Dead Man's Hand (PC)
Wild West Shooter - Dead Man's Hand (PC) PC Spiele

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Produkttyp: Rondomedia PC-Spiele

Wild West Shooter
Dead Man's Hand (PC)

Lu+Wang

Name des Mitglieds: Lu Wang

Produkt:

Dead Man's Hand (PC)

Datum: 16.09.05, geändert am 14.11.09 (2262 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: originelles Szenario, preiswert, ...

Nachteile: andere Shooter machen mehr Spass

Sieht man sich einen Western an, so wird dort meist recht viel geschossen und so ist es eigentlich etwas verwunderlich, dass dieses Genre nur äußerst selten in actionlastigen PC Spielen umgesetzt wurde, für die dieses Genre schon fast prädestiniert zu sein scheint.
Meines Wissens war das bereits einige Jahre alte OUTLAWS sogar bisher der einzige nennenswerte Ego-Shooter mit Wild West-Szenario, bis im letzten Jahr mit DEAD MAN´S HAND ein weitere im Wilden Westen angesiedelter Ego-Shooter erschien.
Als leidenschaftlicher Spieler von Ego-Shootern findet sich natürlich auch DEAD MAN´S HAND in meiner Sammlung und so mache ich diesen Shooter nun zum Thema meines heutigen Beitrags.



ALLGEMEINES
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DEAD MAN´S HAND wurde von den Human Head Studios entwickelt und Ende 2003 von Atari in den Handel gebracht, wo es auch heute noch weitestgehend problemlos zu finden ist. Dort kostete das Spiel von Beginn an lediglich um 29,95 Euro und obwohl der Preis so nicht nur vergleichsweise niedrig ist/war, sondern dass Spiel auch in der Fachpresse durchaus recht gute Kritiken erhielt, war der Verkaufserfolg eher mäßig. So ist DEAD MAN´S HAND in der Zwischenzeit häufig zu einem ermäßigten Preis zu finden (ich habe das Spiel neu und originalverpackt für 12,00 Euro bei ebay.de erstanden).
DEAD MAN´S HAND wird in einer DVD-Hülle verkauft, die neben den beiden CDs mit dem Spiel auch ein recht ausführliches Handbuch in deutscher Sprache enthält.
Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.atari.com oder/und unter www.dead-mans-hand.com.



STORY & SPIEL
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Der Revolverheld El Tejon wurde bei einer Schießerei schwer verwundet und von den Angehörigen seiner Bande sterbend zurückgelassen. Schwer verletzt wurde er so vom Sheriff gefaßt und sitzt nun im Gefängnis.
Von dort gelingt jedoch die Flucht und so beschließt El Tejon nun, sich an jedem Mitglied seiner einstigen Bande zu rächen. Das Spiel beginnt mit dem Ausbruch El Tejons aus dem Gefängnis und wird im Spiel mit kleinen Filmsequenzen (im Schmalfilmdesign) weitergeführt.
Vor diesem Hintergrund übernimmt der Spieler nun die Rolle des El Tejon, den er in der Ich-Perspektive durch die einzelnen Level/Missionen steuert.
Innerhalb dieser Missionen sammelt der Spieler Punkte, die er nicht nur für das Töten seiner Gegner erhält, sondern auch für den Abschuss von Gegenständen (beispielsweise Laternen) und ähnlichem (diese Punkte sollen in jeder Mission eine Vergleichbarkeit mit anderen Spielern ermöglichen und so zusätzlich motivieren).
Am Ende einer jeden Mission steht grundsätzlich ein ehemaliges Bandenmitglied als etwas schwerer zu besiegender Endgegner und mit dem erfolgreichen Absolvieren einer Mission werden ein oder mehrere weitere Missionen freigeschaltet.
Zwischen den Missionen hat der Spieler übrigens die Möglichkeit an Pokerpartien teilzunehmen, die zwar für das Spiel nicht wirklich wichtig sind, aber durchaus für ein wenig Abwechslung sorgen.
Auch ein Multiplayermodus für Matches im Internet oder LAN ist in DEAD MAN´S HAND enthalten. Dieser umfasst die Spielvarianten Deathmatch, Team-Deathmatch, Kopfgeld (hier wird ein Spieler von allen übrigen Spielern gejagt) und Truppe (hier verteidigen alle Spieler gemeinsam gegen Angriffe von PC-gesteuerten Bots).



HARDWARE & INSTALLATION
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DEAD MAN´S HAND erfordert mindestens einen PC mit 800 MHz Prozessor, 256 MB RAM, einer 32 MB Grafikkarte (DirectX 9.0 kompatibel) und einem Betriebssystem ab Windows 98, wie bei fast allen Spielen, so sollten aber auch hier dies vom Hersteller angegebene Mindestkonfiguration überschritten werden, um DEAD MAN´S HAND auch in höheren Auflösungen flüssig spielen zu können. Auf meinem Athlon 1800+ mit 768 MB RAM und GeForce 4 Grafik läuft das Spiel (unter Windows XP) absolut flüssig.
Die Installation des Spiels, die etwa 2,0 GB Speicherplatz auf der Festplatte belegt, erforderte mit Ausnahme der Eingabe des CD-Keys keinerlei nennenswerte Bedienereingriffe und sollte so von jedermann ohne Probleme bewerkstelligt werden können.
Nach der Installation kam es auf meinem PC jedoch zu dem Problem, dass sich DEAD MAN´S HAND nicht starten ließ und erst die Installation eines auf www.atari.com bereitgestellten Patches brachte hier Abhilfe.



GRAFIK, SOUND & STEUERUNG
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Für DEAD MAN´S HAND lizensierten die Programmierer keine der bekannten Engines, sonder griffen auf eine Eigenentwicklung zurück, die durchaus eine recht ansehnliche Grafik bietet. Zwar kann die Grafik in DEAD MAN´S HAND nicht mit den Genrereferenzen DOOM 3 oder HALF-LIFE 2 mithalten und auch dem etwa gleichaltrigen FAR CRY scheint sie mir unterlegen, insgesamt scheint mir die Spielgrafik aber durchaus recht gut und auch Effekte wie Explosionen können meines Erachtens durchaus als recht gelungen bezeichnet werden.
Sehr gelungen scheint mir der Sound des Spiels. Die Musikuntermalung paßt hervorragend zum Westernambiente des Spiels und auch die Geräusche von Waffen und ähnlichem klingen weitestgehend realistisch. Gelegentlich Zurufe von den Gegnern sind recht witzig, wiederholen sich nach einiger Spielzeit allerdings auch recht häufig.
Die Steuerung bietet keinerlei Überraschungen und so wird auch in DEAD MAN´S HAND mittels einer Kombination aus Tastatur und Maus gesteuert, wobei die Tastenbelegung den jeweiligen Bedürfnissen des Spielers angepaßt werden kann. Die Steuerung funktioniert dabei sehr präzise und zügig, so dass ich in diesem Punkt keinerlei Beanstandungen vorzubringen habe.



SPIELDESIGN
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Das Wild West Szenario in DEAD MAN´S HAND schränkt die Möglichkeiten bezüglich des Leveldesigns ein wenig ein und so durchstreift der Spieler überwiegend Wüstenlandschaften, Wüstenstädte und ähnliches. Trotzdem ist erkennbar, dass sich die Programmierer/Designer um ein möglichst großes Mass an Abwechslung innerhalb dieses Szenarios bemüht haben und durch die Einbeziehung von Gebäuden (beispielsweise Saloons und andere) wirkt das Spiel so auch tatsächlich recht abwechslungsreich, ohne
Die Gegner, auf die der Spieler innerhalb der Missionen trifft, rekrutieren sich aus den ehemaligen Bandenmitgliedern (als End-/Zwischengegnern) und ihren Gefolgsleuten, so dass sich die Masse der Gegner ein wenig arg ähnelt. Für die sich so recht häufig wiederholenden Gegnertypen entschädigen die Zwischen-/Endgegner dann aber wieder ein wenig, da diese sich nicht nur optisch, sondern auch durch ihre Kampfmethoden unterscheiden (ein Beispiel ist hier etwa der sehr flinke, mit Messern werfende Flat Iron).
Zu meiner Überraschung verhielten sich die Gegner durchaus nicht allzu ungeschickt und so suchen diese auch schon mal Deckung oder ähnliches. Von einer wirklichen KI sind sie dann aber doch noch ein wenig entfernt.
Die dem Spieler zur Verfügung stehenden Waffen sind natürlich Zeit und Szenario angepaßt und so darf hier also niemand Raketenwerfer oder ähnliches erwarten. So stehen dem Spieler hier in erster Linie unterschiedliche Gewehre und Pistolen zur Verfügung. Die Zahl der Waffen ist je Mission auf drei Stück beschränkt, daneben steht allerdings auch ein Messer zur Verfügung und hin und wieder finden sich auch Dynamit und Whiskeybomben in den Levels.



SPIELSPASS
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Das Design der Missionen und der stimmige Sound schaffen es schnell, eine Westernatmosphäre aufzubauen und so machte mir DEAD MAN´S HAND von der ersten Minute an auch durchaus Spass und dieser Spielspass hielt auch im weiteren Verlauf an. Was dabei aber dennoch ein wenig fehlt, ist eine sich aufbauende Spannung, denn auf mich wirkten die einzelnen Missionen nie wirklich auf einander aufbauend.
Dadurch, dass die Missionen recht kurz sind, eignet sich DEAD MAN´S Hand auch sehr gut für ein kurzes "Zwischendurchspiel" und lässt großzügig darüber hinweg sehen, dass eine Speicherfunktion innerhalb der Levels/Missionen fehlt.
Das Punktesystem scheint mir weitestgehend verzichtbar, oder nur halbherzig verwirklicht, denn wenn ich durch das Schießen auf Gegenstände ebenso punkten kann, wie durch das Erledigen von Gegnern, ist die angestrebte Vergleichbarkeit meines Erachtens nicht wirklich gegeben - störend ist dieses Punktesystem allerdings auch nicht.
Insgesamt konnte mich DEAD MAN´S HAND so zwar weniger zum stundenlangen spielen motivieren, sondern viel mehr zu kurzen Partien zwischendurch und genau zu diesem Zweck findet sich das Spiel auch heute noch auf meiner Festplatte.
Der Multiplayermodus des Spiels empfand ich als sehr gelungen, wobei ich hier das klassische Deathmatch klar bevorzuge, da mich dies immer wieder an die in Filmen des Genres häufig zu sehenden Duelle erinnert. Da empfinde ich es als schade, dass sich im Internet nicht allzu viele Gegner für Matches finden.
Auf allzu viel Pixelblut verzichteten die Designer ebenso wie auf dramatische Sterbesequenzen und herumliegende Leichen, so dass ich die Altersfreigabe ab 16 Jahren als fast ein wenig zu hoch gegriffen, zumal ich auch nie den Eindruck hatte, als würde sich das Spiel selbst allzu ernst nehmen.
Der Schwierigkeitsgrad ist übrigens in drei Stufen wählbar und so sollte nahezu jeder eine fordernde, aber nicht frustrierende Herausforderung finden können.



FAZIT
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Mir hat DEAD MAN`S HEAND durchaus recht viel Spass gemacht und auch heute noch findet sich das Spiel auf meiner Festplatte um zwischendurch immer wieder mal kurz gespielt zu werden.
So spreche ich hier insgesamt auch eine Empfehlung aus, die ich mit dem Urteil GUT (+) verbinde.

Fazit: Ein etwas anderer Ego-Shooter

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor: