Extermination (PS2)
Weder Fisch noch Fleisch - Extermination (PS2) Playstation 2 Spiele

Produkttyp: Sony Playstation-2-Spiele

Neuester Testbericht: ... Lebensform befällt hier ebenso wie in Extermination das Personal einer Forschungsstation im Ewigen Eis und verwandelt die Mensche... mehr

Weder Fisch noch Fleisch
Extermination (PS2)

scoopexx

Name des Mitglieds: scoopexx

Produkt:

Extermination (PS2)

Datum: 20.07.12

Bewertung:

Vorteile: Viele gute Ansätze, ...

Nachteile: es bleibt jedoch immer bei Ansätzen.

2001 war das Survival-Horror Genre auf den Konsolen längst in Fahrt gekommen. Ein Plagiat nach dem anderen von dem Urvater dieser Spielekategorie, Resident Evil, erschienen in diesen Jahren, die das Spielprinzip mal mehr, mal weniger dreist kopierten. Eine dieser Veröfentlichungen hieß Extermination und hielt sich durchaus recht strikt an das Vorbild, setzte aber anstatt Zombies Aliens als Kontrahenten ein und verlagerte das Geschehen von einer amerikanischen Kleinstadt in einen antarktischen Forschungskomplex.

Auf dieser sehr einsam liegenden Basis mitten in der Antarktis spielen sich merkwürdige Dinge ab, die von außen nicht so richtig nachvollziehbar sind. Eine Special Forces-Einheit der Marines wird daher zum Ort des Geschehens gesandt, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Mit dabei ist Protgonist Dennis, ein junger Soldat, dessen Ex-Freundin zufälligerweise auf genau dieser Forschungsstation ihren Dienst als Wissenschaftlerin leistet. Zusammen mit Roger, einem waffenstarrenden Mitglied der Einheit, schlägt er sich die ersten Meter in den Komplex hinein, und muss schnell feststellen, dass er nicht auf das vorbereitet ist, was ihn erwartet. Roger wird von unterarmgroßen Geschöpfen angefallen, die halb Schnecke und halb Schlange zu sein scheinen, und kann trotz seines Arsenals an modernem Kriegsgerät nichts gegen diesen zahlenmäßig sehr überlegenen Feind ausrichten. Er stirbt schließlich vor Dennis' Augen und verwandelt sich in ein Ungetüm auf zwei Beinen, das von einer unbekannten Frau in einem HazMat-Anzug aus der Ferne mit einem Gewehr getötet wird - eine Überlebende des ehemaligen Stationspersonals.


Gut geklaut ist besser als schlecht erfunden

Wer hin und wieder einmal gerne einen Horrorfilm schaut, wird sich sicherlich an John Carpenters "The Thing - Das Ding aus einer anderen Welt" erinnern. Eine außerirdische und parasitäre Lebensform befällt hier ebenso wie in Extermination das Personal einer Forschungsstation im Ewigen Eis und verwandelt die Menschen bei Bedarf in grauenvolle Geschöpfe, die kaum mehr an humanoide Lebewesen erinnern. Diese in dem Videospiel Dead Space Jahrzehnte später passenderweise als sogenannte "Necromorphs" bezeichneten Wesen bestimmen auch das Gegnerrepertoire von Extermination. Ein Virus hat die Besatzung der Station befallen und sie in fiese Monster verwandelt, die Dennis und seinen noch gesunden Teammitgliedern bei Sichtkontakt auf die Pelle rücken. Die Idee ist also alt und dass neben Resident Evil nun offensichtlich auch noch John Carpenters The Thing Pate stand, hat den Entwicklern sicherlich nicht zu Auszeichnungen in Sachen Kreativität verholfen, aber das Setting ist interessant genug, um den Spieler zunächst einmal zu unterhalten. Und sind wir mal ehrlich: John Carpenters The Thing war auch nur ein Remake des gleichnamigen Films aus den 1950ern.


Mediale Präsentation von der Stange

Grafisch bietet Extermination leider nur wenig Abwechslung. Da der gesamte Spielablauf in einer riesigen Forschungsstation stattfindet und man offenbar nicht gewillt war, die Farbpalette des Playstation-Grafikchips auszureizen, gestaltet sich die Umgebung stets grau. Die Variabilität reicht dabei gerade einmal von rot-grau bis blau-grau - je nach Ort an dem man sich gerade befindet. Die Monster selbst sind leider auch nur unwesentlich farbenfroher, man stellt sich aber im Laufe des Spiels auf dieses Designmanko ein und lässt sich nicht weiter stören (aber auch nicht begeistern). Dass Forschungskomplexe interessanter aussehen können, zeigte bereits das uralte Dino Crisis auf der PSX, weshalb das höhere Alter keine Ausrede für Extermination sein soll. Eine kleine Entschädigung bekommt man in dem ordentlichen Charakter- und Monsterdesign, wobei ersteres durch die unglaublich schlechten englischen Synchronsprecher wieder größtenteils zunichte gemacht wird. Die Dialoge in den Zwischensequenzen sind ohnehin keine Musterbeispiele an Kreativität und werden zusätzlich durch schnulzige Musik auf ein Ramsch-Niveau heruntergestuft, bei dem selbst griechische Staatsanleihen schon einmal vor Neid erblassen können. Den Vogel schießen aber die Stimmen der Sprecher ab, die tatsächlich so schlecht sind, dass man sie nicht einmal mehr für die englischen Synchronstimmen der schlimmsten japanischen Trashfilme und B-Movies in Erwägung ziehen sollte. Gerade der Protagonist Dennis spricht so schmalzig, dass man nicht zu verachtende Fremdschämmomente durchlebt und nur mit Mühe und Not der Story folgen kann, die zum größten Teil in den Unterhaltungen der Charaktere fortgesponnen wird. Die unaufdringliche Durchschnittlichkeit der restlichen Sounduntermalung fällt da schon wieder positiv auf.

Das Leveldesign ist eigentlich recht ordentlich, auch wenn eine Menge Backtracking vonnöten ist, um seine Munition stets aufgefüllt zu lassen. Dabei haben die Entwickler aber darauf geachtet, dass man sich nicht jedes Mal erneut durch die gleichen Gegnerscharen schießen muss, denn Monster, die man einmal zur Strecke gebracht hat, erscheinen glücklicherweise nicht wieder. So muss es auch sein, denn es entsteht das Gefühl, dass einem der Fortschritt, den man macht, auch stets erhalten bleibt. Das Backtracking zu den Saferooms erscheint da nicht mehr so schlimm, wenn auch etwas zeitraubend.
Ein großes Manko des Spiels liegt dennoch in Teilen des Leveldesigns, da einige Passagen viel zu viele Klettereinlagen von dem Spieler verlangen. Was Extermination eigentlich sein wollte, war ein Horrorspiel oder zumindest ein Action-Adventure mit Horroreinlagen - hier und da kommt man sich allerdings so vor, als würden Mario und Luigi gleich aus einer Röhre hopsen und mit Schildkrötenpanzern werfen. Aber nicht nur, dass dies inhaltlich einfach nicht passt - perfiderweise ist die Steuerung so unpräzise, dass diese Geschicklichkeitspassagen eine Menge Geduld voraussetzen. Zwar treten hierdurch verursachte Frustmomente über den Spielverlauf nur vereinzelt auf, aber immerhin oft genug, um dem Spieler die Stimmung hin und wieder zu vermiesen.


Action... check. Geschicklichkeitseinlagen... check. Horror...?

Ein wichtiger Aspekt bei Horrorspielen ist natürlich der Gruselfaktor. Von diesem merkt man in Extermination jedoch nur wenig, da man dem Protagonisten wie auch in Resident Evil eine recht große Knarre in die Hand gegeben hat, mit der die meisten Gegner überhaupt kein Problem mehr darstellen. Nur dass die Sache hier noch einfacher ist, da man seine Munition immer wieder in bestimmten Räumen auffüllen kann. Ein gezielter Einsatz der Waffen und taktisches Spielen sind somit leider in Bezug auf die Munition unnötig. Extermination kann durch diese Wehrhaftigkeit des Protagonisten keine wirkliche Gruselathmosphäre aufbauen wie es bspw. einem Project Zero II oder C'thulu - Dark Corners of the Earth gelingt. Man sollte Extermination daher eher als Action-Adventure mit wenigen Horrorelementen sehen und nicht als Gruselspiel.


Fazit:

Extermination macht streckenweise wirklich Spaß, verliert sich dann aber in Monotonie. Die Story ist nicht wirklich packend, die Horrorelemente nicht gruselig und die Spielathmosphäre bleibt ziemlich flach. Damit bewegen sich die gesamten Adventure-Elemente im mittelmäßigen Bereich. Zwar stimmt der Action-Part einigermaßen, aber dieser gestaltet sich eigentlich immer etwas zäh, denn zu oft wird die Action durch andere Spielelemente unterbrochen. So bleibt ein Spiel, das wohl selbst nicht genau weiß, was es sein will, und es daher nicht schafft, die einzelnen Genreelemente zu einem großen Kuchen zusammenzusetzen. Extermination macht zwar einiges auch richtig, aber es bleibt insgesamt beim Mittelmaß.

Fazit: 3 Sterne

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: