Super Mario 64 (N64)
Des Klempners neue Kleider... - Super Mario 64 (N64) Nintendo 64 Spiele

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Produkttyp: Nintendo Nintendo-64-Spiele

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Des Klempners neue Kleider...
Super Mario 64 (N64)

The-Wishmaster

Name des Mitglieds: The-Wishmaster

Produkt:

Super Mario 64 (N64)

Datum: 27.03.11

Bewertung:

Vorteile: ...damals absolut innovativ, gelungene Steuerung, wochenlanger Spielspaß garantiert, Umfang...

Nachteile: ...inzwischen veraltete Grafik, wenige Texturen...

Hallo liebe Leserinnen und Leser!


Bisher war es im Hause Nintendo immer Tradition gewesen, zu jeder neuen Konsole als Starttitel ein Mario-Game im Gepäck zu haben. Beim Release des Gamecubes warf man diese Tradition über den Haufen und ließ Marios Bruder Luigi durch eine Geistervilla spazieren, auch zur Wii schickte man lediglich Link in einem Zelda-Abenteuer ins Rennen. Damals im Jahre 1997 war aber die Welt noch in Ordnung und der pummelige Klempner mit der roten Mütze hüpfte den begeisterten Käufern des Nintendo 64 als Starttitel in seinem ersten 3D-Abenteuer überhaupt, "Mario 64", um die Ohren. Und genau um diesen Titel soll es heute gehen, da ich mir zum einen damals ein N64 samt diesem Game für eine Woche von unseren Stamm-Videospieleladen geliehen hatte und zum anderen Dank dem Project 64-Emulator vor wenigen Wochen erneut in den Genuss dieses Titels gekommen bin. Warum "Mario 64" also damals eine derartige Revolution für das Genre war, lest Ihr in den folgenden Zeilen...


~ Story ~

Wie zu jedem anständigen Jump'n'Run gehört auch zu Mario 64 natürlich eine Story - und wie bei einem Großteil der Games so ist diese auch hier recht belanglos. Es ist natürlich wieder einmal Prinzessin Toadstool, die anstatt Mario zum Kuchenessen zu erwarten kurzerhand entführt wird, wie sollte es auch sonst anders sein. Jedenfalls steckt natürlich Bowser, der Erzfeind des Klempners, dahinter und Ihr habt nun die Aufgabe die holde Maid zurückzugewinnen, da sonst Euer Kaffeeklatsch mit der adligen Blondine gehörig ins Wasser fällt.


~ Spielprinzip ~

Mario in 3D - die (für damalige Verhältnisse gesehen) unglaubliche 64 Bit-Power des N64 machte es möglich und lediglich Core Designs "Tomb Raider" (auf Saturn und
Playstation) konnte zu diesem Zeitpunkt auch mit völliger Bewegungsfreiheit glänzen. Am Anfang des Spiels übernehmt Ihr somit die Rolle des kleinen Klempners mit der roten Mütze, steht vor Prinzessin Toadstools Schloss und bekommt von dem kleinen Pilzkopf Toad erste Anweisungen. Eure Aufgabe ist es, in den verschiedenen sich hinter den Türen des Schlosses versteckenden Levels jeweils den dort verborgenen Stern zu finden. Zu Beginn könnt Ihr dabei nur den ersten Level betreten, alle anderen Türen sind nämlich mit Stern-Siegeln verschlossen und erfordern eine gewisse Anzahl der güldenen Himmelskörper, bevor man sie öffnen kann. Somit ist eine gewisse Linie vorgegeben, was die Bewältigung der Levels in ihrer Reihenfolge betrifft, da man für bestimmte Stages eben erst mal genug Sterne gesammelt haben muss, um diese betreten zu können. 120 Sterne gibt es in insgesamt 8 verschiedenen Welten zu sammeln, man hat also erst einmal genug zu tun.

In den Stufen selbst wird sich der Mario-Kenner schnell heimisch fühlen, da unzählige bekannte Elemente der Serie aus den vorherigen Teilen übernommen worden sind. Das gilt nicht nur für die Münzen - für 100 Stück bekommt man diesmal jedoch einen Stern - sondern auch für Gegenstände wie die grünen Röhren und die zerstörbaren Blöcke oder für Gegner wie Goombas und Koopa Troopas. Neu ist diesmal aber die Steuerung, die sich ja nun komplett im dreidimensionalen Raum abspielt und entsprechend angepasst wurde. Bewegt wird der Klempner mit dem linken Analog-Stick des N64, wobei er hier je nach Intensität rennt, läuft oder schleicht - kommt eben immer darauf an, wie stark Ihr den Stick neigt. Mit den Action-Buttons werden dann Marios Aktionen gesteuert: Der kleine Pummelwicht lässt sich mit dem A-Button springender Weise fortbewegen, mit ganz normalen Sprüngen, einem Drehsprung, einer Stampfattacke oder kleineren Kombinationen, die ihn höher und weiter (und teils gar an Wände) springen lassen. B fungiert dann als Button für alle Möglichen Handlungen, z.B. Tragen von Gegenständen, Punchen, Schwimmen, Fliegen mit der Flugkappe, Reden - immer situationsabhängig und alles was eben so anfällt. Die vier C-Buttons dienen letztlich noch dazu die Kamera zu steuern, dazu aber später mehr.

In den einzelnen Levels müsst Ihr dann im Prinzip immer das Ende der Stages erreichen (oder nach dem Durchspielen ein gewisse Zeit unterbieten, dann gibt es wieder einen Stern), wo ein mehr oder weniger schwerer Obermotz auf Euch wartet. Auf dem Weg dahin werden Eure Fingerfertigkeit und Euer Reaktionsvermögen gefordert, da schon mal haarsträubende Sprungeinlagen verlangt werden, um Eurem Ziel ein Stück näher zu kommen. Dazu stellen sich Euch natürlich immer wieder die Schergen von Bowser in den Weg, die mit einem gezielten Schlag vor die Schnute oder mit einem Hops auf den Schädel kampfunfähig gemacht werden können. Hier gibt es auch allerhand Neuzugänge zu verbuchen wie die Ka-Wumms, die nun im Gegensatz zu ihren recht starren Vorgängern aus Super Mario World laufen gelernt haben und versuchen Euch durch beherztes auf den Boden werfen zu treffen. Sollte das mal geschehen, seid Ihr kurzzeitig geplättet und verliert einen Trefferpunkt Eurer Lebensanzeige. Diese ist kreisförmig angeordnet und bei schweren Stürzen von Klippen oder heftigen Treffern passiert es schon mal, dass Ihr gleich zwei Kästchen verlieren könnt. Aber keine Angst, durch das Aufsammeln von Münzen lassen sich diese schnell wieder auffüllen.

Lobenswert zu erwähnen ist vor allem der Levelaufbau, der abwechslungsreicher nicht sein könnte. Findet man sich anfangs noch auf altbekannten Wiesen wieder, so erklimmt man im weiteren Spielverlauf schwindelerregende Höhen, durchquert matschige Schoko-Welten, kämpft sich durch feurige Lava-Höheln, durchschwimmt diverse Seen und Gewässer, schliddert in klirrenden Eiswelten durch die Gegend und auch die gruseligen Geisterhäuser dürfen natürlich nicht fehlen. Immer wieder werden Euch kleine Aufgaben abverlangt, bei denen Ihr Eure Geschicklichkeit unter Beweis stellen müsst, die sich vor allem auf genaues Springen und die Steuerung Marios auf mehr als schmalen Pfaden konzentriert. Besonders einfallsreich ist hierbei die Attacke eines kleinen Affen, der Euch die rote Mütze klaut und somit verwundbarer als sonst macht. Aber mit etwas Geschick ist auch diese wieder zu erlangen. Hier macht sich übrigens die perfekte Umsetzung der Steuerung in die Dreidimensionalität äußerst positiv bemerkbar, denn egal wie wild Ihr gerade von Euren Kontrahenten attackiert werdet oder wie eisig Euch die Winde auf irgendwelchen Klippen um die Ohren blasen, Ihr behaltet immer die volle Kontrolle über Eure Aktionen. Somit sollte es also auch kein Problem sein, mit der entsprechenden Übung letztlich Bowser in die Knie zu zwingen und die Prinzessin zu retten.


~ Grafik & Sound ~

Grafisch stellte das Spiel zur damaligen Zeit natürlich eine kleine Sensation dar. Wie bereits erwähnt konnte man hier erstmals (neben Lara Croft's Debüt) in einem Spiel völlige Bewegungsfreiheit genießen. Nahezu alles Bereiche der Levels waren - bis zu einem gewissen Punkt natürlich - zu erkunden und der Spieler war nicht durch vorgegebene feste Pfade gebunden. Umgesetzt wurde dies in ziemlich farbenfrohen Grafiken, wie sie für die Mario-Reihe eigentlich typisch sind. Dennoch ist der Unterschied zu den früheren Teilen natürlich enorm, da hier alles erstmals in Polygon-Grafik erstrahlte, Mario also zum ersten Mal auch wirklich einen dicken Pummelbauch und eine runde Knollnase hat. Und wenn das N64 mit dem schimmernden und glänzenden Metall-Mario mal so richtig die Muskeln spielen lässt, kann man schon ins Staunen kommen. Von der Gestaltung her sind sowohl der Klempner als auch seine Kontrahenten schön knuddelig geworden, könnten aber teils ein wenig detaillierter sein. Aber während des Spiel merkt man das sowieso nicht, das fällt eher Zuschauern auf, die sich nicht auf das Daddeln selbst konzentrieren müssen.

Diese werden sicher auf eines der größten Mankos im grafischen Bereich feststellen: Insgesamt ist die Optik nämlich äußerst arm an Texturen geworden. Mag sein, dass man dafür die Polygonanzahl der Charaktere dafür etwas in die Höhe geschraubt hat, aber so leidet eben die Optik trotzdem ein wenig. Denn besonders bei größeren Flächen fällt es etwas negativ auf, wenn diese nur einfarbig bepinselt sind. Schade, dass man sich da nicht etwas mehr Mühe gegeben hat, aber es gibt noch weitere Gründe zur Kritik: Zum einen wäre da das bekannte Nebel-Problem des N64, welches in der Ferne auftauchende Objekte erst einmal langsam aus einer dicken, trüben Suppe auftauchen lässt, wenn die Rechenleistung nicht ausreicht. Dies wurde zwar durch geschicktes Leveldesign teils vermieden, trübt aber wenn es denn dann doch auftaucht die Optik schon ein wenig. Letztlich sei noch kurz die Kameraführung angesprochen, die wir erwartet bei einem der ersten kompletten 3D-Titel überhaupt natürlich nicht perfekt, aber dennoch recht gut geworden war. Kleinere Mankos lassen sich mit den C-Buttons leicht nachjustieren, so dass man vor allem für die Sprünge im dreidimensionalen Raum immer den optimalen Überblick hat.

Im Soundbereich gibt es dagegen dann weniger zu meckern. Das liegt zum einen an den typischen, eingängigen Hintergrundmelodien, die sich in der Regel recht beschwingt und fröhlich in Eure Gehörgänge vorarbeiten, bei den Endbossen aber auch mal ziemlich bedrohlich klingen können. Die Soundeffekte ergänzen dann das Game in bekannter Nintendo-Manier, auch wenn man hier keine Maßtäbe setzen kann. Das liegt vor allem an der knappen Sprachausgabe, von der man sich mangels Speicherplatz auf den Modulen nicht mehr leisten könnte. Ein paar Johler und ein freudig quietschendes "It's a me, Mario!" muss dem Klempner-Fan demnach reichen. Die restlichen Effekte passen sich denn gut dem Spielgeschehen an und klingen ziemlich knuffig, erwartet aber wie gesagt keine Meisterleistungen.


~ Fazit ~

Letztlich bleibt trotz kleiner technischer Mängel für Marios ersten Ausflug in dreidimensionale Gefilde nichts anderes als die Höchstwertung übrig. Diese ist auch berechtigt, denn sogar jetzt nach fast sieben Jahren kann das Game immer noch überzeugen, vor allem eben in spieltechnischer Hinsicht. Selten erreichte danach ein 3D-Jumper wieder einen derartigen Spielspaß, wie ihn eben nur Titel aus dem Hause Nintendo verbreiten. Ab und an wird man zwar aufgrund gewisser komplizierter Hüpf-Stellen kurzfristig ein wenig gefrustet sein, aber die Motivation ist stets so hoch, dass man die Stelle dann auch schaffen will. Da man das Spiel samt Konsole heute eigentlich mehr als günstig bekommen kann - teils wird Mario 64 schon für um die 5 Euro gehandelt - vergeben ich hiermit eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle Jump'n'Run-Fans, die müssen hier einfach zuschlagen. Alle anderen sollten aber vielleicht bei Gelegenheit auch mal ein Probespiel wagen.


In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Texturemaster


PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen von einer fleischfressenden Pflanze
gebissen werden... ;)

Shake Heads!

Fazit: Das Fazit springt und rennt.

Bedienkomfort:    
Grafik:    
Sound:    
Schwierigkeitsgr.:    
Spaßfaktor:    

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