Brother HL 1240
Brother HL 1240 - der 600dpi Drucker, der nur 300dpi unterstützt - Brother HL 1240 Laserdrucker

Produkttyp: Brother Laserdrucker

Neuester Testbericht: ... fuer den office-Bereich konstruiert ist; er ist sehr gut verarbeitet und scheint entsprechend robust zu sein (z.B. ist die Mechanik in... mehr

Brother HL 1240 - der 600dpi Drucker, der nur 300dpi unterstützt
Brother HL 1240

Thotti22

Name des Mitglieds: Thotti22

Produkt:

Brother HL 1240

Datum: 12.10.08, geändert am 12.10.08 (736 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: Solide verarbeitet, gutes Preis-Leistungsverhältnis , wenn die Angaben stimmen würden

Nachteile: kann mangels Druckerspeicher tatsächlich nur 300dpi, Originalmaterial teuer, kein Treibersupport

Hier mal ein aktueller Testbericht zum nicht mehr ganz so aktuellen Laserdrucker HL 1240 von Brother...

Ich kaufte mir den Drucker damals, weil er (auf den ersten Blick) ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für damals noch teuere Laserdrucker hatte und eine maximale Auflösung von 600 dpi unterstützte - zumindest laut Verpackung.

Wer viel Text und einfache Grafiken zu drucken hat oder mal eine Kopie erstellen viel (Scanner vorausgesetzt), der ist mit einem geeigneten Laserdrucker beim Seitenpreis meist günstiger unterwegs und auch schneller. Ausdrucke verlaufen und verblassen zudem auch nicht, wie man es von Tintenstrahldruckern gewohnt ist. Allerdings muss man beim Druckerkauf (egal ob Tinte oder Laser) auch auf die Folgekosten achten: Verbrauchsmaterial wie Toner, Belichtungstrommel, Lebensdauer, Verfügbarkeit von kostengünstigem Verbrauchsmaterial anderer Anbieter, einzeln austauschbare und recyclebare bzw. wiederbefüllbare Komponenten. Der Brother schafft übrigens bis zu 10 Seiten/Minute.

Der HL 1240, der über einen Parallel-Anschluss (Centronics) und via USB-Kabel angeschlossen werden kann, besitzt neben einem unter dem Gerät angebrachten automatischen Papiereinzug (Papierfach bzw. Papierschublade) einen an der Gerätevorderseite angebrachten Einzelblatteinzug.

Über diesen lassen sich Seiten beispielsweise manuell beidseitig bedrucken oder auch Sonderformate wie Laserdrucker-geeignete Etikettenbögen, Overheadfolien (die dank Beamern auch langsam aussterben) und natürlich Briefumschläge.

Folgende Formate werden (hier: Microsoft Standardtreiber unter Windows XP) u. a. unterstützt: A4, A5, B5, US Letter, Monarch, B5 Umschlag, DL lang, 10, Folie, spezielle Laserdruckermaterialien (Ettiketten etc.) über Einzelblatteinzug. Manueller Duplexmodus und Mehrfachdruck mangels Treibersupport unter Mac OS X und Windows XP/Vista nicht möglich.

Leider bietet Brother selbst keine Treiber für aktuelle Windows-Versionen (XP, Vista, Server 2003/2008) an, daher wird der funktionsreduzierte Microsoft-Treiber verwendet - auch schon damals als der Drucker noch aktuell war und XP bzw. Mac OS X gerade erschienen war. Funktionen wie Wasserzeichen, Mehrseitendruck, manueller Duplexdruck oder die Toner- und Energiesparfunktionen stehen somit nicht (mehr) zur Verfügung. Der größte Mangel ist, dass die Auflösung nur noch bis max. 300dpi (anstatt 600dpi) auswählbar ist - der Drucker wird unter neueren Windows-Versionen also nachträglich um die wichtigste Eigenschaft beraubt.

Unter Unix und Mac OS X muss man auf CUPS- bzw. GIMP-Druckertreiber zurückgreifen, die je nach Implementierung die meisten Funktionen zulassen inkl. 600dpi Druck. Leider wird die Verwendbarkeit des Druckers auch hier durch den mangelhaften und für 600dpi Auflösung nicht ausreichenden Speicher eingeschränkt. Ab Panther funktioniert dann der HL 1240 auch nicht mehr unter Mac OS X Rendezvous.

Als Verbrauchsmaterial benötigt der Drucker neben Papier natürlich Toner und eine sog. Trommel, auf der der Laser das Druckbild "zeichnet" und deren Lebensdauer daher auch begrenzt ist. Die Trommel gibts es unter der Bezeichnung DR-6000 von alternativen Anbietern schon ab 30 EUR (10/2008), Toner unter der Bezeichnung TN-6600 im gleichen Preisrahmen. Hierbei sollte man aber auch darauf achten, dass einige Anbieter alte Toner- u. Trommeleinheiten wiederverwenden und die Lebensdauer, Qualität und/ oder Druckanzahl somit eingeschränkt sein kann. Originalmaterialien - sofern noch verfügbar - kosten meist jenseits der 100 EUR Marke.

Als Sonderzubehör gibt bzw. gab es eine Netzwerkschnittstelle - hierzu musste allerdings der Parallel-Port ausgebaut und ersetzt werden. Das sonst baugleiche Model HL 1250 verfügt standardmäßig über diese Schnittstelle. Außerdem kann auch eine weitere Papierkassette mit bis zu 250 Blatt nachgerüstet werden - ist aber inzwischen höchstens gebraucht zu bekommen.

Der Drucker selbst erzeugt einen durchschnittlichen Lärmpegel (inkl. Nachlaufzeit) und erzeugt natürlich Ozon - darum das Lüften nicht vergessen. Beim Aufheizen verusacht er neuerdings leider ein lautes Knackgeräusch und deute nach einigen Jahren wahrscheinlich bald sein Ableben an... eine neue Trommel und zweimal Toner habe ich dem Gerät seit dem spendiert. Der Trommeltausch war nötig, da die Tonereinheit undicht war und der Toner die Trommel verschmutzt hat - mit Orignal Brother Material.

Im Fazit würde ich sagen, dass der Drucker damals ein günstiger Vertreter war, aber die 600 dpi Angabe eine Mogelpackung ist, da der nicht erweiterbare Druckerspeicher einen Ganzseitendruck nur mit 300 dpi ermöglichte.

Auch die Originalverbrauchsmaterialien (der mitgelieferte Toner war übrigens nur halb befüllt!) sind sehr teuer - ohne Drittanbieter würde sich ein Laserdrucker nicht rentieren. Heute genügt der Drucker was Auflösung (und kastriertem Speicher), Funktionsumfang und Kosten (Material, Energieverbrach) angeht nicht mehr dem Standard.

Da Brother den Drucker mit 600dpi beworben hatte und zeitgleich zuwenig Speicher verbaut hat, um die Auflösung zu erreichen und die schlechte Treiberunterstützung (XP erschien nur ein Jahr später und wurde nicht mehr unterstützt, Mac OS sowie Unix offiziell gar nicht), würde ich künftig nicht mehr einen Drucker von Brother kaufen.

Zudem wurde bekannt, dass Brother bei Tinten- und Farblaserdruckern ein identifizierbares Muster im Ausdruck kodiert, auf den Rückschlüsse auf den Druckerbesitzer möglich werden.

Ergebnis: ausreichend für den Textdruck und sehr einfache Grafiken, Kosten durchschnittlich bei Verwendung von Drittanbieter-Material, kann aber nur 300dpi anstatt der beworbenen 600dpi mangels Speicher.

Fazit: Ausreichend für Textdruck, sonst eine Mogelpackung von Brother ohne Support. Daher nie mehr Brother!

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