

Produkttyp: Yamaha Motorräder
Neuester Testbericht: ... kg, Tankinhalt 17 Liter (Reserve 3,5 l) - Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h NEU - laut Yamaha Motor Deutschland: - Leistungsstärkerer D... mehr
Saison 2001 ? Startnummer drauf und LOS !
Yamaha YZF R6

Name des Mitglieds: beamer
Produkt:
Yamaha YZF R6
Datum: 09.04.01, geändert am 16.04.01 (1625 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Optik (Heckansicht !), Supersportliche Leistung, ebensolches Handling
Nachteile: Kaum Tourengeeignet
So, nun Teil 2 des 600er Rennsemmel-Testwochenendes. Am 1. April stand die neue Yamaha YZF-R6 aus dem Hause Koenigsdorfer, dem an dieser Stelle natuerlich gedankt wird, auf dem Programm. Nein KEIN Aprilscherz!
Natuerlich war ich noch sehr stark von den Eindruecken der am vortag gefahrenen Suzuki GSX-R 600 beeinflusst, was jedoch dem subjektiven Vergleich beider Maschinen sehr zugute kommt. Kommt in der Suzuki ein brandneuer Motor zum Einsatz, so ist die 2001er Ausgabe der R6 nur geringfuegig modifiziert und um gut 1,5 kg "erleichtert" worden. Zugegeben, was soll man denn an Joerg Teucherts ueberlegenem Weltmeisterbike des Jahres 2000 viel aendern, nachdem es den anderen Marken so dominant vor der Nase herumgefahren ist???
DIE OPTIK natuerlich, und das haben die Japaner in der Heckansicht wirklich FAMOS hinbekommen. Sicherlich ohne Blinker und Nummernschildhalter saehe es wohl noch besser aus, aber das ist sogar in Serie einfach toll anzusehen! Auch haelt in der rueckwaertigen Beleuchtungstechnik die, bei Autos inzwischen erfolgreich eingefuehrte, Diode Einzug! Das Heck wirkt damit wie von der Rennstrecke, einfach alles aus einem Guss! Oh wei, jetzt schwelg ich hier schon wieder rum...
Also draufgesessen, Choke gezogen, Starterknopf: Orgel, Orgel ....und haehhh? Was ist denn da bloss von wegen Anspringen? Gleich kommt einer der Yamaha-Mannen gerannt, schaut, Schulterzucken und Weiterorgeln....
Zur Ehrenrettung sei gesagt, das Ding lief nach einer knappen Minute dann doch und ich konnte nach kurzer Chokeunterstuetzer Warmlaufphase auf die Piste! Als erstes fiel mir dabei die kompromisslos sportliche Superbikehaltung auf: Etwas Gewicht nach vorne verlagert und man/frau macht nen Kopfstand auf dem Tank... wirklich sehr extrem! Hat allerdings den Vorteil, dass man (etwaige vielleicht sogar ungewollte ;-)) Wheelies sehr gut kontrollieren kann; kam oefter vor als geplant...
Ausserdem verminderte der serienmaessig montierte Lenkungsdaempf
er erfolgreich das Verreissen des Vorderrades, als dies von einer Bodenwelle kurz ausgehebelt wurde. Mir war das Fahrwerksbauteil zuvor noch gar nicht recht aufgefallen; ich war in diesem Moment aber mehr als gluecklich es an Bord zu haben !
Diese "Hinterradfreudigkeit" resultiert ohne Frage aus der, durch die vier 37er Keihin Flachschieber bestimmten, Leistungscharakteristik des Motors. Diese ist auf Gedeih und Verderb spitz auf die bei Hoechstleistung zulaufende Drehzahl von etwa 13000/min getrimmt. Liegt unterhalb von 8000 U/min noch kaum verwertbare Leistung an, so folgt ab dem 5 stelligen Drehzahlbereich nur noch pures Adrenalin (bis gut 15000 nach DZM)! So stellt man sich auf die Strasse gebrachte Rennmaschinen vor, wie schon im Titel vermerkt ;-)
Dass, um das vorhandene Leistungspotential auszureizen oft geschaltet werden muss, ergibt sich dabei von selbst und macht die Maschine fuer gemuetliche Touren m.E. eher ungeeignet. Hierfuer ist die neue Suzi die bessere Wahl, wie auch in den jeweiligen Bewertungen der Sitzpositionen.
Wie schon gesagt: Vorn ziemlich vornuebergebeugt sportlich; in Verbindung mit der sehr kurzen Verkleidungsscheibe jedoch noetig, um den Winddruck etwas vom Oberkoerper abzuhalten. Hinten auf dem sehr duenn bestuhlten Tablett laesst es sich fuer Leute ab 1,70m nur noch unter grosser Leidensbereitschaft von Tanke zu Tanke aushalten. Die aufgrund der grossen geforderten Schraeglagenfreiheit sehr hoch gezogenen und eng liegenden Positionen von Soziusfussrasten/Enddaempfer zeichnen hierfuer verantwortlich!
Das Kapitel Sound geht von der Lautstaerke her zwar an die Suzi, die ebenfalls mit 93dB/A eingetragene Komposition der Yaha gefaellt mir jedoch viel besser; schreit einen nicht so an und klingt "nur" sportlich kernig!
Das weiter verfeinerte Fahrwerk ist ueber jeden Zweifel, wie auch die vorhandene Motorleistung erhaben, welche von den montierten Dunlops sicher auf die Strasse gebracht werden ko
nnte... und die vordere, vollstaendig aus der R1 uebernommene Bremsanlage zuegelt die Fuhre bei Bedarf, unter Zuhilfenahme der hinteren Zange, problemlos. Die Gaenge flutschen yamahatypisch praezise und rasten vorbildlich an den Schaltfuss rueckmeldend ein! Die grundlegende Verarbeitung des Mopeds ist, soweit ersichtlich auf hohem Niveau, nur fehlt eine Zeituhr im gut ablesbaren (von der R1 abgeleiteten) Cockpit sowie Zurrhaken und anstaendige Haltegriffe in dessen Serienausstattung!
Der Schlusssatz befindet sich schon in der Titelzeile! Ein Bike fuer kompromisslose Hobbyrenner!
Und dass mit dem Kaltstart werd ich an einer anderen R6 nochmal kontertesten ;-)Kann wohl kaum sein, dass meine wahrlich schlecht kaltstartende SZR 660 besser weggeht, als eine neue R6!
Hab am 12.04.01 eine andere kalte 2001er R6 auf Anhieb gut anlassen koennen...
Ich denk also mal dass sich die Testmaschine
vom 01.04. nur so vor mir erschrocken hat ;-)
Fazit:
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