Obstland Sachsenobst
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Wohin nur mit all den Äpfeln ????
Obstland Sachsenobst

cs59

Name des Mitglieds: cs59

Produkt:

Obstland Sachsenobst

Datum: 12.11.08, geändert am 19.05.09 (2852 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: siehe Text

Nachteile: keine

Nun ist die Zeit der Apfelernte vorbei - also habe ich nun Zeit auch mal darüber zu berichten bzw. was ich mit den meisten meiner Äpfel angestellt habe.

Nach dem fünften Apfelkuchen, ständig Apfel-Möhren-Rohkostsalat und frischen Äpfeln nahm das Fallobst in meinem Garten eigentlich nicht ab. Ich habe auch Apfelmus gekocht, aber auch davon sah es nicht so aus, als ob es weniger Äpfel wurden - im Gegenteil es kamen immer mehr dazu. Wir haben sehr viele Apfelbäume mit unterschiedlichen Sorten, die zum Teil über und über voll mit Äpfeln hingen. Also habe ich sie zusammen gelesen und in Säcke gepackt. Mit diesen bin ich dann zu einer der Saftannahmestellen von Sachsenobst gefahren und freute mich, wenigstens den größten Teil der Äpfel nicht verkommen zu lassen.


Aber als erstes möchte ich Euch das Unternehmen Sachsenobst etwas näher beschreiben:

Sachsenobst gehört zum Unternehmen Obstland Dürrweitzschen AG bzw. ist der Markenname der Früchte, Säfte und Obstweine. Das Unternehmen baut im Rahmen ökologischer Landwirtschaft unterschiedliches Obst an, lagert, sortiert, verarbeitet und vermarktet dieses. Die Firmenstruktur bzw. welche Unternehmen alle zu diesem Unternehmensverbund dazu gehören ist etwas verwirrend, aber ich versuche es Euch zu verdeutlichen.

Die folgenden Fakten zum Unternehmen Obstland Dürrweitzschen AG sind auf der Homepage (www.obstland.de) zu finden:

Gründung: 20.12.1990
Beginn der wirtschaftlichen Tätigkeit: 01.01.1991
Grundkapital: 10,4 Mio. EURO
Aktien: 400.000 Stück à 26,00 EURO (Streubesitz)
Bilanzsumme (Konzern): 49,0 Mio. EURO (31.12.2007)
Jahresumsatz (Konzern): 50,1 Mio. EURO (2007)
Zahl der Mitarbeiter (Konzern): 353 (31.12.2007)

Die Sachsenobst Vermarktungsgesellschaft mbH Dürrweitzschen ist für die Lagerung, Sortierung, Verpackung und natürlich Vermarktung des Frischobstes zuständig. Dabei können mehr als 20 000 t Äpfel gelagert werden.

Insgesamt beträgt die landwirtschaftliche Anbaufläche 2.396 ha. Davon werden 1.529 ha (63,8 % der Gesamtfläche) mit intensivem Obstbau bewirtschaftet. Schwerpunktmäßig wird zu 89,5 % Kernobst angebaut. Davon hat wiederum der Apfel einen Anteil von 93,3 %. Stand der Daten ist der 31.12.2006.

Der Anbau verteilt sich auf 7 landwirtschaftliche Unternehmen: Ablasser Obstgarten GmbH, Ablasser Früchtehof GmbH, Sonnenfrucht Obstanbau GmbH, Leisniger Obstgarten GmbH, Klosterhof GmbH Sornzig, Sornziger Vielobst GmbH und BIO-Obst GmbH Baderitz.

Die Säfte und Obstweine werden von der Kelterei Sachsenobst GmbH in Ebersbach/Neu-
greußnig (bei Döbeln) produziert. 1936 kaufte Heinrich Hirschberger eine Mühle, welche direkt am Ufer der Freiberger Mulde lag. An dieser Stelle errichtete er eine Süßmost- und Obstweinkelterei. Seitdem hat sich natürlich einiges verändert.


Das Sortiment der Marke Sachsenobst:

Frisches Obst:

Folgende Früchte bzw. deren Sorten können an den Ständen der Sachsenobst Vermarktungsgesellschaft mbH Dürrweitzschen erworben werden:

Erdbeeren - 'Elsanta' und 'Honeoye' als Hauptsorten zumeist in der 2. Junihälfte
Himbeeren
Stachelbeeren
Schwarze, Rote und Weiße Johannisbeeren
Süßkirschen - 'Hedelfinger', 'Van', 'Sam', 'Knauffs Schwarze' und 'Farnstädter Schwarze'
Sauerkirschen - 'Kelleriis' und 'Schattenmorellen'
Pflaumen - 'Stanley', 'Anna Späth', 'Bühler' und 'Cacak'-Pflaume
Birnen - 'Williams Christ', 'Gute Luise', 'Alexander Lucas' und 'Conference'
Äpfel - 'Gloster', 'Gala' und 'Roter Boskoop', 'Pinova' und 'Pilot' sowie verschiedene Re-Sorten


Flüssiges Obst:

Hier gibt es unterschiedliche Fruchtsäfte und Obstweine im Angebot:

Apfelsaft
Apfelsaft naturtrüb
BIO-Apfelsaft
BIO-Apfelsaft - naturtrüb
Ananassaft
Grapefruitsaft
Multivitamin-Mehrfruchtsaft
Orangensaft
Tomatensaft
Bananennektar
Maracujanektar
Multivitamin-10-Frucht-Nektar
Pfirsichnektar
Roter Johannisbeernektar
Sauerkirschnektar
Schwarzer Johannisbeernektar
Stachelbeernektar
A+C+E-Vitamingetränk
Mango-Fruchtsaftgetränk
A+C+E-Diät-Vitamingetränk
Diät-Grapefruit-Nektar
Diät-Kirsch-Fruchtsaftgetränk
Diät-Multivitamin-10-Frucht-Nektar
Hirschblut (Fruchtwein aus Kirsch-, Apfel- und Johannisbeerwein)
Apfelwein - süß vergoren
Apfelwermutwein
Apfel-Dessertwein
Himbeerwein
Kirschwein
Roter Johannisbeerwein
Schwarzer Johannisbeerwein
Stachelbeerwein
Fruchtglühwein (aus Kirsch-, Apfel- und Johannisbeerwein)
Kinderpunsch

Die Fruchtsäfte gibt es in unterschiedlichen Abpackungen, so beispielsweise 0,2 l und 1 l Glasflaschen oder 0,5 l und 1 l PET-Flaschen.


Wo kann man die Fruchtsäfte und Obstweine erwerben?:

An Ständen von Sachsenobst, in Kaufhallen (allerdings regional unterschiedlich), Getränkemärkten (auch regional unterschiedlich) und zur Zeit der Obstannahme bei den unterschiedlichen Annahmestellen.


Was macht diese Säfte nun besonders?:

Die Säfte werden (bis auf die aus exotischen Früchten) als Direktsaft nach dem Pressen auf 60 °C erhitzt und dann in Flaschen gefüllt. Sie werden nicht wie andere Säfte aus Konzentrat hergestellt. Diesen Unterschied schmeckt man deutlich, wenn man Direktsaft gewohnt ist und dann einen Saft aus Konzentrat zum Vergleich trinkt.


Was habe ich denn nun mit meinen Äpfeln bei der Kelterei Sachsenobst GmbH angestellt?:

Die Kelterei Sachsenobst GmbH nimmt Äpfel aus dem Garten oder von Straßenbäumen an. Hierzu gibt es folgende Annahmestellen:

Region Döbeln:
--------------------
Kelterei Sachsenobst
Neugreußniger Str. 16
04720 Ebersbach

Familie Sonnenberg
04720 Simselwitz

Familie Priemer
04720 Zaschwitz

Familie Straube
04703 Gorschmitz

Raiffeisen- und Handelsgenossenschaft
04746 Hartha

Familie Wildenhain
04736 Waldheim

Herr Mike Graichen
04703 Leisnig


Region Torgau-Oschatz:
------------------------------
Landhandel Hesz
04758 Leckwitz

Ablasser Obstgarten GmbH
04769 Ablaß

Raiffeisen-Handelsgenossenschaft
Bau- und Gartenmarkt
04758 Oschatz


Region Muldental:
-----------------------
Hofladen - Sonnenfrucht Obstanbau GmbH
04668 Dürrweitzschen

Gartencenter Röhl & Sohn
04668 Grimma


Region Mittweida:
------------------------
Familie Anke
09661 Pappendorf

Familie Spreer
09648 Kriebstein, OT Ehrenberg

Familie Flegel
09661 Marbach

Familie Reinke
09661 Rossau


Region Rochlitz:
---------------------
Familie Hinkelmann
09306 Seelitz, OT Zschaagwitz

Familie Neuhaus
04657 Narsdorf


Region Leipziger Land:
-----------------------------
TULAS GmbH
04654 Frohburg

TULAS GmbH
04539 Groitzsch


Region Wurzen:
--------------------
DLS Schmitt
04808 Kleinzschepa/b. Wurzen


Region Riesa-Großenhain:
---------------------------------
Getränke Paradies
01587 Riesa


Landeshauptstadt Dresden:
---------------------------------
Familie Lippe
01259 Dresden


Ich habe unsere Äpfel bisher an 3 unterschiedlichen Annahmestellen abgegeben. Der Ablauf ist aber stets gleich. Die Äpfel werden gewogen und anschließend in einen Container oder bei der Kelterei Sachsenobst GmbH in den Schacht für die Äpfel geschüttet. Man kann die Äpfel entweder verkaufen oder in Saft umtauschen. Pro kg Äpfel bekommt man 6 Cent. Das ist nicht viel und lohnt sich überhaupt nicht, wenn man seine eigene Arbeitszeit und die Transportkosten bedenkt. Bei 100 kg sind da gerade mal 6 Euro. Was sich jedoch lohnt, ist der Umtausch in Saft. Für 100 kg Äpfel bekommt man 60 Liter Saft (da es Literflaschen sind also 60 Flaschen Saft). Für den Saft muss man zwar noch in Abhängigkeit der Saftsorte dazu bezahlen, aber es ist deutlich weniger, als wenn man den Saft im Laden kaufen würde.

Bei Apfelsaft (klar oder naturtrüb) sind dies pro Liter 45 Cent (bei der Kelterei Sachsenobst GmbH nur 43 Cent, denn schließlich müssen die Annahmestellen ja auch bezahlt werden). Der Pfand kommt noch hinzu. Dabei handelt es sich um Direktsaft, der im Laden deutlich teuerer ist. Selbst der preiswerteste Apfelsaft aus Konzentrat ist teuerer und dürfte so etwa 55 Cent pro Liter kosten (könnt mich gerne berichtigen, wenn ich falsch liege).

Die anderen Saftsorten kosten mehr, allerdings variieren die Preise hier sehr stark.
Hier mal wenige Beispiele:
Schwarzer Johannisbeernektar 1,00 Euro
Roter Johannisbeer-Nektar 0,85 Euro
Stachelbeer-Nektar 0,85 Euro
Sauerkirsch-Nektar 1,00 Euro
Mango-Furchtsaftgetränk 1,00 Euro
Man kann sich nun heraussuchen, welchen Saft oder auch Obstwein man nehmen möchte. Dabei stehen alle Sorten in 1l-Flaschen zur Verfügung. Am preiswertesten ist natürlich der Apfelsaft. Allerdings ist es egal, ob es sich um klaren oder naturtrüben Apfelsaft handelt.

Hat man nun den ausstehenden Betrag inklusive Pfand bezahlt, kann man die Flaschen mit nach Hause nehmen und einlagern bzw. sofort trinken. Man muss übrigens nicht alle Flaschen sofort mitnehmen, sondern kann diese auch später holen. Nur haben die Annahmestellen nur bis Oktober geöffnet, sodass man dann zur Kelterei selbst fahren muss.

Übrigens erhält man pro 100 kg Äpfel ein Glas (0,2 l mit dem Logo in dem Schriftzug von Sachsenobst) dazu. Mir persönlich gefallen sie sehr gut und ich habe schon einige davon in meinem Schrank.


Meine Erfahrungen mit den Annahmestellen:

Wie bereits erwähnt kenne ich nur 3 der Annahmestellen. Die meisten sind für mich einfach zu weit entfernt. Die Annahmestellen haben meist nur einen oder zwei Tage die Woche geöffnet. Wenn man dies jedoch weiß, kann man sich ja darauf einstellen. Wann und zu welcher Uhrzeit diese geöffnet sind, erfährt man entweder in Regionalzeitungen oder ganz bequem im Internet.

Bisher waren alle sehr nett und zuvorkommend. Mir wurde stets bei den schweren Säcken geholfen.

Die meisten Annahmestellen nehmen erst ab September Äpfel an. Dadurch wird die Qualität des Saftes gewährleistet. Zuvor sind die Äpfel meist noch zu sauer und der Saft würde nicht schmecken.

Die mir bekannten Annahmestellen sind sehr gut organisiert. Man hat wenn dann nur kurze Wartezeiten. Die gängigen Saftsorten sind meist auch da. Ist eine Sorte alle, so wird sie für das nächste Mal bestellt, sodass auch das kein Problem ist. Meist fährt man ja sowieso mehrmals hin, denn es fallen ja nicht gleich alle Äpfel auf einmal vom Baum.


Meine Erfahrungen mit dem Saft:

Die Säfte schmecken überwiegend sehr gut. Nur jene Diätfruchtsäfte mit Süßstoff mag ich nicht. Sie halten sich bei uns im Keller sehr gut. Das Mindesthaltbarkeitsdatum fällt meist auf den August des nächsten Jahres. Wir hatten im ersten Jahr so viel Saft im Keller, dass wir ihn nicht bis zum MHD aufbrauchen konnten. Die Säfte sind auch später noch genießbar und schmecken noch sehr gut.

Geöffnet sind die Säfte dann im Kühlschrank aufzubewahren, sofern man sie nicht am gleichen Tag aufbraucht. Gekühlt hält sich der Saft dann auch 3 Tage.


Wohin mit den leeren Flaschen:

Wir nehmen die Flaschen immer ohne Kästen, da wir sie sonst nicht in unseren Keller bringen. Die Flaschen kann man entweder im folgenden Jahr bei den Annahmestellen wieder mit abgeben oder sie dort abgeben, wo es 1l-Glasflaschen gibt. Wir schaffen sie dann zu Edeka und geben sie in den Getränkeautomaten.


Fazit:

Sachsenobst bietet neben Frischobst wohlschmeckende Säfte und Obstweine von sehr guter Qualität.

Hat man viele Äpfel in seinem Garten und hat es nicht allzu weit zu einer der vielen Annahmestellen, kann man die Säfte und Obstweine recht preisgünstig erwerben und bekommt auch noch schöne Gläser dazu (sofern man genügend Äpfel abgibt).

Der Lohnmosttausch ist unkompliziert und kostet nicht viel Zeit (von der Apfelaufleserei mal abgesehen). Die meisten Annahmestellen haben am Wochenende oder montags geöffnet. So kann man das Wochenende optimal dazu nutzen.

Für uns ist das die beste Möglichkeit unsere vielen Äpfel wenigstens annähernd vertun zu können. Zwar sind Annahmestellen anderer Keltereien für uns näher gelegen, aber bei diesen muss man entweder viel länger warten, bezahlt für 0,7 l Apfelsaft so viel wie bei Sachsenobst für 1 l oder man weiß nicht wohin mit den 0,7l-Pfandflaschen. Bei Sachsenobst stimmt einfach alles. Die Säfte schmecken alle richtig gut und haben eine sehr gute Qualität und auch der Lohnmosttausch ist wenig zeitaufwändig und lohnenswert. Aus diesem Grund bekommt Sachsenobst auch alle 5 Sterne von mir.

Fazit: kann ich jedem empfehlen, der zuviel Äpfel und es nicht weit hat :)