Alpha Protocol (PS3)
Das neue Deus-Ex - Alpha Protocol (PS3) Playstation 3 Spiele

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Sega Playstation-3-Spiele

Neuester Testbericht: ... Bugs hinwegsieht, findet man ein schönes, abwechslungsreiches Shooter/-Rollenspiel mit einer verdammt interessanten Story. Man s... mehr

Das neue Deus-Ex
Alpha Protocol (PS3)

Bentaiquila

Name des Mitglieds: Bentaiquila

Produkt:

Alpha Protocol (PS3)

Datum: 08.07.10

Bewertung:

Vorteile: Sehr motivierendes Spielprinzip, Tolle Story, Spannende Missionen

Nachteile: Unausgewogene Bosskämpfe, Schwächen in Grafik und Steuerung

Alpha Protocol

Lange habe ich keinen Bericht mehr geschrieben, aber jetzt wird es doch einmal wieder Zeit dafür...denn lange habe ich auch kein Spiel mehr gespielt, das mich so an den Rechner gefesselt hat wie Alpha Protocol.
Es handelt sich hierbei um einen wilden Genremix aus Rollenspiel und Taktikshooter, etwa so wie man es aus dem Klassiker Deus Ex kennt. Man steuert den Agenten Michael Thorton, ein neuer Rekurt bei der super geheimen Behörde Alpha Protocol - einem Geheimdienst der USA, der hauptsächlich dafür geschaffen wurde Aufträge auszuführen, von denen sich die USA dann offiziell distanzieren können. Wenn ein Agent auf eigene Faust handelt, dann spricht man auch davon, daß er nach dem Alpha Protocol arbeitet - der Name ist also Programm.
Das Spiel
Wie schon angedeutet spielt sich Alpha Protocol sehr ähnlich wie Deus Ex. Man steuert seine Hauptfigur also aus der "Hinter-Schulter-Kamera"-Perspektive durch verschiedenste Schauplätze z.b. in Saudi Arabien, Rom, Moskau oder Taiwan. Dabei kommt es natürlich immer wieder zu Zusammentreffen mit gegnerischen Einheiten gegen die man dann auf die verschiedenste Weise vorgehen kann. Je nach Vorliebe schleicht man sich also durch die Levels und erledigt die Gegner hinterrücks im Nahkampf, erlegt sie einzeln mit einer schallgedämpften Pistole aus der nächsten Deckung oder aber man rennt einfach frontal drauf und feuert aus allen Rohren - seien es nun die Rohre zweier Maschinenpistolen, einer Schrotflinde oder einem Sturmgewehr. Dabei sammelt man für jede erfolgreiche Aktion Erfahrungspunkte mit denen man langsam im Level aufsteigt. Dafür gibt es wiederum Skillpunkte mit denen man sich in den verschiedenen Bereichen fortbilden kann. Zur Auswahl stehen die obligatorischen Kampf- und Waffentalente, aber auch Schleichen, technische Kenntnisse, usw.
Anders als aber in den meisten vergleichbaren Spielen gibt es in Alpha Protocol aber auch häufig Missionen bzw. Szenen in denen es zu keinen Schusswechseln kommt. Hier trifft man sich mit anderen Charaktären, schließt Bündnisse, schüchtert Gegner ein oder schafft sich auch ganz neue Feinde. Das Besondere an Alpha Protocol ist nämlich auch, daß jeder Charakter im Spiel immer eine Meinung zum Spielercharakter hat - gemessen auf einer Skala von -10 bis +10. Je nachdem verhalten sich die NPCs dann dem Spieler gegenüber anders und die Geschichte verläuft in eine völlig andere Richtung. Überhaupt gibt es hierbei eine unglaubliche Fülle möglicher Storywendungen und es lohnt sich durchaus das Spiel öfter als einmal durchzuspielen, da man mit einem anderen Vorgehen und einem anderen Verhalten den NPCs gegenüber auch eine ganz andere Geschichte erlebt.
Die Grafik

Die Grafik ist insgesamt eher mittelmäsig. Man merkt dem Produkt schon an, daß es gleichzeitig auch für Konsolen erschienen ist. Während die Charaktäre sehr detailliert gestaltet sind und sich sehr flüssig durch die Levels bewegen, fallen viele Levels selbst eher unspektakulär aus. In Innenmissionen ist das kein Problem, hier wurde die Unreal Engine gut ausgenutzt und die Levels liebevoll eingerichtet. Bei Außenlevels wirkt die Umgebung aber oft sehr verwaschen und durch klare Levelgrenzen hat man selten das Gefühl wirklich in einer lebendigen Welt unterwegs zu sein. Negativer Höhepunkt ist dabei ein Park in Taiwan der doch sehr deutlich die Limitierungen der verwendeten Engine aufzeigt.
Der Sound
Zum Sound gibt es an sich wenig zu sagen - er passt! Die Missionen sind mit wechselnder Musik untermalt die sich dem aktuellen Verlauf anpasst, was meistens sehr gut funktioniert, so daß spannende Szenen auch gleich mit entsprechender Musik unterlegt sind. Ab und an passiert es zwar auch, daß man gerade den letzten Gegner im Umkreis von 100m niedergestreckt hat und dann plötzlich eine hektische Musik aufkommt, obwohl eigentlich alles ruhig ist.
Alle Dialoge sind komplett eingesprochen, allerdings nur auf Englisch. Wer kein Englisch versteht kann sich aber deutsche Untertitel einblenden lassen, die den Charme und die extrem hohe Qualität der Dialoge aber nur zum Teil einfangen können.
Die Steuerung

Die Steuerung ist einer der großen Kritikpunkte an dem Spiel. Für einen Konsolentitel ist sie zwar noch einigermasen flüssig, aber man merkt trotzdem an jeder Ecke wo das Spiel herkommt - der Charakter bleibt oft an Ecken hängen an denen man eigentlich nicht hängen bleiben müsste. Eigenständiges Springen ist garnicht möglich und selbst kleinste Hindernisse können nur an eigens definierten Stellen überwunden werden. So kommt es zu skurilen Situationen in denen man erst 3m an einer Mauer entlang laufen muss bevor man sie dann genau in der Mitte überqueren darf.
Zielen und Kämpfen läuft dagegen eigentlich sehr gut, die Maussteuerung ist hierbei sehr genau und mit ein bisschen Übung verteilt man, die entsprechenden Charakterwerte vorausgesetzt, sehr zuverlässig Headshots. Darüber hinaus gibt es aber auch noch viele aktive Fähigkeiten mit denen beispielsweise die Zeit verlangsamt werden kann, so daß man noch gezielter Schüsse abgeben kann. Überrascht man einen Gegner im Nahkampf, so genügt ein Knopfdruck um ihn auszuschalten. Ansonsten kann man durch mehrmaliges Drücken der gleichen Taste Schlagfolgen ausführen. Hierbei kommt jedoch wieder die Konsolenherkunft zum Tragen und nicht selten passiert es so, daß man 2-3 cm vor dem Gegner steht und die gesamte Schlagfolge ins Leere geht.
Meine Meinung
Persönlich hatte ich mit Alpha Protocol wie eingangs erwähnt so viel Spaß wie lange mit keinem PC Spiel mehr. Das hat mehrere Gründe. Zum Einen sind die Missionen (zumeist) einfach toll und abwechslungsreich gestaltet, man hat viele Freiheiten in der Erfüllung seiner Ziele und das motiviert einfach immer Neues auszuprobieren. Besonders gelungen ist das in Missionen die komplett ohne einen Kampf lösbar sind, wie etwa eine CIA Basis in Rom die man verwanzen möchte. Mit viel Konzentration und etwas Übung ist es möglich dies zu schaffen ohne eine einzelne Kampfhandlung und komplett ohne bemerkt zu werden. Schafftm an soetwas gibt es hierfür oft sogenannte Perks, die einem dann einen dauerhaften Bonus auf einen Wert bringen.

Die Story ist ausgesprochen gelungen und wird sehr gut erzählt und weitergeführt, die Charaktäre wirken sehr lebendig und glaubwürdig. Genau hierin liegt auch der große Suchtfaktor des Spiels - man will einfach wissen wie es weitergeht, nur noch schnell mit dem Kontakt treffen, oh dann noch die Email lesen, na dann schauen wir uns doch noch schnell das Lagerhaus an usw. Aufhören kann bei diesem Spiel mit unter schonmal schwer fallen.
Trotz aller Genialität gibt es aber auch einige Mängel. Technische wurden oben schon genannt, es gibt jedoch auch einen großen Spielerischen: Die Bosskämpfe. Denn nicht immer kann man sich friedlich mit seinen Kontrahenten einigen oder sie direkt exekutieren. Immer wieder kommt es auch zum direkten Gefecht. Hier haben sich die Entwickler zwar sichtlich Mühe gegeben, denn jeder Boss kämpft anders, hat eigene Taktiken und Fähigkeiten, jedoch ist das Balancing hierbei doch auch gehörig in die Hose gegangen. Die Bosse halten meist unverhältnismäsig viel aus und sind je nach Fähigkeiten zum Teil nur durch ermüdende Kämpfe zu besiegen, trauriges Highlight war ein im Nahkampf quasi unbesiegbarer Gegner in Moskau, welcher unglücklicherweise alle 20-30 Sekunden in den Nahkampfmodus gewechselt hat und dabei auch gleich noch seine Rüstung wieder komplett zurückgesetzt bekam. Dies ist besonders kritisch, wenn man in seiner Spielart eigentlich mehr auf Schleichen und Kopfschüsse per Pistole gesetzt hat und einem dann einfach die Feuerkraft fehlt um solche Gegner in absehbarer Zeit niederzustrecken. Außerdem ist es natürlich etwas verwunderlich, wenn ein korrupter Geschäftsmann etwa 40 Schüsse in den Kopf wegsteckt bevor er endlich zu Boden geht. So nett die Idee auch ist, ohne die Bosskämpfe hätte sich das Spiel runder gespielt.
Fazit

Trotz der gerade angesprochenen Schwächen - das Spiel macht einfach unglaublich viel Spaß und motiviert durch die komplexe aber variable Story auch nach dem ersten Durchsspielen weiter, gerade auch weil die Entwickler einige Gags eingebaut haben, wenn man das Spiel ein zweites Mal durchsspielt. So sind einige Dialoge von Anfang an anders und ab und an begegnen einem Charaktäre an Stellen an denen man das nicht erwartet hätte.
Ich vergebe guten Gewissens 5 Sterne und kann das Spiel nur weiterempfehlen, etwas Frustresistenz vorausgesetzt wird man mit dem Spiel viele Abende/Wochenenden lang hervorragend unterhalten sein.
Klare Kaufempfehlung!

Der Bericht ist ebenso unter gleichem Namen bei Ciao erschienen.

Fazit: Zuschlagen!

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: