Europa Passage Hamburg
Europa-Passage im Herzen von Hamburg - Europa Passage Hamburg Offline Shopping

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Europa-Passage im Herzen von Hamburg
Europa Passage Hamburg

HeiderSV

Name des Mitglieds: HeiderSV

Produkt:

Europa Passage Hamburg

Datum: 06.06.08, geändert am 11.11.16 (1434 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Vielfalt, Lage, Eis

Nachteile: nicht billig

Die Europapassage in Hamburgs Innenstadt hat für reichlich Verkehrsstörungen während der Bauzeit gesorgt. Aber sie ist seit .Oktober 2006 fertig und ein beliebtes Ziel, nicht nur für Kaufwütige, sondern sehr stark für Menschen, die das window-shopping lieben.

Allgemeines:
Auf 30.000 m² findet man über 100 Läden, dieselbe Fläche ist dann noch Büroraum.
Über 400 Millionen Euro hat der Bau die Allianz (Immobilien) gekostet.
Mit je 2,50 für die ersten 2 Stunden ist das Parkhaus nicht gerade billig, dann jedoch nur noch 6 Euro für 3-8 Stunden, damit kann man leben, besonders, wenn man die Zeit richtig ausnutzt.
Die Passage ist fast durchgehend geöffnet, sie schließt nachts für 4 Stunden. Die Geschäfte allerdings dürfen ab 20.00 Uhr schließen.

update nicht erforderlich

Was gibt es?
"Das Übliche" stimmt und stimmt nun wiederum überhaupt nicht.
Natürlich finden sich die üblichen Verdächtigen, also Filialen diverser Ketten hier, Toys for us, Budnikowski, Thalia Buchhandlung, Handyshops, Arko, H&M seien hier beispielhaft dafür genannt.
Doch es gibt auch Läden, die man nur hier findet. So hat Bechstein hier jetzt sein Klavier- und Flügelgeschäft untergebracht. Das Füllen der Verkaufsräume mit den Musikalien soll eine ziemlich mühevolle Angelegenheit gewesen sein, denn zu diesem Zeitpunkt war der Lastenaufzug noch nicht in Betrieb genommen worden.
Ein Freudenhaus lädt ein und bietet, weit ab von Hamburgs sündiger Meile, Mode an und nicht das, was ihr bei dem Begriff denkt.
"Meineckes Barbershop" ist noch im Stil der alten Barbierläden gehalten, klein, dunkel, ein totaler Kontrast zu den hellen Friseurbetrieben sonst.
Gleich nebenan: Udo Lindenberg & more Walentowski Galerie. Vorher hatte ich nicht gewusst, dass Udo Lindenberg ein nicht unbegabter Maler ist. Absolut sehenswert, wie er selbst diverse Werke von sich nachträglich gemalt hat, z.B. die Andrea Doria und vieles mehr. Natürlich sind hier auch andere Künstler wechselnd ausgestellt. Aber Panik-Udo gibt den Namen und ist ständig präsent.
Was fehlt? ein größerer Anbieter für Unterhaltungselektronik, aber mit Saturn nur einen Steinwurf entfernt, geht hier kein Mediamarkt oder Medimaxx rein. Lichtenberg kann diese Lücke natürlich nicht schließen, hier geht es ausschließlich hochpreisig zu.

Besonderheiten:
Da die Europapassage bis zur Außenalster reicht, gibt es einen natürlichen Höhenunterschied. Von der Alster aus rein, ist man plötzlich im Untergeschoss, obwohl man geradeaus gegangen ist, am anderen Ende überbrückt eine kleine Treppe bzw. ein Rampe den Höhenunterschied zum Erdgeschoss (bzw. dem 1. Stock, wenn man von der Alster kam).
Ausstellungen zum Thema Europa gehören rund um den Europatag (5.5.) natürlich zum Standard. Dieses Jahr stellten sich die Länder der EU wechselnd vor.
Die luftige Bauart mit den riesigen Glasbögen lässt so ein wenig amerikanisches Flair durch die Halle schweben. Nur dass es in der Europapassage dafür einfach zu voll ist. Die Geschäftsleute freut das natürlich, auch wenn viele nur window-shopping betreiben.
Eine italienische Eisdiele lädt an beiden Enden zu einem sehr guten Eis ein, ein thailändisches Restaurant hat ebenfalls viel Leckeres zum kleinen Preis zu bieten. Ansonsten findet man die "übliche" Fressmeile unten, inclusive einer offenen Bar, wo Premiere läuft, mann (!) also mal eben Fußball luschern kann, während frau sich durch die Boutiquen kämpft. ;-)

Konkurrenz
Natürlich ist die Europa-Passage nicht das erste Einkaufszentrum in Hamburg, es möchte aber gerne die 1. Adresse sein.
Gegenüber den anderen Einkaufspassagen in der Innenstadt hat sie diese Position mit weitem Abstand, weder die Gänsemarktpassage noch das Hanseviertel kommt da gegen an. Beide sind viel zu klein um der Europa-Passage ernsthaft Konkurrenz zu machen.
Weiter draußen sieht es dann schon anders aus. Während beispielsweise das Billstedt-, das Rahlstedt- und das Jenfeld-Center doch eigentlich nur Betonkästen mit vielen Läden drin sind, die den täglichen Bedarf der umliegenden Bevölkerung komplett abdecken, aber keine Attraktion für weiter weg wohnende haben, sind das EEZ und AEZ (Elbe-Einkaufszentrum und Alstertaler Einkaufszentrum) doch von anderem Gewicht. Hier versammeln sich alle großen Läden und Ketten und viele, viel kleine unabhängige Shops. Mit ihnen konkurriert die Europa-Passage und ist dann im direkten vergleich doch etwas zu klein geraten. Doch was schreibe ich hier, wo sollte denn in der Innenstadt von Hamburg, an der Alster, etwas noch größeres als die Europa-Passage entstehen? Ich sehe dafür keine Möglichkeit, also muss sie sich so wie sie ist gegen diese Magneten weiter draußen durchsetzen und Kaufkraft in die City locken. Wie erfolgreich das sein wird, sieht man in frühestens 5 Jahren, ob dann viele Ladenflächen leer stehen und die Fluktuation so groß ist, dass man "seine" Lieblingsläden nicht wiederfindet.

Abschlusswertung:
Wer Geld ausgeben will und kann, der ist hier richtig. Wer Abwechslung sucht, der ist hier richtig. Wer die 99-Cent-Läden sucht, der muss draußen bleiben. Wer günstig eine Kleinigkeit essen will, der ist hier wieder richtig. Außerdem gibt es hier das beste Eis in der Innenstadt für "nur" 1 Euro pro Kugel, das ist für mich allein schon Grund genug, um dort reinzuschauen.

Fazit: lohnt sich immer, auch nur zum window-shopping

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