

Produkttyp: Dreamcatcher PC-Spiele
Neuester Testbericht: ... Handlung, sieht auch das Design der Monster aus. Manchmal sieht man sich Irrenhausinsassen konfrontiert, die in Zwangsjacke ste... mehr
Gehirn ausschalten und schießen
Painkiller (PC)

Name des Mitglieds: Kanyoka
Produkt:
Painkiller (PC)
Datum: 29.07.07
Bewertung:
Vorteile: Relativ viele Level; fantasievolle Dämonen; fantasievolle Waffen; Sound, Steuerung..
Nachteile: Zu wenig Waffen; eintönige Farbwahl; anspruchslos; keine Handlung; wird schnell langweilig
Vor einigen Jahren kam ein Kumpel mit dem Spiel „Painkiller“ an und meinte, wir müssen es unbedingt durchspielen. Mit dem Titel konnte ich damals herzlich wenig anfangen, dennoch ließ ich mich überzeugen. Denn auch die Handlung klang gar nicht übel.
Daniel Garner und seine Frau verunglücken bei einem Autounfall tödlich. Während seine Frau im Paradies verweilt, erklärt der Engel Gabriel, sei er noch nicht reif dafür und befände sich deshalb in dem Zustand des Purgatoriums (Fegefeuers), einem Ort zwischen Himmel und Hölle. Um Eintritt in den Himmel zu bekommen, müsse er den Teufel – Luzifer – und dessen Armee besiegen, die sich gerade darauf vorbereiten, den Himmel zu erobern. Garner fackelt nicht lange, bewaffnet sich und macht sich auf in den Kampf – er wird zum „Painkiller“.
Der Kampf um die Eintrittskarte in das Paradies findet an vielen Schauplätzen statt, die entsprechend düster dargestellt wurden. Da wären unter anderem eine düstere Nervenklinik zu nennen, in der man sich ziemlich verloren vorkommt. Nicht schlecht fand ich auch die Idee, in einem verlassenen Bahnhof zu kämpfen, oder in alten Tempeln. Aber auch herkömmliche Horror-Plätze wurden nicht ausgelassen: So kämpft man ebenso auf einem Friedhof und in einer Kirche. Insgesamt gibt es vierundzwanzig Level, die sich zwar vom Ort selbst unterscheiden, sich farblich allerdings ziemlich ähneln. Wo man hinsieht, sieht man viele verschiedene Grau- und Brauntöne, viele dunkle Ecken in denen sich die bösen Dämonen von Satan verbergen. Nicht nur die farbliche Gestaltung haben sie gemein, sondern auch die Größe. Tatsächlich sind sie, wie auch vom polnischen Entwickler angegeben, riesig. Durch die völlige Bewegungsfreiheit hat man deshalb nicht nur verdammt viel zu laufen, sondern auch verdammt viele Gegner zu eliminieren. Scheinbar findet die Fläche der Schauplätze, genauso wie die Anzahl der kreativ gestalteten Monster, kein Ende. Am Anfang fand ich dies durchaus positiv, gegen Ende hin wurde es aber leider etwas fad. Das änderte die doch recht gut gelungene Grafik nicht. Auf jede noch so kleine Kleinigkeit wurde geachtet. Seien es nun Rostflecken, Staub, Spinnweben oder Pflastersteine auf dem Boden: Man kann sie gut inspizieren, soweit einem Zeit dafür bleibt.
Von der Hintergrundhandlung merkt man am Spielgeschehen bedauerlicherweise kaum noch etwas. Mit Daniel läuft man durch die vielen Level und lässt seine ganze Aggression an den Dämonen aus, die aus allen Löchern hervorgekriechen. Entsprechend der fantasievollen Handlung, sieht auch das Design der Monster aus. Manchmal sieht man sich Irrenhausinsassen konfrontiert, die in Zwangsjacke steckend mit Funken um sich Sprühen und wütend auf den „Painkiller“ zu rennen, um sich (und bestenfalls Daniel auch) anschließend in die Luft zu jagen. Ein anderes Kaliber sind Gegner, die ihre Körperteile (Füße, Hände..) durch die Gegend werfen. Es gibt auch welche, die sich wie Spinnen von der Decke abseilen und angreifen. Diese haben mich oft überrascht, da sie aufgrund der doch recht dunklen Level meist nur schlecht zu sehen sind. Ansonsten sieht man keine großen Besonderheiten, sondern die alt bekannten Viecher wie lebende Tote oder Skelette. Pro Level sieht man immer ein oder zwei verschiedene Sorten von Gegnern, die dann aber zu hunderten kommen und angreifen. Auch das hat am Anfang nur einen gewissen Reiz und macht Spaß. Je länger ich es spielte, desto langweiliger wurde es.
Um gegen die vielen Monster anzukommen, gibt es nicht sehr viele zusätzliche Möglichkeiten. Es gibt Kugeln, die man einsammeln sollte. Hat man 66 davon, verwandelt sich Daniel kurzweilig selbst zu einem Dämon – was ihn natürlich stärker und schneller macht. Ansonsten ist man im Vorteil, wenn man schnell schießen, rennen und springen kann. Dann darf man sich schon einmal auf die nächste Ebene freuen. Die Level haben übrigens überhaupt keinen Zusammenhang.
In das nächste Level kommt man nur, wenn man erstens alle Dämonen besiegt und zweitens den Endgegner getötet hat. Wie es bei den meisten Videospielen ist, ist der Endboss der kräftigste, an dem man deshalb auch ziemlich lange zu knabbern hat. Nicht nur seine Kraft macht ihn zum Chef, sondern auch seine Größe. Während die normalen Dämonen etwa so groß sind, wie der Protagonist selbst, ist der Endgegner ungefähr hundertmal größer. Dadurch wird der Kampf mit ihm zu einem langwierigen Akt, da man mit einem Schuss kaum merklich etwas ausrichtet. Darum kommt man eigentlich immer nur mit geheimen Tricks weiter. Ein Endboss-Zyklop ist beispielsweise mit einem riesigen Hammer bewaffnet; schießt man ihm diesen weg, so gewinnt man den Kampf. Im Sumpf muss man die Blasen entzünden, um den Gegner zu schlagen. Das sind aber auch die einzigen Situationen, in denen man zumindest ein bisschen nachdenken muss. Zusätzliche Belohnungen bekommt man – auch wenn ich sie für wenig hilfreich halte – wenn man zum Beispiel den Boss sehr schnell tötet. Im nächsten Level kann Daniel dann schneller Nachladen, Laufen oder Schießen – allerdings ist auch das zeitlich begrenzt.
Auf dem Schlachtfeld stehen einem leider nur fünf Waffen zur Verfügung. Diese sind, wie das Spiel selbst, mit viel Fantasie entwickelt worden. Eine Desert Eagle, eine M16 oder andere Ego-Shooter typische Schießeisen sucht man vergebens. Dafür hat man unter anderem einen alten Raketenverwerfer, ein Maschinengewehr, das Nageln durch die Gegend ballert und eine Bolzenschussgerät zur Verfügung. Besonders die letzte Waffe hatte es mir angetan. Trifft man damit einen Gegner, durchtrennt der Bolzen dessen Körper, zieht ihn mit und nagelt ihn schlussendlich an einer Wand oder einer Decke fest. Jede dieser Waffen hat, neben der primären Munition, noch eine Sekundäre. So kann man mit dem Bolzenschussgerät noch sekundär die Dämonen mit einem Eisstrahl einfrieren.
Sehr zu meiner Zufriedenheit, sind die Soundeffekte gelungen. Der Raketenwerfer meldet sich, genau wie der Selbstmordattentäter-Zombie, mit einem richtig lauten und meines Erachtens authentischen Knall. Schritte – sowohl vom Protagonisten als auch von den Gegnern – sind nah am Realismus. Hin und wieder hört man auch den Atem der Dämonen, ihr Keuchen, ohne sie allerdings zu sehen.
In der deutschen – also zensierten – Version ist das Spiel ein wenig anders. Wir spielten damals die unzensierte Version, die aber nur sehr kurz auf dem freien Markt erhältlich war. In der zensierten ist das Blut nicht rot sondern braun (was das für einen Sinn macht, weiß ich nicht), und die Wirkung der Waffen wurde auch zensiert. Wer also die Möglichkeit hat, sollte sich das Spiel lieber unzensiert organisieren.
Insgesamt bietet das Spiel nicht wirklich etwas neues. Ähnlich wie in Unreal Tournament oder Serious Sam besteht das Geschehen lediglich darin, das Gehirn auf offline zu stellen und scheinbar ohne großen Sinn und Zweck durch die Gegend zu latschen, um auf alles zu schießen, was sich bewegt. Die Waffen sind zwar nett gestaltet, von ihrer Funktionalität damals auch relativ neu gewesen, wohl sind aber fünf Stück für ein solches Spiel viel zu wenig. Die Grafik ist gut und detailreich, leider hat man aber nicht nicht die Gelegenheit, sich diese in Ruhe anzusehen, ohne von einer Hundertschaft der Dämonen über den Haufen geschossen zu werden.
Das große Problem bei dem Spiel besteht, wenn man mich fragt, darin, dass die Geschichte, die dahinter steckt, gut ist, aber überhaupt nicht wirklich umgesetzt wurde. Während man durch die Level jagt und schießt, gerät die Handlung zunehmend in Vergessenheit. Da helfen leider auch die wenigen nett gestalteten Sequenzen nicht weiter, zumal sie kaum wirklich eintreffen.
Die künstliche Intelligenz der Dämonen ist quasi gar nicht vorhanden. Bei dem Spiel ist das aber nicht unbedingt negativ, müssen sie doch nur kommen und versuchen, Daniel zu töten. Und genau das tun sie auch. Dann sieht man sich plötzlich einer ganzen Horde dieser Viecher ausgesetzt und ist die nachfolgende Stunden nur damit beschäftigt, sie auf absurde Weise zu eliminieren.
Das Gehirn soll und muss man wohl nur bei den Endgegnern einsetzen, die nur durch versteckte Möglichkeiten – wie eben das Entzünden der Blasen im Schlamm – umgebracht werden können. Ansonsten kann man sagen, dass das Spiel anspruchslos ist.
Man kann „Painkiller“ auch über das Internet im Multiplayer spielen. Haben wir bis heute allerdings nicht ausprobiert, da wir nicht so die Multiplayer-Player sind – vor allem ich nicht.
Zusammengefasst:
Pro:
+ Düstere Level
+ Relativ viele Level
+ Recht gute Grafik
+ Liebe zum Detail
+ Blutig
+ Fantasievoll (Sowohl Waffen als auch Gegner)
+ Steuerung (Ego-Shooter typisch)
+ Sound
Contra:
- Ziemlich eintönige Farben
- Anspruchsloses Gemetzel
- Kaum merklich umgesetzte Handlung
- Zu wenig Waffen
- Wird, aufgrund der mangelnden Herausforderung, schnell langweilig
Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Windows 98/ME/2000/XP
CPU: 1.5 Ghz oder vergleichbarer AMD
RAM: Mindestens 256MB
CD-ROM/DVD Laufwerk
1200MB freie Festplattenkapazität
64MB Grafikkarte
Tastatur und Maus
Internetanbindung (wegen Multiplayer)
Obligatorisches:
USK: 16 (zensierte Version) / 18 (unzensiert)
Erschienen: 2004
Entwickler: People Can Fly
Fazit:
Wer es mag, durch Level zu hetzen und auf alles zu ballern, was atmet, wird mit „Painkiller“ sicherlich glücklich werden. Die detailreiche Grafik ist schön, selbst wenn man sie nicht oft und auch nicht lange bestaunen kann. Allerdings ist ein Minuspunkt die mangelnde Farbenfröhlichkeit (mehr als Grau und Braun sieht man leider nicht wirklich). Negativ fand ich auch, dass es nur fünf Waffen gibt. Die Hintergrundstory verblasst im Angesicht zum Geschehen selbst und ist daher nicht wirklich vorhanden – nur soweit, dass man dem Spieler einen Grund bietet, als Daniel Garner für den Himmel gegen die Hölle zu kämpfen. Dafür hat man sich bei ein paar Arten der Dämonen etwas neues Einfallen lassen, wie der, der mit seinen Gliedmaßen wirft. Insgesamt drei Sterne und eine Empfehlung für diejenigen, die solche Spiele mögen.
Fazit: SIehe Bericht
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
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10.08.07
Bin ich froh, dass so ein Spiel schnell langweilig wird. ;-))