Ceremony of Opposites/Passage - Samael
Ein schwarzer Trip zu Baphomet - Ceremony of Opposites/Passage - Samael Musik Album

Neuester Testbericht: ... Bereich, der meines Erachtens aber doch zu schwach ausfiel, für die damalige Zeit sicherlich ok, aber aus heutiger Sicht fehlt ... mehr

Ein schwarzer Trip zu Baphomet
Ceremony of Opposites/Passage - Samael

The-Wishmaster

Name des Mitglieds: The-Wishmaster

Produkt:

Ceremony of Opposites/Passage - Samael

Datum: 12.01.11

Bewertung:

Vorteile: ...kein einziger Ausfall, düstere Atmosphäre, für die damalige Zeit innovativer Sound...

Nachteile: ...relativ kurze Spielzeit, kein richtiger Hammersong, mageres Booklet, dünne Produktion...

Hallo liebe Leserinnen und Leser!


| ° Samael
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Die Geschichte von Samael geht zurück ins Jahre 1988, als zwei Brüder beschließen eine Band zu gründen. Fortan agieren sie unter den Pseudonymen Vorphalack (Gitarren/Gesang) und Xytras (Drums) und nennen ihr Baby "Samael". Ein erstes Demo mit dem Namen "Medieval Prophecy" ist schnell aufgenommen, 1990 schaffte man es, das Debüt "Worship Him" auf den Markt zu bringen. Man ging danach auf Tour und im Abstand von zwei Jahren erschienen die nächsten Scheiben "Blood Ritual" und "Ceremony of Opposites". Den entscheidenden Einschnitt gab es im Sommer 1995: Nach dem Release der Rebellion-EP verließ der langjährige, feste Keyboarder die Band und Xytras, der bis dahin sowieso alle Keyboardeinsätze komponierte, wechselte an das Tasteninstrument. Da er aber den Platz an den Drums nicht mit einem guten Gefühl jemand anderem überlassen konnte, entschloss man sich dazu fortan einen Drumcomputer einzusetzen - im Studio wie (und das war das Wagnis) auch live.

Das Experiment gelang und mit dem 96er Werk "Passage" gelang Samael der große Wurf in der Szene. Was viele als Kommerz abtaten, hatte sich klammheimlich zu einem neuen Genre entwickelt - Dark Metal. Ausgedehnte Tourneen folgten, Xytras spielte "Passage" als Soloprojekt nur mit dem Piano ein und so dauerte es drei Jahre, bis 1999 das bislang letzte Album "Eternal" das Licht der Welt erblickte. Seitdem verbringt die Band die Zeit mit Konzerten, Songwritung und diversen Projekten, ein neues Samael-Album lässt noch auf sich warten...


| ° Ceremony of Opposites
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01.) ~ Black Trip ~ 8,5/10 <-- Anspieltipp
02.) ~ Celebration of the Fourth ~ 8/10
03.) ~ Son of Earth ~ 9/10 <-- Anspieltipp
04.) ~ 'Till we meet again ~ 7,5/10
05.) ~ Mask of the red Death ~ 7,5/10
06.) ~ Baphomet Throne ~ 8,5/10 <-- Anspieltipp
07.) ~ Flagellation ~ 7,5/10
08.) ~ Crown ~ 8/10
09.) ~ To our Martyrs ~ 8/10
10.) ~ Ceremony of Opposites ~ 9/10 <-- Anspieltipp


Wenn jemand Songs von Samael kennt, so sind das meist die bekannteren Stücke des "Passage"-Album wie beispielsweise das göttliche "Rain". Man mag es kaum glauben, aber was die Schweizer auf "Ceremony of Opposites" bieten, ist zweifelsohne auch Samael, aber eben doch ganz anders. Denn wo die Jungs später auf satten Sound, fette Beats und eine durch und durch mystische Atmosphäre setzen, regiert auf den ersten Scheiben noch die pure Dunkelheit. Man liegt aber dennoch verkehrt, wenn man Samael's erste Veröffentlichungen als Blackmetal abtun will, definitiv. Denn hier gibt es weder schrilles Gekreische noch hyperschnelles Drumming oder rasende, klirrende Gitarren.

Nein, Dark Metal trifft es auch zu "Ceremony of Opposites"-Zeiten schon ganz gut, denn die Mischung aus finsteren Riffs, wuchtigem Drumming und eigenständigen Growls ist bei weitem zu atmosphärisch, um noch als Death- oder Blackmetal zu gelten. Das liegt aber nicht nur an dem sehr markantem Organ von Sänger Vorphalack, der seine teils blasphemischen Texte durch eine sehr eigene Art der Growls von sich gibt, die leicht heiser und gepresst klingen. Auch der nahezu konstante Einsatz der Keyboards spielt hier sicher mit hinein. Das wird besonders in Tracks wie "Flagellation" deutlich, wenn hintergründig eine Art Kirchenorgel zu vernehmen ist, während die Sechssaiter böse riffen.

Doch trotz aller Dienlichkeit der Atmosphäre wissen die Tasten immer noch, dass sie eindeutig im Hintergrund stehen und die Gitarren den Ton angeben - wie bei "Crown" sogar mit leicht melodischen Einsprengseln. Das hat sich ja in den späteren Jahren leicht verändert und die Mucke der Schweizer wurde einen Tick atmosphärischer, gleichzeitig aber eben auch ruhiger und weniger bedrohlich und hart, wenngleich ebenso düster. Auf dem vorliegenden Silberling gehen sie aber noch gnadenlos zur Sache und eröffnen beispielsweise dank "Black Trip" gleich mit einem richtigen Brett. Schon hier fällt es aber auf, dass zwar fleißig die Double Bass in Beschlag genommen wird, dass aber das generelle Tempo der Songs eher gemäßigt ist. Richtig rasend schnell wird es nie, das würde auch gar nicht zum Flair der düsteren Stücke passen. Einzig die kurzen Geschwindigkeitsausbrüche in "To our Martyrs" fallen auf, ansonsten herrscht das Midtempo vor.

Besonders hervorzuheben sind dabei Momente wie in "Son of Earth", wenn nur Bass und Drums die Strophen spielen und Vorhp langsam mit seinem finsteren Organ einsetzt, was genauso eigentlich auch für "Mask of the red Death" gilt. Dass sie auch einfach nur gnadenlos hart riffen können, beweisen Samael mit "Baphomet Throne", richtig schleppend wird es dagegen beim abschließenden Titelsong, der unweigerlich groovt und mit einem stimmigen Keyboard-Finale glänzt.

Dennoch muss ein wenig Kritik geübt werden, denn ein richtiger Überflieger findet sich eigentlich nicht auf dem Album. Dafür ist auch kein einziger Ausfall vertreten, konstant gute Qualität eben. Nur finde ich, dass etwas mehr Abwechslung unter den einzelnen Stücken noch gut getan hätte, da hätte man auch ruhig mal einen Blastpart oder eine noch ruhigere Stelle einbauen können, zumal die Spielzeit mit knapp 35 Minuten nicht gerade üppig ausgefallen ist. Und haltet mich für einen Frevler, aber der Sound lässt auch ein wenig an Druck vermissen. Auch hier würden ordentlich drückende Gitarrenwände sicher noch mehr beeindrucken und auch die Snare klingt in meinen Ohren teils etwas kraftlos, aber für da Alter und das Budget der Aufnahmen geht der Sound dennoch in Ordnung und schlecht ist er ja bei weitem nicht - Geschmackssache eben. Das gilt übrigens auch für das Cover, welches nicht gerade unumstritten sein dürfte und ein recht mageres Booklet ziert...


| ° Fazit
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Öffnet Eure Herzen und lasst der Dunkelheit Einzug gewähren - dann seid Ihr bereit für Samael. Wenn nicht, dann haltet Euch von dieser Scheibe fern, denn die wird Euch trotz ihrer kleinen Mängel unweigerlich in ihren Bann ziehen - und ist das erst einmal geschenen, gibt es letztlich kein Entrinnen mehr. Somit liegt hier eine erstklassige Scheibe für alle Freunde schwarzer Künste (in jeglichem Sinne) vor, die man bei Bedarf ruhig öfter mal einlegen kann.


In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Master-of-Earth


PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen von diesem Trip niemals zurückkommen... ;)


Shake Heads!

Fazit: Das Fazit fürchtet sich.