Stubai Messersatz
Messer, Gabel, Schere, Licht (2) - Stubai Messersatz Messer

Neuester Testbericht: ... Mit Sicherheit waren es zehn Teile, es können auch elf oder zwölf gewesen sein... Ganz bestimmt dabei war ein "Dingsbum" zu... mehr

Messer, Gabel, Schere, Licht (2)
Stubai Messersatz

friedel1910

Name des Mitglieds: friedel1910

Produkt:

Stubai Messersatz

Datum: 16.11.09

Bewertung:

Vorteile: langlebig

Nachteile: keine?

Stammleser wissen: Ich nehme an einer Weiterbildung auf dem Gebiet "Hauswirtschaft" teil.
Der zweite Lehrgangsbaustein - Hauspflege- ist in vollem Gange. Ich hatte hierzu die Berichteserie "Messer, Gabel, Schere, Licht..." begonnen und bereits über Glas berichtet.

Ein Thema im Bereich Hauspflege ist nämlich "Reinigung und Pflege ausgewählter Materialien". Inzwischen haben wir diesbezüglich etliche Referate gehört. Die Zeit vergeht so schnell, ich komme mit dem Schreiben der Berichte bei dooyoo gar nicht nach.

Ich mache einfach mal mittendrin weiter und es geht heute um das Thema "Messer".

Ich erwähnte dies bereits in einem meiner vorangegangenen Berichte. Heute nun der versprochene Bericht zu meinem Messersatz.

OOO Art der Messer OOO
Kochmesser

OOO Hersteller OOO
Firma STUBAI in Österreich

OOO Angaben zum Unternehmen OOO
(Quelle: Homepage)

Die Verarbeitung von Eisen hat im Stubaital eine lange Tradition. Bereits im 14. Jahrhundert existierten in Fulpmes Schmieden, die Hieb- und Stichwaffen und Werkzeuge für den Bergbau herstellten.

Im 17. Jahrhundert stellten 45 Schmiede landwirtschaftliche Geräte
und Messer her. Schon damals wurden die Produkte weit über die Landesgrenzen hinaus verkauft. 1742 wurde das Handelshaus Volderauer gegründet, das 70 Jahre später von der Familie Pfurtscheller übernommen wurde.

1897 schlossen sich engagierte Meister zu einer genossenschaftlichen
Struktur zusammen. 1960 wurde der Name schließlich in Stubai Werkzeug-
industrie reg.Gen.m.b.H. umgeändert.

Heute stellt die Firma Produkte für folgende Bereiche her:
- Werkzeug
- Schraubwerkzeug
- Werkzeuge für die Holzbearbeitung
- Bauwerkzeuge
- Werkzeuge für den Trockenbau
- Spenglerwerkzeuge
- Forstwerkzeuge
- Schneidwaren
- Produkte für den Bergsport

Bei den Schneidwerkzeugen bietet man an für:
- Gastronomie und Köche
- Fleischer
- Haushalt

OOO Beschreibung des Messersatzes OOO

Ich bin mir ehrlich gesagt gar nicht mehr ganz sicher, wie viele Teile der Satz umfasste. Mit Sicherheit waren es zehn Teile, es können auch elf oder zwölf gewesen sein...

Ganz bestimmt dabei war ein "Dingsbum" zum Schleifen der Messer. Mein Vater nannte es "Stahl" (wohl die Kurzform von "Wetzstahl"), lt. der österreichischen Homepage wird es "Fleischerstreicher" genannt. Wie auch immer... Ich kann mit dem Teil nicht umgehen. Und wohl auch aus diesem Grunde ist es derzeit nicht auffindbar. Ich kann mich nicht erinnern, wo ich es "vergraben" habe.

Dann habe ich folgende neun Teile vor mir liegen:

1 Fleischgabel (16 cm)
1 Palette, geschmiedet (26 cm) - Artikel 7640-02
1 Lachsmesser (28 cm)
1 Ausbeinmesser (14 cm)
1 Spickmesser (10 cm)
1 Kochmesser, schmal (16 cm)
1 Kochmesser, schmal (21 cm) - das Lieblingsteil mit dem leicht beschädigten Griff, weil von einem Familienmitglied im Spülwasser eingeweicht
1 Kochmesser, breit (20 cm)
1 Schlagmesser - oder doch nur ein Kochmesser, breit? - (26 cm)

Es kann sein, dass noch ein Apfelausstecher und ein Schäler oder irgendein anderes Kleinteil dabei war. Das kann ich nicht mehr genau sagen. Im Laufe des Lebens bleibt einfach das eine oder andere Teil auf der Strecke, insbesondere dann, wenn es nicht zu den Teilen eines Sets gehört, die man besonders ins Herz geschlossen hat.

OOO Wann, wo und zu welchem Preis gekauft OOO

Gekauft habe ich mir den Messersatz (mit Tasche) in den 80er Jahren. Wann genau weiß ich nicht mehr. Es kann etwa so zwischen 1982 und 1985 gewesen sein.

Wo? Das klingt jetzt ziemlich unglaublich, aber es ist wahr! In einem Warenhaus der DDR!!!
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich diesen tollen Messersatz in Berlin erworben habe. In der Hauptstadt gab es ja immer ein paar andere Sachen als in der "Provinz".

Was ich damals bezahlt habe, war schon ziemlich verrückt. 800 Mark!!! Also weit mehr als ein Monatslohn! (Zu meiner Verteidigung erwähne ich jetzt mal ganz beiläufig, dass ich damals noch allein lebte, weder Mann noch Kind hatte, kein Auto besaß und auch sonst nichts. Und die Mieten in der DDR waren niedrig.)
Was allerdings etwas ärgerlich war... Es gab offensichtlich nur wenige so Verrückte wie mich. Scheinbar wurde man die Messersets nicht los. Irgendwann waren sie nämlich für 400 Mark zu haben, wie man mir berichtete. Aber egal. Dieser Messersatz hat mich nun schon durch mein halbes Hausfrauenleben begleitet und wenn ich mir heute die regulären Preise anschaue, dann waren die 800 Mark immer noch vergleichsweise günstig. *kicher*


+++ Meine Meinung +++

Wie gesagt: Ich bin absoluter Fan von guten Messern. Und ich war froh, dass ich sie mir als Single leisten konnte und auch geleistet habe, denn in späteren Jahren gab es durchaus Phasen, da hätte ich mir die Teile nicht kaufen können.

Die Messer sind sehr gut verarbeitet. Einmal jährlich bringe ich sie zu einem Fachmann zum Nachschleifen. Kostet zwar einiges, aber das ist es mir wert. Sie behalten ihre Schärfe dann auch wesentlich länger, als wenn ich selbst daran rumpfusche (ich bin im Umgang mit dem Wetzstahl nicht so versiert und das Schleifen auf dem nassen Schleifstein erfordert eine gute Portion Geschick und eine noch größere Menge Zeit und Ruhe). Ich habe eingesehen, dass es nicht viel bringt, da selbst Hand anzulegen und dann greife ich einmal jährlich in die Tasche für die Inanspruchnahme des Dienstleisters.

Wie bereits erwähnt: Was mir bei einem Messer enorm wichtig ist, ist der sogenannte "Kropf", also der vordere Handschutz. Und den haben diese Messer hier. Bei den üblichen DDR-Messern war das nicht der Fall und somit war der Kauf dieser Messer der ganz große Hit.

Die Griffe sind gut (also ergonomisch) geformt, sie liegen wunderbar in der Hand. Aber nicht alle Messern sind 100% ausbalanciert (im Gegensatz zu dem bereits von mir beschriebenen F.Dick-Messer). Wobei ich nicht genau weiß, ob das überhaupt bei allen Messergrößen funktionieren kann. Bei den beiden mittleren Messern ist es nämlich auch hier ausbalanciert. Bei dem großen Messer kippt die Schneide nach vor. Bei den kleinen Messern kippt der Griff nach hinten. Aber vielleicht ist das nur logisch??? Ich bin ja kein Messerspezialist, kein Fachmann.

Mit der Anschaffung eines guten Messersatzes ist man immer gut beraten, denn er beinhaltet Messer in verschiedenen Größen, so dass man für alle Tätigkeiten das richtige Messer zur Verfügung hat.

Bezüglich Pflege: Diese Messer - wie bereits erwähnt... sie sind schon über 20 Jahre alt - haben noch Holzgriffe. Das mittelgroße Messer, welches nun am meisten benutzt wurde und - wenn ich nicht zuhause war - den Abwaschgewohnheiten meiner Familie zum Opfer fiel, hat Schäden am Griff davongetragen. Es sind lauter kleine Risse im Holz. Das ist sehr ärgerlich, aber eben nicht reparabel.

Diesen Messern gebe ich jedenfalls (trotzdem nicht alle top ausbalanciert sind) die vollen fünf Sterne und eine Kaufempfehlung (wenngleich ich keine Angaben machen kann, wo sie heute erhältlich sind... vielleicht ja nur in Österreich; einen Online-Shop betreibt die Firma leider nicht).

Übrigens:

Die Härte des Klingenstahls ist mit dafür verantwortlich, wie lange ein Messer scharf bleibt. Je härter das Material, desto langsamer nutzt es sich ab, aber umso spröder und zerbrechlicher ist es auch. Gemessen wird die Härte in Rockwell (man nutzt für die Angabe der Härte die Abkürzung HRC). 55 bis 58 Rockwell sollen (laut Stiftung Warentest) für hochwertige Messer normal sein. Manche Messer erreichen sogar einen Wert von über 60.

Als Unterlage zum Schneiden sollte man nur Holz oder Kunststoff benutzen. Niemals auf Glasplatten oder Porzellantellern schneiden!

Meine Kochmesser bewahre ich übrigens in einem Messerblock aus Holz auf. Die Unterbringung in der Schublade ist nicht so geeignet. Eine Magnetleiste ist allerdings auch okay. Das muss man nach persönlichen Vorlieben entscheiden.

Fazit: würde ich wieder kaufen