LAG Hotline
LAG Hotline E-Gitarre - LAG Hotline Gitarren

Produkttyp: Lag Instrumente

Neuester Testbericht: ... Stimmmechaniken sind ebenfalls in Ordnung; stabil und mit vernünftiger Gängigkeit. Fazit Die LAG Hotline zählt mit Sicherheit zu... mehr

LAG Hotline E-Gitarre
LAG Hotline

Pedder79

Name des Mitglieds: Pedder79

Produkt:

LAG Hotline

Datum: 12.07.05

Bewertung:

Vorteile: Super Klang, beste Bespielbarkeit, vielseitig

Nachteile: Tremolo mit Schwächen

LAG Hotline (2000er Baujahr)

(Mangels anderer gefundener Kategorie, versuch ich's halt hier)

Seit nunmehr 5 Jahren verrichtet die LAG Hotline bei mir beste Dienste. Nach bisherigen Recherchen baut die französische Firma auch weiterhin die Hotline-Modellreihe, zumindest sind im Internet bei einigen Händlern aktuelle Modelle zu ergattern. Diese sind auf den ersten Blick mit meiner Hotline identisch, wobei wohl die Pickups variieren.

Konzept
Die Hotline ist eine sogenannte Super-Strat. Ausgestattet mit zwei Humbuckern, 5-Wege-Schalter, Floyd Rose Tremolo und einer schwarzen Glanzlackierung weist die Klampfe klar in Richtung härtere Sounds. Dies kann ich so auch unterstreichen, wobei aber auch cleane, teils fast akustisch anmutende Sounds möglich sind.

Korpus / Hals
Die Holzarten kann ich leider nicht genau nennen, da mir ein Datenblatt für meine Hotline fehlt. Das Gewicht der Klampfe lässt aber auf hochwertige Materialien schließen, also wahrscheinlich Mahagoni. Der eingeschraubte Hals (wohl Ahorn o.ä.) besitzt ein Palisandergriffbrett und ist dabei recht schmal. Sauber bundierte 24 Bünde ermöglichen Soli in hohen Lagen, wobei die tiefen Cutaways das Spielen halbwegs komfortabel gestalten.
Die Kopfplatte ist stark nach hinten abgewinkelt, was Saitenniederhalter an der Kopfplatte unnötig macht, zumal ja eh die Sattelklemmen des Tremolos greifen.
Das Floyd Rose selbst ist ein lizensiertes welches. Ersatzteile dafür sind eher schlecht zu bekommen. Negativ wirkt sich die schwarze Lackierung der Tremolo-Teile und der Sattelklemmen aus. Die Lackierung ist an den Reibungsstellen schnell abgeschabt und bildet dann scharfe Grate, die die Saiten beschädigen können.
Die Verarbeitung ist sehr ordentlich. Der Hals ist sauber bundiert und sauber an den Korpus geschraubt. Die Lackierung ist sehr ordentlich. Lediglich in der Nähe des Halses bilden sich korpusseitig erste Abplatzungen, nach 5 Jahren wohlgemerkt. Ein Pickguard gibt’s übrigens nicht. Trotzdem hält der Lack bislang unproblematisch stand.

Elektrik
Die Klampfe ist mit zwei Humbuckern ausgestattet. Der Hals-PU ist dabei in Single Coil Form ausgeführt, der Steg-PU ist ein großer. Beide liefern satten Output, wobei der Steg-PU eher für die ganz heftigen Bretter zuständig ist, der aber Hals-PU mehr Sustain bietet. Der 5-Wege-Schalter lässt offenbar das Splitten der PUs zu (genauen Schaltplan hab ich nicht). In zweiter Stellung ergibt sich jedenfalls fast ein reiner Single-Coil Sound. Alles in allem sind sehr variable Grundsounds drin.
Die Elektrik ist zudem sehr brummfrei und wenig feedback-anfällig. Geregelt wird nur die Lautstärke, ein Tone-Regler fehlt.

Praxis
Unverstärkt liefert die Klampfe bereits einen sehr guten Sound. Durchsetzungsfähiger Bass, brilliante Höhen, die Mitten nicht zu knarzig. Am cleanen Amp geht je ein wenig der Bass verloren. Dies lässt sich aber leicht nachregeln. Dabei liefert der Hals-PU durchaus mehr Bass als der Steg-PU, der dafür mit kräftigen Mitten glänzen kann. In zweiter PU-Schalterstellung meint man durchaus eine akustische Klampfe in der Hand zu haben. Dafür empfiehlt es sich allerdings, den Volumeregler etwas zurückzunehmen, da sonst die kräftigen Pickups die Eingangsstufe schnell zum knarren bringen.
Sobald man Zerre zuschaltet, merkt man, dass aus der braven Klampfe die böse Metalaxt wird. Bereits bei niedrigen Gaineinstellungen (Crunch-Kanal o.ä.) zerrt der Sound mächtig. Vintage-Rocksounds alá Dire Straits, Status Quo und Konsorten sind nur mit viel Feingefühl und zurückgenommenem Volume-Regler möglich. Aber das ist eine Frage der Übung. Für Top-40 Sounds muss man die Klampfe allerdings wirklich radikal zügeln.
Wesentlich wohler fühlt sich die Hotline in den Leadkanälen der Amps. Hier kann sie einerseits zeigen, was in den PUs drin steckt. Andererseits kann die geringe Feedbackanfälligkeit hier punkten. Je nach Pickup sind dann sehr harte perkussive Sounds (True-Metal) oder aber gnadenlose Gainreserven (Nu-Metal) drin. In Verbindung mit dem Warp-Kanal meines Matrix 100 sind dann Rammstein oder Linkin Park auch realisierbar. Wobei in diesem Fall leider dann doch das ein oder andere Feedback auftaucht.
Der Hals ist bestens zu bespielen, wenn man damit klar kommt, dass die Finger weniger Platz als bei einer normalen Strat oder Tele haben. Die saubere Bundierung macht Slides zum Vergnügen, zudem ist der Hals richtig schnell bespielbar. Die Abnutzung der Bünde hält sich in Grenzen.
Das Floyd Rose ist zuverlässig und stimmstabil. Einzig die Finetuner benötigen regelmäßig etwas Schmierung, sonst lassen sie sich am mehr bewegen.
Die Stimmmechaniken sind ebenfalls in Ordnung; stabil und mit vernünftiger Gängigkeit.

Fazit
Die LAG Hotline zählt mit Sicherheit zu den besseren Klampfen. Damals zu einem Preis von ca. 500 DM gekauft, ist sie auch heute noch auf der Höhe der Zeit. Sie kann es von der Klangqualität und der Verarbeitung her locker mit heutigen 250 Euro Modellen aufnehmen. Die vielseitigen Klangvariationen machen die Gitarre zudem zu einem idealen Werkzeug in einer Coverband, wie auch zu einer richtigen Metalaxt, die kräftig getreten werden will.
Auch heute ist das gute Stück noch eine Empfehlung wert!

Fazit: Sowohl neu als auch gebraucht eine gute Wahl!