Robert-Rössle-Klinik
onkologische Spezialklinik am Rande Berlins - Robert-Rössle-Klinik Krankenhäuser und Kur

Neuester Testbericht: ... am Empfang. Leider stellte sich heraus, dass die am Vorabend angerufene Station "keinen Neuzugang erwarte" und mein Partne... mehr

onkologische Spezialklinik am Rande Berlins
Robert-Rössle-Klinik

Berlin-B%E4r

Name des Mitglieds: Berlin-Bär

Produkt:

Robert-Rössle-Klinik

Datum: 16.12.02, geändert am 16.12.02 (1149 Lesungen)

Bewertung:

Vorteile: onkologische Spezialklinik, sehr gute Fachkenntnisse, stationäre und ambulante Behandlung

Nachteile: chaotische Organisation und Verwaltung, teilweise überlastetes Personal

Wie bei jedem Menschen, war die Diagnose Darmkrebs bei meinem Partner zunächst niederschmetternd für uns beide.

Die Robert-Rössle-Klinik ist eine onkologische Schwerpunktklinik. Sie wird zum Teil vom Universitätskrankenhaus Charité und zum anderen Teil von den Helios-Kliniken getragen. Die RRK ist ein Lehrkrankenhaus der Humboldt Universität zu Berlin.

Die RRK behandelt mit Kassenzulassung und, mit Ausnahme der Zimmergröße und Wartezeit, haben wir keine größeren Behandlungsunterschiede zwischen Kassen- und Privatpatienten festgestellt.

Ich schildere die Erfahrung mit der RRK nachstehend, so dass sich jeder Leser / jede Leserin einen eigenen Überblick aneignen kann.

Mein Partner und ich suchten die bisherigen Untersuchungsergebnisse zusammen, vereinbarten telefonisch einen Untersuchungstermin bei der Chirurgischen Fachambulanz der RRK und bekamen diesen recht kurzfristig innerhalb einer Woche, der zeitlich +/- 15 Minuten eingehalten wurde.

Die Erstbehandlung verlief gründlich und schnell. Innerhalb eines Tages wurden fehlende Untersuchungen direkt in der Klinik vorgenommen. Das Abschlussgespräch wurde vom behandelnden Oberarzt noch am selben Abend mit viel Ruhe und Geduld durchgeführt und ergab die Notwendigkeit eines stationären Aufenthaltes.

Etwas befremdet waren wir, dass versäumt wurde, eine Kanüle aus dem Arm zu entfernen. Dies fiel erst auf dem Parkplatz auf und wir gingen wieder zurück, um einen Arzt zu finden.

Auf das notwendige Bett für die Operation warteten wir ca. zwei Wochen. Ein Anruf am Vorabend ergab, dass das Bett frei sei und wir begaben uns am nächsten Tag um 9.30 Uhr in die Klinik. Alle Unterlagen hatten wir beisammen und der Papierkrieg einer stationären Aufnahme erfolgte zügig, kompetent und wirklich nett und zuvorkommend am Empfang.

Leider stellte sich heraus, dass die am Vorabend angerufene Station "keinen Neuzugang erwarte" und mein Partner in einer anderen Sta
tion untergebracht werden sollte. Leider wurde dort ein Bett erst um 13.30 Uhr frei. Wir warteten im Treppenhaus, wo auch das Mittag serviert wurde, Blut abgenommen wurde (leider hatte der Arzt vergessen, ein Pflaster mitzubringen) und alle Fragebögen von der Koloskopie bis zur Vollnarkose zur Unterschrift ausgehändigt wurden.

Mein Partner erklärte der Krankenschwester, dass bereits koloskopische Untersuchungsergebnisse durch die Erstuntersuchung vorlägen, wurde aber belehrt, ?dass hier immer noch der Arzt bestimmt, was untersucht wird und was nicht?. Erst nachdem sich mein Partner weigerte, bekam er um 13.50 Uhr sein erstes Gespräch mit dem Oberarzt, der ihm erklärte, was eigentlich mit ihm gemacht werden soll. Um 13.55 Uhr bekam er seinen Einlauf und durfte gleich anschließend 150 Meter in eine andere Abteilung gehen, "da der Termin um 14.00 Uhr schließlich steht", der Weg dauerte aus gewissen Gründen etwas länger ... .

Am Abend kamen dann der Anaestesiearzt und der Chirurg, die sich viel Zeit für ein Aufklärungsgespräch nahmen. Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass eine Operation nicht mehr erforderlich sei und mein Partner wurde am Abend entlassen und bekam Schmerzmittel für die Zwischenzeit bis zur nächsten Behandlung ausgehändigt.

Sehr kurzfristig erfolgte dann die Vorstellung zur Aufnahme einer Radiochemotherapie. Nach den erforderlichen Voruntersuchungen wurde mein Partner erneut stationär aufgenommen. Bedauerlicherweise wurde versäumt, den Aufnahmeschein beim Empfang zu hinterlegen, so dass es zu vermeidbaren Verzögerungen kam. Das Bett war dieses Mal um 14.00 Uhr frei und wir hatten daher noch ausreichend Zeit, uns mit dem Sozialdienst des Krankenhauses (ohne vorherige Terminabsprache) zu verabreden. Mein Partner beabsichtigte eine Schwerbehinderung beim Versorgungsamt feststellen zu lassen. Die Sozialarbeiterin war nicht nur sehr freundlich, sondern auch ausgesprochen kompetent. Sie händigte ihm Untersuchungsergeb
nisse aus und bot an, den Antrag für ihn beim Versorgungsamt einzureichen. Zwischenzeitlich wurde ihm eine Behinderung in Höhe von 50 % GbB anerkannt.

Am Abend wurde ihm ein Herztropf gelegt. Die Mitarbeiter waren sehr nett und freundlich und baten ihn höflich, auf dem abendlichen Rückweg in seine Station, doch den Rollstuhl mitzunehmen.

Nach einer Woche wurde mein Partner entlassen und nun wird er täglich ambulant weiterbehandelt. Er begibt sich jeden Tag zur Radiotherapie und bekommt einmal wöchentlich seine Chemotherapie verabreicht, die für eine Woche ausreicht. Zusätzlich werden einmal wöchentlich Blutuntersuchungen durchgeführt.

Bis auf wenige Ausnahmen, sind die Krankenschwestern sehr nett und zuvorkommend. Obwohl sie, wie in allen Krankenhäusern, sehr viel zu tun haben, da überall Personal eingespart wird, nehmen Sie sich die Zeit, den Patienten die Angst zu nehmen. Wie in nahezu allen Krankenhäusern gibt es auch in der RRK keine festen Besuchszeiten mehr. Die Schwestern akzeptierten sogar Besuche nach 21.00 Uhr, wenn dadurch keine Mitpatienten gestört werden.

Die Ärzte sind sehr kompetent. Ein Lehrkrankenhaus hat zwar den Nachteil, dass man von vielen Leuten begutachtet wird, aber das wird durch den Vorteil, dass sicherlich einer der Ärzte etwas findet, wenn etwas vorhanden ist, ausgeglichen. Die Ärzte ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sonder bilden sich weiter. Leider weiß man nie genau, wer einen eigentlich behandelt. Es sind oft immer neue Gesichter, die man nicht einordnen kann. Einen Genesungsverlauf oder einen Weiterverlauf der Behandlung bekommt der Patient erst dann zu erfahren, wenn es soweit ist. Viel Zeit für eine Entscheidung wird ihm nicht gelassen.

Wenn man jedoch das Glück hat, einem Arzt zu begegnen, der sich an einen erinnern kann, hat man gewonnen, denn man kann diesen jederzeit ansprechen (z. B. sogar auf dem Flur) und er wird freundlich und unbürokratisch weiterhelfen.

Bei st
ationärem Aufenthalt kann man in einer kleinen Verkaufsstelle im Eingangsbereich oder in Verkaufsautomaten notwendige Artikel und Dinge des täglichen Bedarfs zu zivilen Preisen erwerben. Die Grundgebühr für die Telefonnutzung in Höhe von 3 ?/Tag ist zu hoch. Die Zimmer sind modern eingerichtet und verfügen alle über TV und Radioprogramm.

Der Sozialdienst im Erdgeschoss hilft unbürokratisch und kompetent auch ohne Termine bei Fragen zu Schwerbehinderung oder amtlicher Unterstützung. Das Krankenhaus verfügt ebenfalls über kirchliche Seelsorger.

Die interne Verwaltungsorganisation im RRK ist schlichtweg eine Katastrophe und verlangt den Patienten ein Höchstmaß an Geduld ab. Interne Terminabsprachen werden nicht korrekt übermittelt, Patientenakten oder ?unterlagen werden nicht weitergeleitet, es werden parallel identische Untersuchungen durchgeführt und der Patient muss viel Überredungstalent besitzen, um zu erklären, dass diese Untersuchungen von mehreren Ärzten ausgewertet werden können, was dann letztendlich auch geschieht. Betten stehen trotz festgelegtem Einweisungstermin nicht zur Verfügung, interne Überweisungen zwischen den Fachambulanzen werden nicht korrekt durchgeführt und Termine werden selten eingehalten.

Trotzdem haben wir Vertrauen in die ärztliche Kompetenz und empfehlen dieses Spezialkrankenhaus für Krebserkrankungen weiter.





Fazit:

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