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Produkttyp: Ubisoft PC-Spiele
Neuester Testbericht: ... zum Beispiel der Familienzusammenführung zwischen Fisher und seiner Tochter. Auch wirken die einzelnen Levelabschnitte irgendwie erschre... mehr
A man with nothing to loose
Splinter Cell - Conviction (PC)

Name des Mitglieds: atrachte
Produkt:
Splinter Cell - Conviction (PC)
Datum: 08.06.10
Bewertung:
Vorteile: durchaus spannende Solo-Kampagne, guter Koop-Modus, technisch 1A,
Nachteile: mittelmäßig erzählte Geschichte, kaum wirkliche Neuerungen, ödes Leveldesign,
Alt und grau ist er seit seinem letzten Auftrag ("Splinter Cell: Double Agent", 2006) geworden, unser guter Sam Fisher, ehemaliger Top-Agent der NSA und nun nicht mehr als ein gebrochener Schatten seiner selbst. Sein dem Tod seiner Tochter Sarah, hat er nichts mehr zu verlieren, ist gar auf der Flucht vor seiner eigenen Regierung. Als ihn eines Tages jedoch eine ehemalige Kollegin kontaktiert, mit der Information, das seine Tochter gar nicht ermordet wurde, sondern noch am leben ist, springt in Fisher wieder Hoffnung, aber auch Wut auf. Denn wie er weiter erfährt, wurde er von seinen ehemaligen Auftraggebern bei Thrid-Echelon verraten. Nicht nur will Fisher fortan alles daran setzten, seine Tochter ausfindig zu machen, auch will er Rache an den Männern nehmen, die für sein verkorkstes Leben verantwortlich ist. "Der Sam Fisher, den sie kannten, ist tot!" eröffnet uns Ubisoft zu Beginn des nunmehr fünften Teils der Serie. Wie Recht sie damit haben...
Denn tatsächlich hat sich mit "Splinter Cell: Conviction" einiges getan. Schon im direkten Vorgänger war vom einstigen Strahle-Agenten Fisher nur noch wenig übrig. Mit dem nun erschienenen Teil hat Fisher endgültig die 360 Grad Umdrehung gemeistert und wirkt wie eine vollkommen abgefuckte Variante von Serienheld Jack Bauer ("24"). "Conviction" ist dabei nicht nur der bisher düsterste und brutalste Part der Reihe, sondern auch der Actionreichste. Stand "Splinter Cell" zu Beginn noch für Stealth-Action par excellence, so ist das Spiel nun ein reinrassiges Actionspiel vorm Herrn. So kann man als Spieler auf ein überaus großes Waffenarsenal, von den verschiedensten Handfeuerwaffen, über Schrotflinte bis hin zu Maschinengewehren, zurückgreifen um seinen virtuellen Gegnern Einheit zu gebieten. Dementsprechend laufen die Missionen nun weitaus rasanter ab, als man es von früher kennt. Tarnung ist nicht mehr das oberste Ziel, bis auf eine (von insgesamt elf) Missionen, wird kein vorgegebener Wert darauf gelegt ob man unentdeckt bleibt oder nicht. Und doch: Rambo kann man aufgrund den knackigen Schwierigkeitsgrad nicht spielen. Den "Splinter Cell: Conviction" mag nun zwar auf die Actiondüse drücken, doch unsterblich ist Fisher noch lange nicht. Daher heißt es noch immer taktisch gut überlegt vorzugehen, die Umgebung klug zu nutzen und versuchen die Gegner auszutricksen.. Denn diese sind alles andere als blöde und wissen selbst gut mit Waffen, der Umgebung und im Team umzugehen.
Der Schritt zu einem weitaus rasanteren Gameplay wird auch dadurch deutlich gemacht, das man nun nur noch wenige technische Hilfsmittel zur Verfügung hat. Tatsächlich bekommt der Spieler gar das aus der Reihe so bekannte Nachtsichtgerät erst in einer sehr späten Mission verliehen, welches es wie gewohnt erlaubt Gegner durch Wände zu orten oder auch Laserschranken zu erkennen.
Unterm Strich lässt sich sagen, das die neue, actionorientierte Seite der Serie nicht allzu schlecht steht, denn Spaß macht die Solokampagne ohne Zweifel. Allerdings wirkt "Splinter Cell: Conviction" insgesamt gesehen doch sehr austauschbar und bietet letzten Endes nichts, was die Konkurrenz nicht auch schon lange inne hat. Erschwerend kommt hinzu, das die Geschichte insgesamt doch sehr mau ist und es kaum schafft emotionale Tiefe zu entwickeln. Der grobe Rahmen der Handlung samt der aufkommenden Verschwörung ist zwar durchaus interessant und dank der Zwischensequenzen auch ganz solide erzählt, doch versagt das Spiel auf dramaturgischer Ebene vollkommen bei so elementaren Situationen, wie zum Beispiel der Familienzusammenführung zwischen Fisher und seiner Tochter. Auch wirken die einzelnen Levelabschnitte irgendwie erschreckend Monoton und reizlos. So führt uns Ubisoft zwar an verschiedene Orte, wie das Washington Memorial, wo man zuerst eine Abhöraktion starten muss und später einen Mörder jagt, man schleicht durch Gebäudekomplexe und Anlagen, doch so wirklich im Gedächtnis verbleibt keine Mission. Lediglich zum Ende hin, wenn "Conviction" den Spieler auf die Straßen von Washington schickt, die einer Szenerie wie nach einem Bürgerkrieg ähneln, wirkt das Leveldesign im Ansatz gut durchdacht. Ernüchternd ist auch die Tatsache, das Ubisoft nur wenig von den einstig angekündigten Innovationen umgesetzt hat. So war ursprünglich mal von reiner weit angelegten Interaktion zwischen Fisher und der virtuellen Welt die Rede, die dem Sandkasten Prinzip eines "GTA" folgen sollte. Davon ist im fertigen Spiel rein gar ncihts geblieben. Auch gibt es keine wirklichen Entscheidungen, die man treffen kann und den Fluss des Spieles maßgeblich beeinflussen. Und selbst wenn man seine Gegner verhört, wird man als Spieler lediglich mit öden Knopfdrücken abgespeist. Das hätte man auch alles besser regeln können.
So bekommt man mit "Splinter Cell: Conviction" einen Storymodus, der zwar ganz nett ist, aber weit hinter seinen Vorgängern zurück bleibt. Immerhin: technisch präsentiert sich das Spiel einmal mehr auf höchstem Niveau.Die Grafik ist einwandfrei, Animationen, wie etwa von Licht und Schatten, sind gar als erstklassig zu bezeichnen. Das Sounddesign überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie, nicht zuletzt dank seiner hervorragenden (englischen) Synchronisation. Und auch der Koop-Modus mit seiner eigenen Storyline darf als gelungene Dreingabe gefeiert werden.
Stellt man "Splinter Cell: Conviction" seinen Vorgängern gegenüber, so muss man zwar leider feststellen, das man es mit dem bisher schwächsten Teil der Reihe zu tun hat. Spielspaß kommt beim neuesten Ubisoft Titel aber trotzdem auf. Allerdings muss die Serie dank ihrer halbherzig vollführten Neuorientierung viel vom alten Charme einbüßen. Fans vom alten Sam Fisher werden sich also erstmal umgewöhnen müssen. Doch lässt man sich auf das ganze ein, so bekommt man einen zwar mittelmäßigen, aber durchaus unterhaltsamen Spiele-Blockbuster geboten.
Fazit: Ok
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
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