Taylor 416CE
Wenn Engel Gitarren hätten... - Taylor 416CE Gitarren

Erhältlich in: 4 Shops

Produkttyp: Taylor Instrumente

Neuester Testbericht: ... gebrauchtes Auto das noch 2-3 Jahre fährt kaufen, aber man kann das Geld auch in eine Taylor 416CE investieren. Was man dafür bekommt, er... mehr

Wenn Engel Gitarren hätten...
Taylor 416CE

constantnation

Name des Mitglieds: constantnation

Produkt:

Taylor 416CE

Datum: 10.04.12, geändert am 10.04.12 (218 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Materialien, Verarbeitung, Klangbild, Spielgefühl, Preamp weltklasse, Taylor Case super

Nachteile: für viele wohl zu teuer...

Taylor 416CE


+++KAUFGRUND+++

Wie viele schon wissen werden, hat mein Vater ein Tonstudio. Er ist selbst auch Gitarrist, was sicherlich auch Hauptgrund dafür ist, wieso ich damals mit dem Gitarre spielen angefangen habe. Er hat einige Gitarren im Studio, zum einen da er selbst auch für Auftritte einige benötigt, und natürlich in einem Tonstudio auch gute Gitarren sein müssen, um gute Aufnahmen machen zu können.

Eine dieser Gitarren, und wohl auch eine der hochwertigsten Akustikgitarren im Studio ist die Taylor 416CE, eine absolut professionelle Westerngitarre mit Preamp, die sich fürs Studio sowohl als auch für Live-Auftritte bestens eignet.

Sie ist wohl recht teuer, da Taylor eine extrem renommierte Marke ist die einen einzigartigen Klang ihrer Gitarren verbuchen kann, die sonst nicht viele Marken überhaupt erreichen. Taylor Gitarren sind auf eine Stufe zu stellen mit Martin Guitars, oder auch Lakewood, die ebenfalls extrem hochwertige und klanglich außergewöhnliche Akustikgitarren herstellen.

So kostet die 416CE knappe 1900Euro was schon eine Menge ist, wenn man bedenkt dass es ordentliche Elektroakustik Westerngitarren schon ab 600Euro gibt, die ebenfalls qualitativ sehr hochwertig sind.


+++OPTIK UND VERARBEITUNG+++

Taylor ist ein renommierter Gitarrenbauer aus Amerika, der sich seit über 25 Jahren am Gitarrenmarkt behauptet. Taylor hat sich mittlerweile zu einem der prestigereichsten Hersteller von Akustikgitarren hochgearbeitet und steht dort mit Firmen wie Martin oder Gibson zurecht an der Spitze.

Es handelt sich um eine Grand Auditorium (Grand Symphony) Gitarre, was bedeutet dass sie eine Akustik Gitarre mit der bekannten Form (Bauch etwas Dicker als Oben und die Einkerbung auf Höhe des Schalloches), ist. Die 416CE hat einen Cutaway, was bedeutet dass auf der rechten Seite aus dem Korpus ein Ausschnitt gemacht wurde, damit man die höheren Bünde der Gitarre leichter erreichen kann. Die Aufmachung wirkt noch etwas hochwertiger und ausgefallener als bei meiner 214CE, die ja auch schon eine verdammt gute Gitarre ist.

Das Holz mit der die Taylor 416CE gefertigt ist, ist extrem vielseitig An der Gitarre sind ein halbes Dutzend!!!! Holzarten verbaut. Denn Taylor setzt beim Gitarrenbau auf verschiedene Hölzer, damit jeder Bereich der Gitarre optimal gemacht ist und sich das Klangbild so gut wie möglich nach den Vorstellungen des Herstellers, der sehr hohe Ansprüche an seine Instrumente hat, richtet.

Die Decke der Gitarre besteht aus massiver Fichte, was der Gitarre eine schön hohe Stabilität gibt und auch den Klang schützt. Die massive Decke sorgt dafür, dass die Bässe klar definiert sind und auch sehr kraftvoll herüberkommen. der Boden und die Zargen (Zargen sind die Teile die Boden und Decke verbinden) bestehen aus laminiertem, sowie matt lackiertem Ovangkol. Das ist ein sehr seltenes Holz, das eigentlich eine extrem hohe Klangtreue hat und sich vor allem durch ein extrem gutes Schallreflexionsverhalten auszeichnet. Wenn man eine Gitarre komplett aus diesem Holz machen würde, könnte man mit knapp 1000Euro nur für das Holz rechnen, da es in dieser Form und Aufmachung ein extrem hochwertiges Holz ist. Dies stützt den Klang der Gitarre noch mehr und macht, dass sie auch nach 10 Jahren noch gleich klingt, da es somit auch recht Zeit-Fest ist und nicht wirklich altert.

Der dunkle Hals besteht aus Mahagoni Holz, welches man meistens nur von Massiven Schränken kennt. Das zeigt schon, dass dieses Holz sehr stabil und robust ist, was bei einem Griffbrett auch so sein muss, nicht dass es sich noch verzieht und dann die Gitarre nicht mehr Bundrein ist und auch niemehr Bundrein gemacht werden kann. Zudem sieht das Mahagoni Hals mit seiner sehr dunklen Farbe sehr schön aus und es macht Spaß, darauf zu spielen, bzw. seine Hand daran zu legen. Denn dieses Holz ist sehr glatt und auf hochglanz poliert, was die Gitarre sehr schnell macht, denn man kann wirklich schnell und einfach rutschen und hat dennoch gute Griffsicherheit

Das Griffbrett ist aus Ebenholz und ist beinahe komplett schwarz. Das ganze sieht unheimlich ästhethisch aus und ist perfekt verarbeitet. Die Übergänge von Hals, Griffbrett, Zargen, Boden und Decke sind perfekt gemacht und alles ist sauber geschliffen und verleimt, sodass da eigentlich niemals irgendetwas locker werden dürfte.

Weiters auffallend ist das Pickguard, welches aus Kunststoff ist und mit diversen rot und braun Tönen gespickt ist. Es hat eine schöne Form, die sich der Einbuchtung des Korpus anpasst und auf der anderen Seite an die Verzierung des Schalloches anschließt. Dieses Pickguard ist da, damit man mit dem Plektron mit der Zeit nicht die Lasur des Holzes abspielt und aufkratzt. Und die Dimension ist auch genau so gewählt, dass es genau den bereich abdeckt, der bespielt wird, ohne dabei zu groß zu wirken oder dem optischen Perfektionismus abbruch zu tun.

Alles in allem unterscheidet sie sich eigentlich garnicht so krass von meiner 214CE, die gute 800Euro günstiger ist. Doch eben die Zargen und die noch hochwertigere Preamp-Hardware, sowie andere Stimmmechaniken sind da noch dazugekommen und machen sie eigentlich schon fast zu einer Traumgitarre. Zumindest sehe ich das so, da ich Taylor Gitarren einfach nur genial finde. Und es gibt viele Weltbekannte Gitarristen, im Western und Klassischen, vor allem FIngerstyle Bereich, die Taylor Gitarren wegen ihres extrem präzisen Klangs und der tollen Verarbeitung spielen.

+++SPIELGEFÜHL UND HANDHABUNG+++

Die Gitarre hat 20 Bünde, die von der Größe her keine Jumbos sind aber auch keine kleinen, einfach solide, hochglänzende in silber schimmernde Bünde, die sehr stabil sind. Denn nach einem Jahr Einsatz, sind die oberen 3-4 Bünde (die am meisten gespielt werden und bei billigen Gitarren oft von den Schwingenden Saiten schon einkerbungen haben), noch zu 95% in Neuzustand, was sehr gut ist. Lediglich der glanz ist an kleinen Stellen etwas verloren gegangen, aber bei genauerem hinsehen fällt es nicht eimal so auf, erst wenn die Saiten beim wechseln mal kurz weg sind. Also wirklich hohe Qualität.

Die Bünde lassen sich super greifen und man findet schnell hinein, da die Gitarre einem das Spiel sehr einfach macht. Durch den Perfekt geformten Hals, der sehr schnell ist, durch die schöne Politur, die alles ganz Glatt aber nicht rutschig macht, wird so jeder Gitarrist ein bisschen besser, da man einfach mehr Spielgefühl entwickeln kann und einen Flow beim spielen besser ausleben kann, sofern man das so formulieren darf.

Das Spielgefühl ist erstklassig. Die Gitarre spielt sich so weich, aber dennoch extrem präzise und reagiert auf kleinste Zupfer an den Saiten schon. Das erfordert eine sehr präzise Spielweise, doch wenn man gut in Übung ist, können auch Anfänger da einen extrem guten Sound herausbekommen, da sie einfach extrem gut klingt. Da gibt es absolut garnichts zu meckern.

Sie zupft sich sehr gut mit den Fingern, ist auch nicht zu hart, sodass man gut Bendings spielen kann. Das zupfen ist sehr präzise, und man kann, wenn man technisch versiert ist, da auch super Tappings machen, die normalerweise bei Akustikgitarren ja nicht so gut klingen. Doch die Taylor ist so gut eingestellt und gemacht, dass das kein Problem ist.

Mit Plektron spielt sie sich auch gut, da kommt dann eher die Kraft der Schallausbreitung im sehr hochwertigen Korpus zum Vorschein, der auch beim Akkorde schlagen sehr gut herauskommt. Da kann man absolut nicht meckern, und ich muss sagen, obwohl ich von meiner Taylor 214CE absolut überzeugt bin, würde ich sie jederzeit gegen diese eintauschen, da die 416CE einfach noch eine Ecke mehr Raffinesse hat, was das Spielgefühl angeht.

+++EINIGE TECHNISCHE DATEN+++

20 Bünde
Mensur: 648 mm
Sattelbreite: 44 mm
weisses Kunststoff- Binding
verchromte Taylor- Mechaniken
Taylor Expression System- Pickup

Das Pickup System ist sehr gut ausgewählt. Taylor hat es selbst entwickelt und passt bei den höheren Klassen (ab 400 über die 600er und bis zu den 800er Series Gitarren) die Preamps speziell auf die Bauform und die Hölzer an. So kommt eine extrem gut abgestimmte Preamp Aufnahme des Klangs, der über einen Lautsprecher exakt wie die Gitarre klingt, und jede kleine Schwingung 1:1 weitergibt und somit das Spielgefühl einer Akustikgitarre am Sound zu jeder Sekunde am leben erhält. Das ist extrem gut, da sie sich so vor allem für Fingerpicker und Fingerstyle Gitarristen extrem gut eignet, da ein hohes Spielkönnen sich bei so einer Gitarre doppelt auszahlt. Die Power die der Preamp aufnimmt ist extrem hoch und die Signalstärke ist absolut zufriedenstellend. Da gibt es garnichts zu meckern.


+++DER KLANG+++

Ist bei dieser Gitarre eigentlich nur noch Formsache. Denn allein das Aussehen macht jedes Lied schon 10 mal besser, da sie einfach nach was aussieht, aber auch der Klang ist nicht von schlechten Eltern, im Gegenteil. Sie klingt extrem warm, hat eine sehr lineare und dynamische Klangentfaltung, die kleine Unterschiede im Anschlag sofort in Klang ummodelt.

Die Saiten werden beim Fingerpicking ja einzeln gezupft. Und das ist meiner Meinung nach auch die eigentliche Berufung der Taylor Gitarren. Denn beim Fingerpicking, wo viele Saite einzeln und auch zusammen gezupft werden, erkennt man wie klar und schön das Spektrum der Gitarre ist. Sie gibt alle Töne sehr direkt und schön wieder und es kommt zu wenig überschneidungen, da man es sich bei einer Taylor immer so vorstellen kann, dass jeder Ton seinen eigenen Weg im Korpus geht und alles zusammen als Einheit dann hörbar ist. Und so ist es auch. Die Bässe sind schön kräftig, aber nicht zu stark, die höhen kommen sehr direkt und recht laut hervor, was eine schöne Klangbalance nach sich zieht.

Bei Akkorden zeigt die Gitarre auch sofort wenn sie nicht gestimmt ist, da die Gitarre eben sehr genau ist. Und wenn sie stimmt, dann ist es eine Ohrenweide, sofern man dies so sagen kann. Aber durch die super Stimmkurbeln lässt sich die Taylor auch binnen weniger Sekunden exzellent nachstimmen und der Klang ist sofort wieder einwandfrei und perfekt. Die Stimmung hält sehr präzise, da die Mechaniken ebenfalls eine sehr hohe Qualität haben, und ein extrem feines Einstellen ermöglichen, was bei weitem nicht bei jeder Gitarre der Fall ist.

Wenn ich sie mit meiner 214CE vergleiche, höre ich, dass sie vor allem in den kleinen Feinheiten noch eine ordentliche Schippe draufpackt. Sie hat sehr schöne Schwebungen beim Flageolett, die garnicht mehr aufzuhören scheinen, und der Sustain der Gitarre ist schon Blues-Ähnlich, wie bei einer Jazz Gitarre. Also da bin ich wirklich total begeistert. Klar, das ganze hat seinen Preis, doch wer nach einer Gitarre sucht, die einen das Leben lang glücklich macht, da sie so gut ist, der ist hier 100% an der richtigen Adresse.


+++DER PREIS+++

1900Euro

Ist ein extrem hoher Preis. Keine Frage. 1900Euro, dafür kann man in einen Traumurlaub fahren, oder sich ein kleines, gebrauchtes Auto das noch 2-3 Jahre fährt kaufen, aber man kann das Geld auch in eine Taylor 416CE investieren. Was man dafür bekommt, erkennt man nur, wenn man wirklich Gitarrist ist.

Die Gitarre klingt einfach fantastisch und für Gitarristen die viel spielen, sich gerne aufnehmen oder auch mal auftreten, ist es sicherlich eine extrem gute Gitarre, die absolut keine Wünsche offen lässt, da sie klanglich, optisch und von der Verarbeitung sowie vom Spielgefühl her, Top Niveau von A-Z liefert. Da gibt es wirklich absolut nichts.

Der Preis ist und bleibt aber sehr hoch. Doch wer sich etwas auskennt, weiß auch das knapp 2000Euro noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist. Es gibt dutzende Gitarren in der PReisklasse ab 4000Euro!!! Und ich finde die 614CE ist ein guter Kompromiss aus Perfektion und Erschwinglichkeit. Man muss keine Kompromisse ausgeben, aber der Preis ist für einen Gitarristen, der etwas wirklich professionelles sucht noch im Rahmen. Das passt also doch. Wer den Sound einer solchen Gitarre zu schätzen weiß, wird den Preis sicherlich verstehen und auch ohne Kopfschmerzen bezahlen, sofern eben interesse an so einer extrem guten Gitarre besteht.

Dazu bekommt man aber auch noch ein speziell auf die Gitarre zugeschnittenes Taylor Case, das ebenfalls extrem hochwertig ist, und mit rotem Stoff im inneren, einer extrem stabilen Hülle und guten Mechanismen zum schließen ebenfalls weit über 100Euro wert ist. Also das gibts ja auch noch. Und dort ist die Gitarre absolut Stoßsicher, Spritzwassersicher und Schmutzgeschützt und kann Jahrelang schön und wie neu aussehen, wenn man die Gitarre regelmäßig pflegt und schön in den Koffer legt, wenn sie länger nicht gebraucht wird.


+++MEIN FAZIT+++

Die Taylor 614CE ist wahrlich eine Top-Gitarre. Klanglich absolut High-End, genauso was die Verarbeitung, Materialien und Bespielbarkeit angeht. Da bleiben keine Wünsche offen. Mir ist klar, dass ich den ganzen Bericht über schon von der Gitarre schwärme. Aber da ich nun schon 10 Jahre Gitarre spiele, und mit einer billigen 70Euro Gitarre angefangen habe, bin ich einfach begeistert vom Sound dieser Gitarre, zumal sie schon extrem hochwertig riecht, aufgrund der ganzen Hölzer.

Ich vergebe die vollen 5 Sterne, da sie für soviel Qualität nicht einmal so dermaßen teuer ist, wenn man berücksichtigt, dass Martin Gitarren der ähnlichen Qualitätsstufe gerne mal 2500-3000Euro kosten können, und es da auch andere Modelle von anderen Herstellern gibt, die auch keinesfalls günstiger sind.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine 416CE zuzulegen, der sollte zugreifen. Auch wenn es dem Porte-Monnaie wehtut, wenn man sie spielt, sich auf ihr eingespielt hat und den Sound hört, dann wird man froh sein.

SEHR EMPFEHLENSWERT!!!

Fazit: siehe Bericht...