Krimidinner - Ein Leichenschmaus
Hochzeit in schwarz - Klappe, die zweite! - Krimidinner - Ein Leichenschmaus Attraktionen & Freizeitangebote

Neuester Testbericht: ... eine ungenießbare mit Maggi verwürzte Tütensuppe, 1 winziger, bei diversen Tischnachbarn noch roher Hähnchenschenkel mit einem Klack... mehr

Hochzeit in schwarz - Klappe, die zweite!
Krimidinner - Ein Leichenschmaus

picasso-weiblich

Name des Mitglieds: picasso-weiblich

Produkt:

Krimidinner - Ein Leichenschmaus

Datum: 02.01.10, geändert am 25.04.11 (2858 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Spaß und Action, dazu Leichen umsonst!

Nachteile: Angesichts der Preise sollte man es sich schenken lassen!

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Yippi, ich bin 50...!
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Im November 2009 hatte ich Geburtstag und bekam viele Geschenke, unter anderem einen Gutschein zu einem "Galadinner" im Hotel auf der Wartburg. Aber nicht irgendein Essen, nein einen Gutschein zu einem sogenannten Krimidinner. "Dazu würde die Wartburg mit seinen Sälen als Kulisse wahrhaftig gut passen." dachte ich mir. Natürlich durfte ich nicht allein zu diesem Vergnügen, versteht sich, weil meine Freunde natürlich für sich auch Karten reserviert hatten. Termin war der 03.12.2009, ab 19.00 Uhr. Soviel zur Vorgeschichte!


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Vorbemerkung und Erklärungen:
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Zu so einem Anlass will man natürlich pünktlich sein, also fanden wir uns um 18.15 Uhr im Foyer des Hotels auf der Wartburg ein. Außerdem wussten wir nicht, ob rechtzeitiges Erscheinen die besten Plätze sichert, oder ob die Tische bereits arrangiert sind. Wir waren zwar nicht "overdressed", aber auch nicht leger gekleidet, also ein Mittelding. Immerhin stand auf den Karten "Gala"-Dinner. Ganz absichtlich hatten wir uns vorab nicht im Internet vorinformiert, weil wir es einfach unvoreingenommen genießen wollten. Apropos genießen! Auf der Karte stand folgendes:

"GALADINNER Genuss-Theater für alle sechs Sinne

Genusstheater für alle sechs Sinne verbindet-
Kulinarische Köstlichkeiten,
duftende Verführung,
optische Leckerbissen,
akustische Schmeicheleien,
fühlbares Vergnügen
und..."

Klingt schon mal gut, oder?
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Bei diesem Dinner "Hochzeit in schwarz" handelt es sich um den zweiten Teil eines Krimidinners als Fortsetzung von "Ein Leichenschmaus".
Auf dem Prospekt steht dazu:

"Die Fortsetzung des kulinarischen Kerzenlichtdinners "Ein Leichenschmaus" a la Edgar Wallace lädt ein zur mörderisch schönen Hochzeitsfeier.
Das letzte Familientreffen der Ashtonburry's hatte es wirklich in sich. Erst starb Lord Ashtonburry eines plötzlichen Todes. Dann bekam das Familienoberhaupt in der Gruft weitere Gesellschaft. Und zu guter Letzt erwartete alle Beteiligten eine böse Überraschung bei der Testamentseröffnung.
Kommt nach all diesen tragischen Ereignissen die Hochzeit der Tochter des Hauses nicht etwas zu überstürzt? Einige Familienmitglieder setzen alles daran, dem jungen Glück Steine in den Weg zu legen. Und die Hochzeitsgeschenke für das Brautpaar sind gespickt mit Verdächtigungen.
Hochzeitsgäste des Ashtonburry-Clans sind herzlich willkommen. Und wer beim Leichenschmaus als Erbschleicher schon anwesend war, wird seine helle Freude haben, die Familienmitglieder zu dem erfreulichen Anlass wiederzusehen.
Bei einer Hochzeit kann ja schließlich niemandem etwas zustoßen, oder doch?"


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Und jetzt geht's los!
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Nun gut. Wir sind nicht die ersten im Foyer, entledigen uns der Jacken, stellen uns an einen Stehtisch, weil man uns bedeutet hatte, dass hier zu warten sei. Nun gut, die zwei Herren in unserer Truppe trinken ein Bier und wir vier Frauen gehen unserem Hobby nach und beobachten. Nach und nach füllt sich der Vorraum, da ertönt plötzlich eine laute Stimme. Sie gehört einer Dame, die unschwer als Bedienstete oder Zimmermädchen auszumachen ist. Und da sie alle Anwesenden mehr oder weniger der Reihe nach anquatscht, begreifen wir schnell, dass die Show beginnt, schon hier draußen, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein eleganter, charmanter Herr in weißem Jackett und Fliege mischt sich unter die Gäste, begrüßt die Frauen elegant mit Verbeugung und Handkuss, die Herren mit Handschlag, spricht überall ein paar Sätze und pflegt small-talk mit "SEINEN" Gästen, die zur Hochzeit eingetroffen sind. Plötzlich mischt sich eine keifende Stimme in das Stimmengewirr und beherrscht es im Handumdrehen. Es ist Emily, die Schwiegermutter von Peter, die mal ihn betörend umgarnt, um dann wieder in kreischendem Ton das Dienstmädchen Olga zu maßregeln. So treiben die drei ihr "Unwesen" im Foyer zwischen den zahlreichen Gästen, huschen auch mal hinaus ins Freie, um eintreffende Gäste hereinzubitten, um dann gleich wieder den oder die Nächste ins Gespräch zu verwickeln.
Ein weiterer junger Mann spaziert durch die Reihen und tut allen Gästen kund, dass er eigentlich die Braut liebt und sein Stiefbruder sie ihm ausgespannt hat. Peter schaut sich dies natürlich nicht lange mit an und wirft ihn kurzerhand raus, natürlich nicht, ohne vorher lautstark mit ihm zu diskutieren.
Eine fünfte Person betritt die vermeintliche "Bühne". Hinkend schlurft Willson, der Butler des Hauses, durch die Gänge und betreibt ebenfalls unabhängig von den anderen Konversation. Sein Gang und seine Haltung erinnern eher an Quasimodo als an einen seriösen Bediensteten.
Auch wir werden begrüßt und "unter die Lupe" genommen. Der Bräutigam fragt, was wir ihm für Geschenke mitgebracht haben und spekuliert auf meine Kamera. Sofort möchte die Schwiegermutter mit ihrem angehenden Schwiegersohn von mir fotografiert werden. Ehe ich es mich versehe, hat sie meinen Fotoapparat geschnappt und fotografiert sich mit Peter selber. Weil ihr das erste Foto nicht gefällt, schießt sie gleich noch eins. Meine Befürchtung, dass sie den Fotoapparat gleich als Hochzeitsgeschenk einheimst, bewahrheitet sich nicht.

Zwischensatz:
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"Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden", so heißt es ja. Denn kurze Zeit später begreifen wir, was dieses "Theater" im Vorraum soll. Sie testen die Gäste, wer kommunikativ und spontan ist, eventuell auch schauspielerische Fähigkeiten besitzt, um ihn dann in ihre Aufführung mit einzubeziehen. Doch dazu später!

Noch eine Bemerkung:
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Wer nun nicht die Geschichte erfahren möchte, weil er demnächst selbst einmal so etwas besuchen möchte, der sollte nach unten scrollen und beim Punkt "MEINE MEINUNG" weiter lesen!

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Jetzt geht's aber wirklich los!
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Es ist 19.00 Uhr. So langsam setzen sich die Menschen in Bewegung und wir reihen uns in die Schlange der Gäste ein. Wir werden platziert. Die sogenannte Hochzeitsfeier findet in einem riesigen Saal statt, der "Landgrafenstube". Das Ambiente - einfach Wahnsinn! Ich weiß gar nicht, was ich zuerst bestaunen soll und muss doch meinen Freunden folgen, um sie nicht zu verlieren in diesem riesigen Saal. Erst am Tisch habe ich Zeit, mich umzusehen. Alles runde Tische, akkurat gedeckt, mit allem, was zu einem Galadinner gehört: mehrere Gläser pro Person, mehrfach Bestecke angeordnet und mittig riesige, mehrarmige Kerzenleuchter, die mit Watte oder ähnlichem Material so dekoriert sind, dass es an Spinnweben erinnert. Jeweils zehn Plätze sind pro Tisch eingedeckt. Mittig hat jeder Tisch einen hohen, schmiedeeisernen Ständer mit Wappen und Namen als Tischbezeichnung. Ein Brotkorb und Butterstückchen stehen schon bereit. Zu uns gesellen sich zwei fremde Paare, mit denen wir aber schnell und problemlos Kontakt aufnehmen. Die Platzierung geht doch relativ schnell, aber vielleicht nehme ich das gar nicht richtig wahr, weil ich den riesigen und extrem hohen Raum mit seinen vielen Wandmalereinen bestaunen muss.

Dann geht's tatsächlich los. Emily Ashtonburry bitte die Gäste mit durchdringender Stimme um Ruhe, um sie ebenso laut Herzlich Willkommen zu heißen. Butler Willson muss die Speisekarte verlesen, wobei er alle Gerichte umschreibt, was ich leider nicht wiederholen kann, aber immerhin für allerhand Lacher sorgt. Hier der "einfache" Text von der Karte:

-:-:- Lachs-Zanderterrine an Herbstsalaten
-:-:- Getrüffelte Schwarzwurzelcremesuppe
-:-:- Schweinefilet im Serranomantel mit Vanillekarotten und Dauphinkartoffeln
-:-:- Honig-Mohn-Mousse mit marinierten Beeren und geflämmtem Grand-Marnier-Parait


Dann übernimmt Peter das Wort und bittet uns, mit ihm auf das Wohl vom verstorbenen Lord zu trinken, mit seinem Lieblingsgetränk, einem Aperitif. Eine grüne Flüssigkeit in Sektgläsern wird uns als Absinth vorgestellt. Wir haben den Teelöffel mit dem darauf liegenden Würfelzucker zu nehmen, in die grüne Flüssigkeit zu tauchen, danach den Löffel quer über den Glasrand zu legen und den Zucker anzuzünden. Alle Utensilien dafür liegen bereit und alle Gäste hantieren aktiv damit rum. Danach sollen wir den karamellisierten Zucker im restlichen Absinth verrühren. Warum er den zart besaiteten unter den Gästen empfiehlt, diese Flüssigkeit noch mit Wasser aufzufüllen, versteht jeder, der es pur kostet. Klar, man kann es trinken, aber es ist ganz schön stark, sprich hochprozentig! Im Geschmack erinnert es mich an den Likör Küstennebel. Soweit zum Drink auf den Lord!

Emily übernimmt wieder das Zepter und Kora, ihre Tochter, betritt die "Bühne". Eine Brautjungfer aus dem Publikum (Statistin) wird von Emily zur Begleitung der Braut dirigiert. So ziehen die beiden durch die Reihen in Richtung Showbühne, nämlich die Seite gegenüber der Eingangstür. Dort steht auch ein imaginärer Altar mit Kerzen und verschleiertem Bild des dahingeschiedenen Lord Ashtonburry. Emily stellt fest, dass Pater Green noch fehlt. Dafür taucht Basel, der Halbbruder von Peter erneut auf, um ihm die Braut streitig zu machen. Es kommt zum Handgemenge zwischen beiden, Kora rennt kreischend raus und Emily trennt die beiden Kampfhähne. Es reicht ihr, sagt sie und möchte nochmal betonen, dass ja der Lord heute nicht mehr dabei ist und deswegen alles aus dem Ruder laufe. Sie bittet alle Gäste, mit ihr einen Kanon für ihren verstorbenen Mann zu singen. Gesagt, getan! "Viel Glück und viel Segen" stimmt sie an. Sie singt das Lied auf so schaurige Weise vor, dass einem die Worte fehlen. Man kann sagen, es rollen sich einem die Fußnägel auf, oder aber bei der Stimme zerspringt selbst das beste Weinglas, nur um mal deutlich zu machen, was diese Frau da vorlegt. Da ihre schrille Stimme so laut ist, können wir Gäste sie mit vereinten Kräften noch nicht mal übertönen. Aber wir halten durch und singen mit, zwei Mal. Dann sind wir erst Mal erlöst. Es ist 20.00 Uhr und Emily bitte Willson, den Gong für den ersten Gang zu schlagen, was diesem so einige Schwierigkeiten bereitet, warum auch immer. Hinter einer spanischen Wand treten gut gekleidete Kellnerinnen und Kellner mit Tellern auf den Händen balancierend, den Raum. Im Nu huschen sie durch die Tischreihen und wir genießen unsere Vorspeise. Einfach köstlich! Es ist 20.00 Uhr durch.


Das Theater geht weiter und das Schicksal nimmt seinen Lauf
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So gegen 20.45 taucht Onkel Tilling im Raum auf. Man muss ihn sich vorstellen, wie einen Maler oder Künstler. Er trägt helle Hose, kleinkariertes Hemd mit halber Knopfleiste offen über der Hose und einen Strohhut. Leicht mit den passenden Bewegungen schwebt er durch die Reihen, spricht recht blumig und begrüßt als Letzte Emily vor dem imaginären Altar. Pater Green ist noch immer nicht anwesend, aber Schwiegermama beruhigt Peter, der zur Eile drängt. Reverent Hastings ist anwesende, also soll er die Trauung vollziehen. Sybill, die Brautjungfer wird geschickt, Kora hereinzuführen. Onkel Tilling eilt zu Hilfe und so kommt die junge Braut zum "Altar". Der Reverent macht seine Sache gut und fragt obligatorisch, ob jemand etwas einzuwenden habe, dann solle er jetzt sprechen, ansonsten für immer schweigen. Ein Mann im Publikum ruft etwas, wovon sich Hastings aber nicht beirren lässt. Die Trauung ist vollzogen. Danach hat Emily eine kleine Überraschung für uns. Na was kommt jetzt, mögt ihr denken... Zu unser aller Freude möchte sie den Kanon nochmals mit uns singen, diesmal für das Brautpaar. Oh wie schauerlich schön! Währenddessen stürzt der Halbbruder von Peter in den Saal, fällt um und ist (natürlich) tot. Der Arzt wird gerufen. Unser Freund war vorher instruiert worden und hatte die nötigen Requisiten ausgehändigt bekommen, um nun auf den lauten Ruf nach einem Arzt seinem Amt nachzukommen und den Tod festzustellen. Irgendjemand ruft: "Schon wieder eine Leiche vorm Dessert!" Das Geschrei und Gejammer ist groß und Emily beherrscht den Raum. Vier männliche Gäste werden kurzerhand von ihren Stühlen gebeten, um den Toten nach draußen zu tragen. Emily beendet diese Szene mit der Bemerkung: "Immerhin war er ja gar nicht eingeladen!" und bittet mit dem Gong zum nächsten Gang.

Es ist mittlerweile 21.30 Uhr, als Pater Green erscheint und vollkommen von den Socken ist, dass seine Arbeit ein anderer getan hat und schon wieder tragischerweise einen Toten zu betrauern gibt. Er bittet nun die Gäste um Spenden für ein imaginäres "Judas-Makabäus-Fenster" und lässt mit Hilfe von Emily die sogenannten Klingelbeutel in Form von Brotkörben durch die Tischreihen gehen, natürlich mit den nötigen Kommentaren. Onkel Tilling betritt den Raum und verkündet, dass sich der Butler Wilson im Keller erhängt hat. Sinnend sagt er den Satz: "Wer den Schmetterling liebt, muss die Raupe in Kauf nehmen!" wobei sich mir der Sinn nicht erschließt. Aber vielleicht hab ich es ja falsch verstanden, um es richtig interpretieren zu können. Diesen Wirbel um den toten Butler beendet Emily mit dem Ruf nach dem Hauptgang. Und wieder huschen die Bediensteten fluchs durch die Reihen und servieren. Es ist 22.00 Uhr vorbei.

Während den Gängen ziehen sich die Akteure immer unbemerkt zurück, um dann mit irgendeinem Gezetere wieder aufzutauchen. Onkel Tilling ist mitsamt seinem Auto im Moor versenkt worden. Schließlich kriegt Pater Green noch eins über die Rübe und dann beginnen die Spekulationen um Täter und eventuell noch folgende Opfer. Indizien und Theorien werden ins Feld geführt, um eine Lösung herbei zu führen, verwirren aber nur noch mehr, mich zumindest! Als kein Täter eindeutig zu ermitteln ist, werden wir Gäste aufgefordert, unseren Tipp abzugeben. Dafür hätten wir bereits die nötigen Utensilien auf dem Tisch. Aha, oho? Dann kam der Hinweis vom Nebentisch, dass der große Brotkorb auf dem Tisch einen doppelten Boden besitzt. Und schon befördern wir daraus Kulis und sogenannte Wettscheine ans Licht. Tolle Organisation. Nun ja, wir bekommen ausreichend Zeit für unsere Spekulationen, denn um 22.45 Uhr betätigt diesmal Peter den Gong und bittet zum Dessert, vor dem es diesmal nun schon drei Leichen gegeben hat. Ich tippe auf Onkel Tilling und höre, was meine Freunde so zu sagen haben. Letztendlich ist es ja auch egal, denn ich vermute, die Auflösung kommt gewiss.

Die Wettscheine werden eingesammelt. Es ist 23.10 Uhr als noch das Scotland Yard auftaucht. Die Jagd nach dem oder den Mördern geht weiter. Die Fakten werden nochmals aufgerollt, sorgen bei mir aber für keinerlei Lichtblick. Unsere Tippscheine werden nebenbei schon sortiert. Und endlich, eine halbe Stunde vor Mitternacht, wird das Rätsel mit den nötigen Erklärungen gelöst. Natürlich verrate ich hier den Täter NICHT!
Es gibt acht richtige Lösungen, aus denen per Losentscheid ein Sieger gezogen wird. Eine meiner Freundinnen ist die Siegerin und darf sich ihren Preis abholen. Es ist eine Flasche Absinth, den wir als Aperitif hatten. Die Flasche geht reihum und erstaunt stellen wir fest, dass das Getränk 55% hat.
Zum Ausklang werden dann noch zur Erheiterung der Gäste lustige Tipps und Begründungen von den Lösungszetteln vorgelesen. Dann ist das Spektakel aus!

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Meine Meinung:
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Ich muss ehrlich sagen, dass mir dieses Schauspiel mit all seinen Höhepunkten hervorragend gefallen und mich begeistert hat. Es ist mit Sicherheit nichts, was man mehrmals im Jahr haben muss, aber ein Mal sollte man es mitgemacht haben, um mitreden zu können. Viele haben schon davon gehört, aber so wirklich kann man es sich nur vorstellen, wenn man live dabei war.
Diese Schauspielgruppe mit ihren Darstellern tritt fast ausschließlich in entsprechend großem und ansprechendem Ambiente auf. Auf ihrer Homepage www.galadinner.de kann man sich kundig machen, was wann und wo aufgeführt wird. Sie bieten außer dem Krimidinner in drei Teilen, zu dessen zweiten Akt wir anwesend waren, auch noch:
-:- Märchendinner
-:- Mafiadinner
-:- Draculadinner
-:- Musicaldinner
-:- Westerndinner
-:- Weltreisedinner
...bei denen es mit Sicherheit auch mehrere Leichen vor dem Dessert gibt. Dass dieser Ausspruch seine Berechtigung hat, ist allen Lesern, die hier angekommen sind, wohl verständlich. Denn da sich die Gänge über den ganzen Abend hinziehen und das Dessert erst gegen 23.00 Uhr serviert wird, ist klar, dass bis dahin schon "alle Leichen im Keller" sind.

Auf jeden Fall ist diese Art von Theater etwas Besonderes! Es eignet sich mit Sicherheit sehr gut als Geschenk für einen besonderen Anlass. Der Preis ist angemessen und richtet sich mit nach der Lokalität, in dem das Dinner stattfindet. Die Preise liegen zwischen 60,00 und 80,00Euro pro Person, sind sicher vom Ort und dem Tag abhängig. Näheres auf der Homepage. Mir wäre es für -einfach mal so- sicherlich zu teuer. Aber da es für mich ein Geschenk war, kann es mir ja egal sein. Ich habe mich riesig gefreut und bei meinen Freunden bedankt, die natürlich ihre eignen Karten selbst bezahlen mussten *grins*!
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Nachsatz:
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Natürlich dürfen auch das Ambiente der Wartburg in Eisenach und das Menü nicht unerwähnt bleiben. Am Essen gab es tatsächlich überhaupt nichts zu mäkeln. Auch dass die Gänge sich so lange hinzogen, tat der Gaumenfreude keinen Abstrich. Die Getränke sind entsprechend dem Ambiente angemessen. Der Festsaal (anfangs beschrieben) war toll und wie geschaffen als Kulisse, von Anfang bis Ende, wobei auch der Spaziergang hinauf zur Burg genauso dazu gehört und stimmig ins Bild passte. Der Menükarte entnehme ich folgendes Zum "Hotel auf der Wartburg":

"Bald neunzig Jahre "Gasthof für fröhliche Leute" präsentieren sich das Hotel auf der Wartburg und sein Restaurant "Landgrafenstube" heute einmal mehr als Ort des Wohlbehagens, der Ruhe und der Heiterkeit. Die Wartburg hat sich seine freundliche Gastlichkeit bewahrt, seit Pilger einst an ihre Pforte klopften. Willkommen, Bewirtung und Nachtlager haben gute gasthöfliche Tradition und beste Gegenwart im Hotel auf der Wartburg. Dass der "Gasthof für fröhliche Leut" dem Renommee des "Hotels auf der Wartburg" so bereitwillig Platz einräumt, heißt nicht etwa, vornehme Steifheit sei eingezogen. Aller städtischen Rastlosigkeit und Enge entrückt, bis zum Horizont waldumflutet und den Wolken ein Stück näher - noch immer ist dieser Ort "so hoch und froh", wie Goethe ihn einst erlebte. Jenes unverwechselbare Motiv aus Landschaft und Architektur zu einer Komposition für alle Sinne werden zu lassen, das darf man die Besonderheit dieses Hauses nennen."

Und ich denke: Dies musste unbedingt noch zitiert werden!

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Wenn ihr es immer noch nicht gesehen habt, dann kann ich euch nur ermuntern.


@ picassoweiblich war als Detektiv für Euch unterwegs und tut dies auch bei yopi, ciao und preisvergleich kund!

Fazit: Sehens- und erlebenswert, aus meiner Sicht!