Daikatana (PC)
Absolut Klasse - Daikatana (PC) PC Spiele

Neuester Testbericht: ... Zeitmaschine in die Vergangenheit. Der Spieler durchstreift mit Hiro und seiner zweiköpfigen Heldentruppe diverse geschichtliche Epochen... mehr

Absolut Klasse
Daikatana (PC)

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Daikatana (PC)

Datum: 04.01.01, geändert am 04.01.01 (22 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: -------------

Nachteile: ------------

Heute gibt es endlich einmal wieder eine Meinung von mir zu einem PC-Spiel. Und zwar handelt es sich hierbei um eines meiner absoluten Lieblingsspiele - dem 3D-Shooter "Daikatana" von Hersteller "Ion Storm". Nach vielen Ankündigungen in der Presse und im Internet war ich sehr gespannt auf das neue Spiel von Star-Entwickler John Romero. Und meine hohen Erwartungen wurden nur in wenigen Punkten enttäuscht!

Versucht euch einmal vorzustellen, daß ihr ein erfahrener Kampfkunst-Lehrer seid und euch an einem regnerischen Tag im Kyoto des Jahres 2455 in euer Dojo zurückgezogen habt, um in dieser Abgeschiedenheit und in den tausendfach zelebrierten Bewegungsabläufen einiger Katas Ruhe und Kraft zu finden, als plötzlich ein alter Mann in Eurer Tür steht und völlig aufgelöst eine schier unglaubliche Geschichte über ein Wunderschwert zu erzählen beginnt. Einer eurer Vorfahren, so der Alte, war einer der bedeutendsten Schmiede Japans und verstand sich darauf, Schwerter herzustellen, die ihrem Besitzer nicht nur gigantische Kräfte, sondern auch übernatürliche Fähigkeiten verliehen haben. Das "Daikatana", eines dieser Meisterwerke, geriet jedoch in die Hände des Schurken Haga Mishima, der seine damit erlangten Kräfte missbrauchte, um sich Macht und Reichtum zu ergaunern. Noch während der alte Mann seine Geschichte erzählt, tauchen plötzlich einige Ninjas auf und verletzen den fremden Mann trotz eures beherzten Eingreifens tödlich. Mit letzter Kraft bittet er euch, das Schwert Daikatana aus dem Besitz des mächtigen Mishima-Konzern zu entwenden und bei dieser Gelegenheit seine Tochter zu befreien.

Würdet ihr einer solchen Geschichte Glauben schenken? Egal, denn euer alter Ego Hiro Miganato hat sich bereits entschieden, dem Geheimnis der mächtigen Waffe auf den Grund zu gehen. Sein ausgeklügelter Plan, sich unbemerkt in die einer Festung gleichenden Konzern-Anlage zu schleichen, schlägt jedoch fehl, und so findet er sich zu Beginn des
Spiels irgendwo außerhalb des Zielpunktes wieder.

Die ersten Spielminuten verbringt ihr in einer düsteren aber dennoch schönen Tümpel-Umgebung unterhalb des Haupteingangs. Tosende Wasserfälle speisen kleine Bäche, die sich in Seen ergießen (hört sich schön an, oder? ;-) ). Zerklüftete Felsen und kleine Höhlenabschnitte lassen die gesamte Szenerie recht realistisch erscheinen. Eure ersten Widersacher sind eklige und zudem noch giftige Frösche, nervige Insekten, Selbstschussanlagen und Robokrokodile. Später erwarten euch riesige Kampfmaschinen, kleinere Androiden und anderes Kanonenfutter - insgesamt sind im Spiel rund 60 ziemlich tumbe Gegnertypen unterwegs. Dank des guten 3D-Sounds lassen sich diese, wegen der schummrigen Beleuchtung oftmals erst sehr spät sichtbaren, Feinde sehr gut orten. Gleich zu Beginn findet ihr den relativ effektiven Ionenblaster, mit dem ihr ganze Hundertschaften bereits aus größerer Entfernung über den Jordan schicken könnt. Später kommen diverse andere Wummen, wie beispielsweise Raketenwerfer, MG's, Schrotflinten usw., hinzu. Ähnlich wie in "Jedi Knights" hat der Minenwerfer jedoch einige Tücken und hinterlegt die mit Bewegungssensoren ausgestatteten Sprengsätze mit Vorliebe an unsichtbaren Objektkanten, die laut Murphy natürlich max. einen Meter von eurer Position entfernt sind. Nach der unausweichlichen Explosion erlebt ihr ein weiteres Kapitel der schier unendlichen Geschichte - kein Speichern möglich! In jedem Level gibt es nämlich nur einen versteckten Speicherkristall, und nur mit solch einem Edelstein könnt ihr eure bisherigen Bemühungen sichern - ärgerlich. Immerhin wird an jedem Levelende noch eine automatische Sicherung vorgenommen.

Im Mishima-Kanalisationssystem und in den darauf folgenden Levels bekommt ihr es mit schlagkräftigeren Gegnern zu tun. Riesige Kampfroboter schicken euch ganze Geschwader gefährlicher Raketen entgegen, andere Kampfmaschinen vertrauen auf die Kraft ihrer Servo-Motoren
und dreschen mit blanker Metallfaust auf euch ein. Scheinbar untote Gestalten kommen wankend auf euch zugelaufen, und nach wie vor müsst ihr euch vor den heimtückischen Angriffen der Insekten und giftigen Springlurche hüten. In dieser äußerst feindseligen Umgebung kommen euch die zahlreichen aufzusammelnden Munitionsvorräte, diverse Medi-Kits und die praktischen Sanitäts-Automaten wie gelegen. Ihr stellt euch einfach vor ein solches Gerät, und eure Lebensenergieanzeige wandert in den grünen Bereich. Nach einigen Renn-, Spring, -Kletter- und Tauchaktionen und diversen nicht allzu schweren Schaltersuch-Rätseln befreit ihr Superfly Johnson, einen ehemaligen Sicherheitsbeamten des Mishima-Konsortiums, der sich fortan an eure Fersen heftet, um an seinem ehemaligen Arbeitgeber Rache zu nehmen. Zwar ist Superfly ein echter Draufgänger, allerdings scheint die Evolution in anderer Hinsicht an ihm vorüber gegangen zu sein. Euer ansonsten eigentlich sehr nützlicher Mitstreiter entwickelt nämlich eine unergründliche Zuneigung für sich schließende und ihn zerquetschende Tore und Türen. Sicherlich haben zynische Naturen in solchen Augenblicken sofort einen passenden Spruch auf den Lippen, werden sich jedoch alsbald auf selbige beißen, denn mit jeder Harakiri-Aktion von Superfly verlischt auch das eigene Lebenslicht. Der einzige Ausweg besteht oftmals darin, Superfly mit einer passenden Kombination der fünf möglichen Befehle (z.B. "Bleib!", "Heb auf!") an einer ungefährlichen Stelle zu parken, die nächsten zwei Dutzend Gegner im Alleingang zu erledigen und ihn getreu dem Motto "eine gute Tat pro Tag ist Pflicht..." sicher durch die nunmehr gesäuberten Passagen zu dirigieren. Mit dieser Vorgehensweise dauert es nicht sehr lange, bis ihr das Objekt der Begierde, also Mikiko ;-) , die Tochter des mysteriösen Fremden, und das Schwert findet. Die attraktive Asiatin macht aus eurem dynamischen Duo ein nicht minder erfolgreiches Trio und steht euch in den d
arauf folgenden Levels mit dem schon von Superfly bekannten eigenartigen Mix aus wirklich schlagkräftiger Unterstützung und seltsamen Hang zur Selbstverstümmelung zur Seite.

Dank der magischen Kräfte des Schwertes gelingt es dem mächtigen Mishima jedoch, euch ins antike Griechenland zu versetzen. Dummerweise ist euer eben noch recht beeindruckendes Waffenarsenal verschwunden, lediglich das "Daikatana" und eure treuen Begleiter stehen euch noch zur Verfügung. Natürlich stürzen sich nunmehr ganz andere Gegner auf euch, die jedoch nicht minder gefährlich sind, ganz im Gegenteil! Beispielsweise bekommt ihr es mit dem Vogel Greiff, dem Höllenhund Cerberus und der Medusa zu tun. Falls ihr nicht die in den wunderschönen antiken Levels rumliegenden Waffen (z.B. Dreizack), sondern euer Schwert verwendet, kommt schon bald eine tolle Eigenschaft der scharfen Klinge zum Tragen. Je öfter ihr das "Daikatana" einsetzt, desto stärker und tödlicher wird es! So kann es später besipielsweise als Pseudo-Fernwaffe eingesetzt werden und streckt eure Gegner dann ohne direkten Feindkontakt mit bläulichen Blitzen nieder.
Wer nun glaubt, nach dem Abstecher in die antike Sagenwelt an den ursprünglichen Ort und in die richtige Zeit zu gelangen, hat die Rechnung ohne Mishima gemacht. Denn der Bösewicht schickt euch zunächst noch ins eisige Norwegen des 6. Jh. v. Chr., wo euch Zwerge, Ratten und zahlreiche andere Gegner einen heißen Empfang bereiten, den ihr natürlich mit den passenden Waffen (u.a. Armbrust, Zauberstab) ebenso freundlich erwiedert.

Damit ist eure Zeitreise jedoch noch lange nicht beendet, denn wenig später gelangt ihr ins L.A. des fortgeschrittenen 21. Jahrhunderts. Sicherlich schlummert in euch schon eine dunkle Ahnung, dass das "Daikatana"-L.A. nicht sehr viel mit der heutigen glamourösen Stadt der Engel zu tun hat. Richtig, Ihr landet nämlich auf der berühmt-berüchtigten Gefängnisinsel Alcatraz, auf der ihr euch zunächst
u.a. gegen fiese Roboterwesen zur Wehr setzen müsst, bis ihr in den finalen Kampf zieht.

In Daikatana gibt es ein interessantes, für Shooter alles andere als selbstverständliches Erfahrungssystem, welches es euch erlaubt, diverse Eigenschaften eures alter Egos zu verbessern. So kann Hiro im Laufe des Spiels beispielsweise höher und weiter springen, schneller laufen, ist widerstandsfähiger etc. Bekommt ihr eines der unterschiedlichen Extra zu fassen, wird beispielsweise eine dieser Eigenschaften für kurze Zeit auf den Maximalwert angehoben oder Hiro wird zeitweise unsichtbar oder unverwundbar.
Im Gegensatz zu der überwiegenden Anzahl der Shooter-Kollegen kann "Daikatana" mit einer sehr guten Story aufwarten, die zudem beinahe kinoreif mittels Dialogen, die mit perfekten deutschen Stimmen direkt in der Spielegrafik ablaufen, und tollen Kamerafahrten weitererzählt wird. Actionfan-Herz, was willst Du mehr!

Da John Romero die zwar verbesserte, aber dennoch in die Jahre gekommene Quake 2- Engine verwendet, hat mich die farbenfrohe und zugleich stimmungsvolle Spielegrafik mehr als positiv überrascht. Die Engine zaubert sehr schöne Bilder auf den Monitor und stellt die unterschiedlichen "Zeitzonen" überzeugend dar. Die wunderschön gestalteten Umgebungen gehören zum Besten, was es derzeit in Shootern zu sehen gibt, und sorgen im Zusammenspiel mit den gelungenen Audio-Tracks und dem sehr guten 3D-Sound für eine fesselnde Atmosphäre: So lauft ihr u.a. durch dunkle Höhlen, watet durch halbtransparente Seen, rennt durch Abwasserrohre, sehr schöne Fabrik- und beeindruckende Tempelanlagen, riesige Festungen, verschneite Dörfer, springt über Abgründe, müsst ab und zu tief Luft holen und abtauchen, usw.

Im Mehrspielermodus von Daikatana könnt ihr euch entweder via Internet, übers LAN oder eine direkte Verbindung auf die Jagd nach Ruhm und Ehr machen. Das Spiel stellt euch die üblichen Spielmodi (Death Match, Capture the Flag und
Death Tag) und den sehr interessanten Kooperative-Modus zur Auswahl. Darin übernehmen zwei menschliche Kämpfer die Rollen von Superfly und der jugendlichen Schönheit Mikiko und kämpfen an eurer Seite in den frei anwählbaren Levels des Soloparts. Insgesamt gibt es 20 Karten, von denen 4 für CTF, 15 für DM und eine für Death Tag optmiert sind.

Am besten ließ sich Hiro mit der für Shooter üblichen Maus-Tastatur-Kombination durch die Levels gehetzt, prinzipiell werden jedoch auch Joysticks, Gamepads etc. unterstützt.

"Daikatana" ist sicherlich einer der besseren 3D-Shooter. Wenn Ihr auf Shooter steht, kommt Ihr an John Romeros Meisterwerk auf keinen Fall vorbei, könnt getrost zugreifen und werdet eine Menge Spaß haben! Wie ihr an meiner - bisher wohl ausführlichsten - Meinung sehen könnt, hat mir "Daikatana" wirklich gut gefallen

Fazit: