ODT (PS)
Nach der Bruchlandung - ODT (PS) Playstation Spiele

Neuester Testbericht: ... übrig, wir entscheiden uns nun für eine Person, mit welcher wir das Abenteuer bestreiten wollen. Nachdem wir uns für ein Mitglied d... mehr

Nach der Bruchlandung
ODT (PS)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

Produkt:

ODT (PS)

Datum: 22.10.04, geändert am 02.04.05 (78 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Spannende Geschichte, gruselige Atmosphäre, verschiedene Charaktere, Rollenspielelemente

Nachteile: Grafikfehler, schwacher Sound, Kameraprobleme

Ich erzähle Euch nun von einem in meinen Augen ganz interessanten und vergleichsweise unbekannten Abenteuerspiel für die Sony Playstation, welches ich im Jahr 2000 eigentlich als Geschenk gekauft hatte, es später aber selber spielte. Bei „O. D. T. “ handelt es sich um ein 3D-Actionadventure, welchem auch Elemente aus Rollenspielen nicht ganz fremd sind. Da es mittlerweile sehr preiswert zu haben ist, ich habe es schon für weniger als 10€ im Internet gesehen, dürfte jeder von Euch, der eine Sony Playstation besitzt (eine Playstation 2 geht natürlich auch) und außerdem zumindest etwas für dieses Genre hat, zumindest halbwegs an diesem Videospiel interessiert sein. Denn allein schon die Handlung dieses Abenteuers ist gleich zu Beginn schon nicht uninteressant, daher will ich jetzt auch sofort loslegen.

Es hat sich unglücklicherweise in letzter Zeit eine Art Seuche von einem verheerenden Ausmaß breit gemacht, welche schon unzählige Todesopfer gefordert hat. Die gesamte Bevölkerung droht nun, von dieser Seuche erfasst und somit ausgerottet zu werden, es hat sich allein in den letzten Wochen eine extrem lebensbedrohliche Situation entwickelt. Fast schon verzweifelt machen wir uns auf die Suche nach einer grünen Perle, welche Legenden zufolge über eine sehr große Heilkraft verfügen und somit die Rettung bringen soll. Demzufolge begeben wir uns auf ein Luftschiff und machen uns auf eine lange beschwerliche Reise gefasst. Leider passiert auf dem Rückweg ein großes Unglück, wir stürzen nämlich plötzlich ab und machen eine Bruchlandung auf einem uns völlig unbekannten Terrain. Unweit unserer Absturzstelle befindet sich ein mysteriöser Turm, woraufhin wir uns sofort auf Erkundungstour begeben. Unglücklicherweise war der Absturz unseres Luftschiffs aber nicht der einzige Schicksalsschlag, denn zu allem Überfluss wird später auch noch der Kapitän des Schiffes entführt, er hatte bis dahin Wache gestanden, so dass wir ohne eine Führungsperson nun völlig auf uns allein gestellt sind. Es bleiben lediglich vier Besatzungsmitglieder übrig, wir entscheiden uns nun für eine Person, mit welcher wir das Abenteuer bestreiten wollen.

Nachdem wir uns für ein Mitglied der Crew entschieden haben, geht es nun also hinein in den Turm, insgesamt sind acht sehr umfangreiche Etagen zu untersuchen, schließlich ist uns zu allem Übel ja auch die grüne Perle verlorengegangen. Des weiteren benötigen wir auch noch die sehr wichtigen Gasflaschen, die uns ebenfalls nach dem Absturz abhanden gekommen sind, den nur mit ihnen ist eine Reparatur des stark beschädigten Luftschiffs überhaupt möglich. Wie so üblich unterscheiden sich die vier zur Auswahl stehenden Figuren durch ihre unterschiedlichen Fähigkeiten voneinander. Die eine Figur ist geübter im Umgang mit Waffen, die andere dafür umso robuster und ein anderer Charakter ist beispielsweise außerordentlich magiebegabt. Die Entscheidung liegt ganz bei Euch, Ihr habt jedenfalls die Wahl zwischen dem Magier Solaar, dem Mechaniker Maxx, dem Offizier Ike und der Forscherin Julia. Ich habe jedenfalls Julias gewählt, den sie verfügt zwar über keine gewaltigen Stärken, hat aber auch keine richtigen Schwachpunkte, sie ist zwar nicht so wahnsinnig robust, dafür aber vielseitig begabt. Während unserer Tour durch den geheimnisvollen Turm stellen sich uns etliche Monster in den Weg, die es natürlich auszuschalten gilt. Da sich die vorhandenen Waffen teils deutlich voneinander unterscheiden, ist auch die Art der Bekämpfung sehr unterschiedlich, jedenfalls erweisen sich Angriffe mit Lichtmagie, Feuer oder Strom als besonders effektiv. Beachten müsst Ihr dabei, mit welcher Art von Monster Ihr es jeweils zu tun habt, so sind Roboter beispielsweise absolut „allergisch“ gegen jegliche Form von Elektrizität, Zombies meiden hingegen das Feuer. Seid Ihr einmal ohne Waffe oder ist Eure Munition aufgebraucht, müsst Ihr Euch im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen zur Wehr setzen, diese Durststrecken sollten aber nur möglichst kurz andauern..

Im Verlauf des Abenteuers kommen dann einige Elemente aus Rollenspielen zum Tragen, so erlernt Ihr zum Beispiel nach und nach einige Zaubersprüche und gewinnt durch die vielen Kämpfe an Erfahrung, wodurch Ihr Eure Talente weiter perfektionieren könnt. Dies gilt sowohl für den Umgang mit Waffen als auch für das Erlernen später mächtiger Magiesprüche. Gerade das fand ich besonders interessant in O. D. T. , langweilig wurde mir somit eigentlich nie. Die Spielatmosphäre gefiel mir ebenfalls sehr gut, woran allerdings die nicht immer gelungene Kameraführung weniger einen maßgeblichen Anteil hat. Diese schwenkt nämlich manchmal so unglücklich umher, dass ich in wichtigen Momenten teilweise nur dämlich die Wände anstarren konnte und phasenweise total den Überblick verlor. In der 3D-Umgebung schauen wir ansonsten unserer Figur nahezu andauernd über die Schulter, fühlen uns also mittendrin im Spielgeschehen ohne dabei die Übersicht zu verlieren. Das teilweise sehr beklemmende Ambiente im mysteriösen Turm kommt auf jeden Fall im Großen und Ganzen doch recht gut rüber, das trotz der Komplexität der verschiedenen Befehle im Grunde vieles problemlos abläuft, spricht für eine ausgeklügelte Steuerung und die intelligent angelegten Optionsmenüs. Um Euch jetzt nicht zu langweilen, spare ich mir an dieser Stelle lieber weitere Details. Ein bisschen kommen dann auch Elemente aus Jump and Runs zur Geltung, denn ab und zu musste ich Abgründe überspringen, Wände emporklettern, auf schmalen Plattformen in schwindelerregender Höhe balancieren und mir wichtige Schlüssel durch einzelne Geschicklichkeitspassagen erst hart erarbeiten. Die Umgebungen im Turm sind dabei erfreulich abwechslungsreich, so hatte ich das eigentlich gar nicht erwartet. Ihr durchquert große Hallen und Gärten, quält Euch durch weitverzweigte Labyrinthe und über wenig stabile Brücken, macht einen „Besuch“ im Gefängnis und treibt in Tempelanlagen Euer Unwesen. Was den Spielverlauf an sich dann noch weiter auflockert sind die eingeblendeten Zwischensequenzen in Form kleiner Filme, die Euch zwischen den einzelnen Etagen des Turmes erwarten. An Abwechslungsreichtum mangelt es diesem Abenteuerspiel somit nicht.

Bis jetzt hört sich das Ganze doch sicher hochinteressant an, das glaube ich jedenfalls. Leider macht die Grafik dem bislang doch sehr positiven Eindruck zumindest einen kleinen Strich durch die Rechnung, was natürlich sehr schade ist. Denn konnte ich noch kleinere Patzer mit der Kamera noch halbwegs verschmerzen (teilweise tauchten die schon erwähnten Probleme mit der mangelhaften Übersicht auf), so störten mich die auftretenden Grafikfehler doch deutlich mehr. Hässliche Polygonfehler gibt es nämlich leider manchmal zu „bestaunen“, von fließenden Hintergründen kann ich daher nicht immer sprechen. Und da dies nicht gerade selten passiert, muss das zu Abzügen bei der ansonsten schön düsteren Optik und ganz ordentlich animierten Figuren und auch trotz der vorhandenen netten Licht- und Feuereffekte führen. Neben diesen Grafikfehlern und der teilweise doch sehr unglücklichen Perspektive missfiel mir außerdem noch der Soundtrack, denn dieser wurde mir viel zu schnell langweilig. Dabei hätte man das düstere Ambiente so schön mit schaurigen Klängen und dramatischen Melodien unterstreichen können, stattdessen erklingen überwiegend monotone Melodien und auch die Soundeffekte sind ihren Namen eigentlich nicht wert.

Durch die erwähnten Negativpunkte rutscht O. D. T. dann doch ganz plötzlich in der Gesamtbewertung ziemlich weit nach unten. Das ist in meinen Augen sehr schade, denn allein schon die interessante Rahmenhandlung und gruselige Spielatmosphäre versprachen doch am Anfang so viel. Auch die zur Verfügung stehenden vier Charaktere mit ihren individuellen Fähigkeiten waren eine gute Idee der Entwickler, ebenso das motivierende Sammeln der Erfahrungspunkte, um die Talente der Figur weiterhin perfektionieren zu können. Überhaupt gefiel mir die Mischung aus Actionadventure, Rollenspiel und Jump and Run ziemlich gut wenn nicht, ja wenn nicht bei der Grafik etwas geschludert und der Sound völlig lieblos präsentiert worden wäre. Einige Ausrutscher bei der Kameraführung sorgen dann letztlich dafür, dass sich dieses Abenteuerspiel für die Playstation dann doch nur so gerade eben noch im durchschnittlichen Bereich aufhalten kann, somit kann es auch nur eine ganz knappe Kaufempfehlung von mir geben.


Fazit: