Heißes Gerät
Panasonic NN-A753C

Name des Mitglieds: elfenblume56
Produkt:
Panasonic NN-A753C
Datum: 02.01.11, geändert am 05.01.11 (274 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: viele Funktionen, zuverlässig
Nachteile: der Abstand zu den Küchenfronten sollte angeglichen werden
Kurze Zeit nachdem wir gebaut und somit eine neue Einbauküche unser eigen nannten, gab unsere alte Mikrowelle den Geist auf. Das war natürlich ein Schlag. Zum einen natürlich ein finanzieller, zum anderen auch ein Problem der Integrierbarkeit. Wir hatten doch extra die Nische passend zum Gerät gewählt. Doch es half nichts, da musste eine neue hinein.
Eine Japanerin sollte es sein
Ein Familienmitglied hatte damals berufliche Verbindung zur Firma Panasonic, bekam dort auch Personalrabatt, so dass die Marke schon gleich feststand. Falls es nicht allgemein bekannt ist : Panasonic ist ein japanischer Hersteller, was man nicht bei dem eher angloamerikanischen Namen nicht vermutet.
Matsushita Electric
Osaka 530, 91 Japan
NN-B756 /B706, A753C/ CT766 sind baugleiche Modelle. Nicht nur bei den Autos werden mittlerweise winzige Details geändert und kommen dann wieder als Neuheit auf den Markt
Hier gab es schon vor Jahren eine Weiterentwicklung der Mikrowelle, die nur auftaut und aufwärmt. Die neue Generation konnte auch grillen und backen und kochen. Das fand ich sehr verlockend, denn oft wurde nur ein kleines Gericht in den großen Backofen gestellt und dieser fraß dann ja förmlich den Strom. Schnell hatten wir so ein Universalgerät ausgesucht und da alle Geräte braun waren, musste es die Mikrowelle auch sein. Aus heutiger Sicht wäre Chrom besser gewesen, doch das ist bei Einrichtungsgegenständen immer so, eben auch der Mode unterworfen.
Lieferumfang
Da haben wir richtig was für unser Geld bekommen, in dem Fall noch für die harte D-Mark.
Das Gerät an sich, also ein Kasten mit brauner Front in Styropur verpackt. Ein breiter, heller Gummiring mit drei Rädern, ein Glasteller, eine Fettpfanne und ein Spritzschutz, sowie einen niedrigen und einen hohen Rost. Ach ja, natürlich die Anleitung mit Rezeptteil, die ich gerade auf dem Schoß balanciere um ja nichts zu vergessen. Die wollen wir bei der Gelegenheit gleich einmal loben.
Den passenden Einbaurahmen haben wir ebenfalls bestellt. Soweit ich mich entsinne gibt es Normmaße für die Einbaunischen, so dass die Rahmen dann passend zum Gerät gewählt werden müssen.
Die Gebrauchsanleitung
ist ein Büchlein mit Glanzumschlag und verfügt über 96 Seiten. Nein, nicht 6 Seiten englisch, 6 Seiten französisch... und so weiter. Von vorne bis hinten ist die Anleitung in deutsch verfasst und sogar ohne Übersetzungsfehler, soweitich feststellen konnte. Hier wird wirklich alles genau erklärt, anhand von Zeichnungen verständlich gemacht, so dass wirklich nichts schief gehen kann.
Von der Inbetriebnahme über die Erklärung der Tasten bis hin zur Fehlersuche, alles prima auch für den "Mikrowellenneuling".
Das Bedienfeld
befindet sich auf der rechten Frontseite. Unter dem Schriftzug des Herstellers sieht man das digitale Anzeigenfeld. Darunter liegt ein Viererblock mit Zeiteingabetasten. Es gibt 1 Stunde und 1 Minute sowie 10 Sekunden und 10 Minuten. Darunter liegen die Auswahl für Mikrowelle, Grill und Heißluft, darunter noch für den Kombinationsbetrieb. Parallel liegt zu diesen Tasten auf der rechten Seite eine Auswahl für die gewichtsautomatik zum Auftauen, Garen und Kombinationsgaren. Eine Zeitvorwahl sowie die Taste Uhrzeit schließen sich dann unten an. Die Gewichtseingabetasten sind in 100 und 10 gr Schritten zu sehen. Große Tasten für Start und Stop beenden das Tastenfeld.
Inbetriebnahme
Laut Anleitung wird empfohlen, dass man zunächst eventuelle Ölreste entfernt. Das Gerät soll auf 250 Grad im Programm Heißluft 10 Minuten laufen. Dabei soll weder das oben genannte Zubehör noch Lebensmittel im Garraum sein., Zuvor empfiehlt es sich die Uhrzeit einzustellen. Dazu drückt man auf die Taste Uhrzeit, es blinkt ein Doppelpunkt. Dann drückt man so lange auf die Stunden und Minutenanzeige bis die aktuelle Zeit angezeigt wird, Sekunden kann man nicht einstellen. Bestätigen auf Taste Uhrzeit.
Mikrowelle
Dazu wird immer der Ring und der Drehteller eingesetzt. Sollen dann Speisen erwärmt werden, wird der Porzellanteller oder die Schüssel mittig auf den Glasteller gestellt. Die Tür wird verschlossen und die Taste Mikrowelle gedrückt. Mit jedem Druck auf die Taste werden verschiedene Wattzahlen angezeigt. Es beginnt mit 900, dann 270, dann 600, 440, 250 und dann 100 Watt. Sieht man die gewünschte Wattzahl betätigt man die Zeitanzeige. Soll es dann 2 Minuten laufen dann drückt man 2mal auf die Minute und dann auf die Starttaste. Der Drehteller startet und die Digitalanzeige zeigt die Restzeit an. Ist der Vorgang abgeschlossen gibt es einen Klingelton und mit Hilfe der Stoptaste wird die Tür geöffnet
Heißluft
Das ist praktisch, da man für kleine Mengen nicht den großen Backofen heizen muss. Möglich ist eine Temperatureinstellung von 40 bis 250 Grad. Dafür befindet sich ein Heizelement und ein Ventilator in der Rückwand des Gehäuses. Die Zeiteinstellung funktioniert wie der oben genannten Eingabe. In diesem Programm ist aber auch eine Vorheizzeit einstellbar. Ist die Temperatur erreicht ertönt ein akustisches Signal.
Grill
Das Gerät besitzt im oberen Bereich zwei Quarzröhren, die eine Leistung zwischen 700 und 1200 Watt haben. Die Zeiteingabe erfolgt auch hier genauso wobei aber eine Stunde nicht möglich ist. Ein Vorheizen ist aber nicht möglich. Um einer Überhitzung vorzubeugen reduziert sich automatisch die Temperatur in den Stufen 2 und 3.
Kombinationsbetrieb
Das Gerät bietet außerdem eine Kombination aus diesen genannten Funktionen. So kann man Heißluft und Grill kombinieren. Das ist ideal für Gerichte, die dann anschließend noch eine schöne braune Farbe haben sollen wie z. B. Hähnchenkeulen. Eine andere Kombimöglichkeit ist Heißluft und Mikrowelle sowie Grill und Mikrowelle.
Tatsächlich ist es möglich auch alle drei Systeme hintereinander zu schalten. Hilfreich ist hier auch die Gewichtsautomatik, die anhand der angegebenen Grammzahl genau die benötigte Zeit ausrechnet.
In der Praxis
Den Kombinationsbetrieb möchte ich hier an einem leckeren Beispiel darstellen.
Nudel-Lachs-Gratin
Wasser und Salz in eine große Glasform geben und geschlossen bei 900 Watt in ca. 9 Minuten zum Kochen bringen. Nudeln zufügen, umrühren dann wieder bei 900 Watt etwa 4 Minuten und nochmals bei 440 Watt 4 Minuten. Zwiebeln und Knoblauch werden mit Butter bei 900 Watt 2 minuten gedünstet. Der Spinat kommt dazu und wird bei 900 Watt 4 Minuten angegart. Alles mit Salz, Pfeffer und basilikum würzen. Das Lachsfilet wird in Streifen geschnitten und wird mit Zitronensaft und den Gewürzen mariniert. Spinat, Lachs und Mozarella vermengen und mit den Nudeln in eine gefettete Auflaufform geben. Sahne darüber gießen und mit Parmesan bestreuen. Die offene Auflaufform wird mit der Kombination aus Mikrowelle 600 Watt und Grill Stufe 1 überbacken. Das dauert etwa 20 Minuten was aber nur ein Richtwert ist. Da muss man mal ab und zu durch das Fenster schauen. Abhängig ist das auch immer von der Auflaufform. Am besten sind runde oder ovale Gefäße, da in eckigen Formen oft in den Ecken schon vorher alles braun ist.
Ich denke, dass man an diesem Beispiel gut erkennen kann, wie der Betrieb funktioniert. Die Zubereitungszeit dauert etwa 40 Minuten, was im ersten Moment viel klingt. Auch an die Energiekosten denkt man natürlich dabei. Nur die herkömmliche Zubereitungsweise ist um einiges teurer. Ich würde die Nudeln auf dem Herd garen, bräuchte dann noch einen Topf zum Vorgaren des Spinats, eine Pfanne für den Lachs, ganz zu schweigen vom Andünsten der Zwiebeln und des Knoblauchs. Dann kommt die Auflaufform und die muss dann ja noch zum Überbacken in den Backofen, was ja auch viel Energie verbraucht.
Das Gratin schmeckt übrigens absolut köstlich !
Geeignete und ungeeignete Gefäße
In dem Bereich musste man wirklich erstmal umdenken. Hatte ich doch bei meiner ersten Mikrowelle gelernt, dass man auch keinen Fall Geschirr aus Metall, ja noch nicht mal mit Metallrand einstellen darf. Gedankenlos hatte ich mal eine Tasse mit Goldrand hineingestellt--da flogen die Funken nur so.
Und hier wurde nun eine Fettpfanne ,ein Spritzschutz und dieses kleine Gestell mitgeliefert. Ganz davon abgesehen, dass der Innenraum komplett aus Edelstahl besteht. Die Erklärung dazu liefert die Gebrauchsanleitung : diese Teile sind alle aus speziell für die Geräte geeigneten Materialien.
Geeignet sind auch hitzebeständige Formen aus Glas sowie Glaskeramik wie Arcoflam und Pyroflam. Es gibt auch hitzebeständiges Keramikgeschirr, auch das kann man natürlich nehmen.
Bedingt geeignet sind Holzspieße und Geschirr aus Kunststoff. Dieses kann zwar zum Auftauen und Erwärmen benutzt werden nicht aber für die anderen Funktionen.
Reinigung
Ab und zu muss der Innenraum gesäubert werden. Der Zeitpunkt hängt bei uns davon ab, wie bekleckert der Innenraum ist. Es gibt Gerichte, die eine Reinigung geradezu zwingend nach sich ziehen. Der bei uns als Beilage beliebte Rosenkohl gehört dazu. Wenn hier das Mittagsgericht abends in der Mikrowelle erwärmt wird dann höre ich schon die Röschen knallen und platzen.-leider. Bei anderen Gerichten passiert es auch schon mal--bei Rosenkohl immer !
Der Glasteller wird entnommen, er kann in die Spülmaschine. Der Gummiring wird von Hand gespült. Den Innenraum pflege ich mit einem Spezialmittel für Edelstahl. Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Ganz wichtig ist, danach mit einem Tuch alles zu trocknen. Von außen und auf dem Glasfenster nehme ich einfach Spülmittel. Beim reinigen der Bedienleiste muss man die Tür offen lassen, sonst drückt man natürlich aus Versehen auf einen Knopf. Mit der Methode sieht das Gerät auch nach Jahren noch wie neu aus.
Fazit
Ich bin mit dem Gerät sehr zufrieden. Auch nach Jahren funktioniert sie einwandfrei und die Speisen werden immer noch warm, gegart oder aufgetaut. Sehr praktisch ist die Gewichtseingabe bei den verschiedenen Funktionen.
Probleme gab es nur mit der hohen Stufe im Heißluftprogramm. Die Küchenfront über der Mikrowelle fing an zu schmelzen und hat noch heute eine unschöne Delle. Ich vermute einfach mal, dass an der Stelle der Abstand zu benachbarten Geräten nicht groß genug ist. Das scheint mir doch zu klein bemessen und ist dann richtig ärgerlich.
Seitdem vermeide ich natürlich längere Garzeiten auf hohen Stufen.
Trotzdem eine überzeugte Empfehlung für das Gerät und die Vergabe von 4 Sternchen.
Fazit: heißes Gerät sagt die schmilzende Küchenfront
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