Sins of a Solar Empire (PC)
Kann denn Spielen Sünde sein? - Sins of a Solar Empire (PC) PC Spiele

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Midway PC-Spiele

Neuester Testbericht: ... - extra cool aufgebaut Ich finde man sollte dafür eine 1 als Note geben. Was aber ein großen Nachte... mehr

Kann denn Spielen Sünde sein?
Sins of a Solar Empire (PC)

Alfco

Name des Mitglieds: Alfco

Produkt:

Sins of a Solar Empire (PC)

Datum: 09.06.10

Bewertung:

Vorteile: Umfang, Motivation, 3 unterschiedliche Völker

Nachteile: Keine nennenswerten

Seit ich denken kann, haben mich Echtzeitstrategiespiele fasziniert. Gefühlte 99% allerdings spielen auf dem Boden. Das mag bei historischen oder gegenwärtigen Themen ja auch nachvollziehbar sein, doch auch fast alle Zukunftsszenarien finden auf Planetenoberflächen statt. Daher war ich sehr interessiert, als ich eher zufällig über die Seite der Software-Pyramide von Sins of a Solar Empire (SoaSE) erfuhr, welches in Kürze für 10Euro erscheinen sollte.
Nachdem ich die Demo gespielt hatte war ich sehr begeistert und konnte die Zeit bis zum Erscheinen (der 10Euro-Version, die normale gabs schon etwas länger) kaum abwarten.
Gesagt, getan.
Als ich nach der Installation nach Patches Ausschau hielt, fiel mir auf, dass die aktuellsten nur über die Internetplattform Impulse (so ähnlich wie das bekanntere Steam) zu bekommen waren. Nach dessen Installation war ich zudem automatisch und ohne Kosten auch Besitzer der Downloadversion von "SoaSE". Daher hab ich dann die DVD-Version deinstalliert und die Downloadversion heruntergeladen. Nun brauchte keine DVD mehr im Laufwerk sein.

Außerdem sah ich bei Impulse, dass es bereits ein Addon zu "SoaSE" gab. Nämlich Entrenchment. Einige Monate später kam dann auch ein 2. Addon namens Diplomacy heraus.
Ich habe für beide umgerechnet nur jeweils 7-8Euro bezahlt.
Lange Zeit gab es die Addons nur über Impulse, mittlerweile gibt es im Handel auf DVD "SoaSE"-Trinity auf der das Hauptspiel und beide Addons sind.

Aber jetzt ist langsam genug der Vorrede... ;-)


====== Worum es geht ======

Wie schon gesagt ist "SoaSE" ein Echtzeitstrategiespiel, was im Weltraum spielt. Es geht darum Planeten zu erobern, Ressourcen abzubauen, Wirtschaft und Militär zu stärken und den oder die Gegner zu besiegen.
3 Völker lernt man in dem Spiel kennen. Zum einen die Trader Emergency Coalition (TEC). Sie entspricht quasi den typischen Menschen. Sie haben weder besondere Stärken oder Schwächen, haben aber Vorteile in der Wirtschaft.
Desweiteren gibt es die Advent. Nein, das sind nicht die mit den 4 Lichtern im Dezember... Es ist eine Splittergruppe der Menschen, die eher den spirituellen Weg gehen wollen. Ihre Vorteile liegen darin, gegnerische Völker leichter bekehren zu können als die anderen beiden.
Die Vasari dagegen sind ein außerirdisches Volk mit militärischen Vorteilen.

Obwohl es sich durch die verschiedenen Völker und ihre Motive anbieten würde, gibt es bei "SoaSE" keine Kampagne. Es gibt quasi nur den Gefechtsmodus, bei dem allerdings wirklich alles Mögliche vorher eingestellt werden kann. Anzahl sowie Art und Stärke der Gegner, Anfangs- und Siegbedingungen, Größe der Galaxis (entweder aus fertigen wählen, zufällig welche erstellen lassen oder selber erstellen) und sehr vieles mehr. Das ist vergleichbar mit dem Endlosspiel bei der Anno-Reihe, welches ja letzten Endes auch immer beliebter war als die Kampagne.


====== So spielt es sich ======

Hat man seine Wahl getroffen, befindet man sich mit dem Volk seiner Wahl im Orbit des Heimatplaneten. Die Kamera ist dabei frei dreh- und zoombar. Der Orbit eines jeden Planeten ist farblich etwas abgehoben und in diesem Bereich können nun verschiedenen Einrichtungen wie Werften, Forschungsanlagen, Fabriken, Verteidigungsanlagen und anderes gebaut werden. Zudem befinden sich je nach Art Planeten (es gibt erdähnliche Planeten aber auch welche mit Eis, Wüsten und Vulkanen oder reine Asteroiden) mehr oder weniger viele Ressourcenasteroiden im Orbit. Auf ihnen kann man Metalle und Kristalle fördern. Diese sind neben dem Geld (Steuereinnahmen durch die Bevölkerung der Planeten) die wichtigsten Ressourcen im Spiel.
Man benötigt sie quasi für alles. Zum Bau von Gebäuden und Schiffen, zum Forschen, Zum Ausbau der Planeten und sogar auf dem Schwarzmarkt kann man sie kaufen und verkaufen.
Aber zurück zum Spiel...
Da man außer dem eigenen Planeten (und der Sonne im Zentrum des Planetensystems bzw mehrere Sonnen bei mehrenen Systemen, die Größe der Galaxis ist eigentlich nur durch die Leistungsfähigkeit des PCs beschränkt) nicht weiß was einen noch so erwartet, sollte man erstmal ein paar Aufklärer bauen und auf Automatik stellen. Sie fliegen dann los und erforschen andere Planeten. Man gelangt zu ihnen durch sog. Phasensprünge. Sowas wie Wrapgeschwindigkeit oder Hyperraum... Sind 2 Planeten mit einer Linie verbunden kann man den anderen erreichen wenn man auf ihn klickt. Das Raumschiff fliegt dann bis zum Rand des Orbits und geht dann in den Phasensprung über. So können grosse Entfernungen in Sekunden überbrückt werden.
Nach und nach sieht man ein Gitternetz aus vielen Planeten, auf manchen von ihnen sitzt auch schon der Gegner.
Also heisst es nun fleissig Schiffe bauen und vor allem Forschen.
Es gibt mehrere Forschungszweige, die je nach Volk auch sehr unterschiedlich sind. Aber grundsätzlich kann man folgendes sagen:

Militärisch (bessere Laser, Raketen, neue Schiffe usw)
Zivil (besserer Resourcenabbau, mehr Geldeinnahmen, neue Fabriken usw.)

Durch die beiden Addons kommen dazu:

Verteidigung (bessere Geschütze, Sternenbasen (klasse :-) ) etc.)
Diplomatie (Botschaftsschiffe, Vergeben von Aufträgen an Gegner etc)

Zusätzlich muss man nach und nach die Flotte vergrößern und auch dafür forschen.

Rechnet man alle Forschungszweige zusammen kommt man auf rund 140 erforschbare Sachen. Wobei die meisten sogar noch mal in bis zu 3 Phasen unterteilt sind.

Das Problem ist aber, das man nur soviel forschen kann, wie man Forschungseinrichtungen gebaut hat. Und jeder Planet hat nur eine begrenzte Anzahl von Bauplätzen. Um letztenendes genug Forschungseinrichtungen bauen zu können um ALLES erforschen zu können (ca. 15-20 Einrichtungen) und zusätzlich noch genug Platz für andere wichtige Bauvorhaben zu lassen braucht man ca. 10 Planeten. Das klingt wenig.. Aber es kann viele Stunden dauern, bis man soweit ist ;-).

Dabei fängt alles recht ruhig an... Mal hier mal da ein kleines Scharmützel. 1-2 gegnerische Raumschiffe, die in den eigenen Orbits auftauchen. Die ersten einfachen Verteidigungsanlagen reichen dafür meist aus.
Doch im Laufe der Zeit werde daraus Schlachten mit riesengrossen Flotten. Die Schiffe kann man übrigens in 4 Bereiche unterteilen:
Kleine Jagdflieger- und Bombergeschwader sind in Sternenbasen, größeren Trägerschiffen oder auf speziellen Stützpunkten zu finden. Sie braucht man meist nicht selber steuern. Das macht der Computer schon ganz ausreichend.
Dann gibt es die Fregatten. Das sind verschiedene Hilfsschiffe, die die Flotte unterstützen sollen. ZB gibt es welche, die sich um eben diese o.g. Geschwader kümmern (mit Flak abschiessen) oder andere, die aus der Ferne Raketen abschießen.
Des Weiteren gibt es Kreuzer, die schon stärker sind und auch an der Front einiges ausrichten können.
Die Krönung sind aber die Großkampfschiffe von denen es bei jedem Volk 5 verschiedene Typen gibt. Manche sind gut dafür neue Kolonien zu errichten, andere sind reine Kampfmaschinen, wieder andere sind so was wie Flugzeugträger. Abgesehen von der grossen Waffenstärke, die alle Großkampfschiffe haben, können sie auch in höhere Level aufsteigen und sich verbessern. In 4 Bereichen kann sich jedes Schiff zuätzlich verbessern.

Insgesamt hat jedes Volk ca. 20 verschiedene Schiffstypen.


====== Die beiden Addons ======

Mit dem 1. Addon Entrenchment kommen zudem noch die Sternebasen hinzu, von denen in jedem Orbit max. eine gebaut werden kann. Sie können in bis zu 8 Punkten erweitert werden. Die Sternenbasis der Vasari kann sich im Gegensatz zu denen der anderen beiden Völker sogar bewegen. Allein schon wegen diesen Basen lohnt sich die Erweiterung. Denn mit dem reinen Grundspiel war der Orbit vollgepflastert mit kleineren Defensivplattformen. Sah nicht unbedingt toll aus. Eine voll ausgebaute Sternenbasis (besonders in den Bereichen Waffen, Panzerung und Anzahl der stationierten Geschwader) dagegen kann schon mal eine ganze Flotte mit mehren Großkampfschiffen platt machen.
In eher entlegenden Teilen des Reiches kann man die Basen aber auch eher wirtschaftlicher erweitern. ZB mit mehr Buchten für Handelsschiffen oder Wohneinrichtungen (mehr Steuern) usw.

Das 2. Addon Diplomacy habe ich zwar auch, allerdings habe ich bisher wenig in diesen Bereichen geforscht. Denn da die Schlachten einfach faszinierend gemacht sind, wählt man weniger den Weg der Diplomatie. Aber das ändert sich bestimmt auch mal.


====== Was gibt es sonst noch ======

Wie schon erwähnt, kann man am Anfang eines Spiels bestimmt Sachen festlegen. Unter anderem auch ob es Piratenüberfälle geben soll. Die Piraten haben einen eigenen Planeten und starten regelmäßig Überfälle auf Planeten. Und die Piraten scheinen ebay zu kennen, denn sie arbeiten nach Gebot. Der, der am höchsten bietet wird nicht überfallen. Ein "Sofort Kaufen" ist dort nicht möglich ;-). Und Paypal... Ach lassen wir das...
Interessant ist auch noch, dass man beim Laden eines Spielstandes übrigens fast alle Einstellungen auch wieder ändern kann. Einfach mal den Schwierigkeitsgrad des Gegners ändern oder die Piratenüberfälle ausstellen? Kein Problem.
Auf bestimmten Planeten gibt es zudem versteckte Artefakte, die einem Vorteile bringen können. Besitzt man diesen Planeten und hat ihn komplett erforscht nutzt man das Artefakt solange, bis man den Planeten evtl. an einen Gegner verliert.
Auch trifft man nicht überall auf besiedelbare Planeten. Manchmal trifft man in so Orbitbereichen neben Sonnen oder unnützen Geröll auch auf Gasgiganten, Nebel oder schwarze Löcher. Letztere kann man (Forschung vorausgesetzt) auch nutzen um in andere Gegenden der Galaxie zu kommen. Eine Sternenbasis kann man übrigens in allen Orbits bauen, auch in denen ohne Planeten. Das lohnt sich besonders um eine angreifende Flotte schon vor den eigenen Planeten zu dezimieren oder auch um Resourcenasteroiden zu beschützen, die sich dort befinden könnten.

Neben den Schiffen und Basen hat jedes Volk zudem noch eine Superwaffe, welche quer über die Galaxis schießen kann. Sie beschießt dabei aber keine Schiffe, sondern die Planeten selber. Diese Waffe steht aber ganz am Ende der Forschungsreihe.
Außerdem gibt es natürlich noch einen Multiplayermodus (hab ich nicht angetestet) sowie die Möglichkeiten Spiele aufzuzeichenen und Mods einzubinden.


====== Grafik ======

Alle Schiffe, Strukturen und Effekte sehen klasse aus. Und das, obwohl das Spiel schon etwas älter ist. Man kann sehr nahe heranzoomen, dass man die Details selbst in den kleinen Jägern der Geschwader sehen kann, aber auch so weit wegzoomen, dass man die ganze Galaxie sehen kann. Dabei werden dann die Schiffe und Strukturen als Symbole angezeigt, sind aber weiterhin kontrollierbar. So ähnlich wie bei Supreme Commander.
Bei großen Galaxien mit vielen Gegnern kann allerdings auch schon der Rechner an seine Grenzen kommen. Bisher hatte ich noch keine Probleme, obwohl ich nur einen P4 Single-Core mit 3.4GHz habe. Durch eine vielfältige Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten im Bereich Grafik und Effekte sollte aber für alle Rechner das Optimum herauszuholen sein.


====== Sound ======

Auch dieser ist fantastisch. Gerade in großen Schlachten rumst es überall. Dazu kommt noch die deutsche Sprachausgabe. Nichts zu bemängeln.


====== Steuerung ======

Wie schon unter Grafik erwähnt, kann man mit Hilfe der Zoomfunktion alles gut überblicken. Die Menüs sind klar gegliedert und alles ist leicht zu finden. Selbst aufstiegsbereite Schiffe können in Mitten einer Schlacht schnell lokalisiert werden. Ansonsten wird die typische Steuerung dieses Genres benutzt.


====== Motivation und Fazit ======

Bei den meisten Spielen ist es so, dass sie irgendwann langweilig werden. Irgendwie trifft es (für mich) auf "SoaSE" nicht zu. Klar gibt es mal 1-2 Monate wo man nichts oder was anderes spielt. Aber ich kehre immer wieder zurück und dann auch gleich für mehrere Spiele. Und das obwohl es nichtmal eine Kampagne gibt.
Ein klasse Strategiespiel...

Fazit: Ein klasse Strategiespiel... Auch ohne Kampagne

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: