A Thousand Suns (Limited Edition) - Linkin Park
Verstehen Sie Spaß?* - A Thousand Suns (Limited Edition) - Linkin Park Musik Album

Verstehen Sie Spaß?*
A Thousand Suns (Limited Edition) - Linkin Park

Riesenkeks

Name des Mitglieds: Riesenkeks

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A Thousand Suns (Limited Edition) - Linkin Park

Datum: 16.09.10, geändert am 16.09.10 (89 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: das Album hat seine Momente

Nachteile: fehlendes Gefühl, fehlende Gitarren, fehlendes gelungenes Zusammenspiel von Mike und Chester . . .

* Auf den Titel bin ich durch Schlucke gekommen. Danke dafür.

Das neue Album der Crossover beziehungsweise Nu-Metal-Band Linkin Park, die dem geneigten Leser eigentlich ein Begriff sein müsste, spielte sich mit Liedern wie "Crawling", "In the End", "Somewhere I belong"," Numb" oder auch "Breaking the Habit" und einigen weniger bekannten Liedern ( "My December", "Morei Sky" ... wobei hier natürlich Chesters alte Band Grey Daze eine Rolle spielt)) in die Herzen der Fans und eroberte irgendwie auch ziemlich schnell mich. Vielen wird vielleicht auch "New Divide" etwas sagen, denn hierbei handelt es sich um den Titeltrack von "Transformers 2".
Die Band versteht es, HipHop/Rap, Metal und Rock gekonnt miteinander zu vermischen und hat es damit sogar geschafft, dass ich mir das Crossover-Zeug mit Jay-Z angehört habe. (Ich finde aber Linkin Park pur um einiges besser.)
Nun steht das vierte Studioalbum in den Läden, meine gewisse Person kaufte es, ohne auf meine Einwände, dass die Single irgendwie seltsam ist und der sich erstmal ein bisschen mehr anhören sollte, einzugehen.... Und nun liegt das Album auch bei mir zum Probehören.
Eines vorneweg: Ich bin froh, nicht selber Geld dafür ausgegeben zu haben.

Ich habe mich dieses Mal tatsächlich mal einfach mit Stift und Papier hingesetzt, das Album von vorne bis hinten durchgehört und mir Notizen gemacht. Das kommt selten vor... Normalerweise höre ich die Musik einfach nebenher, während ich schon den "richtigen" Bericht tippe.
Wieso ich das dann dieses Mal anders gemacht habe? - Leider unter anderem auch, damit ich nicht in die Verlegenheit komme, zu skippen.

Ich stehe nun also vor der Aufgabe, dieses °°°Konzeptalbum°°° (dass die Jungs von Linkin Park nicht als klassisches Konzeptalbum verstanden haben wollen, sondern als: "Konzept hinter der Idee, dass du eine zusätzliche Tiefe erfährst, wenn du dir alle Songs nacheinander anhörst. Es ist mehr so ein 3D-Gefühl dessen, was dort passiert, wenn du vom Anfang bis zum Ende dabei bist. Die Songs unterstützen sich gegenseitig, füllen Punkte aus und stehen für komplette Ideen. Textliche und musikalische Motive werden an verschiedenen Stellen der Platte wieder aufgegriffen" (1) ... klingt für mich nach Konzeptalbum....) vorzustellen, dass eigentlich ein einziges langes Lied mit ein paar kleinen Unterbrechungen ist. Gut, gegen Konzeptalben habe ich an sich nichts und nenne auch einige gelungene mein Eigen ("American Idiot" von Green Day, "Le Frisur" von DÄ... zB)... aber nachdem ich das Album hier gehört habe, habe ich mich erstmal gefragt, ob das notwendig war. Es soll als Ganzes gesehen werden und jeder Track als Teil einer Reise (2) ... an sich ist das Album also am besten, wenn man es nicht häppchenweise hört. Gut, das mache ich eh selten, aber ich wollte es mal erwähnt haben.

Wo soll ich anfangen? Ich weiß es noch immer nicht. Wie stell ich das Ding hier vor?
Soll ich einfach mal bei dem °°°Booklet°°° anfangen? Das ist schnell erledigt.

Das Booklet ist NICHT gelungen. Wer sich ernsthaft für die °°°Texte°°° interessiert und Probleme hat, die in den Liedern so richtig zu verstehen, der ist einfach auf das Internet angewiesen, wenn er nicht länger als eine Minute allein für das Entziffern der Lyrics eines einziegen Liedes benötigen möchte.
Ich persönlich gucke mir normalerweise vor dem ersten Hören einer CD den Text an oder mache das, während die Lieder laufen. Hier habe ich schnell aufgegeben und kann nur so viel sagen: Die Texte sind sicherlich nicht schlecht und erinnern durchaus noch an Linkin Park.
Naja... falls keiner den Grund erkannt hat, weswegen das Booklet nicht gelungen ist: Man kann die Texte nicht gut lesen, es ist lange nicht so kreativ wie die anderen Booklets der Linkin Park CDs und wenn ich mir Störbilder und Flackern ansehen möchte, dann stell ich die Sender vom TV falsch ein oder warte auf ein Gewitter.
Die °°°Hülle°°° selber ist recht schlicht gehalten, sollte aber nur mit Handschuhen angefasst werden, wenn man etwas gegen Fingerabdrücke auf seinen Sachen hat. Das hier verzeiht nichts.


°°°°Die Musik°°°°

Hachja... die Musik. Das, weswegen man ein Album eigentlich kauft.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mich meistens erstmal an Alben gewöhnen muss, um sie richtig einordnen zu können. Hier hat sich allerdings mein Eindruck auch nach mehrmaligem Anhören nicht wirklich geändert. Ich habe nur gegen einige Dinge eine größere Abneigung als vorher und gegen andere weniger Abneigung. Wirklich richtig gerne und gezielt (Letzteres ist ja eh ganz böse bei diesem Album) höre ich eigentlich nichts von dem Album.
So viel zu Beginn.
Wichtig: Bewertungen sind wie immer tagesabhängig.

Und ja, ich bin mir bewusst, dass ich die Lieder nicht unbedingt einzeln bewerten sollte, weil man ja alles zusammen verstehen muss... deswegen gibt's unten noch mal einen Gesamteindruck.

Das Album startet mit zwei kleinen Intros, wovon das erste ( The Requiem ) gar nicht mal so schlecht ist.
Es bereitet auf die düstere Stimmung des Albums vor, klingt ein wenig traurig... allerdings irritiert die eindeutig weibliche Stimme ein wenig. Das zweite Intro ( The Radiance )ist für mich einfach nur... da... Klar, die Rede von Oppenheimer (3) bringt ein besonderes Gefühl und eine Erwartungshaltung an die CD mit... aber an sich bin ich nicht so sehr überzeugt davon, das hierdrauf zu haben. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen.

Und dann geht es "richtig" los. "Burning the Skies" hat einen richtig blöden Beat und ruft in mir die Assoziation an ein Remix-Album hervor. Jetzt schon. Dabei fängt es gerade mal an. Juhu. Das wird ein gelungener Abend.... Chesters Gesang ist aber durchaus ganz nett anzuhören. Er singt klar und deutlich... allerdings merke ich persönlich leider nicht so viel Gefühl wie früher, was mich doch etwas enttäuscht. Ein kleines bisschen fühle ich mich an Lieder wie My December und Morei Sky erinnert - allerdings in etwas weniger gut.
An sich ist das Lied allerdings ganz okay. Es ist ein bisschen "langewilig" und hat keine herausragende Momente, allerdings kann man schon noch erkennen, dass es Linkin Park sind und auch früher hat man schon ähnlich ruhige Lieder gehört. Aufs Shouten muss man hier komplett verzichten und auch Rapparts sucht man vergeblich - das stört mich allerdings noch nicht sonderlich.

3-3,5/5

Es folgt ein bisschen Zwischenzeugs, das weder irritiert noch unbedingt dareingehört... finde ich. Die "Empty Spaces" sind wirklich sehr leer und extrem kurz.

"When they come for me" hat ein doofes Intro, klingt, als wolle man auf "Man, sind wir vielleicht düster drauf! Wir machen einen ganz dumpfen Beat!" machen, hat blöde Geräusche dadrin, die ich persönlich nur als "dedede" bezeichnen kann und es wird fast nur gerapt. Der Rap ist okay... durchaus.. aber es klingt kaum, wie ich es von Mike bisher gewohnt bin und nach dem, was ich an Linkin Park mag. Sehr gelungen finde ich allerdings die "Aaaaaaah"- Parts im Hintergrund und Chesters ruhiger Gesang (der Typ hat es echt drauf) fügt sich auch sehr schön in das Gesamtbild ein.
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich das Lied hier bewerten soll. Man kann es hören, muss es aber ganz sicher nicht und wenn dann auch noch "Heyhey"s kommen, frage ich mich, was ich nun mit dem Lied anfangen soll. Es hat seine Momente - aber ist an sich nicht soooo sehr mein Fall.

2,5-3/5 (je nach Laune sogar 3,5)

Hey.. der Anfang ist ja mal gar nicht so schlecht! Klavier, sanfte "uuuuuh"s und Percussion, die okay klingt, leiten "Robot Boy" ein. Chesters Gesang ist ruhig, klar und lädt fast ein wenig zum Träumen ein. Der Anfang des Liedes ist zwar... hmm... nicht wirklich lebendig, aber auch nicht langweilig. Klar, von Linkin Park ist man anderes gewohnt, aber das muss ja nicht heißen, dass das hier schlecht ist, oder? Aber irgendwie... fehlt mir was. Das ist schon der sechste Track und ich frage mich noch immer, wann das Album denn "anfängt". Alles geht ineinander über, man hat nur hin und wieder kleine Highlights... Und dann härt man hier nur im Hintergrund ganz leises Shouten ... äh.. das passt nicht. Es hört sich nicht schlecht an... Aber... Wenn man schon Shouts einbaut, dann doch bitte richtig.
Ein traurig klingendes Lied, das durch Chesters Gesang und die relativ gelungene musikalische Begleitung lebt. Leider bin ich nicht so bewegt, wie ich es gerne hätte und mag hier auch das leicht Verzerrte in Chesters Stimme nicht sooo gerne.
Versteht mich nicht falsch. Ich MAG ruhiges Zeug. Auch von Linkin Park. Aber irgendetwas fehlt mir hier.

2,5-3,5/5

"Jornada del Muerto" fängt so an, wie das Lied davor aufhört, um dann auszuklingen. Den Gesang hätte man sich sparen können, da er eh zu verzerrt ist und bei mir keinerlei Reaktion auslöst. Das, was eine Steigerung sein soll, klingt einfach nur blöd - was nicht zuletzt an der viel zu elektronisch angehauchten Musik liegt. Komisches Gequietsche. Nichts Neues.

1-1,5/5

Schon zu Beginn von "Waiting for the End" merke ich, dass es sich hier wieder um ein Lied mit mehr Rapparts handeln dürfte, weil hier wieder ein blöder Beat zu finden ist. Und wenn dann das erste Wort "Yeah" ist, bin ich leider schon sehr sehr skeptisch. Sind wir jetzt doch auf der unteren Rapschiene angekommen? Ist das Rapzeugs, das ich sogar gelungen fand früher, nun auch nichts mehr (beziehungsweise nur noch die Texte) wert?
Chester und Mike wechseln sich hier tatsächlich ab. Leider ist Chester wieder sehr ruhig und es kommt kaum was bei mir an. Bin ich so kalt geworden, oder wird hier einfach nicht mehr so viel an Emotionen und Gefühl mitgeliefert? (Kleine Notiz am Rande: Da ich eben bei einem anderen Lied fast angefangen hätte zu heulen, wird es nicht an mir liegen...).
Chester und Mike harmonieren hier nicht so gut wie früher. auch blöd: Da hat man schon mal Shouts - und dann werden die durch das Rapzeugs extrem in den Hintergrund gedrängt. Toll.
Das Lied hat seine Momente. Das war's dann aber auch.

1,5-2/5

"Plöngplöngplöngplöngplöng"... "dedededede".... NEEEEEIN!. Was soll denn das?
Sehr interessant ist allerdings das, was danach kommt. Zwar klingt das Lied an sich wie jedes andere hier auch: dumpf, düster und mit seltsamem Beat sowie doofem Elektroschlagzeug... ABER: Chester shoutet und macht das teilweise sogar sehr sehr interessant. Der Anfang hört sich fast wie ein Rappart an. Aus dem Lied hätte was werden können. Chester darf ran und zeigen, dass er nicht nur klar und ruhig singen kann. Was will ich mehr?
Bestimmt nicht das blöde Plattengescratche, das hier so gar nicht passt ( Es gibt Gegenbeispiele von früher! Somewhre I belong zum Beispiel.. ) und auch nicht das Verzerrte.
Zum Ende hin wird es dann mal was ruhiger und das blöde Elektrozeugs, das mich schon zu Beginn gestört hat, stört mich noch immer. Denn aus diesem Lied hätte was werden können. Shouts und klarer Gesang - nur kein Rap.
Ich weiß echt nicht, was ich nun machen soll. "Blackout" gefällt mir an sich ja schon (Hier habe ich tatsächlich "Uuuh! LINKIN PARK! Krass! Das ich das noch erleben darf!" gedacht) - aber das Geplöppe, Geplinge und Gedede nervt mich...

2,5- 3/5

Wenn meine erste Notiz zu "Wretches and Kings" "... bah..." ist... was heißt das dann wohl?
Nach einem kurzen Einspieler einer Rede von Mario Savio (4), fängt der Rappart an, der mir wieder nicht so ganz gefallen will (Das liegt unter anderem wieder an den "HeyHeyHey"s etc.). Dafür gefällt mir Chesters Part tatsächlich. Er darf schreien, Gefühle rauslassen, zeigen, was er kann. Hier fühle ich mich tatsächlich daran erinnert, was Linkin Park eigentlich sind und was sie eigentlich können. Leider machen die Musik und der Rappart zu viel kaputt.

2 -2,5/ 5 (tut mir sehr Leid, weil Chesters Part hier echt gelungen ist)

"Wisdom, Justice, and Love " holt wieder das Klavier hervor und man hört mal wieder einen Teil einer Rede - dieses Mal von Martin Luther King Jr.(5), was irgendwie immer bewegend ist.. Dann wird das aber leider sehr verzerrt und es endet in einer roboterhaften Stimme, die... blöd klingt. Sehr sehr schade.

Dafür fängt dann "Iridescent" wieder mit dem ruhigen Klavier an, Chesters Gesang ist ruhig, gelungen und erinnert mich ein klein wenig an Valentine's Day - nur weniger kraftvoll. Hier merke ich tatsächlich mal ein bisschen Gefühl und gehe sogar noch einigermaßen freundlich mit der Musik um, die zwischendurch nicht ganz so gelungen, im Endeffekt jedoch ganz akzeptabel, ist. An sich ist das Lied hier aber sicherlich eines der besten des Albums.
Ein Lied zum Träumen, ein Lied, das mich an früher erinnert - auch, wenn es nicht sonderlich herausragend ist.

3,5-4/5 (die 4 eher selten)

In "Fallout" passiert nichts. Roboterzeugs, "mystische" Geräusche. Das war's.

*Strahl* Linkin Park Sounds! Plattengescratche! Aus dem Lied könnte was werden! Potential ist vorhanden, da der Rappart tatsächlich gefällt, Chester auch nicht nur so ruhig singt. Hach. Herrlich. ... Und dann ... dann frage ich mich, wann H.P. Baxxter "How much ist he fish" brüllt. Waaaaaaaaaah!. Das Lied war so genial und dann kommen fiese Scooter-Sounds rein. Naja... wenn wir das mal ignorieren ( *mich anstreng* / Die Sternchensprache ist übrigens extra für Schlucke! ;-) ) ist da tatsächlich ein relativ gutes Lied rausgekommen, das an Linkin Park erinnert. Wahnsinn. Klar, es gibt interessantere und kraftvollere Lieder von der Band. Aber das hier ist vom Grundprinzip her durchaus gelungen. Chester darf sowohl klar singen als auch nicht, Mike passt da auch gut rein.. hachja...
Was mach ich denn jetzt mit dem blöden Elektrozeugs von "The Catalyst" ?

1,5-4/5 (ich weiß, das ist eine sehr weite Spanne... liegt an dem "waaah"-Effekt, der sich leider durch das ganze Lied zieht)


Nach dem Schrecken darf ich mich zum Glück entspannen.
Eine Akustikgitarre! (!!!!!!!) Und das war's quasi schon an Instrumenten, wenn man mal von Chesters Stimme und einem später einsetzenden Klavier absieht. Interessant. Wirklich interessant. Vor allem, weil er dann hier auch nicht nur ruhig singt, sondern auch schreit.
Hach. So noch nicht gehört und sogar ganz angetan von "The Messenger".

3,5-4/5

Und dann isses aus. Wenn ich ehrlich sein soll: Endlich. Gut, je öfter ich das höre, desto mehr habe ich mich daran gewöhnt ( anders, als ich oben noch behauptet habe -> Man sollte meine Musikberichte immer ganz lesen... ich ändere schon mal meine Meinung. )


°°°Gesamteindruck°°°
Wenn man das Album als Ganzes betrachtet, als Einheit, die nur zusammen funktioniert und nicht getrennt werden sollte, dann weiß ich nicht so wirklich, was ich damit anfangen soll. Das Album hat seine Höhen und Tiefen, wobei beide leider mehr oder weniger starke Ausprägungen haben, so dass keines das Andere überwiegt und ich nach wie vor vor dem Bewertungsproblem stehe.

Dieses Album ist anders , als ich es bisher von Linkin Park gewohnt bin. Der Sound ist anders als der, den ich kennen und lieben gewonnen habe. Die Rapparts gefallen mir größtenteils nicht und lassen mich teilweise sogar auf die Uhr schielen und mich fragen, wie lang denn die CD noch geht. Ein wirkliches Schlagzeug hört man so gut wie gar nicht, dafür finden sich immer wieder nur dieselben oder sehr ähnlich klingenden, dumpfen Beats und hin und wieder etwas, das ich als Drumcomputer oder Elektroschlagzeug deute. Juhu.
Überhaupt klingt hier alles fast wie ein einziges, langes Lied, das nur hin und wieder von Reden etc unterbrochen wird. Gut, so war das wohl auch gedacht, aber ehrlich gesagt habe ich mich dann auf diese Weise gefragt, wann das Album denn mal anfängt. Extrem schade, denn als es dann irgendwann mal tatsächlich so klingt, als würde nun Leben in die Bude kommen, ist die Spielzeit dann auch schon fast vorbei. Haha.

Da ich eben schon die Reden erwähnt habe: Sie machen auf ihre Weise schon alle irgendwo was her und unterstützen den Gesamteindruck, die Texte, das Gefühl des Albums. Leider wurde meines Erachtens aber teilweise zu viel an ihnen rummodelliert, was mich vor allem bei Wisdom, Justice, and Love gestört hat.
Die Stimmung des Albums ist insgesamt um einiges düsterer als bei den Vorgängern, was ich persönlich für kaum möglich gehalten habe. Klar, dass es düsterer geht, war schon irgendwo klar. Aber ich hatte die Befürchtung, dass sich Linkin Park dabei verlieren; nicht mehr die Band sind, die ich mag. Und irgendwie habe ich ja auch Recht damit. Ich meine, ich finde es durchaus nicht schlimm, wenn eine Band sich weiterentwickeln möchte und auch mal etwas Neues wagt. Aber das kann leider auch ganz schön in die Hose gehen - wie hier geschehen.

Gut, man erkennt immer noch, dass es sich um Linkin Park handelt.
Aber wo sind die Gitarren? Wo ist das Gefühl? Wieso fühle ich bei diesem Album so verdammt wenig? Wieso bewegt es mich kaum? Die Texte sind doch nicht großartig anders als sonst? Liegt es tatsächlich nur daran, dass die Musik elektronischer ist? Und daran, dass die Rapparts näher an dem HipHop-Zeug sind, das ich nicht mag? Daran, dass alles gleich klingt? Daran, dass mir eindeutig zu wenig demonstriert wird, was Chester kann? Daran, dass das Zusammenspiel zwischen Chester und Mike nicht so gut klingt wie früher?

Denn an der Mischung aus ruhigeren Liedern und kraftvolleren Nummern kann es nicht liegen - davon abgesehen, dass ich die Kraft kaum bemerke. Denn auch hier wechseln sich die Lieder ab, tragen einen von einer Situation zur nächsten - durch die teils sehr fließenden Übergänge und immer wieder aufgenommenen Themen, Ideen etc. sogar an sich leichter als sonst.
Das Album funktioniert als Einheit, ja. Aber in dieser Einheit frage ich mich wirklich immer wieder, ob es so bleibt, oder ob mir das nächste Album wieder mehr zusagen wird.
Es gibt hier so schöne und gelungene Parts - aber auch so großen Müll. Ich bin hin und hergerissen. Ich mache die musikalische Reise mit - und werde dabei leider oft "enttäuscht".
Ein paar Lichtblicke reichen leider nicht für ein gelungenes Album.


°°°Die DVD°°°

Als Liebhaber der Musik von Linkin Park kauft man natürlich die teurere Version des Albums, die mit einer DVD daherkommt.

Als ich die DVD hier am PC angucken wollte, habe ich erstmal gedacht, dass das Laufwerk jetzt echt vollkommen Schrott ist und Daten nicht mehr richtig überträgt, der Laser falsch abtastet. Warum? Weil es nur Rauschen und Schlieren zu sehen gab... länger als eine Minute. Skippen konnte ich nicht und auch sonst tat sich nichts.
Nachdem ich die DVD dann aber nach unten transportiert habe, um auf die altmodische Weise (DVD-Player und Fernseher) in den Genuss bewegter Bilder zu kommen, sah es nicht wirklich anders aus.
Allerdings konnte ich hier immerhin nach einiger Zeit skippen und spulen.
Ein Menü gibt es nicht (zumindest habe ich mir nichts aussuchen können...) und alles läuft automatisch von vorne nach hinten durch. Allerdings ist sie bei mir mittendrin ein Mal wieder an den Anfang gesprungen, was ich nicht wirklich toll fand.

°°Was ist denn dadrauf zu sehen, außer den Schlieren?°°
Derjenige, der knapp 20Euro für das Album ausgibt statt der 15Euro für die einfache Version, der darf den Jungs von Linkin Park bei dem Verhunzen des Albums zusehen. Soll heißen: Man bekommt einen kleinen Einblick in die Studioarbeit. Hierbei wird eine wirklich recht lange Zeit von mehreren Monaten auf knapp 30 Minuten zusammengeschoben. Man sieht die Jungs beim Einspielen der Instrumente, dabei wie Teile der Lieder eingesungen werden und immer wieder darf man ihnen dabei zuhören, was für Ideen sie nun wieder haben, um Fans zu verschrecken. (ich bin gemein... Ich mag die doch... Aber.. Irgendwie komme ich mir fast ein wenig verarscht vor.).
Geredet wird natürlich auf American-English. Ich persönlich habe allerdings kaum Verständnisprobleme, da die Aussprache recht deutlich (bei den meisten zumindest) und die Tonqualität auch nicht unter aller Sau ist.

Was mich jedoch nervt, ist, dass auch hier zwischendurch immer wieder Flackern zu finden ist und sich Schlieren über den Bildschirm ziehen. Gut, das passt dann zum Booklet und auch ein wenig zu der CD - aber mich stört das einfach.


°°°°Fazit°°°°

Ich persönlich bin zwar nicht sonderlich enttäuscht, da ich schon geahnt habe, dass das Album mich nicht sonderlich begeistern wird, aber traurig finde ich es schon ein wenig.
Klar, Linkin Park können es sich leisten, mal etwas anderes auszuprobieren und ich gönne jedem eine freie Entfaltung, aber das heißt noch lange nicht, dass ich dann das Resultat auch gut finden muss. Nobody's Listening ist auch "anders"... aber gut!

Das Album sollte anders sein. Das ist es auch. Langweiliger, weniger bewegend und mit viel zu wenig Gitarren und richtigem Schlagzeug. Es wird zu wenig Kraft rausgelassen, die Rapparts gefallen mir meistens nicht und ich finde nach wie vor, dass man Martin Luthers Stimme nicht roboterhaft verzerren muss....
Das Album hatte Potential, das nicht ausgeschöpft worden ist. Schade.
Wer sich von mir nicht hat abschrecken lassen und riesiger Linkin Park-Fan ist, dem rate ich zum Kauf - auch des teureren Albums mit der DVD, da die Studioarbeit nicht so ganz uninteressant ist (wobei ich auch da schon bessere Beispiele gesehen habe). Allen anderen rate ich, vorher dringend erstmal reinzuhören. Gerne auch mehrmals.

Da ich mich nach wie vor nicht entscheiden kann, wie ich bewerten soll, werden das jetzt einfach mal schwache drei Sterne.
Das Album hat seine Highlights und wenn es sich nicht um Linkin Park handeln würde, würde ich wohl auch drei Sterne vergeben... so war ich immer wieder mal dran, zwei zu vergeben, da ich an ein Album dieser Band mit einer gewissen Erwartungshaltung drangehe... eigentlich.

Quellen:
(1)Klaas Tigchelaar: "Gegen die Häppchenkost"; http://www.weser-kurier.de/Artikel/News/ Vermischtes/Stars/228784/Linkin+Park+wollen+mit+%2 2A+Thousand+Suns%22+auf+ ganzer+Albumlaenge+ueberzeugen.html; eingesehen am 14. September 2010. Zitiert wird hier eine Aussage von David Farrell.
(2) Vgl. dazu Ebd. (oder auch das Booklet)
(3) Vgl. dazu Ebd.
(4) Vgl dazu Ebd.
(5) Vgl dazu: das Booklet oder auch: http://www.computerbild.de/ artikel/Musikkritik-Rock-Pop-A-Thousand-Suns-55904 31.html; eingesehen am 15.September 2010.

Wer die Links aufruft: Leerzeichen rausnehmen

Fazit: Vor dem Kauf unbedingt reinhören!