

Neuester Testbericht: ... gewandelt. Nano- und Gentechnik sowie Terroranschläge und Hungersnot gehören zum Alltag. Sie spielen den Spezial - Agenten JC Denton... mehr
Der offensichtliche Weg führt nicht immer zum Ziel!
Deus Ex (PC)

Name des Mitglieds: J.P.Mason
Produkt:
Deus Ex (PC)
Datum: 04.08.00, geändert am 09.11.00 (55 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Spielspaß pur
Nachteile: Schwierigkeitsgrad, Ladezeiten, Hardwareanforderung
Doch dieses mal ist es ein wenig anders. Waren Spector zeigt uns, dass man auch zu einer Hysterie ein gutes Spiel herausbringen kann. Das Ergebnis heißt DEUS EX.
Nach langer Dürre kam jetzt wieder ein Spiel heraus, das einen sehr lang an den Bildschirm fesseln kann. Nicht nur die Story stimmt bei diesem Spiel, sondern auch der Rest (Sprachausgabe, Grafik und, und…). Das einzige was auf die Spaßbremse drückt, sind Ladezeiten, stellenweise die Grafik, Anforderungen und der Schwierigkeitsgrad. Ein Anfänger wird sich schon in den Trainingsmissionen die Zähne ausbeißen.
Zum Hintergrund von DEUS EX möchte ich nicht viel erzählen, denn dann wäre dieses Spiel nicht mehr so interessant, nur so viel sei gesagt:
Man spielt den UNATCO Agenten J.C.Denton der durch Zufall in eine geheime Verschwörung hineingezogen wird.
Mehr wird nicht verraten. Was aber vielleicht noch interessant ist zu erfahren, ist, dass man verschiedene Lösungswege hat, und sich jeder Weg auch anders auf das Spiel auswirkt. Auch am Ende hat man 3 verschiedene Möglichkeiten, wie man das Spiel beenden kann. Es gibt immer wieder neue überraschende Wendungen und sie sind nie vorhersehbar. Dies macht dieses Spiel zu etwas ganz besonderem.
Bei der Grafik kann man auch nichts aussetzen. Anfangs ist sie für den einen oder anderen langweilig, denn die Hintergründe in New York sehen sehr aufgeklebt aus. Doch spätestens, wenn man einmal ins Wasser gesprungen ist und sich den Boden angesehen hat, oder wenn man im Hauptquartier auf die Spiegelböden geblickt hat, oder sich in Hong Kong die diverse
n Märkte und Leuchtschriften angesehen hat, wird man in einen kleinen Grafikrausch fallen, denn bisher gab es noch keine so schön gestalteten Gelände oder Gebäude. Auch die Menschen oder Roboter die durch die Straßen laufen sind mit schönen Texturen überzogen und man kann auch diverse Gesten der Figuren erkennen.
Doch auch die schönste Pracht hat seinen Preis: Ohne einen P III 500 mit 128 MB RAM und einer Voodoo 3 oder Geforce 256 Karte läuft hier gar nichts, leider!
Auch schön gemacht, sind die belebten Straßen oder Bars die man besuchen kann, denn fast überall ist eine Menge los, wenn man sich einer Gruppe von Leuten nähert, dann kann man auch kleine Gespräche zwischen den Personen aufnehmen, manchmal sind es nur kleine Unterhaltungen ohne Sinn, manchmal sind es aber auch Hinweise auf die Story. Des Weiteren kann man sich auch mit fast jeder Figur unterhalten. Bei wichtigen Gesprächen schwenkt die Kamera nach außen und der Bildschirmausschnitt verkleinert sich. Manchmal kommt es zu einem Gespräch, bei dem man mehrere Antworten oder Fragen zur Auswahl hat. Man sollte sich wirklich gut überlegen, welche Antwort oder Frage man jemandem stellt, denn davon hängt es ab, ob man einen Hinweis bekommt, oder ob man von seinem Gegenüber angegriffen wird. Sehr oft bekommt man kleine Nachrichten zugespielt. Es wird dann einfach ein kleines Fenster im oberen Bereich des Spieles eingeblendet. Hier wird man über Neuerungen in der Mission oder kleine Infos zu bestimmten Personen oder Orten aufgeklärt. Manchmal passiert dies aber auch in den unmöglichsten Situationen. Das soll nicht heißen, dass das Spiel unterbrochen wird. Man sollte sich einmal folgende Situation vorstellen:
Man ist im Augenblick in einen Kampf verwickelt und bekommt eine Nachricht, dass man irgendeine Sache übersehen hat. Es kann aber auch nützlich sein: Es können nämlich auch Informationen rüberkommen, wie man einen Gegner sehr leicht besiegt.
Ab und zu sollte man auch einmal einen Blick
in die überall rumstehenden Computer werfen und sich die E-Mails durchlesen, denn auch dort können geheime Daten oder Passwörter oder sonstige Hilfen zum Spiel stehen.
Weitere interessante Details sind zum Beispiel die Stadtteile in denen man sich befindet:
Wenn man sich einmal umsieht, dann findet man immer neue Eingänge in Häuser oder auf Dächer oder Kanalisationen. So hat man in einer Mission z.B. den Auftrag auf ein Dach zu kommen:
Es gibt zwei Möglichkeiten (vielleicht auch mehr): Entweder man geht durch Hinterhöfe, oder man versucht sich zu einem geheimen Aufzug im Keller durchzuschlagen.
Oder man muss zu einer Lagerhalle kommen. Da gibt es mehrere Möglichkeiten durch die Kanalisation zu kommen und, und, und…..
Es macht auch Spaß sich einfach einmal die Gegend anzusehen, denn es gibt wirklich viel zu entdecken, und manchmal ist es auch noch förderlich für die Mission oder man findet geheime Plätze oder man bekommt Subquests von verschiedenen Personen zugeteilt, die dann natürlich Fähigkeitspunkte beim Lösen geben oder…..
Wie man sieht gibt es sehr viel, und wenn man es aufzählen sollte, dann würde dies den Rahmen dieses Berichtes sprengen.
Kommen wir noch einmal auf die verschiedenen Lösungswege zu sprechen:
Bei jeder Aufgabe hat man mehrere Möglichkeiten sie zu lösen. Entweder man kämpft sich durch die Gebäude mit Gewehren, Pistolen, Flammenwerfern usw., oder man arbeitet sich still und leise zu den Gegnern vor und schlägt sie hinterrücks nieder und weicht dabei anderen oder Kameras aus und schlängelt sich durch die Lüftungsschächte, oder man hackt sich in die Sicherheitscomputer ein und richtet die Selbstschussanlagen auf die Gegner aus oder schaltet sie ganz aus oder, oder, oder….
Man kann natürlich auch diverse Taktiken kombinieren (z.B kann man Wachen aus der Ferne ausschalten und dann ein Gebäude stürmen). Jeder hat seine eigene Taktik und kann sie hier herausfinden.
Die Steuerun
g ist nicht unbedingt leicht zu erlernen. Die Haupttasten sind schnell im Gedächtnis, doch fast jede Aktion hat ihre eigene Taste, und spätestens, wenn man mehrere Implantate besitzt, kommt man sehr schnell durcheinander. Die Steuerung lehnt sich aber sehr stark an die Steuerung von System Shock 2 an.
Spielt man das Spiel zum ersten mal, werden einem sofort die Rollenspielelemente klar:
Beginnt man ein neues Spiel, so darf man sich erst einen Figur aussuchen und ihr diverse Charakterpunkte auf diverse Fähigkeiten verteilen. Diese Gliedern sich in 11 unterschiedliche Fähigkeiten, die von Schlösser knacken bis zum Umgang mit Gewehr, Pistole usw. gehen.
Während des Spieles kann man sie immer weiter ausbauen und dies zu jeder beliebigen Zeit, d.h. es passiert nicht wie bei Diablo 1 und 2, wenn man eine neue Stufe erreicht hat, im Charakterfenster die Punkte verteilbar sind.
Noch einmal zu den Fähigkeiten: Die diversen Fähigkeiten wirken sich natürlich auch auf die Umwelt aus, d.h. solange man nicht trainiert genug für das Gewehr ist, solange „wackelt“ man mit dem Fernrohr durch die Gegend, kein Witz, die Programmierer haben es so hinbekommen, dass je weiter man seine Fähigkeiten am Gewehr trainiert hat, man immer zielsicherer wird, und dies wird durch das Bewegen des Fadenkreuzes dargestellt. Auch die Fähigkeiten auf dem Computersektor oder Schlösserknacken machen sich bemerkbar, vor allem dann, wenn man Computer betätigt oder Türen mit dem Dietrich öffnet: je weiter man die Fähigkeit Computer ausbaut, desto schneller kann man sich in einen Computer hacken und desto länger kann man in ihm bleiben ohne Alarm auszulösen, oder wenn man eine sehr hohe Schlossstärke hat, werden weniger Dietriche benötigt um Türen zu öffnen.
Man kann also seinen Charakter individuell zusammen schustern. Doch auch der fähigste Agent ist nicht in jeder Disziplin ein Meister, daher sollte man sich vorher überlegen welche Fähigkeiten man ausbaut.
Abe
r nicht nur die Fähigkeiten sind ausbaufähig: Man findet während dem gesamten Spiel immer öfter kleine Implantat- und Upgrade-Kanister. Es gibt insgesamt 18 diverse Implantate die in 9 verschiedene Kategorien eingeteilt sind und auch diverse zuschaltbare Fähigkeiten verleihen. Doch man muss sich für 9 Implantate, aus jeder Kategorie eins, entscheiden, und dies ist nicht sehr einfach, denn eines erlaubt zum Beispiel sich unsichtbar für Menschen zu machen oder für den Radar von Robotern. Was nimmt man jetzt? Am Anfang kommen fast nur Menschen, später aber überwiegend Roboter, Selbstschussanlagen und Kameras. Also hat man die Qual der Wahl.
Aber Vorsicht: zwar ist jedes Implantat in 4 Stufen auf bau bar, doch alle Implantate verbrauchen sehr viel Strom, und nicht überall sind Aufladestationen, daher sollte man sich vorher überlegen, welche man zu welchem Zeitpunkt aktiviert.
Was mit dem Körper passiert, funktioniert genauso mit den Waffen: Jede Waffe, die man im Spiel findet ist mit diversen Extras modifizierbar. Da gibt es zum Beispiel Laserpointer (Vorteil: Man sieht wohin man feuert, Nachteil: der Gegner auch), Zielrohre (Vorteile: Entfernung zum Gegner, Nachteile: nicht jede Waffe damit aufrüstbar), Schalldämpfer (Vorteile: leise Arbeiten, Nachteile: nicht jede Waffe damit aufrüstbar) und diverse Hilfsmodifikationen die den Rückstoß dämpfen, die Reichweite erhöhen, das Magazin verbessern und vieles mehr. Doch auch diese Modifikationen sind nicht unbedingt an jeder Ecke zu finden, daher sollte man möglichst jedes Gebiet sehr genau unter die Lupe nehmen.
Der Spielbildschirm ist eigentlich sehr einfach und sehr übersichtlich aufgebaut. Man sieht auf Anhieb die Schadens- und Energieanzeige (links oben im Bild), Implantat-Leiste (rechter Bildschirmrand) und Inventarkurzliste (unterer Bildschirmrand)
Die Schadensanzeige ist in 6 diverse Anzeigen aufgeteilt die in der Farbgebung von grün auf rot sinken, sobald sie getroffen werden. Dies hat meh
rere Gründe:
Erstens kann man so schneller sehen, auf welchen Körperteil es der Gegner abgesehen hat, schießt er z.B. immer auf den Kopf, so kann man damit rechnen, dass man nach 2 bis 3 Treffern ins Gras beißt.
Schießt er aber immer auf die Beine, so erkennt man schnell, dass er einen langsamer machen möchte, denn wenn die Energieanzeige eines Beines auf null sinkt, so humpelt man nur noch durch die Gegend, sind aber beide Beine komplett auf null, so kriecht man nur noch auf dem Boden entlang, dies wird sogar dargestellt, indem man auf einmal alles nur noch aus der Perspektive einer auf dem Boden liegenden Person sieht.
Die Energieanzeige gibt an wie viel Energie man noch hat um die Implantate zu betreiben.
Auf der Implantat-Leiste sieht man welche Implantate man schon hat und welche im Augenblick aktiviert sind.
Die Inventarliste ist ein Kapitel für sich. In diese Leiste kann man sich 10 diverse Dinge aus dem normalen Inventar hineinlegen (verbrauchen aber trotzdem den Platz im normalen Inventar) und hat so die Möglichkeit sofort auf sie zurückzugreifen. Dies ist sehr wichtig, vor allem für die Waffen und Werkzeuge, die man im Verlauf des Spieles findet, denn nicht immer hat man die Zeit während eines Kampfes mal schnell ins Inventar zu schauen, welche Waffe oder Granate man jetzt benutzt. Sobald man einen Gegenstand, z.B. Pistole, auswählt, erscheint neben dem Balken noch ein kleines Statussymbol Fenster, welches angibt, wie viel Magazine oder sonstiges man noch für oder von diesem Gegenstand hat.
Drei weitere hilfreiche Fenster sind das Missionsfenster, Unterhaltungsfenster und Bilderfenster:
Wenn man einmal bei einem Gespräch nicht aufgepasst hat, dann kann man sich das ganze Gespräch noch einmal ansehen und durcharbeiten, wenn man glaubt etwas wichtiges verpasst zu haben.
Bei den Bildern findet man immer wieder Karten zu Einsatzorten, Fotos von bestimmten Personen oder Gegenständen und noch vieles mehr.
Im letzten
Fenster kann man sich die Missionsziele ansehen und nach Primär und Sekundär ordnen lassen. Außerdem findet man hier wichtige Notizen über Passwörter oder sonstigen Kram. Und wem das nicht reicht, der kann sogar seine eigenen Notizen hier verewigen.
Im großen und ganzen ist Deus Ex eines der besten Spiele die seit langem auf den Markt gekommen ist. Hier reißt einen nicht nur die Story sondern auch der Soundtrack und die lebendigen Städte mit.
Man ertappt sich immer wieder dabei, statt den Auftrag zu erfüllen, durch die Straßen zu laufen oder sich alles immer genau anzuschauen, weil man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt.
Deus Ex hat das gehalten was es seit den ersten Preview Berichten versprochen hat. Es hat meiner Meinung nach einen viel größeren Suchtcharakter als Diablo 2, und dieses Spiel ist auf jeden Fall der Kauf eines neuen Computers wert. Obwohl der Schwierigkeitsgrad sehr hoch angesetzt ist, kann man einfach nicht aufhören zu spielen, denn man will unbedingt wissen, wie dieses Spiel ausgeht.
Und auch nachdem man es durchgespielt hat, spielt man es immer wieder, denn man möchte immer wieder andere Strategien ausprobieren.
Auch die Charaktere wachsen einem immer mehr ans Herz, denn alle haben ihre Eigenarten und ihre „Seelen“. Sie haben eben fast ein Eigenleben. Und dies haben nicht nur die Hauptpersonen sondern wirklich jede Person die man auf den Straßen trifft.
Auch für Leute die normalerweise solche Spiele nicht spielen empfehlenswert.
Wer dieses Spiel verpennt, der spielt keine Computerspiele oder hat einen langsamen Rechner.
Fazit:
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13.08.00
Danke für dein Lob. Gruß Sascha