Kiepenkerl Profi-Line Radieschensamen
Großer Bericht über kleines Korn - Kiepenkerl Profi-Line Radieschensamen Pflanzen

Neuester Testbericht: ... Ich habe schon letztes Jahr Radieschen angepflanzt und gute Erfahrungen gemacht. Die diesjährige Ernte bleibt ja noch abzuwarten. Zu früh... mehr

Großer Bericht über kleines Korn
Kiepenkerl Profi-Line Radieschensamen

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Name des Mitglieds: tästpersohn

Produkt:

Kiepenkerl Profi-Line Radieschensamen

Datum: 09.05.11

Bewertung:

Vorteile: Idiotensicher

Nachteile: keine

Juchu, ich habe nun ein Gewächshaus. 4 x 3 Meter groß. Naja, erst war ich nicht sonderlich begeistert, als ich eines Wochenendes bei meinem Freund aufschlug und - Überraschung! Ein Gewächshaus auf einer gepflasterten Fläche nahe seiner Brennholzstapel sah. Schatzi hatte mir zwar zuvor erzählt, dass ein älterer Herr aus seinem Bekanntenkreis keine Zeit und Lust mehr für sein Gewächshaus hatte und es aus seinem Garten entfernt haben wollte, was ich denn von so was halte?

Nix, sagte ich damals. Ich bin nur am Wochenende bei meinem Freund und habe überhaupt keine Ahnung von Ackerzucht und Viehbau. Wir haben mal 2 Tomatenpflanzen gehabt, aber selbst das war nicht von großem Erfolg gekrönt.

Da eine jetzt 54jährige Freundin von mir mal gesagt hatte, dass Frauen ab 50 sich fürs Gärtnern interessieren (bei ihr fing es ab 50 an), kam er mit dem Argument, dass es soooo lange ja auch nicht mehr hin sei, bis ich 50 werde.

Jedenfalls stand das Gewächshaus im April aufgebaut da und ich somit vor vollendeten Tatsachen.

Nur mit Mühe konnte ich meinen Freund davon abbringen, schon Tomaten- und Gurkenpflanzen reinzusetzen. Er hat nämlich NOCH weniger Ahnung als ich, denn ich weiss immerhin, dass diese Pflänzchen keinen Frost vertragen.

Pflanzkübel? Wozu? Kann man Gurken nicht in Balkonkästen ziehen? Er brachte mich schier zum Wahnsinn.

Um irgendetwas auszusäen, entschied ich mich für


RADIES SORA PROFILINE RADIESCHENSAMEN von Kiepenkerl.
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Hersteller: Volmary GmbH, Kaldenhofer Weg 70, 48014 Münster
www. Kiepenkerl.de

Denn auf der Packung war zu lesen, dass es sich um ein SCHNELLWÜCHSIGES Gemüse handelt. Für Anbau von Frühjahr bis Spätherbst geeignet. Die Aussaat könne im Freiland von März bis August erfolgen. Ich dachte mir, wenn sie schon im März ins Freiland ausgesät werden dürfen, dann sicher auch im April im Gewächshaus. Selbst wenn die Radieschen einen Durchmesser von 6 cm erreicht hätten, wären sie noch knackig.

Und ja, ich mag Radieschen. Ich kann mich daran erinnern, dass meine längst verstorbene Oma auch Radieschen in ihrem Garten hatte.

Die Aufschrift der Tüte gab viele Informationen preis.


Zu den Punkten
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Aussaat:
wie erwähnt zwischen März und August


Keimung:
6 - 10 Tage bei 6 - 20°. (Das passt schon für April, dachte ich mir. Viel wärmer wird es ja doch nicht, kälter auch nicht, höchstens in der Nacht, aber da auch Freilandsaat möglich war, ging ich mal davon aus, dass Nachtfrost nichts ausmacht).

Kultur:
Vereinzeln bei zu dichter Saat. (Ha, glauben die denn, ich hätte Zeit und Lust dazu, die Minipflanzen noch mal umzutopfen? Ich werde sie gleich in gebührendem Abstand aussäen.)

Abstand:
Da stand 5 x 25 cm. (So wie ich die Piktogramme als absoluter Laie interpretiere, sollen die Pflanzen 25 cm auseinander stehen, die Reihen sollen etwa 5 cm Abstand voneinander haben. Ich habe keinen blassen Schimmer, ob ich das so richtig sehe. Ich bin halt Anfängerin.)

Ernte:
Endlich. Das , was relevant ist. April bis September. (Hm, wenn die Aussaat zwischen März und August erfolgen kann, bedeutet das doch, dass wenn ich zum frühesten Datum aussäe, schon einen Monat später Radieschen habe? Und auch, wenn ich erst im August aussäe, bekomme ich im September Radieschen?)



Zu Hause bei meinem Freund angekommen, las ich einen weiteren Punkt auf der Verpackung,
der mir im Geschäft nicht aufgefallen war.

Nämlich:

Standortansprüche.
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Ansprüche? Kann man das Zeug nicht einfach in die Erde verfrachten? Offensichtlich nicht,
denn diese Samen "lieben humosen, mittelschweren Boden, der nicht mit frischem
Stallmist gedüngt sein darf. Gleichmäßiges und reichliches Wässern lassen Radieschen zügig
wachsen und nicht pelzig werden.

Wir hatten normale Blumenerde. Was weiss denn ich, was "humosen mittelschwerer Boden bedeutet", und nein, mit Stallmist möchte ich die Radieschen, die ich essen werde, nicht unbedingt düngen. Auch wenn das eine Voraussetzung wäre, ich habe keine Ahnung, woher ich Stallmist bekommen könnte.


Und dann gab es noch die Rubrik

"Tipps".
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Da wurde empfohlen, die Samen flach mit Erde zu bedecken, gut anzudrücken und feucht z halten. Radieschen seien Kreuzblütler (irgendetwas habe ich darüber vor Urzeiten in der Schule gelernt), daher sollte ich auf den Kultufolgeplan achten, was immer das sein mag. Gegen Rettichfliegenbefall, deren Maden in die Knollen eindringen, hätte sich das Auflegen eines besonderen Kulturnetzes bewährt. Ich denke, das bezieht sich auf die Aufzucht im Freiland.


Ich öffnete die Packung vorsichtig, da ich nicht wollte, dass die Radieschensamen rauskugelten. Die Vorsicht hätte ich mir sparen können, denn in der Papiertüte befand ich eine sehr viel kleinere Papiertüte, die den Samen enthielt. Die öffnete ebenfalls, und darin befanden sich die Samenkörner. Schätzungsweise 200 bis 300 Stück. Ich kann auch grob danebenliegen, ich habe nicht gezählt.Die Samen sind nicht mikroskopisch klein, etwa 2 mm gross,

Wahrscheinlich habe ich so ziemlich alles falsch gemacht, was man so falsch machen kann. Ich habe Blumenerde in einen Balkon-Blumenkasten gefüllt, ohne darauf zu achten ob die Erde humorlos - äh humos ist. Alle paar Zentimeter drückte ich mit einem OP-Handschuh bestückten Finger in die Erde, setzte ein Samenkorn hinein. Da die nicht zu klein sind, ging das einfach.

Angegossen habe ich auch und als ich mich Sonntagabend von meinem Schatzi verabschiedete, gab ich ihm den Auftrag, die Dinger während meiner Abwesenheit unter der Woche zu bewässern.

Eine Woche nach der Aussaat fand ich etwa 4 cm große grüne Blätter vor.

Noch ein Wochenende später: zwischen den grünen Blättern und der Erde kann ich angedeutete rote Radieschenknollen erspähen

Die dritte Woche: eine Knolle ist schon über 2 cm groß, kann verspeist werden Wir haben sie uns geteilt und ich muss sagen, dieses selbstangebaute Radieschen schmeckt schärfer als die Radieschen aus dem Supermarkt.

Am Wochenende danach: 4 Wochen nach der Aussaat hatte ich ganze 8 erntereife Radieschen. Das ist doch mal ein Erfolgserlebnis. Es waren auch weitere Exemplare bereit für die Ernte, aber lasse sie noch eine Woche in der Erde.

Beflügelt vom Erfolgsergebnis habe ich gleich noch mal in einem weiteren Balkonkasten nachgesät.





Inzwischen habe ich etwas mehr Übung. Trotzdem bin ich immer noch eine Anfängerin. Aber mit diesem Radieschensamen kann man kaum was falsch machen. Wir haben ein Thermometer im Gewächshaus drapiert. Die Temperaturanzeige ging bis zum Anschlag (sprich: 60° Celsius). Wir hatten nicht gewusst, dass man die Tür an warmen Tagen mit starker Sonneneinstrahlung offen lassen muss. Auch diese Temperatur haben die Radieschen gut überstanden.


Abschlussplädoyer
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Vom Aussäen bis zum essbaren Radieschen in nur 4 Wochen: alle Achtung. Diese Samen verzeihen sämtliche Anfängerfehler, die man so machen kann.
Daher plädiere ich für 5 Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus. Sowohl für Profi-Gärtner als auch für Anfänger oder Laien wie mich. Damit kann man gar nichts falsch machen.

Die selbstgezogenen Radieschen haben wirklich einen ganz anderen Geschmack, schärfer und knackiger als bei den Radieschen aus dem Supermarkt. Und es macht Spass, die Pflänzchen heranwachsen zu sehen.

Fazit: Empfehlenswert.