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In der Steuerung liegt das wahre Grauen...
Nocturne (PC)

Name des Mitglieds: Schorschmän
Produkt:
Nocturne (PC)
Datum: 12.01.01, geändert am 12.01.01 (134 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Klasse Grafikengine, tolle Gruselatmosphäre
Nachteile: Bescheidene Steuerung, schlechtes Gameplay
Tja, wo soll ich anfangen... Das Spiel ist zwar schon eine Weile alt,
aber nachdem ich letzten Monat den Nachfolger ?Blair Witch-Vol.I?
so verrissen hatte, kam ich nicht umhin, mir dieses Game auch noch
zu Gemüte zu führen. Ich gebe zu, diese Grafikengine übt eine gewisse
Faszination aus, auch die Stories und Vorspänne zu den vier Episoden
klingen gut und stimmungsvoll, aber dann... Zum Glück konnte ich mir
das Spiel von einem guten Freund ausleihen, ansonsten hätte ich mich
wohl grün und blau geärgert angesichts der Enttäuschung.
Aber eins nach dem anderen... Das Spiel löste beim Erscheinen ja
ziemliche Begeisterungsstürme aus, klasse Testbewertungen in
diversen Computermagazinen, ein Haufen Preise wurde dem Programmierteam
verliehen, etc. Dennoch wollte ich der Sache nicht ganz
trauen, da ich ja zu ?Blair Witch? im Vorfeld ähnliches gehört hatte.
Also, ran an den Bildschirm und selbst getestet.
Zu Beginn ein Videovorspann in schwarzweiß, der einen gut auf das
Geschehen einstimmt, schon fast wie der Auftakt einer Fernsehserie.
Danach sucht man sich eine von Vier Episoden aus, die zwar chronologisch
in ihrer zeitlichen Abfolge geordnet, aber trotzdem in sich geschlossen
spielbar sind. Es folgt eine kurze Eingangssequenz im Spookhouse-Hauptquartier,
bei der man den Auftrag für die jeweilige Mission erhält. Noch ein paar Waffen
aus Doc Hollidays Labor eingepackt, und schon geht's los.
Egal, welche der Missionen man spielt, überall stößt man auf die gleichen
Mankos. Zum einen ist die miserable Steuerung zu nennen, eine Kombination
aus Maus und Tastatur, welche einen die Spielfigur äußerst lahm dirigieren
läßt. Wäre dies ein reines Ballergame, ginge das noch, aber da man sich in jedem
Level mindestens einmal in einem perfiden Geschicklichkeitstest beweisen muß,
bei dem Schnelligkeit und Koordination gefragt sind, trübt dies den Spielspaß
ungemein. Zweitens:
Die quälend langen Ladezeiten. Sie sind zwar nicht ganz so
extrem wie bei Blair Witch (dem Nachfolger(!)), aber trotzdem kann man nach
einem unfreiwilligen Dahinscheiden schon seine anderthalb Minuten warten, bis man wieder am Zug ist. Da sei zum Beispiel die Hängebrücke im ersten Akt erwähnt. Hier gilt es nicht, ein Problem mit Logik zu lösen, nein, man tastet sich Brett für Brett vorwärts auf einer löchrigen Brücke, um zum Vampirschloß zu gelangen. Das nette ist, daß die meisten Bohlen beim Betreten durchbrechen, was man ihnen natürlich vorher nicht ansieht. So ist man stundenlang damit beschäftigt, einen Schritt vorwärts zu machen, zu sterben, anderthalb Minuten nachzuladen, einen weiteren Schritt vorwärts zu machen, diesmal an einer anderen Stelle, zu sterben, nachzuladen usw. Der Rest ist wie gehabt. Diese Game beweist erneut, daß zu einem guten Spiel wesentlich mehr gehört als klasse Grafik und Atmosphäre, Eigenschaften, die Nocturne zweifellos hat. Ein Bißchen mehr Logik, Fairness und vor allem eine bessere Steuerung, und ich hätte ein echter Fan werden können...
Fazit:
Weitere Testberichte: im Bereich PC Spiele

