Actua Tennis (PC)
CPU-Tennisgötter - Actua Tennis (PC) PC Spiele

Produkttyp: Disky PC-Spiele

Neuester Testbericht: ... denen ich gleich kommen werde, aber keineswegs hinwegtäuschen. Habt Ihr Euch für den Einzel- oder Zweispielermodus entschieden, wählt Ihr... mehr

CPU-Tennisgötter
Actua Tennis (PC)

Yasmina24

Name des Mitglieds: Yasmina24

Produkt:

Actua Tennis (PC)

Datum: 03.04.05, geändert am 06.04.05 (154 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Eingebauter Editor zum kreativen Zusammenbasteln des eigenen Sportlers, auch ansonsten große Auswahl an verfügbaren Spielern, vielfältige Spielmodi, Karrieremodus

Nachteile: Total missglückter Spielverlauf, der viel unrealistischer nicht sein könnte, Computergegner erreichen selbst unglaublich gut geschlagene Bälle, richtig schlechte Pixel-Grafik mit miesen Animationen, magere Soundeffekte

Tennisspiel reizen mich eigentlich immer, selbst wenn diese nur durchschnittlich sein mögen, greife ich gerne auf diese zurück, sollte ich mir mit einem Videospiel etwas die Zeit vertreiben wollen. Actua Tennis ist ein solch durchschnittliches Spiel, sehr durchschnittlich sogar. Leider ist es in diesem Fall bei mir nicht so gewesen, dass ich mich über einen längeren Zeitraum für dieses Tennispiel für die Sony Playstation hätte begeistern können, die Enttäuschung wuchs von Stunde zu Stunde und schließlich stellte ich leicht resigniert fest, dass es sich offensichtlich um ein schlechtes Playstationspiel handelt. Wieso, weshalb und warum schreibe ich Euch jetzt.

Vo der Actua-Reihe gibt es einige Sportspiele, so neben Tennis auch noch Eishockey, Fußball und Golf, so richtig herausragend gute Titel sind mir jedenfalls dabei allerdings nicht in Erinnerung geblieben. Zunächst einmal fängt es bei Actua Tennis gar nicht einmal so schlecht an, wir dürfen uns nämlich einen von insgesamt 32 zur Verfügung stehenden Spielern beziehungsweise Spielerinnen aussuchen. Sollte uns dies nicht genügen, dürfen wir uns sogar unseren eigenen Athleten zusammenbasteln, ein kleiner Editor ermöglich diese nette Spielerei. In diesem Fall dürft Ihr selber Einfluss auf Körpergröße und Kleidung nehmen, sogar die Farbe des Stirnbands und das Modell für die Sonnenbrille (na ja) dürfen wir auswählen beziehungsweise kreieren. Aber wie gesagt, dies ist nur eine kleine Spielerei, kann über die nicht zu übersehenden Defizite des Spiels, zu denen ich gleich kommen werde, aber keineswegs hinwegtäuschen.

Habt Ihr Euch für den Einzel- oder Zweispielermodus entschieden, wählt Ihr ein Freundschaftsspiel oder ein Turnier. Interessant ist die Tatsache, dass es immerhin möglich ist, zu viert gleichzeitig gegeneinander anzutreten, vorausgesetzt, dass Ihr über ein entsprechendes Multi-Joypad verfügt, was Ihr an die Sony Playstation anschließen könnt. Dies ist natürlich wirklich nicht schlecht, das muss ich schon zugeben. Neben dieser doch sehr positiven Angelegenheit überrascht es zudem, dass immerhin auch noch zehn verschiedene Schauplätze zur Auswahl stehen, auf denen Ihr dem gelben (oder von mir aus auch grünem) Filzball nachjagen dürft. Die Beschaffenheit des Untergrundes beziehungsweise die Bodenbeläge auf dem Tennisplatz sind unterschiedlich, von einem Sand- oder Ascheplatz, über einen Rasen- bis hin zum Hartplatz ist alles vertreten. Insoweit lässt sich das Ganze doch vielversprechend an, fand ich jedenfalls, doch leider erfolgte sehr bald die Ernüchterung.

Im Mittelpunkt des Spiels steht (zumindest) ein kleiner Karrieremodus, in welchem wir ein Jahr lang Jagd auf die Weltranglistenpunkte machen, indem wir versuchen, uns in den Turnieren entsprechend gute Platzierungen zu verschaffen. Der Spielverlauf eines solchen Matches an sich (und damit beginnt im Grunde so langsam aber sicher mein ganz persönlicher Negativkatalog) ist leider doch etwas sehr simpel gestrickt. Den Aufschlag bestimmt Ihr durch eine mitlaufende Kraftanzeige, wobei es entscheidend ist, in welchem Augenblick Ihr zuschlagt, einmal pro Satz gibt es sogar einen (äußerst merkwürdigen und natürlich ziemlich unrealistischen) Superschuss, aha. Außer Eurem 08/15-Standardschlag dürft Ihr während des laufenden Ballwechsels einen Top-Spin, Lob oder einen Slize spielen, wobei wir die Länge und ungefähre Richtung der Schläge mit dem Steuerkreuz beeinflussen, schließlich steht für Spezialschläge (hier Extremschuss genannt) die L2-Taste zur Verfügung, die Ihr dann eine Weile gedrückt halten müsst, sofern dies Euch die Zeit erlaubt beziehungsweise Ihr gut positioniert zum heranfliegenden Tennisball steht.

So schön die vielen vorhandenen unterschiedlichen Spieloptionen hier bei Actua Tennis auch sind, so sehr unrealistisch kommen die Ballwechsel leider rüber. Die Tennisspieler/innen haben unentwegt den Turbo eingeschaltet, hetzten unentwegt in einem Wahnsinnstempo über den Platz und erreichen traumhaft gut geschlagene Bälle meistens trotzdem noch und returnieren diese dann oft auch noch ganz hervorragend. Wie an der Schnur gezogen laufen die Computerspieler beispielsweise gut zwei, drei Minuten vor und zurück, von links nach rechts und natürlich umgekehrt, Euer gutes Stellungsspiel oder besonders hart geschlagene und zudem präzise Schläge werden durch dieses Tennisspiel einfach nicht entsprechend gewürdigt beziehungsweise belohnt.

Das frustriert ziemlich schnell und führt außerdem dazu, dass man dieses Tennisspiel schon nach wenigen Minuten eigentlich nicht mehr ernst nehmen kann. Der Ballwechsel hat meistens nur dann (endlich) ein Ende, wenn ein eigener Fehler produziert wurde oder der Extraschuss supergut gelingt oder eben ins Aus geht, ansonsten lohnt es sich kaum, ein intelligentes Spiel aufzuziehen, es lohn sich einfach nicht, der Gegner bekommt die Bälle ja sowieso. Der Einzelspielermodus ist somit total misslungen, zu zweit könnt Ihr es ja wenigstens durch beiderseitige Fehler zumindest etwas spannend machen.

Zu dem miesen Spielverlauf kommt dann noch der (bei Tennisspielen fast schon übliche) schlechte Sound, der gelangweilt vor sich hinplätschert und irgendwie ja sowieso niemanden wirklich interessiert, weitaus wichtiger sind da doch die Soundeffekte und diesen haben hier bei Actua Tennis leider ihren Namen nicht verdient, sind eher als ein schlechter Witz anzusehen, mit spärlich es zu umschreiben, ist da fast schon eine Untertreibung.

Um den negativen Eindruck dann komplett zu machen, haben wir es hier dann auch tatsächlich mit einer lausigen Grafik zu tun. Es ruckelt während der Ballwechsel fast unaufhörlich, schon nach wenigen Minuten hat man da eigentlich schon keine Lust mehr, weiterzuspielen, außerdem ist der Tennisball zu winzig klein, dass man ihn als pixeligen gelben Punkt kaum ausmachen kann, was natürlich zusätzlich nervt. Des Weiteren sehen die Spielfiguren nicht wirklich ansehnlich aus und ihre steifen beziehungsweise überaus hölzernen und unrealistisch wirkenden Animationen sind einfach nur schlecht. Kauft dieses Spiel daher bloß nicht, egal wie wenig es mittlerweile nur kostet, es lohnt einfach nicht, schon nach spätestens einer halben Stunde habt Ihr sicherlich einfach überhaupt keine Lust mehr, auch nicht im Mehrspielermodus, dann ist es höchstens noch unfreiwillig komisch.



Fazit: