Grand Prix 3 (PC)
Die bessere Steuerklasse - Grand Prix 3 (PC) PC Spiele

Produkttyp: Atari PC-Spiele

Neuester Testbericht: ... hat sich da nicht viel getan. Vieles ist genauso wie beim Vorgänger. Doch als ich das erste Rennen startete, änderte sich dieser Eindr... mehr

Die bessere Steuerklasse
Grand Prix 3 (PC)

billie.parker

Name des Mitglieds: billie.parker

Produkt:

Grand Prix 3 (PC)

Datum: 08.09.03, geändert am 06.04.04 (818 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Eine der Motorsport-Referenzen, Die Möglichkeit von eigenen Projekten

Nachteile: Exzessive Leidenschaft

Die Titel der Reihe "Microprose Formula One Grand Prix" gelten sicher als eine Referenz für anspruchsvolle Rennsport-Simulationen. Nach wie vor zeigt man von den Anwendungen überzeugt: Bei einem Fehler verliert man die Kontrolle über sein Fahrzeug, jeder Fehler zählt. Man hat aber ebenso genügend Möglichkeiten diese abzustellen. Und auch die Details stimmen: Alle Teams sind vertreten, auf den Nachbildungen der Strecken: Die Straßenschluchten in Monte Carlo, die Kurven von Spa erscheinen im einfachsten Fall: real. Bei einem Boxenstopp sieht man die Mechaniker, man hört die Geräusche der anderen Fahrzeuge auf der Piste. Für viele Anwender wie im Fernsehen - aber mittendrin. Und so bestimmt man das Geschehen nicht nur als Pilot, sondern kann sich auch als Teamchef beweisen. Da die Simulationen umfangreiche Veränderungen ermöglichen, von dem Namen des Rennstall, der Auswahl der Fahrer, der Lackierung des Wagens, zu seinem 3D-Design, bis zur Gestaltung kompletter Rennstrecken. Nicht nur durch das, wähnt man sich auf der Höhe der Zeit.

Auch der zu Weihnachten 2000 erschienene Teil "Grand Prix 3" erfüllt die an die Reihe gestellten Anforderungen. Brachte er doch "Microprose Formula One Grand Prix" entgültig die Attribute bei, die als unverzichtbare Bestandteile für eine richtige Simulation gelten und die man zuletzt durch ihr Fehlen, seinem Vorgänger "Grand Prix 2" versuchte anzulasten: So macht Teil 3 auch Regen! Denn Wettereinflüsse waren wohl die Achillesferse seines Vorgängers, da sie der Anwendung noch fehlten. Nun jedoch fördern sie Taktik und Mut, und sind in der Lage das Feld durcheinander zu spülen, wenn es im einfachsten Fall plötzlich beginnt zu regnen.

Unter Berücksichtigung dieser Eigenschaften ist es aber, wie bei den beiden Grand-Prix-Vorgängern, auch hier das Ziel geblieben, zum Abschluss der 16 Grand-Prix-Rennen die Fahrerweltmeisterschaft der Formel 1 für sich und die Konstrukteursmeisterschaft für
das ausgewählte Team zu gewinnen. Auch, wenn es der Start von "Grand Prix 3" noch nicht verraten sollte, stellt sich dieses Vorhaben als schwierig dar. Besonders, da für den Grand-Prix-Fahrer 5 Schwierigkeitsstufen mit 8 Fahrhilfen eingerichtet wurden. Jedoch braucht man beim vollen Nutzen der Hilfen keinen Gedanken daran zu verschwenden, wann der Gang gewechselt, das Fahrzeug abgebremst und in die Kurven eingelenkt wird. Zudem kann das Auto nicht von der Richtung abkommen. Wenn doch! Richtet es sich automatisch auf der Fahrbahn aus. Des weiteren ist man im Gottmodus unzerstörbar. Soll heißen, der Wagen übersteht selbst schwerste Unfälle.
Allerdings ist zu meinen, dass dieses Vorgehen bei einer solchen Simulation kaum einen Sinn macht, und wohl eher von Arcarde-Spielen erwartet wird. Zudem empfindet man die Fahrhilfen einschränkend. Zum Einen wird man dadurch darin gestört, den kürzesten Weg um die Strecke zu finden bzw. seine eigenen Fahreigenschaften und Grenzen zu definieren. Zweitens ist man durch die Automatikhilfen wesentlich langsamer als das Fahrerfeld, vor allem da sich schnell die Präzision des Computers und die Wünsche des Piloten in die Quere kommen. So führen die Korrekturen als Drittes zu Leistungs- und dem damit verbundenen Zeitverlust. Und Viertens entsprechen die Fahrhilfen wohl kaum dem Wesen der Simulation, als Pilot Zeit und Meter zu finden, somit die nötigen Hunderstel herauszusuchen, und schließlich als Erster die Simulation zu beenden.

Steigerung erfährt "Grand Prix 3" damit nicht allein durch das Nachstellen einer Formel-1-Saison, sondern durch das Herantasten an die eigenen Todeszonen. So, schon durch das Abschalten der Fahrhilfen oder der Auswahl eines höheren Leistungsniveaus, welches sich in schnelleren Zeiten und aggressiveren Manövern wieder spiegelt. Schließlich nehmen die Routinen der KI dem menschlichen Fahrer, nach dem Umschalten, sofort eine Sekunde ab. Ein Umstand den man auch auf der Strecke beob
achten kann: Die computergesteuerten Fahrzeuge orientieren sich an der Leistung des humanoiden Teilnehmers. Ihr Fahrstil wird mit den Fortschreiten der Leistungsstufen flüssig und korrekt. Jedoch geht das Gegnerfeld auch in die Offensive. So kann man regelrecht daran verzweifeln, wenn man weiß, dass man schneller ist, aber nur schwer überholen kann. Das! Weil die KI blockt oder gar, wenn man sich schon vorbei glaubt, die Linie wechselt und so wieder die Position tauschen kann.
Komparation erfährt man aber auch durch umfangreiche Setups in der Boxen-Funktion der Simulation. "Grand Prix 3" bietet Einstellungen, von Grundlegenden wie Flügel oder Getriebeübersetzung, bis zu Speziellen bspw. der Stärke der Motordrosselung oder die Empfindlichkeit der Lenkung. Somit findet man in diesen Optionen nochmals Steigerung, da sich die Einstellungen sofort auf der Piste bemerkbar machen, und so den Grand-Prix-Piloten im besten Fall unterstützen. Nicht zuletzt, da man in der Anwendung mit Hilfe von Analysefunktionen Auswertungen vornehmen kann. Weiterfolgend ergeben sich ein Studium der Rennstrecken im Szenario und die daraus resultierenden Strategien. Schließlich findet man schon schnell Punkte, die beim Fahren besonders entgegen kommen und dadurch ein Fenster für Angriffe bieten. Oder im Gegenteil, durch einschlägige Erfahrungen, die Notwendigkeit von defensivem Verhalten unterstreichen.

Schon so zeigt sich die Simulation "Grand Prix 3" als eine eigene Klasse. Auch wenn es in erster Linie die Titel seiner Reihe fortsetzt. Da die Veröffentlichung die Eigenschaften seines Vorgängers übernimmt. Auf der einen Seite, durch den Charakter einer Rennsport-Simulation. Und auf der Anderen durch die Erweiterung dieser Eigenschaften mit Aktualisierungen. Denn! Wie schon beim Vorgänger "Grand Prix 2" sieht man die Begeisterung nicht allein aus den gegebenen Möglichkeiten, sondern vor allem in den Veränderungen, die man an der Simulation vornehmen ka
nn. Bestandteile, die sich nicht allein auf die Besetzung des Starterfeldes und auf Leistungsdaten beschränken, sondern auch Regeländerungen, das Punktesystem, den Trainingsmodus und Veränderungen im Rennkalender berücksichtigen.

Dieses bei "Grand Prix 2" einmal selbstverständliche Attribut erscheint bei seinem Nachfolger zunächst jedoch als ein Feature. Da man sich einigen Fallen gegenüber gestellt sieht. Während man früher sofort loslegen konnte, sind bei "Grand Prix 3" umfangreiche Vorbereitungen und Sicherheit im Umgang mit dem Personal Computer notwendig geworden. So als wollte der Entwickler Microprose, die Eigendynamik, die bei "Grand Prix 2" entstand, bei seinem Nachfolger unterbinden. Jedoch sieht man sich erst mit dieser in der Lage, seine Simulation immer wieder den aktuellen Geschehen der Formel 1 anzupassen. Durch das Einbringen eigener Ideen und Einflüsse entstehen auch neue Komponenten. Im einfachsten Fall füllt man die Simulation mit einer eigenen Teamreihe auf. Dies wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt sogar noch unterstützt, da nur 10 Teams in der Formel 1 vertreten sind: "Grand Prix 3" bietet jedoch Platz für 11 verschiedene Ställe.

Zu den ersten Maßnahmen dahin, gehört ein Patch des Entwicklers, das durch die Installation der Version 1.13, auch einen Bugfix anbietet. Nachfolgend ist das Werkzeug GP3Decrypter notwendig geworden, welches die Programmdatei, die GP3.exe, dechiffriert und ihr auslesen ermöglicht. Dieser Vorgang kann anschließend mit der Applikation GP3Edit erfolgen, dem Nachfolger des Grand-Prix-2-Editors. So besteht endlich die Möglichkeit die Erweiterungen zu laden. Sie können entweder selbst erstellt werden oder stehen im Internet zum Download bereit. Eine mögliche Adresse ist: http://www.grandprixgames.org. Diese Sets beinhalten nicht nur die Lackierungen der Wagen, sondern auch aktuelle Fahrer- und Teamdaten, Cockpits oder die Layouts der Reifenhersteller.

Somit ergib
t sich ein individueller Nutzen, im objektiven, wie im subjektiven Empfinden seines Users, da sich der Titel mit diesen Eigenschaften in die Serie der Grand-Prix-Veröffentlichungen einreiht. Damit erschließen sich ebenso eine Reihe von Parallelen:

Nicht nur bei der Gestaltung der Anwendung sind viele Gemeinsamkeiten zu entdecken, welche sich von der Teilnahme an einem Einzelrennen bis zu der Weltmeisterschaft erstrecken. Der Start eröffnet wie schon bei "Grand Prix 2", die Möglichkeit, den eigenen Vorbildern nach zu eifern, in dem man sich mit ihnen misst. Dieses Vorgehen bedeutet aber auch Leistungsvergleiche. Und mit Hilfe der Erweiterungen, das Anpassen der aktuellen Daten und Fahrerwertungen, um ein möglichst realistisches Bild bei der Anwendung zu erhalten. Attribute, die gerade den Vorgänger von "Grand Prix 3" populär machten und nun weiter geführt werden, wenn nicht gar weiter gesponnen. Schließlich spielt man "Microprose Formula One Grand Prix" nicht nur: Es ist eine Auseinandersetzung mit Motorsport, seiner Beliebtheit, seiner Wirkung und möglicher Konsequenzen, aber ebenso fördert es eigene Projekte und damit neue Simulationen - wenn nicht gar Stimulationen, durch den Übertrag der realen Formel 1 in "Grand Prix 3".

Fazit: