
Neuester Testbericht: ... machen wir dann die unliebsame Bekanntschaft mit feindlichen Inselbewohnern, so stellen sich uns doch tatsächlich äußerst schlechtgelau... mehr
RESIDENT SURVIVAL JURASSIC EVIL HORROR PARK
Dino Crisis (PC)

Name des Mitglieds: TFaust99
Produkt:
Dino Crisis (PC)
Datum: 21.01.02, geändert am 21.01.02 (65 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: kurzweilig
Nachteile: kurzweilig
Capcom’s „Resident Evil“ erschien Anfang 1996 für die Playstation. Ein neues Genre ward geboren, welches von Konsolenspielern liebevoll „Survival Horror“ betitelt, von PC-Veteranen verächtlich als „Alone in the Dark“-Klon abgetan wurde. „Dino Crisis“ war eines der Spiele, die in den Fußstapfen der „Resident Evil“-Reihe folgten – verkauft hat es sich verdammt gut, was läge also ferner, den Playstation-Megaseller auch für den PC zu konvertieren ? Ob und wie gut das gelungen ist, könnt Ihr hier erfahren...
Die Story:
Ein Team von Spezialagenten wird auf eine einsame Insel gebracht. Der Auftrag lautet, Dr. Kirk, einen abtrünnigen Forscher, zu finden und zu „überreden“, wieder für die richtige Regierung zu arbeiten. Doch auf der Insel gehen seltsame Dinge vor... der Strom ist abgeschaltet, kein Mensch ist zu sehen. Und zu allem Übel müssen auch noch Dinosaurier angreifen...
Das Spiel:
Der wesentliche Unterschied zwischen „Resident Evil“ und „Dino Crisis“ ist die Story. Während RE in gängigen Horrorszenarien wildert und somit eklige Zombies, fiese Monsterspinnen und sonstiges widernatürliches Getier auf den Spieler loslässt, klaut “Dino Crisis” ganz ungeniert bei Jurassic Park.
Ansonsten gleichen sich beide Spiele sehr. In der Rolle von Special Agent Regina läuft man durch die verlassene Forschungsstation, sammelt Gegenstände ein, löst Puzzles und schießt auf die Riesenechsen, die anscheinend Spezialagenten auf ihrer Speisekarte stehen haben.
Man betrachtet das Geschehen aus der Third-Person-Perspektive, allerdings mit festgesetzten Kameraeinstellungen. Durch eben diese teilweise recht unpraktischen Sichtwinkel kommt die meiste Spannung auf, denn man kann ja nie wissen, was hinter der nächsten Ecke lauert und manchmal weiß man nicht einmal, was sich direkt vor einem abspielt. Dummerweise wird das Spielvergnügen
durch die schlechte Sicht behindert und macht diverse Kampfszenen schwerer als nötig (man weiß nie, wann das Vieh, auf das man gerade feuert, erledigt ist, wenn man es nicht sieht).
In „Dino Crisis” geht es vor allem darum, diverse Puzzles zu lösen und sich gelegentlich gegen freche Dinos zu wehren. Die Puzzles, bei denen es meistens darum geht, eine verschlossene Tür zu öffnen, sind alle gleich angelegt und recht einfach. Und sobald man einen Schlüssel für eine bis dahin verschlossene Tür gefunden hat, ist im Grunde klar, wohin der Weg als nächstes führt... So verbringt man also die meiste Zeit damit, durch die Gegend zu laufen, Schlüssel und Codes einzusammeln und damit Türen zu öffnen.
Der Kampf ist nicht wirklich spannnend, die Dinos benehmen sich kaum anders als die Zombies in „Resident Evil“, sie sind bestenfalls etwas schneller. Man schießt auf sie, sie fallen um... aber sie könnten wieder aufstehen! Also schnell noch mal drauf feuern, erst wenn man Dinoblut fließen sieht, ist Entwarnung gegeben. Das macht vielleicht bei untoten Zombies Sinn, bei Dinosauriern wirkt das eher ein wenig bemüht, um zusätzliche Spannung entstehen zu lassen (beim ersten Mal hat’s mich auch noch erschreckt, als der vermeintlich tote Dino nach mir gegrapscht hat). Zu bemängeln ist hier auch die geringe Anzahl an verschiedenen Gegnertypen, meistens hat man es mit den aus „Jurassic Park“ bekannten Viechern (wie hießen die noch gleich?) zu tun, der Höhepunkt des Spiels werden die Auseinandersetzungen mit Mr. T-Rex höchstpersönlich sein. Der König der Dinos ist praktisch unverwundbar und man wird schnell vom Jäger zum Gejagten. Aber gerade dieses Gefühl der eigenen Schwäche macht das Spiel interessant.
Weiterhin sei angemerkt, dass der größte Feind des Spielers nicht die Dinos sind, sondern die ständig lauernde Munitionsknappheit. Schon übel, wenn man kurz vor einer größeren Auseinandersetzung steht und merkt, dass man keine Munitio
n mehr hat... da hilft nur noch weglaufen.
Auch ganz nett sind die verschiedenen Spielmodi. Neben dem normalen Spiel kann man eine „modifizierte“ Variante spielen, in der man – sobald man das Spiel einmal durchgespielt hat – zum Beispiel unbegrenzte Munition einstellen kann. In der Playstation-Variante musste man sich weitere Spielmodi erst freispielen, sprich das Spiel innerhalb einer bestimmten Zeit durchspielen oder es einfach mehrmals hintereinander durchspielen. Das entfällt hier, alle Kostüme (ein unnützes Gimmick) sind frei anwählbar und auch der versteckte Spielmodus, in dem man innerhalb einer bestimmten Zeit eine bestimmte Anzahl von Dinosauriern erlegt haben muss, ist schon freigeschaltet. Das nimmt dem Spiel leider jegliche Motivation, sobald man es einmal durchgespielt hat.
Grafik und Sound:
Der größte Schwachpunkt ist hier wohl die Beschränkung der Auflösung auf 640x480 Pixel, jegliche Vorteile der fortschrittlicheren PC-Hardware bleiben ungenutzt. Und das Spiel sieht nicht nur aus wie ein altes Playstation-Spiel, sondern klingt auch so. Miserable Sprachausgabe in der Originalsprache, unterlegt von schlecht übersetzten Untertiteln – man hat schon besseres gehört. Weiterhin klingt das Knurren der Dinos wie Wildschweinschnauben. Zugute muss man dem Spiel halten, dass die musikalische Untermalung recht stimmungsvoll ist – sich zwar in Konsolenmanier ständig wiederholt, aber die nötige Hektik und Bedrohung adäquat vermittelt.
Die Steuerung:
Die Steuerung wurde komplett von der Playstation-Version übernommen. Das heißt allerdings, dass das Spiel mit dem Keyboard fast unmöglich zu steuern ist – neben den Tasten zur Bewegung sind 6 weitere Tasten belegt, die man in der Hitze so manchen Gefechts schon mal nicht so schnell findet und daher als Dinofutter endet. Mit einem Gamepad macht das Ganze jedoch sehr viel Sinn und noch mehr Spaß, die Bedienung ist nicht kompliziert und erfor
dert kaum Eingewöhnungszeit. Die unten angegebene Wertung bezieht sich also auf die Gamepad-Steuerung.
Fazit:
Hätte sich Capcom mehr Mühe gegeben und nicht nur eine detailgetreue 1:1-Umsetzung des Playstation-Spiels entwickelt, wäre Dino Crisis sicherlich besser. So bleibt das Spielvergnügen recht kurz, da man das Spiel in höchstens 10 Stunden durch hat und keinerlei Motivation geboten bekommt, es noch einmal zu spielen.
Und obwohl es beinahe so aussieht, sich genau so spielt, die gleichen Schockeffekte einsetzt und von den gleichen Entwicklern kommt wie „Resident Evil“, würde ich es doch nur als mäßig spannend empfinden. Zombies sind einfach gruseliger, da kann man nichts machen...
“Dino Crisis” ist inzwischen als Budget-Version auf Virgin’s “White Label” erschienen. Für 20,- DM lässt der T-Rex auch bei Euch den Bildschirm wackeln... Die Tatsache, dass man dieses eher durchschnittliche Spiel für so wenig Geld bekommt, ist auch Grund für die gute Wertung. Als Vollpreisprodukt hätte ich nur 3 Sterne vergeben, 20,- DM sind für ein paar kurzweilige Spielstunden allerdings nicht zuviel, und so gibt es 4 Sterne.
Systemanforderungen:
ab Pentium 166 MHz mit 3D-Beschleuniger (4 MB RAM)
32 MB RAM
Speicherplatz: optional ab 1-600 MB auf der Festplatte
Thomas Faust, 20.10.2001
Fazit:
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