Tropico (PC)
Tropico ( Der Wahnsinn ) - Tropico (PC) PC Spiele

Produkttyp: Take 2 PC-Spiele

Neuester Testbericht: ... erfolgt ausschließlich mit der Maus, damit baut man Wege, Hotels, Häuser usw. und stellt die Preise ein. Mehr braucht man nicht, durc... mehr

Tropico ( Der Wahnsinn )
Tropico (PC)

Alpenhose

Name des Mitglieds: Alpenhose

Produkt:

Tropico (PC)

Datum: 01.09.01, geändert am 01.09.01 (49 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Grafik, Spielgeschehen, kurz: einfach alles

Nachteile: keine

Hier möchte ich über das Aufbauspiel "Tropico" berichten.

----- Inhalt -----

" Tropico " ist der Traum eines jeden Diktators: Sonne, Strand und Meer. Ein schönes Fleckchen Erde für jeden, der schon mal eine eigene Bananenrepublik regieren wollte.
Ganz zufällig sucht die kleine Karibikinsel im moment ein neues Oberhaupt.
Allerdings fehlt euch die Grundlage für eine solche Anstellung. Ihr seid ein Mann ohne Vergangenheit, ein Mann ohne Namen, ein NIEMAND.

Um Staatschef zu werden, erschwindeln ihr euch also erst mal eine Laufbahn. Doch seid vorsichtig: Jeder Eintrag im Lebenslauf hat unterschiedliche Auswirkungen auf's Ansehen.

Als Absolvent der Moskauer Universität könnt ihr euch der Bewunderung Rußlands sicher sein - Amerikanische Botschafter werden euch aber mit skepsis gegenübertreten.
Seid ihr statt dessen ein Farmersohn, sinkt zwar die Achtung der Intellektuellen, dafür steigt die Produktivität der Landwirtschaftlichen Betriebe.
Abgaben zu positiven und negativen Charaktereigenschaften komplettieren den Lebenslauf. Kurz darauf habt ihr es geschafft: Ihr seid Herrscher über ein eigenes Land.

Doch das Lächeln verschwindet schon bald wieder von euren Lippen. Euer Palast ist umringt von einer Handvoll notdürftig zusammengebauter Wellblechhütten.
Die Bewohner lungern den lieben langen Tag nur faul herum. In der Staatskasse herrscht Ebbe. Um das zu ändern, gebt ihr zuerst einmal den Auftrag, ein paar Tabakplantagen anzulegen.
Die geernteten Pflanzen werden einige Monate später von einem Lieferanten ans Hafendock geschoben und dort in Frachtschiffe verladen: Neues Kapitel für Gewinnbringende Investitionen.

Kleine Mietshäuser zum wohnen und eine Kirche zum Beten sind schnell gebaut, besänftigen unglücklicher Abeiter im Nu. Durch das gesteigerte Wohlbefinden verbessert sich auch die Produktivität.
Ohne Unterlaß wird weiter investiert: In Bergbauminen, weiter verarbeit
ende Fabriken und vor allem in den Tourismus. Mit einem kleine Hotel, einem Souvenierladen und einem netten Strandbad lockt ihr ausländische Besucher auf die Insel.
Errichtet ihr auch noch ein Restaurante und einen Nachtclub, dann werden die Reisenden ihre Brieftaschen gar nicht mehr einstecken. Gelder, die direkt in die Staatskasse fließen. Denn alle Betriebe und Unternehmen sind staatlich.
Privatfirmen ? Auf Tropico undenkbar !

Klingt ja alles recht einfach und überschaubar. Ist es auch :-) . Doch ! Aber mit den Jahren werden die Inselbewohner immer anspruchsvoller, wünschen sich Hospitäler und Schulen, Restaurants und Casinos.
Außerdem müssen verschiedenste politische Lager zufireden gestellt werden: Die religiösen schreien schon bald nach einer Kathedrale, während die Intellektuellen sich nach einer Universität sehnen.

Nebenbei schlagen die Umweltschützer die Hände über den Kopf zusammen, wenn sie sehen, wie hemmungslos ihr die Ressourcen der Insel ausbeuten. Und als wäre das noch nicht genug, verlangt das Militär nach neuen Wachstationen.
Zeit zum ausruhen bleibt also auf keinen Fall. Um die Forderungen und das Luxusleben eurer Untertanen zu finanzieren, müßt ihr teilweise sogar neue Industriezweige erschließen. Achtet dabei immer auf die Umwelt, baut Fabriken nicht in die Nähe von Wohnsiedlungen, und legt wert auf Schadstoffbegrenzungen.
Andernfalls droht schon bald ein Aufstand der Umweltfraktion. Und es ist erst einmal zu Rebellionen gekommen, gibt es meist kein Weg mehr zurück. "Tropico" bietet euch unwahrscheinlich viele Möglichkeiten.

Als Diktator habt ihr in der Hand, allerlei Erlass zu verfügung. Zum Beispiel ein Volksfest zu veranstalten, daß eure Beliebtheit in die Höhe treibt. Hapert es an Nachwuchs, erlaßt ihr ein Verhütungsverbot :-).
Nebenbei steigt dann auch euer Ansehen bei den Katholiken. Die meiste Zeit werdet ihr euch allerdings um den wirtschaftlichen Aufschwung kümmern. Investitio
nen in Minen und Handelsbündnisse sind am effektivesten.

Aber auch Farmen und Tierhaltung sorgen für Profit. Das Geschehen auf der Insel ist dabei unglaublich detailiert, läd zum stundenlangen Beobachten ein.
Seht den Kühen beim Grasen zu, den Farmern beim Bestellen der Felder, den Holzfällern beim Roden der Wälder.

Ein einfacher Klick auf eine beliebige Person, und ihr gewinnt genauen Einblick in deren Leben.
Jeder der bis zu 500 Inselbewohner hat einen eigenen Namen. Vom schreienden Kleinkind bis zum umher schlurfenden Rentner ändert sich mehrmals auch dessen Erscheinungsbild. Und im Erwachsenenalter trägt jeder unterschiedliche Arbeitskleidung.So ist ein Fischer sofort von einem Bankier zu unterscheiden, sieht ein Bergmann ganz anders aus als ein Journalist.

Stimmig auch die Familienverhältnisse: Auf Wunsch wird gezeigt, wie die Eltern jedes Tropicaners heißen, ob Ehepartner oder Kinder existieren.
Das ist vor allem dann wichtig, wenn ihr mit dem Gedanken spielt, einen politischen Gegner verhaften zu lassen. Hat dieser eine große Familienbande, wären Eltern, Kinder, Geschwister und Ehepartner plötzlich gegen sie.
Was euch im Endeffekt mehr als Nutzen einbrächte.
Mit einem weiteren Mausklick könnt ihr sogar die Gedanken eurer Untertanen lesen. Auf diese Weise, unterstützt von verschiedenen Statistiken, erkennt ihr schnell, welche Nöte und Sorgen die Einwohner haben.
M
acht euer Volk glücklich. Denn irgendwann wird es Wahlen fordern - Und nur zufriedene Wähler sind gute Wähler :-) .

----- Bedienung -----

Gesteuert wird das muntere Inseltreiben komplett mit der Maus. Zu Beginn des Spiels macht eine Einführungsspielstufe euch mit der Bedienung vertraut.
Trotzdem wird sich ein Blick in die 80 Seiten starke Anleitung nicht vermeiden lassen. Anders werdet ihr wohl kaum verstehen, durch welche komplexen Vorgänge das Leben in der Bananenrepublik gesteuert wird.
Umso erfreulicher, daß das Anle
itungsheft sehr locker und humorvoll geschrieben ist und sich daher abwechslungsreicher liest, als bei den meisten anderen Spielen der Fall ist.

----- Fazit -----

Tropico ist der Alptraum eines jeden Diktators: Verwöhntes Inselvolk, fanatische Umweltschützer und sensibles Militär. So leicht das regiernen zu Spielbeginn scheint, so kompliziert wird es gegen Ende.
Nur mit viel Geschick gelingt es, mit den teilweise sehr gegensätzlichen Lagern auszukommen, alle Tropicaner glücklich zu machen. Tropico macht einfach SÜCHTIG.

Fazit: