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Dumme Helden - armer König
Majesty (PC)

Name des Mitglieds: frorgy
Produkt:
Majesty (PC)
Datum: 30.07.03, geändert am 03.11.04 (183 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: originelle Mischung verschiedener Spiele-Genres
Nachteile: Helden nicht steuerbar, nerviger Sound
Ich bin der König!
So erfreulich diese Erkenntnis ist, so sehr wird die Freude geschmälert durch die Tatsache, daß ich von völlig minderbemittelten Untertanen umzingelt bin. Und ausgerechnet der minderbemitteltste der Umzingler ist mein persönlicher Berater. Daß ich ihn von meinem Vater quasi geerbt habe, mag da nur unzureichend als Entschuldigung gelten.
Ich bin also König. Was ist die wichtigste Aufgabe eines Königs? Genau: Geld scheffeln, was meine bescheuerten Untertanen glücklicherweise freiwillig in Gestalt von Steuern bei mir abliefern.
Die zweitwichtigste Aufgabe: Das Geld wieder ausgeben, und zwar für Helden, deren Intelligenzquotient mit dem meines Beraters wetteifert, die aber wenigstens dazu nütze sind, die fiesen Monster plattzumachen, die auf den Tulpen in meinem schönen Palastgarten rumtrampeln.
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Wovon ich hier eigentlich rede, wollt ihr wissen? Ich spreche von dem Spiel "Majesty".
"Majesty" ist ein Echtzeit-Taktik-Spiel mit rudimentären Aufbau-Strategie- und Rollenspiel-Elementen.
Du übernimmst die Rolle eines Herrschers in einem Königreich, das zu Beginn mit einem Palast und nur wenigen Gebäuden ausgestattet ist. Deine Aufgabe besteht darin, die knappen finanziellen Ressourcen in den Bau weiterer Gebäude und in die Rekrutierung von Helden zu stecken, die für dich die Kastanien aus dem Feuer holen oder einfach nur den Drachen besiegen und die Prinzessin befreien.
Das Hauptspiel besteht aus etwa 20 Szenarien in drei Schwierigkeitsgraden, in denen jeweils ein oder mehrere Ziele (ein bestimmtes feindliches Gebäude zerstören, eine bestimmte Menge Geld horten etc.) zu erreichen sind, häufig in begrenzter Zeit.
Dazu baust du zunächst einige Gebäude. Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gebäuden: In Wirtschaftsgebäuden (z.B. Marktplatz, Schmiede) wird Geld erwirtschaftet, was dein Steuereintreiber (er ist übrigens glücklicherweise der mit Abst
and intelligenteste deiner Untertanen) regelmäßig in den Palast bringt. In Rekrutierungsgebäuden (z.B. Kriegergilde, Tempel) kannst du Helden anwerben, die sofort in deinen Dienst treten.
Sowohl das Errichten von Gebäuden als auch das Anwerben von Helden kostet Geld. Darum ist es wichtig, genügend gut ausgebaute Wirtschaftsgebäude zu haben! Sie haben außerdem den Vorteil, daß deine Helden dort ausgestattet werden (z.B. mit besseren Waffen in der Schmiede oder mit Heiltränken auf dem Marktplatz).
Kurz nach Beginn des Spiels tauchen die ersten Monster auf. Sie greifen alles an, was ihnen in die Quere kommt, also auch Gebäude. Darum ist es wichtig, daß genügend schlagkräftige Helden zur Verfügung stehen, die die Monster möglichst rasch abmurksen. Freundlicherweise tragen die Monster auch meist Geld mit sich herum, das deine Helden erbeuten und in ihre Gilde tragen, wo der Steuereintreiber regelmäßig vorbeischaut.
Um die Helden zu motivieren, die gestellte Aufgabe zu erfüllen, mußt du Belohnungen aussetzen. Du kannst Belohnungen für das Erkunden eines bestimmten Gebiets oder für das Beseitigen eines Gebäudes (oder auch eines Monsters, aber das erledigen die meist freiwillig) aussetzen.
Sobald das Spielziel erreicht ist, hast du das Szenario gewonnen. Wurde dein Palast zerstört oder ist die Zeit abgelaufen, hast du verloren.
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Die Szenarien sind frei wählbar (bis auf wenige Bonus-Szenarien, die bestimmte Voraussetzungen haben). Es gibt also keine festgelegte Reihenfolge. Natürlich empfiehlt es sich, mit Anfängerszenarien einzusteigen.
Der Schwierigkeitsgrad ist nicht unbedingt ausgewogen. Die Anfänger-Szenarien sind alle schnell erfolgreich durchgespielt, aber auf dem Fortgeschrittenen- und Expertenlevel wechseln recht einfache mit sehr schwierigen Aufgaben ab.
Neben den Szenarien gibt es einen freien Modus, in dem man Größe der Karten, Ressourcen und Spielziel selbst wählen kan
n.
Die Steuerung erfolgt über die Maus.
Etwas umständlich ist, daß man für die Hauptbefehle (Gebäude errichten, Belohnung aussetzen) erst den Palast und dort das entsprechende Untermenü anwählen muß. Da das Spiel in Echtzeit abläuft, kostet das unnötig Zeit. Hier wäre eine zusätzlich kleine Menü-Leiste auf dem Hauptbildschirm hilfreich gewesen.
Die Grafik reißt mich nicht gerade vom Hocker. Die Figuren sind zwar noch ganz nett dargestellt, Helden des gleichen Typs sehen aber auch alle gleich aus. Die Landschaft dagegen ist kärglich. Hier ist wenig fürs Auge geboten.
Für die Ohren ist „Majesty“ eine echte Beleidigung. Die im Minutentakt oder öfter wiederkehrenden ewig gleichen und wenig einfallsreichen Sprüche ("Da kommt eine böse Bestie", "Mehr Geld für euer Majestät") lassen einen bald den Lautsprecher abschalten.
Am Spieldesign stört mich am meisten, daß man die Helden nicht steuern kann. Sobald ein Held rekrutiert ist, macht er sich an die Arbeit. Er metzelt zwar brav Monster ab und läßt auch keine Schatztruhe, die er findet, ungeöffnet liegen. Ich habe aber keinen Einfluß darauf, ob sich ein schmächtiger Priester einer Horde Goblins gegenüberstellt, oder ob vier Paladine sich auf die Jagd nach einer Kloakenratte begeben. Die künstliche Intelligenz ist wenig ausgeprägt (allerdings auch nicht bei Monstern). Das ist eigentlich schade, denn aufgrund der verschiedenen Heldenfähigkeiten (Nahkampf, Bogenschießen, Kampf-Magie, Heilungs-Magie) könnte man eigentlich schlagkräftige individuelle Gruppen zusammenstellen. So aber hat man häufig das Gefühl, dem Computer hilflos ausgeliefert zu sein.
Gerade ein Spiel, was vom Grundprinzip her am ehesten an Spiele wie "Command and Conquer" erinnert, ist dies ein fataler Mangel.
Technisches: Das Spiel wurde 2000 von Hasbro Interactive auf den Markt gebracht und sollte auf allen gängigen Rechnern ab Windows 95 problemlos laufen. Empfohle
n sind Pentium mit 300 MHz, 64 MB RAM, 450 MB Festplattenspeicher. Weitere Infos einschließlich Demo findet ihr unter http://www.majestyquest.com/
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Fazit: Einigen originellen Ideen ist bei der Umsetzung komplett die Luft ausgegangen. Trotz des Low-Budget Preises nicht empfehlenswert.
Fazit:
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