A Thousand Suns - Linkin Park
Ein peinlicher Drogentrip?! - A Thousand Suns - Linkin Park Musik Album

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Neuester Testbericht: ... nicht mag... Ich denke der Grund weshalb die Resonanzen so gemischt sind, lässt sich am besten durch die Lyriks von Linkin Park selbst ... mehr

Ein peinlicher Drogentrip?!
A Thousand Suns - Linkin Park

Poppie

Name des Mitglieds: Poppie

Produkt:

A Thousand Suns - Linkin Park

Datum: 15.09.10, geändert am 15.09.10 (150 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: s. Bericht

Nachteile: s. Fazit

Vorab muss ich sagen: Ich bin ein großer Fan der Band seit erster Stunde. Ich habe sie mehrmals live gesehen, hab alle CDs, Merchendise usw. Die Band an sich ist super sympathisch und ich fand es immer gut, dass man sie nie so richtig in ein Genre einordnen konnte. Nachdem sich die Bandmitglieder mehreren Eigenprojekten widmeten ist das neue Album "A Thousand Suns" jetzt also endlich da. Es wurde viel Wirbel gemacht und nach der Singleauskopplung "The Catalyst" konnte man schon ahnen (und fürchten) in welche Richtung das Album gehen wird.


++ Die Band ++
Chester Bennington: Gesang
Rob Bourdon: Schlagzeug, Perkussion, Backing Vocal
Brad Delson: Gitarre, Backing Vocal
David Farrell: E-Bass, Backing Vocal
Joseph Hahn: Turntables, Keyboards, Samples, Backing Vocal
Mike Shinoda:Gesang, Rhythmusgitarre, Keyboards, Samples

Gegründet wurde die Band Linkin Park 1996 (damals hießen sie noch Xero, dann ab 1998 Hybrid Theory und danach erst ab 1999 Linkin Park, abgeleitet vom Lincoln Park, den es in vielen Städten in den USA gibt.) in Los Angeles, Kalifornien, USA.


++ Die CD ++
Name: A Thousand Suns

Veröffentlichung: 10. September, 2010
(14. September, 2010 in Deutschland)
bei Warner Brothers Records.

Aufnahme von 2008 - 2010
Anzahl der Titel: 15
Laufzeit: ca. 48 min
Produktion: Rick Rubin & Mike Shinoda

Cover: Das Cover ist gänzlich frei von Schriften man sieht lediglich einen weiß-grauen Hintergrund und eine Art "Schwarzes Loch" - schwer zu erklären, aber auch nicht so wichtig.


++ Tracklist ++
1. The Requiem (2:01 min)
2. The Radiance (0:58 min)
3. Burning In The skies (4:13 min)
4. Empty Spaces (0:18 min)
5. When They Come For Me (4:56 min)
6. Robot Boy (4:29 min)
7. Jornada Del Muerto (1:35 min)
8. Waiting For The End (3:52 min)
9. Blackout (4:39 min)
10. Wretches And Kings (4:15 min)
11. Wisdom, Justice And Love (1:39 min)
12. Iridescent (4:57 min)
13. Fallout (1:23 min)
14. The Catalyst (5:40 min)
15. The Messenger (3:02 min)


++ Die Songs ++
"Amorphe Echos, kakophonische Samples und handgemachtes Stakkato verschmolzen zu flüchtiger Melodie. Jeder Track fühlt sich an wie eine Halluzination", heißt es weiter. Die zwei Jahre, die man an der LP gearbeitet habe, seien eine "berauschende, surrealistische und oftmals herausfordernde Reise in der kreative Ungewisse" gewesen. (Quelle: relevant)

1. The Requiem (3/5)
Der Song ist das Intro des Albums. Er ist sehr elektronisch (erinnert mich irgendwie an das Videospiel Halo) - der Song steigert sich zum Ende hin und wird klarer. Ab 1:16 singt eine Frauenstimme den Refrain von "The Catalyst". Zur Einstimmung auf das Album absolut gut geeignet.

2. The Radiance (1/5)
Nahtloser Übergang vom vorherigen Titel. Auch hier geht das elektronische weiter und man hört Robert Oppenheimer, Atomphysiker und Erfinder der Atombombe über die Explosion Trinitys im O-Ton.

3. Burning In The Skies (4/5)
..endlich ein richtiger Song. Ein eher ruhiger, ein eher poppiger. Klare Stimmen. Die Melodie geht sofort ins Ohr und auch der Sänger Chester Bennington klingt sehr gut.
Das Piano ist hier vorherrschend - auch ein paar Gitarren. Eins der besten Songs auf dem Album. Wenn auch nicht a la "Meteora". Allerdings ist Melodie, Gesang und Lyrics stimmig und abwechslungsreich.

4. Empty Spaces (keine Bewertung)
... ist wiedermal ein Übergang, ein unnötiger nicht mal 20 Sekunden langer Lückenfüller. Man hört Grillen zirpen und Feuerwerk, dazu eine Männerstimme. Was soll uns das sagen?!

5. When They Come For Me (3/5)
... experimentelle Drums (erinnert ein wenig an Peter Fox) gemischt mit verzerrten Elektrobeats. Mike Shinoda rappt sich zu tode - wenig überzeugend.Orientalische Gesänge lockern alles ein wenig auf. Chester übernimmt den besseren (Gesangs-)Part des Songs. Durchaus hartes Zeug, was einen freut. Zum Ende hin wird es allerdings ein wenig langweilig. Aber endlich mal ein wenig "bums" dahinter.

6. Robot Boy (2/5)
...ruhiges Piano mit elektrokram (schönes Wort), ein paar "uuuuhs" und fertig ist der Radio Popsong zum Feierabend. Die Melodie ist langweilig, eintönig und unglaublich poppig, bleibt einem aber unangenehm im Ohr hängen.

7. Jornada Del Muerto (keine Bewertung)
... auch ein Übergang vom und zum Song. Man hört eine verzerrte Stimme, ich nehme an Chesters, was gesungen wird ist schwer rauszuhören, die vielzahl an syntethischen Geräuschen macht Schwindelig, was wirklich gar nicht so schlecht ist - dramatisches Ende und ...nächster Song.

8. Waiting For The End (2/5)
Der Song ist ein seltsames Stück. Es ist ein relativ guter Beat zu hören. Chesters Stimme ist auch sehr gut (SEHR), die Drums hören sich auch sehr gut an. Alles ist sehr stimmig... und dann kommt der Refrain... Teilweise ist das ein sehr guter Song, der wirklich hoffen lässt.
Mikes rappt hätte man auch gut weglassen können. Dann wäre das ganze ein schöner Spektakelsong werden können.

9. Blackout (2/5)
Anfangs hört man nur ein paar Drums, ein wenig Keyboard und dann geht der eintönige Beat los und...was ist das?...versucht Chester zu rappen?? Egal! Den ENDLICH hört man das panische und herzzerreissende Geschreie von Chester, man atmet auf - im mittleren Teil erinnert es einen sofort an die Songs von "ReAnimation" Danach geht der poppige Teil weiter. Gute Ansätze, die leider nicht ausreichen, um den Song wirklich gut zu finden.

10. Wretches And Kings (3/5)
...Anfangs hört man den O-Ton einer Rede von dem Studentenprotest-Führer Mario Savio erinnert ebenfalls an "ReAnimation" - Mikes Rappart ist besser - wesentlich besser als bei Track 5. Chester schreit sich überzeugend die Seele aus dem Leib. Leider doch zu Hip-Hop-lastig und die Gitarren wurden zu sehr verzerrt.

11. Wisdom, Justice Ans Love (keine Bewertung)
... Übergang - Man hört eine Rede von Martin Luther King die zum Ende hin verzerrt wird, sodass man kaum noch etwas versteht. - Hört sich für mich sehr gut an.

12. Irdescent (4/5)
...ist sehr ruhig, man hört Mike singen und das Piano. Leider ahnt man schon, dass es nur wieder mal poppig wird - Im Vergleich zu Track 3 ist dieser Song nicht so gut. Allerdings abwechslungsreicher. Mit fast 5 min ist er ein wenig lang geworden. Zum Ende hin singt ein "Chor" bzw. "die Band" den Refrain. Der Song ist ein wenig kraftvoller, weil mehr Schlagzeug zu hören ist. Leider immer noch zu poppig und langweilig.

13. Fallout (keine Bewertung)
... und schon wieder ein synthetischer Übergang. Eine stark verzerrte Stimme singt einen Teil von Burning in the Skies.

14. The Catalyst (4/5)
...endlich wieder ein richtiger Song. Gute abwechslungsreiche Melodie, ein guter Gesang (ja von beiden!), gute Lyrics. Als der Song veröffentlicht wurde, war ich ja alles andere als begeistert, aber es ist definitiv ein "Grower". Schade nur das Linkin Park immer Radiotauglicher werden.

15. The Messenger (1/5)
Acoustic Gitarre + unnötig brüllender Chester Bennington. = The Messenger. Ehrlich gesagt find ich dafür keine Worte. Das ganze erinnert an eine Unplugged Version von Sum 41
Allerdings ist das Lied das erste wo allgemein die Grundstimmung passt. Ungewohnt. - Zum Ausklingen des Albums vollkommen okay, passt aber absolut gar nicht zum Übrigen.


++ Bonusmaterial ++
"Note from the Band" - Information zum Album und Statements von der Band
"Meeting of a Thounsand Suns" - Video über die Entstehung und Aufnahme des Albums
"Song List" - Offizielle Tracklist inkl. Bonussong
"The Catalst Video" - Der Videoclip zur ersten Songauskopplung "The Catalyst"
"Photos" - versch. Fotos während der Aufnahmen
"Credits"
"Puzzle" - Spiel (hab ich mich nicht mit beschäftigt.


++ "Meeting of A Thousand Suns" ++
Das Video, welches mit auf der Deluxe Edition ist, bietet kaum absolute Neuheiten. Klar ist mal wieder eine Dokumentation wie die Aufnahmen des Album entstanden sind und persönliche Meinungen zu dem Werk.
An sich finde ich solche Sachen wirklich super (Grandios ist die Dokumentation vom "Minutes To Midnight") allerdings ist hier der knapp 30 minüte Clip durchzogen mit absolut gewollten aber nervigen Verzerrungen des Bildes und Tons, sowie Farbfehler.
Das ganz wirkt wie ein altes Videoband, was nicht sehr pfleglich behandelt wurde und beschädigt aber noch abspielbar ist. Trotzdem sind gute Einblicke und Informationen dabei, die ein wenig mehr Verständnis für das Album wecken.
Des weiteren bieten das Bonusmaterial noch Texte der Band, ein Clip von "The Catalyst" und Fotos usw. (s. oben)


++ Meine Meinung ++
Ich hab mehrere Kritiken gelesen und alle sind geschockt vom dramatischen Wandel der Band, welcher sich bei "Minutes To Midnight" allerdings schon ankündigte. Dieser komplette Stilwechsel ist aber wirklich nicht mehr Linkin Park.
War Linkin Park früher eine Band, die durch ihre Alben ein Wechselbad der Emotionen hervorrief, sind die jetzt einfach nur noch langweilig, elektopoppig und erwachsen im schlimmsten Sinne des Wortes. Die Song klingen eintönig und sind eher was fürs Radio.

Klar hat die Band sich weiterentwickelt. Aber hier wäre fast ein neuer Bandname angebracht.
Im Allgemeinen ist das Album nicht schlecht und es steckt sicher sehr viel Herzblut darin, aber die Linkin Park Fans werden mehr als enttäuscht sein. Bei "Minutes To Midnight" war die Fangemeinde schon gespalten, bei "A Thousand Suns" bin ich mir aber sicher, dass die Mehrheit es nicht mögen wird.

Chester Bennington sagte in einem Interview: "Es galt die Devise: Lasst uns Musik machen, die so klingt, als hätten wir im Studio sämtlich Drogen genommen, die es gibt."

Es ist nicht so, dass ich das Album einfach nur durchgehört habe. Es lief den ganzen Tag - hat man sich erst mal damit abgefunden, dass es kein weiteres Meisterwerk a la "Meteora" ist und hat man den Wandel akzeptiert, ist das Album gar nicht so furchtbar.
Festivals werden sie mit diesem Album aber kaum noch rocken können (oder man denke an "Live in Texas"). Ich bin gespannt wie die Tour läuft. Ich werde mir diesmal die 60 Euro pro Karte allerdings verkneifen.

Nach dem Interviews mit der Band soll "A Thousand Suns" als Ganzes verstanden werden. (Deswegen die Übergänge) Bis auf ein oder zwei Ausnahmen passen die Song aus sehr gut ineinander, allerdings ist die Umsetzung nicht immer grandios gelungen. Das ganze ist zu elektropoppig.

Ich hätte mir mehr Kraft und Power gewünscht. Bis auf ein paar Stellen in wenigen Songs wirkt Chesters Stimme kraftlos (bedingt durch die vielen Krankheitsfälle??). Er hat durchaus mal mehr gekonnt.
Ich kann die Band vollkommen verstehen, dass sie nicht immer gleich klingen wollen und sich verändern wollen. Allerdings wirkt das Album (und liest man Interviews, und sieht Reportagen dazu) ein wenig egoistisch.

Wenn man bedenkt, dass bei der Entstehung zu "Minutes To Midnight" über 100 Songs geschrieben und teilweise aufgenommen worden sind, fehlt es dem Album meiner Meinung nach an Power und Aussagekraft. Es ist durchaus ein mutiges Werk und ihr Mut verdient einen gewissen Respekt, allerdings werden Linkin Park Fans damit absolut nicht glücklich, wenden sich von der Band ab und haben bereits neue Bands gefunden, die dem unvergleichlichen Sound der alten Linkin Park nahe kommen.
Wir sind froh, dass es 3 sehr gute Alben der Band gab, ab "Minutes To Midnight" gings aber bergab. Ich denke auch die jeweiligen Soloprojekte haben dazu beigetragen, dass Linkin Park sich so dramatisch ändert. Jedes Bandmitglied will seinen Stil und Geschmack einbringen - was dabei herauskommt sieht man ja. Schade drum.
Ich sag nur soviel. Bei iTunes hat das Album im Schnitt 1,93 Sterne.
Wem "Minutes to Midnght" aber überaus gefiel, wird hier sicher mehr Freude haben als ich.


++ Fazit ++
Drastischer Stilwechsel, sehr viel Ambiente, sehr atmosphärisch, viel elektronisches und synthetisches, viel Pop, weniger gute Raps, im allgemeinen zu ruhig - die Idee eines Konzeptalbum völlig unsinnig/unwichtig. Kraftlos und keine Dauerbrenner im Gepäck. "A Thousand Suns" ist nicht mehr Linkin Park wie wir sie kennen.
Hätten sie weniger "Konzeptalbum" sondern mehr "neues gutes Linkin Park Album, worauf die Fans warten" gedacht, wäre es definitiv besser geworden, denn die Ansätze sind nicht schlecht.

Fazit: s. Bericht