass fügte sich auf den Tag genau zwischen den Ablauf des ersten Passes und meiner letzten Arbeitsphase vor dem nächsten und dann "richtigen" (gebuchten) Urlaub. Würde das - falls es so ein Angebot gäbe - für mich jemals wieder so perfekt passen???
- Wir hatten/haben in diesem Sommer/diesem Jahr erstmals sehr viel freie Zeit. Mein Partner muss nicht mehr arbeiten. Und ich habe auch eine Arbeitszeit, die jenseits von "Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr" liegt. Ich arbeite in Schichten, auch an Wochenenden und Feiertagen und so hat man dann auch außerhalb des Urlaubs immer mal die Gelegenheit unabhängig vom Wochenende mehrere freie Tage zusammenzufassen. Diesen Job werde ich auch nicht bis zur Rente haben, meine aber, dass man es so intensiv wie möglich nutzen sollte, so lange man die Möglichkeit dazu hat. (Natürlich war der Kauf des zweiten Tickets dennoch ein Kompromiss, denn ich wusste im Vorfeld, dass ich 50 % der 30 Tage Laufzeit arbeiten muss und den Pass nicht wirklich voll ausschöpfen kann.)

Lohnt sich der Kauf?

Wie bereits erwähnt, ist es kritisch zu überdenken. Neben der Anschaffungssumme für das Erstticket und der Frage, ob man eine BahnCard 50 hat oder nicht, muss man sich auch kritisch eingestehen, in welchem Zeitraum man es tatsächlich nutzen kann. Ist ja prima, wenn es einen Monat gilt, aber wer hat schon vier Wochen Urlaub? Zwei Wochen ja, drei Wochen vielleicht. Und Arbeitslose, die die Zeit zum Reisen hätten, werden sich überlegen, ob sie 300 EUR dafür ausgeben.
Mit jedem Tag, jeder Woche, an dem/in der man es nicht nutzt, steigt der supergünstig erscheinende Tagesanteilspreis.

Selbst wenn man vier Wochen Urlaub hätte und vier Wochen fahren könnte... Will man JEDEN Tag mit der Bahn weiterfahren? Man will sich doch auch mal was anschauen, mal zwei, drei Tage an EINEM Ort verweilen. Und wenn man weiterfährt, ist zu überlegen, WIE WEIT man fährt. Kurzstrecken sind bei diesem Ticket nämlich auch nicht lukrativ. Man müsste jeden Tag eine gewisse "Mindeststrecke" zurücklegen, sonst kann ein anderes Ticket durchaus günstiger sein und der Deutschland-Pass erweist sich eher als Kostenfalle statt als Schnäppchen.

Würde ich das Ticket wieder kaufen?
Ja. Aber ich würde meine Reisen - wenn es meine Zeit erlaubt - anders planen. So lange man im Arbeitsprozess steht, ist man da aber nicht besonders flexibel.
Die Frage ist auch, wenn man die Zeit hätte, ob man da tatsächlich 30 Tage ununterbrochen reisen wollte. So viel Kleidung kann man nicht im Gepäck haben. Mein mittlerer Koffer (ich berichtete) passt für eine Woche. Nach einer Woche möchte ich zu meiner Basis zurück, um zu waschen und neu zu packen. Eine Behelfslösung könnte das Aufsuchen eines Waschsalons sein, aber die gibt es nicht sooo oft wie man sie braucht und gar nicht schon an den Plätzen, wo man sie braucht. Hier besteht meiner Meinung nach noch eine Marktlücke - ein System für Waschsalons an Bahnhöfen. Es gibt Systemhotellerie und Systemgastronomie. Mit Toilettensystemen (z.B. Sanifair oder Rail&Fresh) hat man angefangen, aber es geht nur schleppend voran. Duschen an Bahnhöfen sind viel zu selten. Und Waschsalons???
Zurück zur Übernachtung:
Und ich bin generell dafür, nicht nur eine Nacht zu bleiben, sondern finde zwei Nächte optimal. Anders bleibt zu wenig Zeit für die Orte, die man aufsucht.

Was für Routen könnten Sinn machen? Ich habe mir im Nachhinein verschiedene Varianten ausgedacht, für den Fall, dass es dieses Ticket wieder einmal geben sollte und es für mich passen würde. Aber so richtig bin ich mit mir selbst noch immer nicht "im Reinen". Es passt nicht "perfekt" und es würde in irgendeinem Punkt immer wieder eine Kompromisslösung werden, aber die hatte ich dieses Mal. Dieses Mal habe ich sie bewusst in Kauf genommen. Aber würde ich das noch einmal wollen? Ich kann diese Frage im Augenblick nicht eindeutig beantworten. Noch einmal: Ja, ich würde das Ticket auf jeden Fall wieder kaufen. Aber ich bin mir - trotz des diesjährigen Tests - noch nicht im Klaren, wie ich es einsetzen würde. Nachfolgend ein paar Ideen:

Variante A)
Um bequeme Übernachtungen buchen zu können, entscheide man sich für InterCityHotels, die sind immer nah am Bahnhof. Es gibt sie in 30 deutschen Städten, mit insgesamt 33 (bald 34) Standorten und so könnte man einen Monat lang von Stadt zu Stadt reisen.
30 Städte in 30 Tagen. Klingt verlockend. Oder?

Variante B)
Deutschland umrunden.

Variante C)
Die Hauptstädte aller Bundesländer anfahren

Variante D)
Bei den beiden vorgenannten Versionen ist tägliches Kofferpacken erforderlich. Nicht jedermanns Sache. Man könnte sich daher auch verschiedene Regionen aussuchen, also einmal in jede Himmelsrichtung ausschwärmen, dort an einem zentralen Punkt Quartier beziehen und dann sternförmig Ausflüge unternehmen.

Variante E)
Kombination mit verschiedenen Europa-Tickets. Man nutzt den Deutschland-Pass für den innerdeutschen Transport und fährt dann von... nach...

PS:

Kostenfaktoren, die man übrigens auch nicht unterschätzen sollte (fallen natürlich bei einer anderen Bahnreise ebenso an; ich will mit dieser Anmerkung nur darauf aufmerksam machen, dass es mit den 449 EUR für zwei Personen nicht komplett gelöst ist; allerdings wenn man auf das Auto zurückgreift, dann hat man auch den Kraftstoffkosten auch immer noch die fiesen Parkgebühren)
- Sitzplatzreservierung
- Gepäckaufbewahrung
- Ticket für den ÖPNV
Da ist man für 2 Personen schnell nochmals 24 EUR pro Tag los.

OOO Und sonst? OOO

Das Leben im Zug... Wenn man ein Ticket wie die Bahncard 100 (oder mein vergleichbares Produkt) nutzt, dann entwickelt sich so ein Gefühl, dass der Zug das Wohnzimmer oder die Wohnung ist. Aber ist es dort auch so behaglich bzw. wie ist es um den Service bestellt?

*** Mobiliar ***

Die Sitze in der 2. Klasse finde ich ganz okay, währenddessen ich persönlich die Ledersitze in der 1. Klasse nicht mag.

Die Beinfreiheit könnte teilweise größer sein. In manchen Zugtypen fühlt man sich wie in der Sardinenbüchse.

Besonders schlecht gelöst ist die Aufbewahrung des Gepäcks. Währenddessen in älteren ICE-Typen in der Mitte des Wagens ein "Gepäckregal" war, hat man dieses bei neueren Typen bedauerlicherweise eingespart. Auch beim IC hat man am Ende des Wagens (manchmal) ein Gepäckregal, manchmal aber eben auch nicht. Naja, es ist wohl auch nicht damit zu rechnen, dass Reisende, die größere Entfernungen zurücklegen, mehr als ein Kabinenköfferchen mit sich führen, welches - wie im Flugzeug - problemlos in der oberen Gepäckablage verstaut werden kann.

Kürzlich erlebte ich zwar mal eine weibliche Person, die mit ziemlicher Sicherheit auch größere Gepäckstücke als besagten Kabinentrolley bewältigen könnte (etwa in meinem Alter und auch nicht größer als ich), die einen Getränkekasten über eine Tür in Arbeitsplattenhöhe hob, als hebe sie einen Schaumgummiwürfel (ja, sie geht regelmäßig ins Fitness-Studio). Aber im Normalfall tut frau sich schwer damit, ihren Koffer in Größe M oder L über Kopfhöhe nach oben zu wuchten. Zwar finden sich häufiger als vermutet hilfsbereite Zeitgenossen, die behilflich sind, aber am Zielort sind die dann vielleicht längst ausgestiegen und wie bekommt man das Teil dann wieder herunter? Besonders schwierig gestaltet sich das, wenn auf dem Gangplatz auch noch ein anderer Reisender sitzt.

Ich finde, dass es ganz wichtig wäre, den Reisenden ausreichende Verstaumöglichkeiten für das Gepäck zur Verfügung zu stellen.

*** Verpflegung ***

Im Bordbistro oder Bordrestaurant kann man sich mit Speisen und Getränken versorgen. Man sollte sich aber nicht wirklich fest darauf verlassen, denn es passiert schon mal, dass ein Zug "heute ohne Bordrestaurant" verkehrt. Von daher ist es ratsam, sich stets mit einer Notreserve an Verpflegung auf die Reise zu begeben. Ich spreche extra von Notreserve, also Dinge, die nicht verderben und auch auf der nächsten Reise genutzt werden können, denn vielleicht bracht man sie ja nicht. Wer möchte schon Nüsse knabbern und Wasser trinken, wenn er im Bordrestaurant einen frischen Milchkaffee und ein Croissant oder Brötchen und Rührei und den qualitativ guten Granini-Orangensaft bekommen kann?

Für das eigene Lunchpaket haben wir uns in diesem Sommer eine kleine Tasche zugelegt, die mit einem Getränk, einem Brötchen, einer kleinen Tüte Mini-Salami, einer Packung Mini-Tomaten, einem Netz Baby-Bel, einem Apfel, manchmal einer Banane (in einer Bananenbox - ich berichtete)... bestückt waren.

Das Speisenangebot wird schnell langweilig, selbst wenn eine wechselnde Mittagskarte geboten wird. Problem in diesem Fall: Die Mittagsangebote wechselt nicht monatlich (wie ich bisher annahm), sondern nur vierteljährlich. Die Gültigkeit ist dann jeweils von Dezember bis Februar, von März bis Mai, dann eben von Juni bis August und folglich von September bis November.

Nun also aktuell die Gültigkeit im Sommer von Juni bis August. Dummerweise also die gleiche Laufzeit wie der Deutschland-Pass. Mal ehrlich: Wer möchte schon drei Monate lang immer wieder

- Kartoffeleintopf mit Pfifferlingen und Schinkenwürfeln
- Kalbsrahmgulasch mit Brokkoli und Butterspätzle
- Pfifferlingsragout mit Semmelknödeln
essen?

*** Toiletten ***

Dass die Sauberkeit immer wieder zu wünschen übrig lässt, liegt nicht unbedingt an der Deutschen Bahn, sondern ist vielmehr der Nutzung durch die Fahrgäste geschuldet.

Aber wie viele gesperrte Toiletten ich in diesem Bahnsommer gesehen habe... Manchmal mussten sie durch das Personal gesperrt werden, weil Fahrgäste irgendwas reingeworfen hatten, was nicht rein gehört. Oft waren sie auch gesperrt, weil kein Wasser mehr im Frischwassertank war. Das ist für mich als Fahrgast nur schwer nachvollziehbar. Sicher verbraucht es sich irgendwann (und wer irgendwann mal mit dem Wohnmobil unterwegs war, der weiß auch, wie schnell das manchmal geht), aber dann muss man als Dienstleister halt Sorge dafür tragen, dass rechtzeitig nachgetankt wird.

*** Behaglichkeit/Temperatur ***

Man sollte für alle Möglichkeiten gerüstet sein. Oft ist es viel zu sehr gekühlt und/oder die Lüftung zu stark eingestellt. Das sorgt für Frische, aber nicht für Behaglichkeit.

*** Zeitvertreib ***

Die DB stellt in ICE-Zügen und auch in IC-Zügen monatlich einmal eine kostenlose Zeitschrift zur Verfügung, die db-mobil. Ein interessantes Magazin (ich berichtete), aber allein schon wenn man mehrmals monatlich Bahn fährt, geschweige denn täglich, erschöpft sich der Inhalt schnell.

Viele Reisende packen ihren Laptop auf das kleine Tischchen, welches man aus der Rückenlehne des Vordermanns klappen kann. Leider ist es um den Internetempfang nicht immer bestens bestellt.

*** Durchgehende Verbindungen - Pro und Contra ***

Einer meiner Träume - bevor ich das Ticket hatte - war, die entfernten Ziele, die von meiner Heimatstadt aus ohne Umsteigen zu erreichen sind, aufzusuchen.

Da wir nicht in einer Stadt wie Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, München oder Berlin wohnen, sind die Möglichkeiten ohnehin eher eingegrenzt. Welche Varianten habe ich?
Ich kann nach Düsseldorf fahren morgens um 7.25 Uhr,
in der Zeit vom ... bis... kann ich nach Binz reisen (Abfahrt 10.41 Uhr, Ankunft 17.31 Uhr),
Sonntag Abend könnte ich mit dem Zug nach Zürich z.B. bis Karlsruhe fahren, ohne - wie üblich - in Frankfurt-Flughafen umsteigen und um den Anschluss bangen zu müssen.

Vorteil...
Kleine Verspätungen der DB erschüttern nicht, denn man muss keinen Anschlusszug erreichen, kann ganz gelassen am Platz bleiben.

Nachteil...
Wer fährt schon gern 6 Stunden und mehr im Zug? Man hat ja nicht sooo viel Bewegungsfreiheit (je nach ICE-Typ mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger)
Wer verspürt während einer 4stündigen, 6stündigen oder gar noch länger andauernden Fahrt nicht das Bedürfnis, die Toilette aufzusuchen?

Ich würde heute fast eine Umsteigeverbindung bevorzugen, vielleicht nach der Hälfte der Fahrzeit an einem schönen Bahnhof eine größere Pause einplanen, eine Essenspause einlegen und eine gepflegte Bahnhofstoilette (ja, die gibt es... z. B. beim Sanifair-System oder beim Rail & Fresh-System) einlegen.

So eine Pause "raubt" zwar z.B. zwei kostbare Stunden am Urlaubsort, lässt die Fahrt in zwei Etappen aber kürzer erscheinen und entspannter ertragen.

Je nach Reisedauer könnte man auch mit Zwischenübernachtungen arbeiten und die Stadt, die auf halber Strecke liegt, besichtigen.

Aus meiner Sicht bietet sich z.B. für die Strecke von Erfurt nach Usedom und zurück ein Halt in Berlin auf der einen Tour und ein Halt in Lutherstadt-Wittenberg auf der anderen Tour an.

Wenn man mit Zwischenübernachtung arbeitet, dann "büßt" man natürlich zwei halbe Urlaubstage ein, aber wenn man diese sinnvoll füllt, ist es aus meiner Sicht eher eine Bereicherung als ein Verlust.

Besonders zu empfehlen sind für solche Zwischenstationen Unterkünfte in Bahnhofsnähe. Leider weiß man da oft nicht, wie es um das Flair bestellt ist. InterCity ist hier bestimmt zu empfehlen. Die Hotels liegen direkt am Bahnhof bzw. in unmittelbarer Nähe und bieten einen gewissen Standard, wo man weiß, was man erwarten kann. Aber darauf will ich hier nicht näher eingehen, denn das ist dann doch schon wieder ein anderes Thema.

Fazit: für mich war diese Probephase es ein schönes Erlebnis, aber die richtige Karte ist zu teuer