

Neuester Testbericht: ... teuer - deswegen gibt es auch einen Stern Abzug! -, aber ansonsten waren wir mit dem Besuch dieses außergewöhnlichen "Museums" se... mehr
Der Blanke Hans - Die Sturmflutenwelt in Büsum
Sturmflutenwelt Blanker Hans Büsum

Name des Mitglieds: HeiderSV
Produkt:
Sturmflutenwelt Blanker Hans Büsum
Datum: 13.07.08, geändert am 22.05.09 (907 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Eine tolle Ausstellung zum Anfassen und Miterleben
Nachteile: Große Gruppen können nicht sachgerecht bedient werden.
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"Blanker Hans", so nennt man an der Nordseeküste verharmlosend im Begriff aber ehrfürchtig die Sturmflut, die "Manndränke", DIE große Gefahr an der Küste. Zum letzten Mal schlug der Blanke Hans 1962 zu, in Hamburg starben nach 60 Deichbrüchen über 300 Menschen, um die 20000 Personen wurden obdachlos, an der Nordseeküste drohten die Deiche reihenweise zu brechen. Büsum wurde teilweise evakuiert, ich erinnere mich noch selbst daran, dass unser Nachbar Flutflüchtlinge in seiner Wohnung beherbergte.
So ist es wohl wenig verwunderlich und wirklich gut passend, dass sich die Macher dieser Attraktion Büsum als Standort ausgesucht haben. Hier ist man direkt am Deich. Der ist zwar inzwischen fast 2 Meter höher, aber dennoch hat eine Sturmflut in den 80ern mehrere Wellen oben drüber laufen lassen und die Gefahr der Aufweichung von hinten und damit der Durchweichung, was heute eher zum Deichbruch führt als die reine Gewalt der brechenden Flutwellen, bestand für fast 2 Tage. Hier ist die Nordsee (=Mordsee) zum Greifen nah, der Wind weht immer, man hat also Erfahrungen aus erster Hand.
Update: nicht erforderlich
Ein paar Fakten
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Anschrift und Kontakt
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Sturmflutenwelt "Blanker Hans"
Dr.-Martin-Bahr-Straße 7
25761 Büsum
Telefon 04834/909 - 135
Telefax 04834/909 - 137
E-Mail info@blanker-hans.de
Internet www.blanker-hans.de
Anfahrt und Parken
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95% meiner Leser werden aus dem Süden kommen, also über die A23. Am Ende der Autobahn (Heide West) biegt man in Richtung Büsum ab und folgt dieser Straße für knapp 20 km. Schwupps, schon da.
Die Sturmflutenwelt und das große Parkplatzareal sind bestens ausgeschildert, fast zu gut. Denn wer sich über den ersten freien Parkplatz freut, der hat hat noch einen ganz schön langen Fußweg vor sich. Mein Tipp: weiterfahren und hoffen, dass der deutlich kleinere Parkplatz direkt gegenüber der Sturmflutenwelt noch ein Plätzchen frei hat. Wildes Parken im Hafengelände kann ich nicht empfehlen.
Preise
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Erwachsene zahlen 10 bzw. 8 Euro (mit Gästekarte Büsum),
Kinder zahlen pauschal 6, Behinderte 7 Euro,
Familien 28 bzw. 24 Euro (Gästekarte).
Für Wiederholungstäter gibt es die Jahreskarte für 30 (Erwachsene), 18 (Kinder) und 84 Euro (Familien).
Schulklassen zahlen 5 Euro, sonstige Gruppen ab 10 Personen 7 Euro.
Besuchsablauf -1 Kurzfassung
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Nach dem Erwerb der Eintrittskarte stellt man sich brav in die Schlange und wird nach kurzer Zeit in eine Kneipe eingelassen. Dort erlebt man den Sturm draußen, wie 1962. ALARM, alle in die Rettungskapseln. Eine kleine Abenteuerfahrt schließt sich an. Ausstieg im Experimentierzentrum, Aufenthalt interessenabhängig, Angebot riesig. Eine Etage tiefer viel zum Stöbern und Nachlesen, sogar Anhören, was 1962 an der Nordsee geschah. Fertig.
Besuchsablauf - 2 Langfassung
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2.1 In der Kneipe
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In der Kneipe beginnt die Zeitreise, Ausstattung und Preise (ein Korn für 50 Pfennig wird angeboten) entsprechen dem historischen Datum. Ein altes Radio und ein uralter Schwarz-Weiß-Fernseher mit Bild- und Tonstörungen bringen mit scheppernder Stimme die Unwetterwarnungen von 1962 im O-Ton. Die Wirtin spricht natürlich platt und wundert sich, wie man bei so einem Schietwetter (und dann noch im Februar!) mit kurzen Hosen durch die Gegend läuft. Schließlich kommt der Alarm, rette sich wer kann auf den Dachboden (eine halbe Treppe höher). .. Wenig später wird die nächste Besuchergruppe in die Kneipe hineingelassen.
2.2 Rettungskapsel
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Eine "Rettungskapsel" -die mit irgendwelchen Originalen der 60er absolut und überhaupt gar nichts zu tun hat- steht für 4 Gäste bereit. Man wird vor dem Einsteigen noch gewarnt, dass man sich nicht auf die offene Nordsee heraustreiben lassen soll, aber kann dagegen natürlich nichts tun. Und so beginnt eine kleine Geisterbahnfahrt an einer versunkenen Stadt und anderem vorbei bis zu einem Aufzug. Während die Kapsel langsam abwärts gleitet, erhält man auf einem großen Bildschirm draußen Informationen über Sturmfluten und ihre Opfer seit Menschengedenken. Ende der Tour und Ausstieg. Diese Bahn stammt übrigens aus dem deutschen Pavillon zur Weltausstellung 2005 in Tokio.
2.3 Die interaktive Etage
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Hier ist der Besucher selbst aufgefordert aktiv zu werden, sich zu informieren und diverse Szenarien rund um Sturmfluten zu erkunden. An einer Stelle kann man seine Hand in einen Windkanal halten und dann die Windstärken bis 12 einstellen. Klar, jeder geht bis zur 12. Anderswo kann man das Zusammenspiel von Tiefdruckgebiet, Sturm und Gezeiten so ausreizen, dass der höchstmögliche Wasserpegel virtuell erreicht wird..Was eine Nipptiede ist erfährt man genauso wie ihr Gegenteil die Springtiede. Warum ist ein länger dauernder Sturm aus Nord- oder Südwest besonders gefährlich? Er verhindert das Ablaufen des Wassers während der Ebbe und mit der nächsten Flut kommen die nächsten Meter Wasser unaufhaltsam an.
Hier kann man sich rund ums Wetter, ums Klima, Klimaveränderungen usw. informieren und vieles ausprobieren oder an PC-Pulten sich anzeigen lassen.
Man kann und sollte auch auf einer großen Treppe relaxen, und sich auf der gegenüberliegenden Projektionswand den Ablauf von Ebbe und Flut im Zeitraffer (10 Minuten pro Tiede) anschauen.
Wer in diesem Teil nicht mindestens eine halbe Stunde bleibt, der hätte gleich draußen bleiben können.
Eine Treppe (aber im Gegensatz zu den beiden ersten Programmpunkten keine Einbahnstraße) führt in den letzten Teil.
2.4 Vor dem Ausgang
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Für Kinder gibt es eine Kuschel- und Spielecke, für interessierte Erwachsene viel Informationstafeln und Ausstellungsstücke zum Deichbau ganz früher, früher und heute, Informationen über die Sturmflut von 1962 mit Schäden und Opfern und die späteren Sturmfluten.
In einem abgetrennten Raum kann man sich setzen und die Erinnerungen von Zeitzeugen anhören. So erzählt ein 16jähriger Junge, wie der Bürgermeister ihn fragte, ob er aus dem nächsten Ort mit dem Lastwagen Sandsäcke holen könne. Als der Junge mit "Ich habe keinen Führerschein" antwortete, wurde er angeblafft: Das interessiert nicht, KANNST du dahin fahren? Klar konnte er, Bauernsöhne konnten schon immer mit spätestens 10 Jahren Trecker usw. fahren.
Ein kleiner Gedenkraum an die Opfer schließt sich an und dann geht es zum Ausgang, vorbei an munteren maritimen Ausstellungsstücken.
Das baut die Stimmung wieder auf.
3. Weitere Angebote
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Ein Restaurant ist integraler Bestandteil und kann auch außerhalb des Ausstellungsbesuches genutzt werden. Aus Rücksicht auf eine gewissenhafte Leserin verzichte ich hier auf Beispiele der regionalen Küche und vermerke nur, dass es keinen "Dithmarscher Mehlbüdel" gibt, dafür aber Wiener Schnitzel und immerhin Labskaus (der wird ohne ... gemacht!)
Es stehen Tagungsräume zur Verfügung und dazu gehören spezielle Angebote zum Essen (Menüs und Brunch usw.).
Der Kindergeburtstag kann hier mit Drachenbau uns anderen Aktivitäten durchgeführt werden.
Für Schulklassen gibt es aufbereitetes Material bis hin zu diesen unsäglichen "Rallye-Bögen", die inzwischen jedes Museum entwirft zu kaufen.
4. Erfahrungen, sofern noch nicht in den Text eingebaut
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Ganz knapp: Der Besuch lohnt sich, wenn man sowieso dort in der Nähe ist, also an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Man erfährt in der interaktiven Wissensebene so viel, insbesondere in Zusammenhängen, dass man eindeutig schlauer rausgeht, als man reinkommt. Auch die anderen Ausstellungsteile sind gut gewählt und je nach persönlicher Interessenlage ein längeres oder kürzeres Verweilen wert. Und hier ist es schön, dass man auch noch 1 Meter vom Ausgang entfernt sich umentscheiden und zurückgehen kann. Die Ausstellungsteile sind nicht als Einbahnstraßen konzipiert.
Meine Frau und ich waren nach unserem ersten Besuch (kurz nach der Eröffnung 2006) so davon begeistert, dass wir sofort eine Tagesfahrt mit zwei Schulklassen dorthin organisierten. Das klappte in der Theorie hervorragend und vor Ort fast gar nicht. Hoffnungslos überfordertes Personal (an der Kasse, an der Eingangskontrolle) und nachträglich ein erbärmliches Feilschen per E-Mail um eindeutig falsche Abrechnungen haben mich sehr verärgert.
Für den Einzelbesucher und Tagesgast ist es wirklich empfehlenswert, für größere Gruppen bleibe ich skeptisch.
Deshalb vergebe ich hier auch nur 4 Sterne.
Fazit: Wer in der Nähe ist, sollte es sich nicht entgehen lassen.
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- Ach wie ist es am ( oder im ) Rhein so schön...


18.07.08
Krone hast du ja schon . toller Bericht.