Port Royale 2 (PC)
Fluch der Karibik - Port Royale 2 (PC) PC Spiele

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Take 2 PC-Spiele

Neuester Testbericht: ... es den "Gold Award". Grund genug also um es mir zu kaufen, da ich Spiele der Firma Ascaron ("Anstoss", "Sacred&qu... mehr

Fluch der Karibik
Port Royale 2 (PC)

Alfco

Name des Mitglieds: Alfco

Produkt:

Port Royale 2 (PC)

Datum: 31.01.06

Bewertung:

Vorteile: lange Spieldauer, viele Möglichkeiten

Nachteile: keine gravierenden

Hallo liebe Gemeinde. Ähh, ich meine natürlich Dooyoo-Gemeinde.
Und wieder mal hat mich ein Spiel dazu gebracht, einen Erfahrungsbericht darüber zu schreiben.
Es handelt sich dabei um die Wirtschaftssimulation Port Royale 2.
Neben diesem Titel hat sich das Softwarehaus Ascaron auch bereits durch den Vorgänger und die Patrizier-Spiele einen Namen gemacht. Sie alle handeln vom Handel mit Schiffen in einer zurückliegenden Ära.
So ist es natürlich auch bei Port Royale 2 (PR2).
In der Packung befindet sich neben der Spiele-CD ein sehr ausfürliches Handbuch sowie eine grosse Karte des Karibikraums. Nach der Installation sollte man, wie bei allen Spielen, erstmal nach dem aktuellsten Patch (1.1) im Internet gesucht werden. Dies ist schnell gemacht und es kann dann auch losgehen.
Nach einem kurzen Intro befindet man sich im Hauptmenü. Neben dem Einstellen der Optionen, kann man nun wählen ob man lieber erstmal ein Tutorial (für Anfänger super gemacht), ein Szenario mit bestimmten Missionen oder ein freies Spiel machen möchte.
Kernpunkt von PR2 ist sicherlich das freie Spiel. Daher schauen wir uns dieses mal genauer an:

Am Anfang kann man sich einen Namen aussuchen und eine Startstadt wählen. Im Gegensatz zu Port Royale 1 ist das Beginnjahr allerdings vorgeschrieben: 1600 AD.
In der Karibik haben zu diesem Zeitraum 4 europäische Staaten Kolonien und Städte gegründet: England, Holland, Frankreich und Spanien.
Die Startstadt ist eine der Gouverneursstädte. Bei England wäre das z.B. San Juan. Startet man in dieser Stadt wäre man automatisch Engländer.
Desweiteren kann man noch einstellen, ob man eher mehr Handelsgeschick oder Kampfgeschick haben will. Bei ersterem sind die Waren etwas günstiger einzukaufen, bei dem anderen fallen See- und Schwertkämpfe etwas leichter.
Und ausserdem kann man noch bei den Anfangsbedingungen festlegen, ob man lieber mehr Geld und dafür ein kleineres Schiff oder lieber weniger Geld und ein grösseres Schiff (mit mehr Platz für Ladung und Kanonen) haben will.
Wer will kann auch die Flagge verändern, die die eigenen Schiffe haben sollen. Man kann sogar mit einem Zeichenprogramm eigene Flaggen entwerfen.
Dann geht es endlich los. In der Startstadt hat man automatisch ein Lagerhaus und eine Konsession. Dass heisst, dass man hier Gebäude errichten kann. Doch dazu später mehr.
Im Hafen liegt nun euer erstes Schiff. Den vorgegebenen Namen kann man notfalls in der Werft ändern. Schon hier fällt die liebevoll gezeichnete Grafik auf. Denn man betrachtet die Stadt von schräg oben und es ist recht viel los dort. Viele Personen laufen umher, Schiffe kommen und gehen. Es herrscht Trubel. Man kann nun verschiedene Gebäude betreten indem man sie anklickt. Der Gouverneur heisst einen willkommen und gibt euch später auch Aufträge.
In der Kneipe kann man Kartenspielen und sich mit zwielichtigen Gestalten treffen. Ausserdem findet man hier die später wichtigen Kapitäne. Auch kann man hier verschiedene Missionen annehmen oder Teile von Schatzkarten kaufen.
In der Kirche kann man beten und spenden. Dies erhöht das Ansehen in der Stadt, ebenso wenn man Feste veranstaltet. Beim Baumeister können neue Gebäude in Auftrag gegeben werden, in der Werft Schiffe gekauft und repariert werden. Die Städte sind umgeben von Stadtmauern. Ausserhalb dieser befinden sich bereits Betriebe von anderen Händlern sowie Unterkünfte von Arbeitern.
Am Anfang des Spiels (und natürlich auch während des gesamten) sollte man dafür sorgen sein Geld zu vermehren. Daher klickt man sein Schiff an und gleich danach das Handelsdock. Es erscheint nun eine Liste verschiedener Waren. Dies sind Grundwaren wie z.B. Getreide und Holz, aber auch Rohstoffe (z.B. Mais und Zucker), Fertigwaren (z.B. Fleisch und Rum), Kolonialwaren (z.B. Tabak und Kakao) und Importwaren (z.B. Werkzeuge und Wein). Insgesamt sind es 19 Waren. Auf der einen Seite der Warenliste steht dabei immer der Verkaufspreis, auf der anderen der Einkaufspreis. Kauft man nun Waren ein, werden die Einkaufspreise langsam höher, da die Ware ja knapper wird. Das passiert umso schneller je knapper die Waren in dieser Stadt wird. Sehr knappe Waren sind zudem rot gekennzeichnet. Diese sollte man nicht unbedingt kaufen, da man sich sonst schnell unbeliebt in der Stadt macht.
Andere Waren sind durch ein "P" gekennzeichnet. Dies sind Waren, die in dieser Stadt sehr günstig produziert werden können. Dementsprechend billig sind sie auch zu bekommen. Um Gewinn zu machen, sollte man daher natürlich diese kaufen und dort wo sie nicht produziert werden teurer verkaufen. Zudem sollte man immer mal drauf achten, ob Importwaren gerade billig angeboten werden. Mit ihnen lässt sich richtig viel verdienen. Importwaren gibts besonders in den Gouverneursstädten günstig. In den Kolonialstädten sind sie dagegen sehr gefragt.
Ist das Schiff beladen, wechselt man auf die Seekarte. Man sieht auf dieser Karte anfangs die Städte in unmittelbare Umgebung (später erscheinen immer mehr wenn man mal eine Weile in der Karibik umhergefahren ist. Insgesamt kann man 60 Städte besuchen). Neben dem Namen der jeweiligen Stadt ist auch zu erkennen, welche Waren dort besonders knapp sind. Dafür werden dann Höchstpreise bezahlt. Bei bestimmten Ereignissen wie Hungersnot wird natürlich auch viel Nahrung dort gefordert. Liefert man einer Stadt häufig Waren die dort knapp sind, steigert sich dort der Handelserfolg und man wird dabei immer beliebter.

Doch man muss nicht immer selber die Waren einkaufen. Zum einen kann man den Lagerverwalter (setzt natürlich ein Lager und damit eine Konsession in der jeweiligen Stadt voraus) beauftragen, bestimmte Waren bis zu einem max. Preis in einer max. Menge einzukaufen. Man muss dann nicht immer selber drauf achten, ob z.B. Importwaren gerade günstig sind. Man stellt einfach ein, dass Werkzeuge gekauft werden sobald der Einkaufspreis z.B. unter 600 liegt. Maximal sollen z.B. 30 Tonnen gekauft werden. Das gleiche gilt dann auch fürs Verkaufen. Man kann sie dann mit einem Schiff regelmässig in eine Kolonialstadt bringen und dort vielleicht für 800-1000 verkaufen.
Zum anderen kann man auch selber Waren produzieren. Da wie erwähnt in bestimmten Städten bestimmte Waren günstig produziert werden können, sollte man sich in diesen Städten auch auf diese konzentrieren. In San Juan kann man z.B. günstig Holz und Lehmziegel herstellen. Dies ist besonders wichtig, da man diese Rohstoffe zum Bau neuer Gebäude braucht. Daher sollte man dort ein Sägewerk und eine Ziegelei bauen. Bis diese fertig gebaut sind dauert es eine Weile. Ist dies geschehen, werden auch Arbeiter benötigt. Doch diese kommen nur wenn sie auch ein Dach über dem Kopf haben. Also muss man auch noch Unterkünfte bauen. Man erhält dafür Miete.
Andere Betriebe wie die Rumbrennerei brauchen zudem Rohstoffe um produzieren zu können. Hier wäre das dann Zucker. Da in San Juan der Zucker recht teuer, in einer nahen Stadt allerdings recht billig ist, lohnt sich der Kauf eines weiteren Schiffs. Ebenso den eines Kapitäns.
Am Anfang ist dieser Kapitän noch unerfahren und man muss selber das Schiff zu der Stadt bringen und das Beladen übernehmen. Doch die Erfahrung des Kapitäns steigt dabei. Hat er 4 Erfahrungspunkte, kann er auch selbständig die Aufgabe übernehmen. Man kann ihn nun beaufragen, in die eine Stadt zu fahren und den Zucker dort billig einzukaufen. Er kommt dann zurück und lädt die Sachen ins Lagerhaus. Soetwas nennt sich dann eine Handelsroute. Erfahrenden Kapitänen kann man auch eine Liste von anzufahrenden Städten geben und sie kaufen und verkaufen selbständig. Sie achten dabei selbständig darauf, ob sie mit gekauften Waren Gewinne machen können. Hat man z.B. fünf Städte ausgewählt und in allen ist Holz günstig zu bekommen würde der Kapitän keine Holz kaufen, da er keinen Gewinn machen kann. Zudem kann man bei diesen Handelsrouten auch bestimmte Waren ausklammern mit denen garnicht gehandelt werden soll. Das ist dann sinnvoll, wenn mehrere Handelsrouten durch eine Stadt kommen. Denn sonst würden sich die eigenen Kapitäne gegenseitig die guten Angebote wegschnappen. Handelsrouten (auch die komplett selbständigen) werfen eigentlich immer Gewinn ab. Dies kann man auch immer kontrollieren. In eigenen sichereren Gewässern kann man auch auf Kanonen (und damit auch Entermannschaft) und auf Geleitschutz durch Militärschiffe verzichten. Das spart viele Kosten.
Doch zurück zu unserem Beispiel mit der Rumbrennerei: Der Betrieb nimmt den Zucker dann aus dem Lagerhaus und produziert Rum. Dieser wird dann wieder ins Lagerhaus gebracht. Und könnte von dort aus wiederum in Städte gebracht werden, wo er knapp ist und zu Höchstpreisen verkauft werden. Dies ist dann ebenfalls am einfachsten mit einer Handelsroute zu bewerkstelligen.

Mit der Zeit werden immer mehr eurer Schiffe umherfahren, sie sind auch nicht alle einzeln unterwegs sondern bestehen aus Konvois. So kann ein Konvoi z.B. aus 3-4 Handelschiffen und 2 Militärschiffen bestehen. Falls man durch Piraten oder andere Nationen angegriffen wird schützen die gut ausgerüsteten Militärschiffe Eure kostbare Fracht. In Port Royale 2 stehen 16 verschiedene Segelschiffe zur Verfügung. Sie unterscheiden sich natürlich in der Grösse, Geschwindigkeit, Wendigkeit und Laderaum. Je grösser sie sind, desto mehr Matrosen benötigen sie. Ebenso braucht man Kanonen um sich gegen Piraten und Militärkonvois wehren zu können. Je mehr Kanonen man an Bord hat, desto kleiner wird der Lagerraum für die Fracht. Daher am besten Handels- und Militärschiffe strickt trennen.
Kommt es zu einer Seeschlacht wählt man eines seiner Schiffe (am besten natürlich das stärkste) aus und steuert es komfortabel mit der Maus. Man kann mit verschiedenen Munitionsarten (welche man ebenfalls extra kaufen muss) entweder die Segel des Gegners zerschiessen (er wird langsamer) den Rumpf zerstören (dann sinkt er natürlich) oder die Mannschaft deziemieren (wenn diese sehr viel höher ist als die eigene). Stossen die Schiffe zusammen heisst es: Entern. Oft folgt dann noch eine gut gemachter Schwertkampf gegen den gegnerischen Kapitän. Entermesser muss man allerdings auch zuvor erstmal kaufen.
Nach der Schlacht kann man das (oder die) gegnerische Schiff zurücklassen oder in den eigenen Konvoi aufnehmen.

In Städten, die man viel mit Mangelware beliefert hat, steigt der Handelserfolg schnell auf 100% und man dann dort ebenfalls eine Konsession erwerben und Betriebe, Wohnhäuser aber auch Schulen und Krankenhäuser bauen. Insgesamt gibt es 26 Gebäude.
Ebenso erhält man vom Gouverneur neben Aufträgen auch Karperbriefe (um Schiffe gegnerischer Nationen "legal" angreifen zu können). Auch die Hand einer Gouverneurstochter kann man gewinnen.
Natürlich muss man nicht den braven Händler spielen. Ebenso kann man bei PR2 auch versuchen das Geld mit Überfälle auf Schiffe oder Städte (von See- oder Landseite) zu verdienen. Natürlich macht man sich dabei nicht gerade beliebt. Oder man stellt einige Schiffe einem Piraten zur Verfügung stellen. Von seinen Beutezügen erhält man dann einen gewissen Prozentteil. Oder man wird zum Piratenjäger und greift Piratennester an. Oder man schützt die Städte mit eigenen Schiffen, hilft beim Bau von Kanonentürmen usw..
Die Möglichkeiten sind extrem vielfälltig. Man kann später sogar eine eigene Stadt gründen.

Ihr seht, PR2 hat eine Menge zu bieten. Und es ist schwer davon loszukommen. Denn man hat immer irgendetwas vor. Und es wird immer komplexer. Falls man mal eine Weile (z.B. eine Woche) nicht mehr gespielt hat ist es sehr schwierig den Einstieg wiederzufinden. Am besten sich beim Beenden immer Notitzen machen über das, was man gerade vorhate. Und immer schnell automatische Handelsrouten erstellen, die erleichtern die Arbeit ungemein. Und auch auf den Zustand der Schiffe achten und sie regelmässig reparieren. Zwar steht das Schiff eine zeitlang im Dock, aber die Moral der Mannschaft steigt durch den Landgang. Bei den Handelsrouten kann man übrigens auch festlegen, dass die Schiffe regelmässig repariert werden. Und der Kapitän kann darauf achten immer genug Kanonen, Munition und Matrosen zu haben, falls ein paar durch einen Kampf eingebüst wurden. Bei Handelsrouten in sicheren Gewässern sollte man aber letztere Funktion ausschalten. Lediglich die Reparatur ist dort wichtig.

Im Gegensatz zu anderen Spielen, ist man hier wirklich durchgehend über mehrere Wochen mit einem Spiel beschäftigt. Man wird richtig ein Teil davon, da man sich nicht nur für einen kurzen Level etwas aufbaut und danach wieder von vorne anfängt.

Wie sieht Port Royale 2 technisch aus?

Grafik:
Die Grafik ist in der Städteansicht sehr detailiert und schön gemacht. Es gibt nette Wasseranimationen, bewegende Bäume und vieles mehr. Mit dem Mausrad kann man stufenlos zoomen. Zoomt man allerdings nahe heran, wird die Grafik etwas unscharf. Allerdings benötigt man den nahen Zoommodus auch nicht unbedingt. Negativ ist leider, dass lediglich eine Auflösung von 1024*768 angeboten wird. Höhere Auflösung werden nicht angeboten. Wenn man Gebäude anklickt, sieht man unten rechts eine kleine Animation.
Verlässt man eine Stadt sieht man die Seekarte. Sie ist relativ schlicht gehalten aber zweckmässig. Die Kämpfe (egal ob See- oder Fechtkämpfe) sind dagegen wieder ganz nett gemacht.

Sound:
Man hört karibische Klänge, nette Musik und passende atmosphärische Soundeffekte. Nicht drängt sich wirklich auf und passt wunderbar ins Allgemeinbild.

Steuerung:
Auch hier ist eigentlich alles recht gut gelöst. Negativ ist jedoch, dass man während eines Seegefechts immer nur lediglich 1 Schiff gleichzeitig steuern kann, währen der Computergegner alle Schiffe seines Konvois gleichzeitig steuert. Da hätte ich mir eine praktischere Lösung gewünscht.

Motivation:
Port Royale 2 motiviert ungemein. Während andere Wirtschaftsspiele (die vielleicht in Leveln unterteilt sind) schnell vorbei sind, steigert sich PR2 langsam und realistisch. Bis man alles gesehen hat können Wochen vergehen, nicht nur Stunden. Etwas ähnliches kannte ich bisher nur von Anno 1503.

Fazit: Ein Spiel wie ein Fluch: Es hält den Spieler gefangen

Bedienkomfort:    Bedienkomfort
Grafik:    Grafik
Sound:    Sound
Schwierigkeitsgr.:    Schwierigkeitsgr.
Spaßfaktor:    Spaßfaktor