
Produkttyp: Vivendi PC-Spiele
Neuester Testbericht: ... sich den Willen der Wachen beugen mussten . Auf ein riesen Bildschirm Sprecht ein Alte Kautz der meine das alles so in Ordnung wäre und... mehr
Dr. Freeman ist zurück
Half-Life 2 (PC)

Name des Mitglieds: Alfco
Produkt:
Half-Life 2 (PC)
Datum: 16.06.05
Bewertung:
Vorteile: Tolle Grafik und Gameplay
Nachteile: Umständliche Installation
Kennt ihr das, wenn man vor Aufregung nicht in den Schlaf kommt? So ging es mir, als ich vor kurzem zum ersten Mal "Half Life 2" spielt. Das Spiel gibt es zwar schon etwas länger, ich hatte es mir aber bisher nie gekauft, weil ich dachte: Das schafft mein PC eh nicht. Bei 1,6 GHz kann man ja heutzutage schon von einer antiken Rechenmaschine sprechen. Doch als ich laß, das das Spiel sozusagen "abwärtskompatibel" ist und auch auf älteren Rechnern läuft, dachte ich mir: Für einen momentanen Preis von nur 27 € im Media Markt kann man ja nix falsch machen.
Zuhause also gleich den PC hochgefahren und auch gleich ins Internet gewählt. Es war ja bekannt, daß eine Installation nur erfolgen kann, wenn man online ist. Man benötigt nämlich die Online-Plattform "Steam". Von dort aus wird das Spiel installiert und man muß sich dazu registrieren. Dann erfolgt noch ein Update auf die aktuellste Version. Leider habe ich nur ISDN und so war ich erstmal eine Weile beschäftigt. Ich saß wie auf Kohlen...
Dann, nach über 2 Stunden war es endlich soweit. Nach einer längeren Ladezeit betrachtete ich das Hauptmenü und im Hintergrund eine Stadt in Spielgrafik.
Also gleich ein neues Spiel gestartet. Internet war dafür dann nicht mehr nötig, doch dazu später mehr.
Die Aufgabe ist es mal wieder die Welt zu retten. Hört sich abgedroschen an, is aber so. Die Aliens aus dem 1. Teil haben die Erde angegriffen und nach einem sehr kurzem Krieg ergab sich die Menschheit. Sie wurden zu einfachen Arbeitern degradiert und die Aliens erschufen einen Überwachungsstaat.
Nach ein paar Worten des sog. G-Man, dem geheimnisvollen Auftraggeber von Doktor Gordon Freeman (den wir natürlich wieder spielen), befand ich mich in einem Zug. Mal wieder, denn Half Life 1 fing genau so an. Doch als ich den Zug verlasse merkte man den Unterschied. Die Grafik sah einfach irre aus und das trotz mittlerer Details auf meinem betagten PC. Spätestens die Szene auf dem Bahnhofsvorplatz haute mich dann entgültig um. Wenn man sonst immer Bilder in PC-Zeitschriften sah dachte man: "Och ist eh ein gerendertes Bild und niemals die Spielgrafik". Jetzt weiß ich: "Doch ist sie".
Wir befinden uns in "City 17" (die Aliens haben alle Städte einfach durchnummeriert), die scheinbar eine osteuropäischen Stadt darstellen soll. Ziemlich schnell bekommt man Kontakt zu einer Untergrundbewegung, die gegen die Aliens kämpft. Angeführt wird diese von ehmaligen Kollegen von Gordon Freeman aus dem Black Mesa-Institut. Dieses war der Schauplatz in Half Life 1. Der oberste Chef des Instituts jedoch arbeitet mit den Aliens zusammen. Man sieht ihn immer wieder auf großen Monitoren, wie er den Menschen Botschaften einflößt wie gut doch alles sei. Eine bedrückende Stimmung. Zudem haben die Aliens noch eine Substanz ins Trinkwasser gegeben, das die Menschheit nach und nach vergessen läßt.
Schon am Anfang des Spiels fiel mir die sagenumwobende Physik-Engine auf. Während bei normalen Spielen dieser Art die Umgebung recht inaktiv ist, verhält es sich hier anders. Man kann alles mögliche aufheben und bewegen. Und das wirkt unglaublich realistisch. Wirft man einen Gegenstand, prallt er ganz real woanders ab und verhält sich so wie in Wirklichkeit.
Kurze Zeit später ist man bewaffnet (anfangs nur mit der berühmten Brechstange aus dem 1. Teil, mit der Zeit werden es aber auch schlagkräftigere Waffen) und auf der Flucht. Die Aliens greifen an. Sie nennen sich Combine. Die Combine sind eine außerirdische Rasse, welche verschiedene Planeten angegriffen hat und die Bevölkerung sogar umpolt um für die Combine zu arbeiten. Sie gleichen sich der jeweiligen Spezies an um in der Umgebung der (in diesem Fall die der Menschen) keine Nachteile zu haben. Eigentlich sollen sie wohl eher schneckenähnlich aussehen. Sie haben auf der Erde menschliche Statur, tragen aber eine Art Gasmaske. Als Gegner hat man auch noch verschiedene andere, u.a. verschiedene außerirdische tierische Lebensformen, die während der sog. Portalstürme (die Portalstürme waren die Folge des missglückten Experiments aus Half Life 1) auf die Erde kamen.
Sie stehen auf keiner Seite und greifen sowohl Menschen als auch Combine an.
Bei den Kämpfen macht sich die Physik-Engine noch deutlicher bemerkbar. Schießt man auf Benzinfässer, explodieren diese und reißen alles in näherer Umgebung mit sich. Interessant ist auch, daß bei einer Gruppe von Fässern nicht sofort alle explodieren, sondern eine Art Kettenreaktion entsteht: Fässer rollen oder fliegen von der 1. Explosionsstelle weg und gehen etwas später in die Luft.
Wiederum etwas später ist man auf Kanälen mit einer Art Hovercraft unterwegs und wird von Panzern und Hubschraubern beschossen. Ganze Autos fliegen einem entgegen und riesige Schornsteine krachen zu Boden. Man kommt sich vor wie in einem Action-Film.
Richtig gruselig wirds in einer kleinen Stadt namens Ravenholm. Die Stadt ist voller Zombies. Denn eine Art der tierischen Aliens setzt sich auf die Köpfe von Menschen und macht sie willenlos. Sie torkeln in bester "Resident Evil"-Manier durch die Gegend. Zu diesem Zeitpunkt hat man bereits die coolste Waffe des Spieles, wahrscheinlich sogar der Spielegeschichte, bekommen, die sog. Gravity-Gun. Mit diesem Gerät kann man sonst zu schwere Gegenstände wie Benzinfässer, Schränke, Kreissägenblätter, Steine, Holzpaletten, Wellbleche u.v.a. hochheben und dem Gegner entgegenschleudern. Das spart Muntion und macht richtig Laune. Außerdem kann man weiter entfernte Gegenstände wie mit einem Magneten heranziehen und sehr schwere Sachen wie Autos zumindest wegstossen.
In dieser Stadt trifft man immer mal wieder auf einen Pfarrer, der garnicht richtig stolz auf seine "Gemeinde" ist. Er bekämpft sie mit seiner Schrotflinte und hat in der Stadt einige nette Fallen aufgestellt. Diese darf man gerne benutzen. Es gibt rotierende Sägeblätter, Autos an Kränen (die man auf die Zombies fallen läßt), Gastanks um für etwas Feuer zu sorgen u.a..
Danach geht es mit einem bewaffneten Buggy über eine Küstenstraße, auf der auch allerlei passiert. Man kommt an verschiedenen Orten und Stützpunkten vorbei und muß in schwindelerregender Höhe eine Stahlbrücke überqueren.
Am Ziel angelangt geht es nonstop weiter. Einige der Wissenschaftler werden in einem Hochsicherheitsgefängnis festgehalten und diese gilt es zu befreien. Das heißt aber zuerst: Ins Gefängnis einbrechen. Dazu bekommt man ungewöhnliche Hilfe. Mit einem Köder bekommt man die sog. Ant Lions, große Insekten, unter Kontrolle. Diese folgen einem ins Gefängnis. Wirft man den Köder in Richtung von Combine-Soldaten, greifen die Ant Lions sie an. Das schöne ist, daß jedesmal wenn Ant Lions getötet werden immer wieder neue aus irgendwelchen Löchern kommen und zur Verfügung stehen. Man kann sie dadurch als Kanonenfutter verwenden um sich selber in bessere Position zu bringen.
Später ist man wieder in "City 17" und kämpft zusammen mit menschlichen Rebellen in einem Häuserkampf. Man befehligt dabei in bester Taktik-Shooter-Tradition eine Gruppe von Rebellen. Man kann sie zu verschiedenen Orten dirigieren und wird von ihnen mit Munition und Gesundheitspacks versorgt.
Zum Schluß greift man die Zentrale der Combines an, die sog. Zitadelle. Mehr wird nicht verraten.
Nun noch ein paar abschliessende Worte zur Technik:
Grafik:
Tja, wie gesagt die Grafik ist die beste, die ich je gesehen habe. Niemals zuvor gab es eine so detailreiche Welt zu bestaunen. Netterweise werden nicht nur aktuelle Directx 9-Karten unterstützt sondern auch ältere ab Version 7. Natürlich muß dann auf ein paar Effekte verzichtet werden. Es ist auch möglich eine Bildschirmauflösung von nur 640*480 Punkten zu wählen. Und man muß sagen, es sieht dann garnicht sooo schlecht wie bei anderen Spielen mit dieser Auflösung. Ich spiele es mit einer GeForce FX 5700LE mit 128 MB, Directx 8.1 und 1024*768 Punkten. Mit Directx 9 lief das Spiel auf meinem PC dann doch zu langsam. Aber auch so gibts genug zu sehen. Manchmal kommt es bei mir zu kleinen Rucklern, was aber nicht an der Grafikkarte liegt (die Ruckler sind nämlich auch bei minimaler Auflösung und Details vorhanden) sondern an der langsamen Festplatte, die immer wieder neue Umgebung nachlädt.
Ein kleiner Tip dazu: Solltet ihr (wie ich) mit mehreren Partition oder mehreren Festplatten arbeiten, solltet ihr nicht nur auf dem Laufwerk C: , sondern auch auf dem Laufwerk auf dem sich Half Life 2 befindet einen virtuellen Arbeitsspeicher über mindestens die Größe eures echten Arbeitsspeichers anlegen. Dadurch wird das Ruckeln etwas gedämpft.
Ich kann dabei aber nur von mir sprechen, auf anderen PCs siehts da vielleicht etwas anders aus. Da ich aber in verschiedenen Foren von diesem Problem hörte wollte ich es kurz erwähnen.
Sound:
Dieser ist erste Sahne. Zwar habe ich keine 5.1-Anlage, doch auch so wirkt er unglaublich real und bedrohlich. Die Musik hält sich in dem Spiel sehr zurück und wird nur in passenden Szenen eingespielt. Es gibt relativ viel Sprachausgabe. Neben den Szenen wo eh gesprochen wird hört man Funksprüche und Sprache der Combine wenn sie in der Nähe sind, Lautsprecherdurchsagen u.a.. Nur unseren Dr. Freeman hört man nie reden. Hab gehört, daß wurde so gemacht damit die Identifikation mit ihm einfacher fällt. Jeder hat vielleicht eine andere Vorstellung wie er spricht. Er ist auch bis auf das Bild vom DVD-Cover nie zu sehen.
Das führt mich einfach mal zu dem folgenden Absatz:
Running Gags und Besonderheiten:
- Neben der Tatsache, das man Gordon Freeman nie sieht (ausser für ein paar Sekunden in den Half Life 1-Ablegern "Opposing Force" und "Blue Shift"), gibts noch ein paar andere Auffälligkeiten:
- Der mysteriöse G-Man taucht in Half Life 1 und 2 immer wieder in seinem Anzug und mit seinem Koffer auf. Doch kommt man ihm näher, geht er weg. Wohin? Warum passiert ihm nichts, benutzt er die Portaletechnologie um sich von einem zum anderen Ort zu "beamen"? Viele rätseln, wer der G-Man ist. Manche sagen das "G" stehe für Goverment also für einen Regierungsbeamten. Andere behaupten sogar, es sei der Gordon Freeman aus der Zukunft. Tatsache ist, daß er Gordon am Ende von Teil eins die Wahl ließ für sich zu arbeiten oder zu sterben. Gordon Freeman wollte für ihn arbeiten, wurde eingefroren und zu Beginn von Half Life 2 wieder aufgetaut.
- Die Brechstange aus dem ersten Teil ist auch im 2. Teil wieder seine erste Waffe.
- Die Combine waren auch im 1. Teil eigentlich die Oberbösen, aber nur wenig zu sehen. Da sie aber die Fähigkeit hatten, andere Lebewesen umzupolen und aus ihnen Soldatensklaven zu machen, schickten sie im 1. Teil die Vortigaunts vom Planeten Xen (den sie wie die Erde überfielen) vor. Bei Half Life 2 trifft man auch wieder auf die Vortigaunts doch jetzt als Freunde die mit den Rebellen zusammen gegen die Combine kämpfen.
- Man trifft viele Personen aus dem 1. Teil wieder u.a. auch den ehemaligen Wachmann Barney, der in Half Life 1-Blue Shift die Hauptrolle spielte
- Beide Teile beginnen in einem Zug. In Half Life 1 fuhr Gordon mit einer Einschienenbahn tief ins Innere des Black Mesa-Instituts, im 2. Teil mit einem normalen Zug nach "City 17".
- In den Büros der Wissenschaftler sind an den Wänden interessante Zeitungsartikel über das, was während Gordons "Gefrierschlaf" passierte
Motivation:
Wenn man Half Life 2 spielt, vergisst man alles um sich herum. Durch die abwechslungsreichen Level kommt nie Langeweile auf. Die einzelnen Levels sind teilweise so unterschiedlich als wenn es ein anderes Spiel ist. Bei anderen 3D-Shootern ändert sich zwar die Grafik, das Spiel bleibt aber meist komplett dasselbe und wird (zumindest mir) dann recht schnell langweilig. Es gibt daher nur wenige 3D-Shooter, die ich komplett durchgespielt habe. Half Life 2 dagegen bringt mich sogar dazu, ältere Level (z.B. Ravenholm) erneut zu spielen, weil sie einfach klasse sind. Manchmal spiele ich den Anfang auch nochmal um wieder das "Erstaunen" nachzuvollziehen, als ich Half Life 2 das erste mal spielte.
Man merkt auch, daß das Spiel nicht zu sehr "gesriptet" ist. Denn spielt man eine Szene ein weiteres mal, passiert nicht unbedingt genau dasselbe wieder.
Nachdem ich das erste Mal Half Life 2 spielte war ich so aufgeregt, daß ich nicht einschlafen konnte. Meine Frau hat das glaub ich sehr genervt. Ich konnte es kaum erwarten am nächsten Tag weiterzuspielen. Sowas habe ich noch nie erlebt. Das Spiel ist in allen Bereichen die Offenbarung. Es gibt aber auch mal Tage, an denen ich aus meinem Arbeitszimmer rauskomme und mit meiner Frau rede *g.
Die einzige Bedingung ist aber wie gesagt ein Internetzugang. Denn ohne Online-Registrierung ist ist das Spiel nicht zu starten.
Ist es allerdings mal erfolgreich intalliert und zu 100% geupdatet, steht auch ein Offline-Modus zur Verfügung. Damit dieser auch funktioniert (ist nämlich auch ein großes Thema in Foren), müssen einige Sachen beachtet werden. Dies wird aber auf einem dem Spiel beiliegenden Blatt erläutert.
2 Spiele in einem.....................................
Auf der DVD befindet sich übrigens nicht nur Half Life 2, sondern auch die Fortsetzung des beliebtesten Online-Shooters Counter Strike. Es nennt sich hier Counter Strike Source. Wegen meiner "lahmen" ISDN-Verbindung habe ich es allerdings noch nicht ausprobiert im Internet gegen andere Spieler anzutreten. So wie ich gehört habe reicht eine ISDN-Verbindung nicht aus um vernünftig zu spielen.
Vielleicht installiere ich es aber doch mal und teste es aus. Meine Erfahrungen teile ich Euch dann natürlich mit.
Fazit: Half Life 2 setzt neue Maßstäbe
| Bedienkomfort: | ||
| Grafik: | ||
| Sound: | ||
| Schwierigkeitsgr.: | ||
| Spaßfaktor: |
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