Yamaha YZF R6
Giftspritze mit 600 ml (600 cm³) - Yamaha YZF R6 Motorrad

Produkttyp: Yamaha Motorräder

Neuester Testbericht: ... kg, Tankinhalt 17 Liter (Reserve 3,5 l) - Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h NEU - laut Yamaha Motor Deutschland: - Leistungsstärkerer D... mehr

Giftspritze mit 600 ml (600 cm³)
Yamaha YZF R6

Mikx_5

Name des Mitglieds: Mikx_5

Produkt:

Yamaha YZF R6

Datum: 11.03.03, geändert am 11.03.03 (3729 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: hohe Leistung, klasse Fahrwerk, gute Bremsen

Nachteile: etwas durchzugsschwach, nix für Grossgewachsene

Heute möchte ich Euch den derzeit hubraumschwächsten Supersportler der Yamaha-Produktpalette vorstellen.
Die Rede ist hier von der Yamaha YZF-R6, genauer das Modelljahr 2001, welches sich nur in geringem Maße zum Beispiel vom Modell des Jahres 2002 unterscheidet.
Ich denke jeder Motorradfahrer kennt das Gefühl...........nasse Hände und weiche Knie beim erstmaligen Besteigen eines solchen Motorrads, ja, selten war ich vor einer Jungfernfahrt so aufgebracht.........im Vorfeld hörte man ja schon manche Stimmen von „schierer, unbändiger Kraft (zumindest für einen 600er Supersportler)“ sprechen. Ich war mir bewußt, dass mich hier kein Brot- und Buttermotorrad erwartete sondern vielmehr ein nahezu reinrassiges Sportgerät. Entsprechenden Respekt brachte ich der zu erwarteten Leistung des Motorrads entgegen.
„Ruhig angehen lassen“ dachte ich mir.

Nun aber vorweg einige Daten zum Motorrad Yamaha YZF-R6:
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- Angetrieben wird sie von einem flüssigkeitsgekühlten Vierzylinder-Reihen-Motor
- Das Aggregat besitzt einen Hubraum 599 cm³.
- Er leistet 88 kW, was 120 PS entspricht. Diese werden bei einer Drehzahl von 13 000 U/min erreicht.
- Das maximale Drehmoment liegt schon“ bei 11 500 U/min an.
- Ausgerüstet ist sie hingegen vielen Konkurrenten noch mit Vergasern.
- Die Leistung wird mittels Kettenantrieb und Sechsganggetriebe ans Hinterrad übertragen.
- Am Vorderrad arbeitet eine konventionelle Teleskopgabel mit einer Doppelscheibenbremsanlage mit einem jeweiligen Scheibendurchmesser von 298 mm.
- Am Hinterrad kommen Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein und Scheiben bremse mit einem Durchmesser von 220 mm zum Einsatz.
- Vollgetankt mit 17 Liter Normalbenzin stemmt sie gerademal 193,5 kg auf die Waage und besitzt eine Zuladung von 181,5 kg.
- Angegeben ist sie vom Hersteller mit einem Verbrauch von 6,2 Litern auf 100 km (2002er Mo
dell als Vergleich ist mit 5,4 Liter auf 100 km angegeben).
- Reifendimensionen: Vorne 120/60 ZR 17; Hinten 180/55 ZR 17

Fahreindrücke:
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Nun kommen wir wie immer bei Fahreindrücken zum subjektiven Bereich einer Bewertung. Deshalb möchte ich vorwegnehmen, dass ich hier meine ganz persönliche Meinung wiedergebe, welche natürlich nicht deckungsgleich mit denen anderer Fahrer sein muss.

Was mir sofort beim Aufsteigen auffiel......alles recht zierlich und klein, was natürlich einer der Prioritäten Respekt zollt, so wenig wie möglich Gewicht zu haben. Erweckt man den Motor per E-Starter zum Leben erwartet einen für einen 600er angenehmer, sonorer und fast schon dumpfer Sound, welcher auf einen grösseren Hubraum schliessen läßt, als wirklich vorhanden.
Die Sitzposition ist als extrem sportlich zu bezeichnen. Weit über den Tank gelehnt lastet ein Großteil des Gewichts auf den Unterarmen, was sich später gerade bei einer längeren Fahrt auch durch Schmerzen in den selben bemerkbar machte. Aber wer will schon mit der R6 große Touren fahren?? Nein, dafür ist sie wirklich nicht geschaffen, wohl viel eher für die schnelle Kurvenhatz auf verwinkelten Landstraßen.

Beim Anfahren wird dann doch die extrem hohe Literleistung (200 PS) bemerkbar. Im unteren Drehzahlbereich fühlt sie sich recht leblos an, ab ca. 4 000 U/min wartet der Motor dann erstmals mit annehmbarer Leistung. Leben in den Motor und somit Feuer unter den Sitz gab es zu meiner Verwunderung dann aber ab ca. 8 000 U/min satt. Ab dieser Drehzahlschwelle geht die R6 dann wie vom Affen gebissen ab. Jetzt war Festhalten angesagt. Der Drehzahlmesser schnallst in die Höhe und der digitale Tacho (wäre er analog) würde ihm es wohl gleich tun. Binnen wenigen Sekunden ist der Rote Bereich fast erreicht und schalten ist angesagt, diese Drehorgie absolvierte ich anfangs erstmal vom 2ten bis zum 4ten Gang. Puhh, dachte ich, das ging aber wirklich rasend schnell.
Wie
bereits beschrieben.....die 8 000 U/min Hürde erstmals genommen ist sie kaum noch zu Bremsen und mit den Beschleunigungswerten wohl eher bei den BigBikes anzusiedeln, als in der 600er-Klasse.
Da wunderte es mich nicht, dass in diversen Test Beschleunigungsangaben von 2,9 sec. Auf 100 km/h und ca. 10 sec. Von 0 auf 200 km/h zu lesen waren.
Ja, dieses Motorrad hatte den Grand-Prix-Spirit im Motor.
Meist ist jedoch nach jeder Beschleunigungsphase auch Abbremsen angesagt und so packte ich beherzt zu. Die Bremsen haben wirklich Biss, obwohl sie anfangs etwas stumpf wirkten, wahrscheinlich auch Gewöhnungssache.
Als ich die Ortschaften hinter mir gelassen hatten juckte die Rechte Gashand und der Drang zu naheliegenden Autobahn war nicht zu unterdrücken.;-)
Als ich dann vom Beschleunigungsstreifen ab in Richtung linke Fahrbahnseite beschleunigte war er wieder da........der Adrenalin-Schub beim Beschleunigen.....herrlich.
Die Gangabstufung selbst ist bis hin zum 6ten Gang so gewählt, dass der nächst höhere Gang nie den Anschluß im Drehzahlband und somit des Drehmomentbereichs verliert. Gangabstufung also wirklich gelungen, allerdings vielen mir schon im innerstädtischen Verkehr die etwas zu lauten Schaltgeräusche auf. Mir wurde später aber versichert, dass diese mechanischen Geräusche keinerlei Einfluß auf die Funktion nach mehreren 1 000 km’s hätten....hoffen wir es. ;-)
Die Höchstgeschwindigkeit von angegebenen 260 km/h ist zumindest auf dem Tacho erschreckend schnell für eine 600er erreicht, wie meistens, geht der Tacho jedoch noch munter weiter, allerdings im Verhältnis zur vorhergehenden Beschleunigungsorgie deutlich gemäßigter.

Nun aber mal das Fahrwerk testen und somit runter von der Autobahn, ja......da vorne ist eine Ausfahrt in Sicht.........oops, was war das? Beim Überfahren des Mittelstreifens und somit von Längsrillen bekam ich deutliche Rückmeldung vom Lenker, der kurzzeitig „schlug“. Dieses Problem ist m
ir dann später auf der Landstraße noch des öfteren aufgefallen, beim Beschleunigen und gleichzeitigem Überfahren von Längsrillen oder generellen Bodenunebenheiten schlägt die R6 deutlich mit dem Lenker. Hier wäre wohl wie bei der Konkurrenz von Suzuki (GSX-R 600) ein Lenkungsdämpfer angebracht. Kann ich also somit nur als lohnendes Zubehör empfehlen.

Auf der Landstraße kann die Yamaha YZF-R6 dann ihr wahres Können ausspielen. Ja, hier gehört sie hin, hier ist ihr Revier, Schräglagenfreiheit wird hier neu definiert. Ein super-handliches Fahrwerk, nicht zuletzt der kurze Radstand ist hierfür wohl verantwortlich, welcher allerdings ebenfalls direkt mit dem Lenkerschlagen in Verbindung stehen mag?!
Übrigens ist dieses Lenkerschlagen schon von ihrer großen Schwester der R1 bekannt......also anscheinend genetisch bedingtes Verhalten: ;-)
Sie giert quasi nach Kurven, schnelles Herausbeschleunigen aus der Kurve........die gerade mit mehr als 12 000 U/min entlang und wieder für die nächste Kurve abbremsen und spät abwinkeln....ja, das ist wohl ihre Paradedisziplin. Hier fällt einem auf, dass es um das Drehmoment eigentlich gar nicht so schlecht bei ihr bestellt ist. Auch en „Verschalter“ lässt die kleine R mal durchgehen ohne wirklich abrupt an Leistung und Drehmoment einzubüßen. Die meiste Zeit mit ihr würde ich sicherlich auf der Landstraße oder irgendwelchen Pässen verbringen, soviel war klar.

Wieder am Ausgangspunkt angekommen und der Versuch eines Wendemanövers machte aber deutlich was eigentlich schon seit der Abfahrt feststand, über 1,80 m sollte der Fahrer bzw. die Fahrerin nicht sein. Beim starken Einlenken müssen die Knie dann schon mal nach Außen weichen, dass der Lenker in Richtung Tank auch Platz hat.

Fazit:
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Vorab.....ich war/bin begeistert. Eine spitze aber durchaus angenehme Leistungscharakteristik mit dem Turbozuschlag ab 8 000 U/min, das hatte was. Gegen dieses Motorrad spricht nur sehr wenig
, ok, Alltagstauglichkeit ist hie und da zu vermissen. Soziustauglichkeit?? Nein, auf der R6 als Sozius mitfahren zu müssen......das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. ;-)
Konkret handelt es sich hier um ein Rennmotorrad mit Strassenzulassung um nicht mehr, aber auch nicht um weniger. Jeder sollte sich genauestens überlegen, ob er sich eine R6 in die heimische Garage stellt, oder doch eher auf etwas „Vernünftigeres“ steigen möchte.
Am Besten Probefahrt machen und selbst entscheiden.
Trotz ihrer Eingeschränktheit, hat dieses Motorrad mich in seinen Bann gezogen. ;-)

Gruß Mikx_5

Fazit: