Freecom MusicPal
Internet-Radio: Ja - UPnP Mediaserver: Nein / zwei Gesichter eines Geräts - Freecom MusicPal Internetradio

Produkttyp: Freecom Internetradios

Neuester Testbericht: ... mit 48 liter ist auch gross genug, um die notwendigen Dinge darin einzufrieren. Die oberste Gefrierschublade ist flach, aber gross... mehr

Internet-Radio: Ja - UPnP Mediaserver: Nein / zwei Gesichter eines Geräts
Freecom MusicPal

veliero

Name des Mitglieds: veliero

Produkt:

Freecom MusicPal

Datum: 23.01.08

Bewertung:

Vorteile: kostengünstig, kompakt, ergonomisch, breites Internet-Radio Angebot

Nachteile: leichte Verarbeitungsmängel, alphabetische Sortierreihenfolge von UPnP-Alben

Internet-Radio und ein Zugriff auf die eigene Musiksammlung über das Computer-Netzwerk. Dieser Traum stand hinter meinen Bemühungen zum Jahreswechsel meine heimische Technologieausstattung aufzurüsten. Neben verschiedenen neuen Komponenten stand dabei auch der MusicPal auf meiner Einkaufsliste.

Der MusicPal kommt in einer soliden, handelsüblichen Verpackung zusammen mit einer CD und einem knappen gedrucketem Handbuch. Das Erscheinungsbild des MusicPals ist ansprechend: Dezent und totzdem eine gewisse Wertigkeit ausstrahlend integriert er sich in Küchen oder Wohnzimmereinrichtungen wie ein gewöhliches Uhrenradio.

Zentrale Bedieneinheiten sind zwei griffige Drehregler aus Gummi, mit denen man Laustärke und Sender/Musikauswahl ähnlich dem Drehrad eines Apple IPod steuert. Zwei Tasten zwischen den Rädern schließen die Eingabemöglichkeiten ab. Die Bedienung ist intuitiv und funktional. Ab und zu verkanten die Drehräder bei der Bedienung ein wenig und erzeugen ein leicht schabendes Geräusch am Kunststoffgehäuse, das den Qualitätseindruck ein wenig schmälert.
Die Navigation wird unterstützt durch eine vierzeilige Flüssigkristallanzeige, die wenig Schwächen aber auch keine Stärken zeigt.

Seine Musikquellen bezieht der MusicPal über ein konventionelles Computer-Netzwerk. Dabei steht sowohl Wireless LAN (802.11g) als auch Ethernet (10-Base T) zur Wahl. Ich habe es in meinem WPA geschützten WLAN nicht geschafft, das Gerät erfolgreich in Betrieb zu nehmen, was aber an meinem Router liegen kann. In den einschlägigen Foren werden jedenfalls erfolgreiche Anbindungen an WLAN Systeme berichtet. Der interessierte Leser sollte aber Komplikationen auf diesem Weg als möglich berücksichtigen. Auch die erforderlich Sichtbarkeit der SSID ist nicht jedermanns Sache (ein anderes Dooyoo-Mitglied berichtete darüber).
Unproblematischer ist die Anbindung über kabelgebundenes Netzwerk. Mit einem RJ-Netzwerkstecker wird der MusicPal direkt mit dem Netzwerk/DSL-Router verbunden und kann anschließend sofort für den Empfang von Internet-Radio verwendet werden. Dabei bringt das Gerät von Hause aus eine große Auswahl an Radiosendern, die ebenfalls nach dem 'IPod-Prinzip' nach Musikrichtung oder Herkunftsnation organisiert sind, mit.
Der Empfang klappt in meinem Netz problemlos und macht durch die vielfältigen Möglichkeiten und Sprachvarianten richtig neugierig. Es ist ein wenig wie die Nutzung eines guten, alten Weltempfängers. Über spezielle Internet-Dienste kann man hierfür noch weitere Radio-Sender und Favoritenlisten konfigurieren. Diese Funktion macht sicherlich die Navigation in der Vielzahl an Radiosendern leichter - Ich habe sie bisher noch nicht genutzt. Eine Fernbedienung mit einer größeren Menge frei konfigurierbarer Stationstasten (analog zu gewöhnlichen Radios) wäre m.E. hierfür die bessere Wahl gewesen, hätte aber evtl. auch die Kosten in die Höhe getrieben.


Die zweite mögliche Musikquelle ist ein eigener UPnP-Server der entweder durch den laufenden PC (mit z.B. Windows Media Server) oder (wie bei mir) einem separaten Gerät z.B. einem NAS mit diesen Fähigkeiten bestehen kann. Auf diese Weise kann wiederum die eigene, in MP3 (andere Formate werden glaube ich kaum unterstütz) konvertierte Musiksammlung abrufen. Wiedergabelisten (s.g. Playlisten) werden im PLS-Format unterstützt.
Der größte und schwerwiegenste Fehler des Geräts besteht in diesem Zusammenhang mit der Abspielreihenfolge:
Weiß der Himmel welcher wilde Ingenieur oder weltfremde Produktmanager es festgelegt hat, aber das Gerät spielt die Stücke eines Albums (eines Verzeichnisses) in alphabetischer Reihenfolge der ID3-Titelnahmen ab! Auf diese Weise werden einem z.B. Hörbücher in alphabetischer Reihenfolge der Kapitel zu Gehör gebracht. Man kann diesen 'Bock' auch kaum händisch durch Hinzufügen von z.B. führende Nummern im Dateinamen korrigieren, da das Gerät ja die ID3-Titelinformation und nicht die Dateinamen nutzt... Über eine mögliche Korrektur dieses Fehlers schweigt sich FreeCom aus!

Der Klang des Geräts über den eingebauten Lautsprecher ist erwartet schwach. Wer mehr als die Klangqualität eines vergleichbaren Uhrenradios erwartet, wird enttäuscht. Über entsprechende Cinch-Anschlüße auf der Geräterückseite kann man den MusicPal allerdings auch an Stereo-Anlagen anschließen, wo er eine akzeptable Klangqualität besitzt.

Fazit: Das Gerät ist kompakt, ergonomisch und kostengünstig. Wer einen einfachen Weg ins Internet-Radio sucht und dabei auf Stationstasten/Fernbedienungen verzichten kann, der findet im MusicPal ein gutes Geräte.
Die eigentlich gute Unterstützung von UPnP-Musikservern ist durch die o.g. Sortierthematik leider gründlich unbrauchbar. Hier muß der Hersteller noch nachbessern, bevor er dieses Feature ernsthaft bewerben kann.

Fazit: Für Internet-Radio gutes Gerät - Für UPnP leider unbrauchbar dank absurder Programmierung