Dune 2000 (PC)
Nicht schlecht - Dune 2000 (PC) PC Spiele

Neuester Testbericht: ... 110 MB Grafikkarte ab 2 MB Mein Fazit: +*+*+*+*+ Dune 2000 war absolut das beste Remake eines PC Spieles das ich bishe... mehr

Nicht schlecht
Dune 2000 (PC)

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Produkt:

Dune 2000 (PC)

Datum: 08.11.00, geändert am 08.11.00 (32 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: alles

Nachteile: nichts

Nach Command&Conquer, Alarmstufe Rot, drei Missions-CDs und zwei Compilations sollte man ja meinen, daß es langsam Zeit für einen richtig neuen Nachfolger wird. Doch bevor Westwood die Spielergemeinde mit Command&Conquer 3 entzückt, wurde noch einmal Genre-Urvater Dune 2 recycelt, mit der Engine von Alarmstufe Rot und drei Nullen versehen, und fertig war Dune 2000. Schamlose Abzockerei? PC-Spieler als Melkkühe der Nation? Naja, nicht ganz. Immerhin standen bei Dune 2000 ja nicht irgendwelche drittklassigen RTS-Clones Pate, sondern Command&Conquer 1 und 2, die zu den besten und erfolgreichsten Spielen dieses Jahrzehnts gezählt werden dürfen.

Wie schon bei Dune 2 findet sich der Spieler auf dem Wüstenplaneten Arrakis wieder, auf dem sich drei Adelshäuser im Kampf um wertvolle Gewürz-Rohstoffe die Schädel einschlagen. Als Spieler stellt man sich auf die Seite des Herzogtums seiner Wahl und führt seine Truppen ins Echtzeit-Gefecht. Sehr schnell stellt man fest, daß der Wüstenplanet seinen Namen zu recht trägt, denn die Missionen spielen allesamt in sandigem Wüstenterrain. Wälder, Flüsse und verwinkelte Wasserszenarien wie bei Alarmstufe Rot sucht man hier vergebens. Im wesentlichen gibt es zwei Typen von Terrain: Weicher Sand und festes Felsenterrain. Gekämpft und geschossen wird überall, aber seine Basis kann man nur auf einer Felseninsel errichten. Damit die Gebäude nicht durch starke Sanderosion beschädigt werden, sollte man alle auf ein vorher zu errichtendes Betonfundament stellen.

Krieg kostet bekanntlich Geld, und damit dieses fließt, muß der Spieler mit seinen Erntern Spice abbauen, das ausschließlich in den sandigen Gebieten der Landkarte wächst. Das Spielprinzip ist dabei identisch mit dem von Command&Conquer gewohnten Tiberium-Abbau. Die einzige Neuerung ist, daß genau dort, wo die eigenen Ernter das Spice abbauen, riesenhafte Sandwürmer ihr Unwesen treiben, die nach kurzer Vorwarnzeit aus dem Sand auftauchen und mal eben einen Ernter zum
Frühstück verspeisen. Sollte dies der letzte Ernter des Spielers gewesen sein, bekommt er fairerweise einen neuen per Carryall-Lufttransporter frei Haus geliefert.

Ansonsten wird das allen Command&Conquer-Veteranen wohlvertraute Spielprinzip abgespult: Basis errichten und verteidigen, Energieversorgung sicherstellen, Spice abbauen, eine schlagkräftige Armee zusammenstellen und damit den Gegner überrollen. Mehr noch als bei den bisherigen Westwood-Spielen sind Massenschlachten angesagt, da auf den größtenteils offenen Wüstenkarten Engpässe und taktisch nutzbare Stellen wie Brücken, Flüsse oder Wälder fehlen.




Die starke Anlehnung an altbewährte Alarmstufe Rot-Qualitäten hat natürlich auch ihre guten Seiten. Die Bedienung des Spiels geht leicht und intuitiv von der Hand, die edlen Zwischensequenzen haben das gewohnt hohe Niveau und sind kompetent übersetzt, und die Einheiten sind sehr ausgewogen. Für den militärischen Erfolg spielt die richtige Kombination verschiedener Truppentypen eine wichtige Rolle. Auch die Zahl der Kampfeinheiten (18) ist sehr vernünftig, einen unübersichtlichen Einheiten-Overkill wie bei Total Annihilation muß man nicht befürchten. Bauaufträge werden komfortabel per Seitenmenü erteilt. Hinzugekommen ist die Möglichkeit, bestehende Gebäude zu verbessern, damit fortschrittlichere Einheiten hergestellt werden können.

Aber auch die Schattenseiten dürfen nicht verschwiegen werden. Die Grafik mit 640x400 Bildpunkten ist zwei Jahre nach Alarmstufe Rot nicht mehr zeitgemäß, zu pixelig sind die Einheiten. Erschwerend kommt hinzu, daß die recht eintönigen Wüstenszenarien die optische Tristesse auf dem Bildschirm noch verstärken. Fürs Auge wird also trotz einiger netter Explosionen und Spezialeffekte unterm Strich weniger geboten als bei Alarmstufe Rot mit seinen zerklüfteten Landschaften. Geht man eine imaginäre Feature-Checkliste durch, so tut sich Dune 2000 vor allem durch das hervor, was es nicht hat. Wo ist
die Auftragsschlange zur Einheitenproduktion? Wegpunkte? Ein sich zuziehender Schlachtennebel? Man fragt sich zu recht, was die Entwickler in der langen Zeit bis zur Fertigstellung von Dune 2000 eigentlich gemacht haben.




Trotz aller Kritik kann Dune 2000 durch sein ausgewogenes Gameplay natürlich nach wie vor begeistern. Auch im Vergleich zu jüngerer Konkurrenz wie M.A.X. 2, Dark Reign oder Total Annihilation muß es sich nicht verstecken. Obwohl ich für die spärlichen Neuerungen in Dune 2000 keinen Hunderter auf den Tisch legen würde, macht mir persönlich eine zünftige Dune 2000-Schlacht immer noch mehr Spaß als das optisch perfekt herausgeputzte Gewusel von Total Annihilation. Der Mehrspielermodus per LAN, Modem oder Internet bietet die von Alarmstufe Rot bekannten Optionen für bis zu acht Spieler. Wie gewohnt verlieren die Fußtruppen der deutschen Version nur schwarzes Blut und schreien auch nicht, dem Spielspaß tut dies aber keinen besonderen Abbruch.

Es bleibt die Frage, wer sich Dune 2000 zulegen sollte. Dune 2-Nostalgiker und Command&Conquer-Fans, die noch immer nicht genug haben, können unbesorgt zugreifen, sofern sie keine bahnbrechenden Neuerungen erwarten und ihnen die Wüstenszenarien nicht zu staubig sind. Alle anderen sollten lieber auf Command&Conquer 3 warten, um für ihr Geld wirkliche Innovationen zu erhalten

Fazit: