Earth 2150 (PC)
EXODUS - Earth 2150 (PC) PC Spiele

Erhältlich in: 2 Shops

Produkttyp: Frogster PC-Spiele

Neuester Testbericht: ... wie üblich Gebäude und Einheiten gebaut und Forschung betrieben werden. Als Ziel müssen meistens entweder Ressourcen gesammelt, Konvois be... mehr

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Earth 2150 (PC)

TFaust99

Name des Mitglieds: TFaust99

Produkt:

Earth 2150 (PC)

Datum: 14.09.01, geändert am 14.09.01 (346 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: technisch brilliant, benutzerfreundlich, atmosphärisch

Nachteile: etwas triste Landschaften, Einheiten gleichen sich sehr

Aus dem fernen Polen kam Ende des letzten Jahrtausends ein Echtzeitstrategiespiel, das mit düsterem Zukunftsszenario und ausgefeilter 3D-Technik überraschen und begeistern konnte. Mittlerweile ist der Publisher Topware Interactive ja bekanntlich pleite und das Spiel wird einem regelrecht für Pfennigpreise nachgeschmissen. Ein guter Grund, sich das Ganze näher anzuschauen...


Die Story:
Herzlichen Glückwunsch, wir haben es endlich geschafft! Im Jahre 2150 ist von unserem Heimatplaneten nicht mehr als eine karge Wüste übriggeblieben, die Rohstoffe gehen langsam aus und zu allem Übel ist der ehemals grüne Planet auf dem besten Wege, in die Sonne zu stürzen. Die einzige Rettung besteht in einer Raumschiffflotte, die den Mars besiedeln soll. Zu diesem Zweck müssen gigantische Mengen an Rohstoffen herbeigeschafft werden, doch dummerweise reichen die verbliebenen Rohstoffe der Erde nicht mehr aus, um ein Überleben der gesamten Menschheit garantieren zu können. Die drei Machtblöcke UCS (= United Civilized States, die „Demokraten“), ED (= Eurasische Dynastie, die „Kommunisten“) und die technisch hochentwickelte LC (= Lunar Corporation, die „Hippies“) liefern sich also einen Kampf bis aufs Messer. Wer wird das Rennen machen ?


Das Spiel:
In jeweils einer Kampagne übernimmt man nun die Führung einer der drei Fraktionen, die (ähnlich wie die drei Völker in Starcraft) jeweils über besondere Kampfeinheiten und Gebäude verfügen, verschiedene Arten des Rohstoffabbaus nutzen und so weiter...
Die verschiedenen politischen Ausrichtungen der Parteien spiegeln sich auch in den Einheiten wieder, da wären zum Beispiel die pazifistisch veranlagte Lunar Corporation, die mehr Wert auf die Verteidigung ihrer Gebäude und Fahrzeuge legt als auf durchschlagskräftige Waffen.
Die Einheiten wollen selbst konstruiert werden, dies geschieht mit einem Baukastensystem, welches sich ständig durch Forschung erweitern lässt. r>Bei aller Verschiedenheit, ein Ziel haben alle drei Parteien jedoch gemeinsam - den Rohstoffabbau und die damit verbundene Flucht von der Erde. Dementsprechend besteht das Endziel jeder Kampagne darin, eine gewisse (astronomisch hohe) Summe aufzutreiben. Wie genau das vonstatten gehen soll, liegt vollständig in den Händen des Spielers. Zwar gibt es verschiedene Missionen, die absolviert werden müssen, jedoch kann man die Reihenfolge derselben selbst bestimmen, ebenso wie die Dauer („Bleibe ich jetzt noch und baue fleißig Rohstoffe ab, oder ist mir das zu gefährlich und ich verschwinde lieber ?“). Außerdem hat man jederzeit Zugriff auf die Hauptbasis. Von dort kann man Transporter mit Rohstoffen oder Verstärkung ins Missionsgebiet transferieren und hierhin müssen die Rohstoffe gebracht werden, die zum Bau des Fluchtschiffes benötigt werden.
Und wer einmal eine Mission versaubeutelt darf einfach an anderer Stelle weitermachen – Hauptsache, das benötigte Geld ist vor Ablauf der 183 Tage auf dem Firmenkonto...
Natürlich lassen sich die gegnerischen Parteien den Raubbau in deren Herrschaftsgebieten nicht einfach so gefallen, und so steht der Stratege vor der schweren Aufgabe, Rohstoffabbau, Forschung, Verteidigung und Offensive sorgfältig abzuwägen und dem – übrigens beeindruckend intelligent reagierenden – Gegner bei Gelegenheit eins auf den Deckel zu geben.


Grafik und Sound:
Zur Grafik lässt sich so einiges sagen, hat doch das Spiel eine eigene Grafikengine spendiert bekommen, welche die Konkurrenz im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen lässt. „Earth 2150“ ist nämlich das erste Spiel, das komplett dreidimensional daherkommt. Drei-Däh, das gab’s bis dahin nur eingeschränkt! Eine Auflösung bis zu 1600x1200 Pixeln ist möglich, mit Effekten (Lichteffekte, Bodennebel, Tag und Nachtwechsel und Wetterveränderungen) wurde auch nicht gespart. Respekt meine Herren!
Die Erdlandschaft ist leider et
was trist, jedoch kann man von einer fast zerstörten Erde im Jahr 2150 auch keine blühenden Landschaften mehr erwarten.
Jede Partei hat ihr eigenes Design und zum Beispiel ihre eigene Art, Gebäude zu errichten. Während die LC ein komplettes Gebäude mittels eines riesigen Luftschiffes an den vorgesehenen Platz befördern, müssen bei der UCS erst einmal die Planierraupen ran. Die Animationen sind gut gelungen, einziger Kritikpunkt ist vielleicht, das die eigenen Einheiten sich gelegentlich ziemlich ähnlich sind („ist das jetzt ein Raketenwefer oder ein MG?“ *reinzoom*).
Weiterhin informieren stimmungsvolle Videoclips über neue technische Errungenschaften, die Wetterlage oder den Fortschritt im Raumschiffbau.
Soundtechnisch ist das Spiel auch recht abwechslungsreich. Jede Partei hat eine andere Sprachausgabe, die dezent im Hintergrund eingesetzte Musik bleibt zwar fast immer gleich, stört aber auch nicht und verbreitet düstere Endzeitatmosphäre.


Die Steuerung:
Die Steuerung ist bei aller Komplexität, die ein Spiel, das komplett in 3D gehalten ist, mit sich bringt, wunderbar einfach. Jegliche Aktion ist mit ein bis zwei Mausklicks ausgeführt, mit Hilfe der Maus lässt sich auch die Ansicht ändern. Hier kann man rein- und rauszoomen, den Blickwinkel ändern und ähnliche Spielereien veranstalten.
Eine Pause-Taste sorgt dafür, dass man selbst im heißesten Gefecht die Übersicht nicht verliert und in aller Ruhe Änderungen vornehmen kann.


Multiplayer:
Bis zu 16 Spieler dürfen im Netzwerk oder Internet in fünf verschiedenen Spielmodi gegeneinander antreten, ausprobiert habe ich das aber leider noch nicht.


Version 2.8.7.1.
Die neuste beziehungsweise finale Version wartet mit komplett neuem Interface auf, das die Bedienung noch einmal deutlich vereinfacht. Wer also noch mit der alten Version (unter 2.0) spielt – unbedingt patchen! Auf der „Moon Project“ DVD (auf der auch die Vollvers
ion von Earth 2150 zu finden ist) befindet sich ebenfalls die gepatchte Version.


„The Moon Project“
… ist das offizielle Add-On und ein ziemlich harter Brocken, der allerdings Profis wirklich empfohlen werden kann. Drei komplett neue Kampagnen und eine recht interessante Story bieten genug „Value for Money“ um bedenkenlos zugreifen zu können (für derzeit ungefähr 20,- DM). Wie schon gesagt gibt es auch eine DVD-Version vom „Moon Project“, die zusätzlich das komplette Earth 2150 enthält.


Fazit:
Earth war (und ist für mich immer noch) die Referenz in punkto Echtzeitstrategie. Überirdisch gut, äußerst detailverliebt und vor allem sehr atmosphärisch – ein Spiel für lange Winterabende.
Bei dem Preis, für den das Spiel momentan so ziemlich überall zu haben ist, ist es schon ein Vergehen, Earth 2150 nicht zu besitzen (wer mehr als 20,- DM bezahlt, ist doof). Liebhaber von Strategiespielen sollten eh zugreifen, die anderen würden den Kauf auch nicht bereuen. Allerdings ist Earth 2150 kein Spielchen für zwischendurch, und leicht ist es auch nicht unbedingt. Wer nun von sich behaupten kann, ein fortgeschrittener Stratege zu sein... ja auf was wartest Du noch ? Los, kaufen, Menschheit retten! ;)~


Systemanforderungen:
ab Pentium 200 MMX (ein P II/350 sollte es doch schon sein)
32 MB RAM (64 MB)
3D-Beschleunigerkarte (mindestens 8 MB)
190-720 MB freier Festplattenspeicher


Thomas Faust, 14.09.2001


Fazit: