VR-Radio Worldstream Go
Viel Radio auf kleinstem Raum - VR-Radio Worldstream Go Internetradio

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Viel Radio auf kleinstem Raum
VR-Radio Worldstream Go

batchman67

Name des Mitglieds: batchman67

Produkt:

VR-Radio Worldstream Go

Datum: 05.06.10, geändert am 17.06.10 (480 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: lange Akkulaufzeit, einfache Bedienung

Nachteile: UKW-Empfang nur mit Ohrhörer, kleines Display, kein Akkuwechsel vogesehen

"Wie ein etwas zu dick geratenes Iphone"
So wurde der Worldstream Go irgendwo mal beschrieben.
Tatsächlich ist er gerade mal einem Zentimeter dicker, breiter und höher als das Kulthandy, und mit der Rückseite im Klavierlack und den runden Ecken im Vorbeilaufen auch schon mal fast mit selbigem zu verwechseln.
Klavierlack (wie auch der glänzende Rahmen und die Displayabdeckung) sieht zwar schick aus, wird aber immer entweder von Finderabdrücken oder nach einiger Zeit von unschönen feinen Kratzern verunstaltet.

Auspacken
Der Worldstream kommt mit einer kleinen 40seitigen deutschen Beschreibung und einem USB-Kabel zum Laden daher. Im Deckel der Packung ist eine Tasche für eine nicht vorhandene CD eingearbeitet.
Das Display ist relativ klein und mit begrenztem Betrachtungswinkel von kaum mehr als geschätzten 100-120°.
Dafür ist es recht kontrastreich mit heller Schrift auf dunkelblauem Hintergrund.
Zur Bedienung gibt's ein Drehrad mit Zentraltaste, eine "Zurück"-Taste, Lautstärkeregler, Tastensperre, und ein Schiebeschalter zum Wechsel zwischen WLAN und UKW.

Einschalten
Durch einen langen Druck auf den Powertaster kann man das Gerät einschalten. Während dem Gedrückt halten blinkt 2s lang eine lange grüne Leiste auf der Front zwischen Drehrad und Lautsprecher, ebenso 2s lang beim Ausschalten.
Während dem Empfang ist diese grüne Leiste ständig an. Beim Laden des Akkus leuchtet die Leiste in rot. Beim Empfang und Laden gleichzeitig ist die Leiste entsprechend rot+grün= gelb (orange).
Der Akku wird ziemlich langsam geladen, erst nach etwa 6h erlischt die rote Farbe aus der Leiste, ein Zeichen, dass das Laden wohl beendet sein muß.

Anmelden beim WLAN
Nachdem der Suchlauf das eigene WLAN gefunden hat, wird man (ggfs.) nach dem passenden Schlüssel gefragt. Dieser läßt sich nach kurzer Eingewöhnung erstaunlich gut mit dem Drehrad&Mitteltaster einstellen. Durch Gedrückt halten der Drehrad-Taste schickt man den eingegebenen Schlüssel los zum Einloggen. Nach erfolgreichem Anmelden kann sich der Worldstream mehrere WLANs merken, die man per Menü ansehen und evtl. Bearbeiten oder Löschen kann.

Die Bedienung
Mit einem Drehrad und zwei Taster soll man ein Gerät mit tausenden von Radiosender kontrollieren können?
Antwort: Man kann!
Wenn man das Gerät mit beiden Händen hält, kann man mit dem rechten Daumen vorne das Drehrad und den Auswahl-Taster in der Mitte bedienen, und oben mit dem rechten Zeigefinger die Back-Taste und den Lautstärkeregler. Notfalls läßt sich das auch nur mit dem Gerät in der rechten Hand erledigen.
Das Display ist zwar klein, aber sehr gut lesbar und 4zeilig, plus Menütitel und Statuszeile.
Wer den WLAN-Schlüssel geschafft hat, kommt mit dem Bedienungskonzept ziemlich schnell zurecht und es dauert nicht lange, bis man durch die Menüs regelrecht "fliegt".

Der erste Internet-Radiosender
Nach dem Einschalten kommt einem das Sender-Angebot etwas "spärlich" vor.
Verkäufer Pearl weist auf dem Lieferschein hin, das man zuerst ein Firmwareupdate machen soll.
Bevor man den Menüpunkt aber durch probieren gefunden hat, bietet das Gerät von sich aus schon ein Update an. Nach Bestätigung dauert es etwa 5min, bis der Prozentbalken die 100 erreicht hat und das Gerät neu startet. Später wird man feststellen, das man von Firmware V4.19 auf V4.21 geupt hat (Stand 5/10)
Erfreulich: Sollte was mit der neuen Soft nicht stimmen oder ist man sonst unzufrieden, kann man die alte Soft per Backup zurück spielen.
Nun kann man sich auf die Suche nach dem ersten Ton machen.
Der Worldstream Go bedient sich, wie die ganze VR-Radio-Serie, dem Radioportal Vtuner, das derzeit etwa 14.000 Hörfunksender umfasst (plus 7000 Podcast).
Unter dem Menüpunkt "Alle Sender" gliedert sich das Angebot in
Germany, Locations, Genre und New Stations.
Unter "Germany" gibt es den Punkt "Puplic Stations" wo man eine gut sortierte Liste von bekannten deutschen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern findet.
Ansonten hangelt man sich entweder unter "Germany" durch die deutschen Genres oder unter "Locations" erst in die Kontinente dann einzelne Länder. Im Prinzip ist die Sortierung durchdacht und so, wie man es von anderen Internetradios kennt.
Hat man einen Sender gefunden, speichert man ihn entweder in die 12 Gerätespeicher oder setzt online ein "Bookmark".
Leider gibt es am Gerät keine Suchfunktion, dafür aber online.
Dazu registriert man sich am Radioportal http://csr.vtuner.com mit der Geräte-ID.
Diese ist identisch mit der MAC-Adresse des Gerätes ohne Sonderzeichen, also eine 12stellige Hexadezimalzahl. Man erhält sie, wenn man im Worldstream per Menü die Netzwerkinfo aufruft.
Nach dem erfolgreichen registrieren und Login kann man Sender suchen und online als Favoriten ablegen, die man später am Worldstream aufrufen kann. Dies ist auch notwendig, den die 12 Speicher im Gerät füllen sich schnell. Es lassen sich auch eigene Sender dazu programmieren, die man dann am Empfänger unter "Added Stations" wieder findet.

UKW-Teil
Als das Gerät 2009 auf der CeBit vorgestellt wurde, war in einem Pressebericht zu lesen, dass das UKW-Teil sehr taub oder möglicherweise sogar defekt ist.
Tatsächlich findet der automatische Suchlauf im UKW-Paradies Rhein-Neckar-Dreieck gerade mal 5 Sender. Per Zufall habe ich einen Ohrstöpsel eingesteckt, wie man es auch von Handys her kennt, und plötzlich funktioniert der Radioempfang bestens.
Der Suchlauf findet nun auf Anhieb mehr Sender, als der 30-Senderspeicher fassen kann.
In der Anleitung findet sich kein Hinweis zum Ohrhörer als UKW-Antenne, und auch dem Verkäufer Pearl scheint dieser Umstand bisher unbekannt gewesen zu sein.
Hallo Hersteller:
Vielleicht könntet ihr im nächsten Firmware-Update wenigstens einen Hinweis auf dem Display ausgeben, wenn der Ohrstöpsel als Antenne fehlt, so wie es die Handyhersteller praktizieren.
Das würde evtl. den ein oder anderen unnötigen Umtausch vermeiden.
Nebenbei bemerkt, wäre sicherlich auch eine kleine Telekopantenne möglich gewesen, wie es z.B. das Konkurrenzprodukt IP2GO von dnt vormacht.
Per Menü kommt man in die "Channel-List", die man mit dem Automatik-Suchlauf gefüllt hat.
Eigenartiger Weise ist das nicht der gleiche Speicher, den man mit der Zentraltaste im Drehrad erreicht und den man manuell füllt.
Diesen Speicher erreicht man dann auch im Menü unter "Preset-Mode".
Ich habe es zwar nicht ausführlich ausprobiert, aber so wie es scheint, hat das UKW-Teil 2x30 Stationsspeicher.

Der UKW-Empfang ist ansonsten tadellos, aber leider nur richtig mit dem Ohrhörer. Ca 7s nach Systemstart gibt's die ersten Klänge. Der RDS-Sendername wird meistens sehr schnell nach ca. 2s angezeigt. Die Senderwahl ist mit manuellem Up/Down zum nächsten Sender, oder durch Auto-Programmieren möglich.

Das Display...
...ist trotz kleiner Schrift noch recht gut abzulesen.
Im WLAN-Modus gibt es 4 Menüzeilen plus Menütitel und Statuszeile.
Während der Sendersuche oder dem Zappen wird in einem unnötig verkleinerten Fensterrahmen Statusmeldungen als Laufschrift angezeigt, die fast immer vorzeitig durch andere Meldungen unterbrochen werden.
Während dem Empfang wir die Info ebenfalls aufs nötigste beschränkt wie WLAN-Stärke, Akkusymbol und Sendernamen. Als grober Hinweis für die Qualität gibt's das Format (MP3 oder WMA) und die Samplingrate (nicht die Datenrate) also z.B. 32k, 44k1 oder 48k.
Im zuvor beschriebenen Fensterrahmen befindet sich permanent der überlebenswichtige Hinweis "Abspielen..."
Hier wäre vielleicht mal der momentane Titelname als Laufschrift ganz nett gewesen...
Ansonsten wäre sicherlich auch noch Platz für ein größeres Display gewesen.

Im UKW-Modus hat man dem Display aus unerfindlichen Gründen nur 3 Infozeilen plus Menütitel gegönnt. Wenigstens wird die Empfangsfrequenz und der Sendename in großen Lettern dargestellt und ist auch aus einiger Entfernung gut lesbar.
Hier gibt es weiterführende Info z.B. "Am Mikrofon ist..." und das Genre des Senders. Es wird zwar auch ein Titel angezeigt, auf bis zu drei engen Zeilen unterm Sendernamen, dieser aktualisiert sich aber nicht selbst, sondern nur durch 2x Drücken der Zurück-Taste. Das ist auch nicht weiter tragisch, da das Display im Sparmodus ohnehin die Beleuchtung abschaltet und nicht mehr lesbar ist. Für kleine UKW-Radios ungewöhnlich ist eine echte Empfangsstärkeanzeige, die man auch gut testen kann, wenn man den Ohrstöpsel als Antenne abzieht.

Und sonst?
Der kleine Worldstream Go hat einen richtig flotten Systemstart.
Im Schnitt 13-15s nach dem Einschalten sind die ersten Klänge aus dem Internet zu hören. Gestartet wird immer der "Lieblingssender", den man im gleichnamigen Speicher abgelegt hat.
Der Senderwechsel hängt natürlich von vielen Faktoren ab, die man nicht beeinflussen kann, aber es kann auch schon mal vorkommen, das der nächste Sender in nur 2s zu hören ist. Ansonsten bewegt sich der Senderwechsel im Rahmen von schätzungsweise 5s.
Ab und zu ist der kleine Worldstream etwas ungeduldig, sodass vorzeitig die Meldung "kein Stream vorhanden" kommt. Oft kommt der Sender trotzdem, wenn man etwas länger wartet.
Es ist zwar schön, das man kurz vorm Radiostart das Befüllen eines Puffers verfolgen kann, da man diese Info aber später nicht nutzen bzw. Abrufen kann, hätte man darauf auch genauso gut verzichten können.
Das die Programmierer der Software auch Humor haben, sieht man an der Meldung "Fehler - Sender will Asche sehen" (z.B. FBi-Radio/Sidney oder Si-Radio/Valencia)

Um die Akkulaufzeit gab es in den ersten Berichten nach seiner Veröffentlichung die wildesten Spekulationen. 14h soll er halten, oder doch nur 10h, aber bestimmt nur im sparsamen UKW-Betrieb.
Also einfach mal voll geladen und ausprobiert:
Tatsächlich gingen nach ziemlich genau 14h die (grünen) Lichter aus. Und zwar im WLAN-Betrieb. Dann müßte es ja im UKW-Betrieb ein gutes Stück länger sein? Stimmt, nach etwa dreieinhalb Tagen Nonstop-Betrieb im UKW-Modus ging auch hier der Akku zu Ende. Alle Achtung, das halte ich für ausreichend.
Leider findet man am Gerät keine Schrauben oder eine andere Art des Öffnens für den Fall, das eines Tages der Akku seinen Geist aufgibt oder vielleicht mal ein stärkerer Austausch-Akku angeboten wird.
Das Display ist zwar klein, aber kontrastreich und liefert das Nötigste zum Empfang. Es könnte mehr anzeigen, wenn die Programmierer auf den ohnehin schon begrenzten 128x64 Pixeln nicht so viel Leerraum verplempert hätten.

Der Endlos-Lautstärkeregler an der Ecke des Gehäuses hat auch einen nicht benutzten Drucktaster. Man könnte also mit diesem Regler auch was anderes Auswählen und mit einem Druck auf den Regler bestätigen.
Etwa Potenzial für neue Funktionen in kommenden Updates?

Und Probleme?
Auch sowas gibt es, aber keine "unlösbaren" bzw. "verkraftbare".
Wenn man Firmware-Updates sucht und die Meldung "Neueste Version ist in Verwendung" kommt, hängt sich der Worldstream reproduzierbar auf.
Abhilfe:
a.) Aus-Schalter betätigen und neu Starten.
b.) Der Hersteller liest hier mit und holt (hoffentlich) bald den Bug aus der Firmware.

Für ganz hartnäckige Klemmer gäbe es auch noch ein Reset-Taster unter der USB-Abdeckung am Boden, den habe ich aber bisher noch nicht gebraucht.

Zum anderen gibt es Probleme mit fast allen Sendern des russischen Anbieters www.101.ru
Noch während der Trailer vorm eigentlichen Programm eingespielt wird, setzt der Worldstream immer wieder und regelmäßig ungefähr alle 10s die Verbindung zurück, man landet also in einer "Trailer-Endlos-Schleife".
Da dies nur bei diesem Programmpaket verhaltensauffällig war, ist dieser Fehler höchstwahrscheinlich auch beim Anbieter zu suchen.
Naja, es gibt ja noch 14.000 andere Sender im Sortiment...

Fazit:
Das wahrscheinlich kleinste reinrassige Internetradio zeigt, wie WLAN-Radio buchstäblich für die Hosentasche funktioniert.
Er beschallt schnell und unkompliziert jedes Zimmer sowohl über den kleinen Lautsprecher, der sehr viel Krach machen kann, wie auch über die 3,5mm-Klinke an der Stereoanlage.
Der Lautsprecher klingt einem kleinen Transistorradio entsprechend recht brauchbar, könnte aber noch etwas besser klingen, wenn die Rückseite nicht mitscheppern würde, was man mit der flachen Hand auf der Rückseite mindern kann. Ein kleines Stück Dämmmatte hätte dem Kleinen bestimmt auch gut getan.

Fazit: Würde ich wieder kaufen