Dungeon Siege - Throne of Agony (PSP)
Uninspiriert und unfertig, aber immerhin nicht komplett unbrauchbar - Dungeon Siege - Throne of Agony (PSP) Playstation Portable Spiele / PSP

Produkttyp: 2K Games Playstation-Portable-Spiele

Neuester Testbericht: ... der Vogelperspektive. Von hier aus steuert man frei in alle Himmelsrichtungen - sowohl in der Übersichtskarte, in der man sich von Ort z... mehr

Uninspiriert und unfertig, aber immerhin nicht komplett unbrauchbar
Dungeon Siege - Throne of Agony (PSP)

scoopexx

Name des Mitglieds: scoopexx

Produkt:

Dungeon Siege - Throne of Agony (PSP)

Datum: 30.05.12

Bewertung:

Vorteile: Musik; günstiger Preis auf Gebrauchtmarkt.

Nachteile: Grafik, Gameplay, Story, verbugt, lange Ladezeiten.

In diesen Zeiten, in denen Diablo 3 in aller Munde ist, werden viele kleinere und ältere Titel gar nicht mehr wahrgenommen, die dem selben Genre entstammen, wie dieser in Kürze erscheinende Blockbuster. Um die Wartezeit bis zum Release dieses heiß erwarteten Titels aus dem Hause Blizzard noch ein wenig zu überbrücken, gibt es hier allerdings einige Spieleperlen, die einen Blick wert sind. Das 2006 für Sonys Playstation Portable (PSP) erschienene Dungeon Siege - Throne of Agony ist dabei vielleicht kein direkter Konkurrent von Diablo 3 mehr, weist aber doch vom Gameplay her einige Ähnlichkeiten auf. Lohnt sich ein Blick?


Story:

Die Hintergrundstory ist schnell erzählt: Das Land wird von der Roten Königin heimgesucht, deren Schergen Dörfer brandschatzen und ganze Landstriche verwüsten. Ein Held, in dessen Rolle man schlüpft, bricht daher von fernen Landen aus auf, um die Fesseln, mit denen sie das Land gefangen hält, zu zerschlagen. Das Glück ist dabei leider zunächst nicht auf seiner Seite, denn das Schiff kentert und man findet sich, dem Hades nur knapp entkommen, an einer unbekannten Küste wieder. Im nicht weit entfernten Örtchen Seahaven wird einem das ganze Ausmaß der Verwüstung bewusst, das in der Region herrscht und prompt beschließt man, dem Dorfvorsteher beiseite zu stehen.


Standartkost beim Gameplay:

Genreüblich erfüllt man Quests, die einen durch die Lande treiben und der Roten Königin im Spielverlauf immer näher bringen. Den eigenen Helden, den man zu Beginn aus drei Charakterklassen frei wählen kann, sieht man dabei aus der Vogelperspektive. Von hier aus steuert man frei in alle Himmelsrichtungen - sowohl in der Übersichtskarte, in der man sich von Ort zu Ort bewegt als auch in den einzelnen Detailmaps, wo man die meisten Charaktere trifft und wo auch die Kämpfe stattfinden. Die besiegten Monster lassen Gegenstände fallen, die man entweder selbst ausrüsten, oder bei Händlern in den Städten gegen nützlichere Utensilien eintauschen kann.
Obligatorische Level-Ups durch errungene Erfahrungspunkte dürfen natürlich ebenso nicht fehlen. Diese finden häufig statt: Bei Spielende befindet man sich in etwa kurz vor Level 60. Dabei verbessern sich nicht nur die Attribute Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit, etc. frei nach Wahl, sondern es lassen sich auch bestimmte Talente und Zaubersprüche aufwerten, die dadurch effektiver werden. Es lassen sich zudem einige Sidekicks gewinnen, die einem unterstützend - mal eher defensiv, mal eher offensiv - zur Seite stellen. Auch diese Anhänger verbessern sich frei nach Wahl mit eigenen Levelups im Laufe der Zeit.


Details werden mit der Lupe gesucht

Dass PSP-Spiele aus heutiger Sicht grafisch nicht mehr State-of-the-art sind, sollte einem vor dem Kauf sicher in den Sinn kommen. Die optische Seite von Dungeon Siege - Throne of Agony ist allerdings auch im Vergleich zu anderen Titeln desselben Systems kein Augenschmaus. Die Kamera befindet sich viel zu nah am Protagonisten, sodass der Überblick verloren geht und man Gegner erst erkennt, wenn sie längst auf einen zustürmen. Es wirkt fast, als hätte man das Spiel für ein leistungsstärkeres System entwickelt und dann quasi mit einer Lupe den Bildausschnitt verkleinert, um immer weniger Details gleichzeitig darstellen zu müssen, bis die greise Hardware der guten, alten PSP damit fertig werden konnte. Auch so geht es hier und da jedoch mit der Framerate schon einmal deutlich wahrnehmbar bergab.
Zugute halten muss man die recht große Anzahl an Gegnern, die das Spiel bietet. Diese leveln glücklicherweise nicht über den Spielverlauf mit auf, sind allerdings größtenteils recht uninspiriert gestaltet worden. Ich bin bei solchen Titeln eher ein Fan von den klassischen Monsterarten: Orks, Goblins, Skelette und all das Gekreuch, das man aus Filmen kennt und unter dem man sich etwas vorstellen kann. In diesem Dungeon Siege kämpft man jedoch größtenteils gegen Polygonhaufen mit nichtssagenden Namen.


Vertonung sticht heraus

Die Vertonung ist - mal abgesehen von den (genreüblichen) mauen Soundeffekten, hervorragend gelungen. Die Musik spielt in einer Liga, die deutlich über dem Rest der Präsentation schwebt und schafft es, noch ein bisschen von der Stimmung zu retten, die das Spiel eigentlich aufbauen wollen müsste...


Fazit:

Nein, Dungeon Siege - Throne of Agony ist kein Titel, den die eigene PSP gesehen haben muss. Eine Story ohne jegliche Überraschungen und Wendungen, die nur Mittel zum Zweck ist, um das Gameplay zu rechtfertigen ist dabei nur das i-Tüpfelchen neben den anderen Kritikpunkten. So dauert einem die ordentliche Spiellänge von 10-12 Stunden fast schon zu lange: Eigentlich ist das Spiel so langweilig, dass man es weglegen und nie mehr wieder ansehen möchte, aber dann packt es einen doch noch, bis zum Ende zu weiterzumachen, da es wiederum kein Katastrophen-Titel ist. Viele der Negativpunkte, die ich genannt habe, sind keine Gameplay-Stopper, sondern eher einfach passiv-ärgerlich. Die Welt von Dungeon Siege bietet immernoch genug Möglichkeiten, um Spaß zu haben - wobei insbesondere die Charakterentwicklung Laune bereitet. Die häufigen Level-Ups und die vielen Items, die man looten kann, halten einen irgendwie bei der Stange, bis man der Roten Königin gegenübertritt. Ein wichtiges Gameplay-Element, das die Entwickler dabei gekonnt bedacht haben, ist, keinen Frust beim Spieler zu erzeugen. Daher ist das Spiel so einfach, dass selbst Neulinge kein Problem haben werden, den Endgegner mit ein paar taktisch bedeutungslosen Drückern des Angriffsknopfs niederzustrecken. Einerseits schön, denn dadurch bleibt der Spielverlauf unterbrechungsfrei und flüssig, andererseits auch ärgerlich, denn wo bleibt die Herausforderung? Und welcher Anreiz ist in dem wirtschaftlichen Aspekt des Spiels gegeben? Nach einer Stunde Spielen hat man so viel Geld angehäuft, dass man gar nicht mehr weiß, wohin damit. Man muss einfach nicht Haushalten und freut sich dann auch weniger über Erfolge, die man mit dem Protagonisten erreicht hat.

Zu allem Überfluss gibt es auch noch hin und wieder einige leidige Abstürze und kleinere Fehler im Spiel (bspw.:Figur bleibt an unsichtbarer Wand hängen), die Throne of Agony etwas unfertig erscheinen lassen. Auf Wartezeiten muss man sich auch leider einstellen, denn nachladen muss das Spiel häufig und lange. Insgesamt kann ich daher nicht mehr als zwei magere Sterne vergeben und vom Kauf abraten.

Fazit: 2 Sterne

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: