Nocturne (PC)
Steuerung vermiest die schaurige Atmosphäre - Nocturne (PC) PC Spiele

Neuester Testbericht: ... Haufen Preise wurde dem Programmierteam verliehen, etc. Dennoch wollte ich der Sache nicht ganz trauen, da ich ja zu ?Blair Witch? im Vorf... mehr

Steuerung vermiest die schaurige Atmosphäre
Nocturne (PC)

YouG

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Produkt:

Nocturne (PC)

Datum: 21.09.00, geändert am 21.09.00 (25 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: gute Graphik, viele Effekte, schöne Animationen, gute Synchronisation

Nachteile: schwache Enginge, gesalzene Anforderungen an Mensch und Maschine, schwer, unübersichtlich

Vor fast einem Jahr erschien für den PC Horror Fan endlich wieder ein richtiges Gruselspiel, welches den Namen Nocturne trägt. Entwickelt wurde Nocture von Trilobyte und veröffentlicht von Take 2. Nocture ist ein Mix aus Resident Evil und Ecstatica ( von den Ansichten her ). Ich muss gleich schreiben, dass dieses Spiel nicht gerade toll ist, aber ihr werdet schon noch lesen warum.

Story:

Aufgrund der Begegnung zwischen einen Amerikanischen Präsidenten und einem Werwolf hat man in Amerika eine Gruppe gegründet, welche den Auftrag hat alles Böse zu vernichten. Die Gruppe trägt den absonderlichen Namen „Domestic Supernatural Defense“. Die Mitglieder der Gruppe nennen die Organisation aber einfach Spookhouse. Ein Mitglied dieser Gruppe nennt sich „Stranger“, dessen Rolle man übernimmt. Der Stranger ist so was wie ein Untoten-Profi-Killer der sich auf das Töten von Monstern und Bestien spezialisiert hat.

Er bekommt nun immer wieder von der Gruppe verschiedene Aufträge die man erfüllen muss. Die 4 verschiedenen Abenteuer spielen an 4 verschiedenen Orten. Jede Mission bietet eine eigene kurze Geschichte und spielt sich innerhalb von ein paar Stunden durch. Das komische am Spiel ist aber, dass die Missionen zu verschiedenen Zeiten spielen und der Stranger anscheinend nicht altert. Na ja, realistisch ist das Spiel auf gar keinen Fall.

1. Auftrag

Der erste Auftrag führt den Stranger zusammen mit seiner Partnerin Svetlana, welche übrigens ein Halb-Vampir ist in den Schwarzwald. Hier sollen böse Höllenhunde ihr Unwesen in den Wäldern treiben und ein benachbartes Schloss wird von einem Vampir-Lord heimgesucht. Obwohl der Stranger nicht gerne zusammenarbeitet, geht er zusammen mit ihr auf Geisterjagd.

2. Auftrag

Die Zweite Mission spielt in Texas. Hier fährt der Stranger mit einem Freund durch die Gegend, da sie einen Auftrag haben. Plötzlich verwandeln sich die Gäste im Zug in böse Mon
ster und der Stranger kommt nicht an seinen eigentlichen Auftragsort an, und so muss er sich vor den ganzen Bestien retten.

3. Auftrag

Als nächstes geht es ins schöne Chicago. Hier dreht ein gewisser Al Capone durch und führt sich wie ein Geisterbeschwörer auf, was leider klappt. So wird Chicago von Geschöpfen aus der Hölle heimgesucht.

4. Auftrag

Im letzten Auftrag geht die Reise nach Frankreich, aber das findet ihr am besten selber heraus.

Nachdem man das Spiel gestartet hat, fällt einem sofort aus das man sofort Zugriff auf alle Level hat. Es ist vollkommen egal, ob man zuerst in Chicago oder in Deutschland anfängt Dämonen zu jagen. Das hat den Nachteil das es leider kein ganz großes Ziel gibt, sondern es nur kleinere Episoden mit einer eigenen Geschichte gibt. Der Vorteil an der Sache ist, dass man aber wenn man gleich im ersten Kapitel scheitert sofort das Zweite spielen kann.

Rechenanforderungen:

Das bringe ich lieber sofort, den die Rechenanforderungen von Nocture sind nicht gerade ohne. Das fängt schon bei der Installation an, man muss unbedingt die Akte die man spielen möchte auch auf die Festplatte installieren, da ist es ein Vorteil das man die Akte unabhängig voneinander absolvieren kann.

Der nächste Nachteil vom Spiel ist, dass die Engine nur 32 Bit Unterstützt. Das bedeutet schon mal theoretisch das Aus für alle Voodoo Karten, jedenfalls für die alten, da diese zwar Bildsignale mit 32 Bit darstellen können, aber diese sobald sie damit rechnen müssen nicht ausgeben können und auf 16 oder mit einem Update 24 Bit beschränkt sind. Zum Glück gibt es aber für Nocturne inzwischen einen Voodoo Patch, damit auch stolze Voodoo Besitzer spielen können.

Aber der größte Nachteil der Engine ist, dass sie absolut Rechenintensiv ist, ich glaube aber kaum das dies nur an der Engine liegt, sondern auch an einer schlechten Programmierung. PC Beistzer welche nur 64 MB Ram besitzen kö
nnen ihre 3D Karte z.B. nicht aktivieren, da hierfür mindestens 96 MB Ram benötigt werden. Wer außerdem nur 64 MB Ram in seinem PC gebaut hat, muss oftmals arge Ladezeiten in kauf nehmen, wie z.B. beim Laden eines Speichers, wofür man schon mal 2 Minuten veranschlagen kann. Auch der einfache Bildwechsel kann schon mal 3 Sekunden dauern, dass macht echt keinen Spaß mehr. Außerdem stürzt Nocture einfach so ab, ohne Fehlermeldung. Hier wurde eindeutig geschlampt.

Graphik:

Aber jetzt zum erfreulichen. Nocturne bietet eine Graphik die immer noch ihresgleichen sucht. Was hier an Effekten geboten wird ist wirklich phänomenal. Die Charaktere sind z.B. einfach nur herrlich animiert. Wenn der Stranger mit seinem Mantel durch die Gegend rennt, windet sich dieser schön im Wind. Sobald es kälter wird sieht man ganz deutlich wie der Stranger atmet. Sobald er zum Angriff übergeht und mit seinen verschiedenen Waffen feuert fletscht er die Zähne. Genauso muss es sein.

Nicht ganz so gelungen sind die Monster. Besonders die fliegenden Dämonen wirken manchmal recht hölzern und wenn sie abgeschossen worden sind, fallen sie unrealistisch dem Boden entgegen.

Dafür ist der Schattenwurf aller Protagonisten einfach realistisch. In den meisten Spielen ist der Schatten einfach nur ein schwarzer runder Punkt den man unter sich sehen kann. Nicht aber hier, der Schattenwurf ist so wie in der Realität. Der Schatten bewegt sich realistisch am Boden entlang und wird auch oftmals gegen Wände geworfen. Ziemlich gruselig.

Die gesamte Graphik ist in den meisten Levels sehr düster gehalten, um dieses noch zu verstärken haben die Entwickler einen Startbildschirm entworfen, indem man seinen Monitor justieren sollte, damit der Horror einen auch erfassen kann, und das wird er. Das einzigste was Licht ins dunkle bringt ist die Taschenlampe des Strangers, diese erzeugt bei mir manchmal eine echte Gänsehaut, die Perspektiven wurden manchmal so genial in Szene ge
setzt das ich um eine Ecke gehe und dann leuchtet die Funzel realistisch ein Monster an.

Die meisten Effekte bekommt man sogar ohne 3D Karte, aber dann ruckelt der Stranger nur noch durch die Gegend. Ein P3 500 würde ich wirklich empfehlen, auch mit 3D Karte da das Spiel ansonsten oftmals abstürzt.

Einen herben Schnitzer haben sich die Entwickler aber mit manchen Kameraperspektiven erlaubt, man verliert oftmals die komplette Kontrolle über den Stranger da die Bilder zu oft wechseln. Zwar sind einige Szenen wieder Stimmungsvoll mit ihren schönen Texturen aber wenn ich mit meinem Stranger oftmals ins Grass beiße, weil ich nichts gesehen habe dann wird mir schlecht.

Sound:

Jeder Horrorfilm erzeugt meistens eine dichte Stimmung durch den Sound und der Musik. Nicht anders ist es bei Nocturne. Hier begeistert schon der Intro Song und sorgt fürs erste Herzklopfen. Während der meisten Missionen wird im Hintergrund eine düstere und gefährliche Musik gespielt. Für Herzkranke wirklich nicht zu empfehlen.

Auch der eigentliche Sound kann vollkommen überzeugen. So spürt man förmlich die kalte Luft welche dem Stranger um die Ohren weht. Die Schritte hören sich so echt an, dass man manchmal keine Lust mehr hat weiterzuspielen da man wirklich Angst bekommt. Wenn man dann auch noch Schritte hört wenn man selber steht ist das Herzrasen keine Seltenheit mehr.

Am besten kommt Nocturne wirklich in einem dunklen Zimmer rüber und man gute Boxen und eine 3D Soundkarte sein eigen nennen kann. Dann ist Horror pur angesagt und das ist keine Übertreibung.

Steuerung:

Wenn die Perspektiven schon oftmals schlecht gewählt wurden bedeutet dies noch lange nicht, dass die jeweiligen Spiele auch unfair sind. Wenn die Steuerung gut ist kann man sich oftmals leicht aus brenzligen Situationen retten. Leider nicht so bei Nocturne. Hier wurde die Steuerung vollkommen verkompliziert. Man steuert den Stranger ganz normale mit der
Tastatur und lenkt ihn damit auch. Das ist ja alles wunderbar, aber dass man die Waffen auch noch steuern muss ist wirklich der letzte *******. So was ist bei vielen Spielen richtig gut gemacht, aber bei Nocturne ist es nur ein Desaster, denn leider kann man die Kanonen stufenlos steuern und so dauert es oftmals ein paar Sekunden bis man die Waffen auch auf das Monster justiert hat. Dazu kommt noch die dumme Steuerung des Strangers. So dreht er sich immer viel zu schnell um die eigene Achsen Das Chaos ist wirklich perfekt und Nocturne wird viel zu unfair da es einfach nicht steuerbar ist.

Fazit:

Ich persönlich finde Nocturne nicht so gut. Obwohl die Atmosphäre wirklich genial ist mag bei mir kein Spielspaß aufkommen. Das liegt zum Teil an der wirklich miserablen Steuerung und dem daraus resultierenden hohen Schwierigkeitsgrad, aber auch die hohen Rechenanforderungen und die vielen Bugs machen einem das Spiel auch nicht schmackhafter. Okay, Nocturne ist kein Totalausfall, dafür sorgt schon die Deutsche Synchronstimme von Bruce Willis, der den Stranger spricht und dieser deswegen auch so cool wirkt. Auch die Graphik ist echt gelungen, aber ein Spiel welches sich nicht richtig steuern lässt und keine KI besitzt ist selbst die 50 DM die ich dafür ausgegeben habe nicht Wert. Es war keine Fehlinvestition, aber der Knaller ist das Spiel auch nicht!

PS: Inzwischen kann man sich im Internet sogar noch zusätzliche Karten für Nocturne runterladen, probiert es mal mit einer Suchmaschine aus. Die Level sind aber sehr groß ( von der MB Anzahl )!

Fazit: